Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
1. Problemstellung 1
2. Chronologischer Ablauf der Krise 1
2.1.1. Der Plan Cavallo 1
2.1.2. Weite Bestandteile des Plan Cavallo 2
2.1.3. Anfängliche Erfolge 3
2.2. Auswirkungen der Mexikokrise (Tequillakrise) 3
2.3. Auswirkungen der Krisen in Asien Brasilien und Russland 4
3. Ursachen der Krise in Argentinien 6
3.1. Currency Board 6
3.2. Fehlende Disziplin in der Fiskalpolitik 9
3.3 Weitere Ursachen 11
4. Fazit 12
Literaturverzeichnis NA
II NA
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Inflation Warenexport 8
Tabelle 2: Budgetsaldo 10
Tabelle 3: Zinsbelastung 10
Tabelle 4: Staatsschulden 10
Tabelle 5: Haushalt der Provinzen 11
III NA
1. Problemstellung
Nach mehr als drei Jahren Rezession, einer steigenden Arbeitslosenquote von fast 20 %, einer ständig zunehmenden Armut, einem rapiden Wertverlust des argentinischen Pesos auf dem Schwarzmarkt und einer bedingten Sperrung der Bankguthaben hatte die argentinische Bevölkerung im Dezember 2001 genug. Aufstände brachen los, bei denen Geschäfte und Einkaufszentren geplündert und Banken verwüstet wurden. Straßenschlachten, Massendemonstrationen, Streiks und Brände folgten, in denen die argentinische Bevölkerung ihren Unmut äußerte. Die Wirtschaftskrise in Argentinien forderte mindestens 28 Tote und viele Verletzte.
1
Ziel dieser Arbeit ist es, die Ereignisse der Krise in Argentinien aus ökonomischer Sicht darzustellen. Es wird der Zeitraum von der Einführung des Currency Boards 1991 bis zur Zahlungsunfähigkeit Argentiniens im Jahr 2002 untersucht. Hierbei wird zunächst ein chronologischer Ablauf der Krise gegeben. Anschließend werden die Hauptursachen der Krise näher untersucht. Weniger wichtige Gründe werden im Anschluss nur kurz erläutert, da sonst der Rahmen dieser Seminararbeit gesprengt würde. Abschließend wird ein Fazit gezogen.
2. Chronologischer Ablauf der Krise
Am 1. April 1991 trat das von Wirtschaftsminister Domingo Cavallo entworfene Konvertibilitätsgesetz in Kraft, das einen Eckpfeiler im Plan Cavallo darstellte. Hierdurch wurde der Wechselkurs vom US Dollar und argentinischem Peso auf das Verhältnis von 1:1 fixiert. Das Gesetz garantierte die vollständige Konvertibilität von Peso zu D ollar und legte fest, dass die Geldmenge zu 100 % durch internationale Reserven und öffentliche Wertpapiere in US Dollar oder anderen starken Währungen gesichert sein sollte. Der Unterschied zu einer herkömmlichen Wechselkursfixierung bestand darin, dass das Geldangebot nur durch eine Veränderung der Devisenreserven beeinflusst werden konnte. Hierdurch funktionierte die argentinische Zentralbank wie ein Currency Board.
2
Gleichzeitig wurde per Gesetz die Unabhängigkeit der
1
Vgl. Edwards (2002), S.3; Mussa (2002), S. 49
2
Horn, Fritsche (2002), S. 2 f.
1
Zentralbank gesichert. 3 Ziel war es, die Hyperinflation zu stoppen und gleichsam Preisstabilität zu importieren. Eine Finanzierung des öffentlichen Defizits durch die Notenpresse war mit einem solchen System nicht mehr möglich, da auch der Staat Devisen aufbringen musste, wenn er die Zentralbank zum Drucken von Pesos bewegen wollte. 4 Der Öffentlichkeit wurde wiederholt versichert, dass „a peso is a dollar, and a dollar is a peso“. 5
2.1.2.Weite Bestandteile des Plan Cavallo
Unterstützt wurde das Konvertibilitätsgesetz durch weitere Strukturreformen wie die Abschaffung aller Exportzölle und eine drastische Senkung der Importzölle von 30 % auf 14 %.
6
Im Zuge des Brandy-Plans
7
kam es zu einer Restrukturierung der öffentlichen Auslandsschulden und zu einem erheblichen Schuldenerlass. Weiterhin führten Verhandlungen mit dem Pariser Club im Juli 1992 zu einer Refinanzierung der Kapitalschulden und Verhandlungen mit dem IWF zu erweiterten Kreditfazilitäten, die zur Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit verwendet wurden. Dieses Beistandsabkommen verhalf Argentinien zu einem erneuten Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten. Ein weiterer Bestandteil des Plan Cavaollo war der zügig voranschreitende Privatisierungsprozess.
8
Hierbei wurden die meist verlustbringenden staatlichen Unternehmen verkauft, was einerseits den Wegfall des regelmäßigen Verlustes und andererseits einmalige Einnahmen aus dem Verkauf zur Folge hatte.
9
Außerdem schaffte die Regierung die Indexierung der Löhne ab und betonte bei Verhandlungen mit den Gewerkschaften, dass Lohnsteigerungen nicht an Inflationsraten gekoppelt sein sollten, sondern an Wachstumsraten.
10
3
Vgl. Jost (2003), S. 31
4
Vgl. Horn, Fritsche (2002), S. 2
5
Vgl. Edwards (2002), S. 2
6
Vgl. Schweikert (2002), S. 170; Jonas (2002), S. 9
7
1989 vom damaligen US- Finanzminister Nicolas Brandy vorgeschlagener Krisenplan zum Schuldenerlass einer Reihe von notleidenen Schuldnern
8
Vgl.
http://www.bundesfinanzministerium.de/Anlage18254/Aktuelle -Entwicklungen-in-
10 Vgl. Jonas (2002), S.8
2
Arbeit zitieren:
Christian Weitkuhn, 2004, Die Krise in Argentinien 2001, München, GRIN Verlag GmbH
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