Gliederung
1. Einleitung
2. Körperhöhenbestimmung
2.1. Definition Körperhöhe
2.2. Methode
2.3. Regressionsgleichung
2.4. Einflussfaktoren
2.5. Problematik
3. Messungen am postcranialen Skelett
3.1. Femur
3.2. Tibia
3.3. Humerus
3.4. Radius
4. ROBU - Index
4.1. Definition
4.2. Messgrößen
4.3. Berechnung
4.4. Auswertung
5. Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Die Osteometrie umfasst ein sehr breites Spektrum der Anthropologie und beinhaltet auch die
Körperhöhenbestimmung. Sie ermöglicht eine quantitative Beschreibung von Form- und Größenverhältnissen am Skelett, auf welche Weise es möglich ist, unabhängig vom Beobachter, morphologische Charakteristika und Unterschiede zu erfassen, da es klar definierte Messstrecken gibt. Die Berechnungen beziehen sich auf rein osteologische Messwerte und beinhalten keine somatologischen Werte, da man auf die Weichteile eines Knochenfundes keine Rückschlüsse ziehen kann.
Das Möglichkeitsangebot der Messungen ist sehr groß und liefert wichtige zusätzliche und notwendige Informationen, dort wo die morphognostischen Möglichkeiten an ihre Grenzen stoßen. Dieses geschieht zum Beispiel bei prähistorischen Skelettserien oder auch Überresten von Leichenbränden. Werden morphologische Affinitäten oder Unterschiede einzelner Bevölkerungsgruppen deutlich, ist es möglich, diese durch quantitative Aussagen näher miteinander zu vergleichen. Hierzu eignen sich vor allem der Schädel oder postcraniale Langknochen.
In mehreren Fällen kann es auch zu Rekonstruktionen an Skelettfunden aus Kapitalverbrechen kommen, damit die polizeilichen Ermittlungen erleichtert werden. Die Körperhöhenbestimmung und der Robustizitätsgrad einer Bevölkerung fallen somit in das Gebiet der Osteometrie und sollen im folgenden näher erläutert werden.
2. Körperhöhenbestimmung
2.1. Definition
Mit Körperhöhe meint man in der Osteometrie die gerade Entfernung zwischen dem höchsten Punkt des Kopfes, dem Bregma, und der eigentlichen Standfläche der Füße, dem Calcaneus. Da in den meisten Fällen kein komplettes Skelett, sondern nur Fragmente vorhanden sind, hat man Methoden entwickelt, um trotzdem eine Körperhöhenschätzung zu ermöglichen.
2.2. Methode
Die wichtigste Möglichkeit zur Bestimmung der Körperhöhe ergibt sich aus der Methode der Längenmessung der langen Extremitätsknochen, zu welchen Humerus, Radius, Tibia und Femur gehören. Mit Hilfe zahlreicher Untersuchungen hat man herausgefunden, dass eine hohe Korrelation zwischen der Länge eines jeweiligen Skelettelementes und der tatsächlichen Körperhöhe herrscht. Durch Prüfungen von Korrelationen der einzelnen
Röhrenknochen zur Körperhöhe hat man herausgefunden, dass nicht alle Knochen gleichgut verwendet werden können. Die
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Knochen der oberen Extremitäten haben eine deutlich schlechtere Korrelation als die der unteren. Weiterhin existieren Unterschiede bei der Verwendung der einzelnen Knochen bei weiblichen und männlichen Individuen. Aufgrund der Proportionsunterschiede sollte bei Frauen eher der Humerus verwendet werden, wogegen bei Männern das Femur die beste Korrelation liefert. Zu beachten ist: Je mehr Knochen man zur
Körperhöhenschätzung verwendet, umso genauer wird die Schätzung. 2.3 Regressionsgleichung Als Grundlage der Berechnung gilt die sogenannte Regressionsgleichung. PEARSON stellte 1899 mit Hilfe einer linearen Funktion das Verhältnis der Skelettelemente zur Körperhöhe dar. Bei dieser Gleichung ist der
Körperhöhenmittelwert als lineare Funktion der Länge des jeweils verwendeten Knochens anzusehen (y = ax +b). Anhand der Gleichung erkennt man: je länger der Knochen, umso größer die Körperhöhe.
Als gebräuchlichste Formeln zur Berechnung der Körperhöhe gelten die von PEARSON (1899) aufgestellten Gleichungen. Sie sind für prähistorisches Material gut geeignet, da sie Daten von Individuen enthalten, die vor dem Einsetzen der säkularen Akzeleration erfasst wurden. Sie sind damit nur für morphologisch ähnliche Serien verwendbar. Die Formeln sind gebräuchlich bei europäischen Skelettfunden erwachsener Individuen und nach Geschlechtern getrennt. Formeln zur Rekonstruktion der Körperhöhe bei erwachsenen männlichen Individuen:
erwachsenen weiblichen Individuen:
Herrmann, B.: Prähistorische Anthropologie, 1990, S. 92/93.
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Arbeit zitieren:
Ursula Wittlich, 2002, Körperhöhenbestimmung und ROBU-Index, München, GRIN Verlag GmbH
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