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INHALTSVERZEICHNIS
EINLEITUNG 2
1. DIE ANSPRÜCHE DER KI-FORSCHUNG 3
2. DAS CHINESISCHE ZIMMER 4
3. EINWÄNDE. 6
3.1 Die System - Replik. 6
3.2 Die Roboter - Replik. 8
3.3 Die Gerhirnsimulator - Replik 9
3.4 Die Kombinations - Replik 10
3.5 Die Replik mit dem Geist anderer 11
3.6 Die Replik mit den vielen Behausungen 12
DISKUSSION. 13
LITERATURVERZEICHNIS 17
„Kann eine Maschine denken? Kann eine Maschine in genau demselben Sinne bewusste Gedanken haben wie Sie und ich?“ (Searle 1990, 40) Diese Frage stellt sich nicht nur John R. Searle, sondern auch die Forschung zur künstlichen Intelligenz (KI), unter anderem als Teilbereich der Philosophie des Geistes. Was auf den ersten Blick vom gesunden Menschenverstand verneint werden würde, erweist sich als weitaus problematischer, wenn man Forschungsergebnisse wie die von Roger C. Schank betrachtet: Das von ihm in den 70ern entwickelte Programm SAM (Script Applier Mechanism) war aufgrund eines integrierten repräsentativen Wissensspeichers in der Lage, Fragen zu stereotyp verlaufenden Geschichten zu beantworten, auch wenn deren Antwort nicht explizit aus diesen hervorging. Hatte das Programm nun tatsächlich verstanden, Verstehen simuliert oder ohne jegliches Verstehen bzw. dessen Erklärung nur mit formalen Symbolen hantiert? (vgl. Searle 1994, 234) In dieser Hausarbeit soll Searles Beitrag zum Diskurs um die Klärung dieser Frage dargestellt werden. Dazu ist es zunächst notwendig, sich mit der KI-Forschung und ihren unterschiedlichen Ansprüchen zu beschäftigen, die die Grundlage für seine Auseinandersetzung mit dieser Thematik bilden. Danach sollen seine Position in Form des Gedankenexperiments des Chinesischen Zimmers sowie die darauffolgenden unterschiedlichen Repliken dargelegt werden, um abschließend zu diskutieren, in welcher Form Searle zur Beantwortung der Fragestellung beiträgt.
Als Grundlage für sein Gedankenexperiment des Chinesischen Zimmers unterteilt Searle innerhalb der Forschung zwei Formen: die schwache und starke künstliche (bzw. artifizielle) Intelligenz (KI). (vgl. Searle 1990, 40) Für die schwache KI „bleiben [...] Computerprogramme trotz der Ähnlichkeit ihrer Operationsergebnisse [...] bloße technische Werkzeuge.“ (Schäfer, 104) Der Computer dient als verlängerter Arm oder Instrument, durch den präzise Formulierungen und Überprüfungen möglich sind. Deshalb ist das Verhältnis von Geist und Gehirn nicht identisch zum Verhältnis Programm und Computer zu sehen. (vgl. Searle 1994, 232)
Die starke KI vertritt hingegen die Ansicht, dass ein Computer, ausgestattet mit dem richtigen Programm, dieselben kognitiven Fähigkeiten besitzt wie ein Mensch. Demnach erhebt sie den Anspruch, dass „Denken nur im Hantieren mit formalen Symbolen besteht“ und dass „der Verstand [...] zum Gehirn“ im selben Verhältnis steht wie „das Programm zur Hardware“. (Searle 1990, 40) Diese These des Geistigen oder des Bewusstseins als Computerprogramm, das in „unbegrenzt vielen Hardwaretypen aktiviert werden kann“, bildet als „funktionalistisch- materialistische Ausgangsbasis“ den entscheidenden Vorzug gegenüber anderen Theorien. (Schäfer, 106)
Als wissenschaftlicher Beleg ihrer Behauptung wird von Vertretern der starken KI der Turing-Test angeführt, den jeweilige Programme bereits mit Einschränkungen bestehen. Dieser behavioristische Test basiert auf einem Imitationsspiel, bei dem das einzige Kriterium darin besteht, dass ein Experte von außen betrachtet die Leistung eines Computers, der eine geistige Fähigkeit simuliert, nicht von der gleichen Leistung eines Menschen unterscheiden kann und man dem Programm folglich die von ihm simulierte Fähigkeit zusprechen muss. Damit glauben Vertreter der starken KI ein objektives Kriterium für Denken selbst in der Hand zu haben. Dem entgegen steht die These, dass eine
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algorithmische Beschreibung der gesamten Tätigkeit des Bewusstseins prinzipiell unmöglich ist. (vgl. Searle 1990, 40) Searle greift in seinem bekannt gewordenen Paradigma des Chinesischen Zimmers beide Standpunkte der KI auf und setzt sich in diesem mit der im Forschungsverlauf präzisierten Fragestellung auseinander: „Kann eine Maschine allein dadurch denken, daß man ein Computerprogramm darauf installiert; macht das Ablaufenlassen eines Computerprogramms Denken aus?“ 1 (Searle 1990, 40)
2. Das Chinesische Zimmer
Das Gedankenexperiment des Chinesischen Zimmers nimmt Stellung zu dieser Frage und bietet die Möglichkeit die Leistung eines Computerprogramms selbstständig nachzuvollziehen:
In einem geschlossenen Raum befindet sich eine Person, die kein Wort Chinesisch versteht, mit ihr Stapel von chinesischen Schriftzeichen, die für sie nur aus sinnlosem Gekritzel bestehen und eine Anleitung, wie chinesische Schriftzeichen miteinander zu kombinieren sind. Die Anleitung ist in ihrer Muttersprache abgefasst und ermöglicht es, Symbole formal (anhand ihrer Form) zu erkennen und zu anderen formalen Symbolen in Beziehung zu setzen, ohne dass diese für die Person einen Bedeutungsinhalt tragen. Von außerhalb des Zimmers werden zusätzliche Stapel chinesischer Schriftzeichen hineingereicht, die von der Person mit Hilfe der Anleitung manipuliert und in dieser Form wieder als Antwort zurückgegeben werden. (vgl. Searle 1994, 234-236) Außerhalb des Zimmers nennt man, ohne das Wissen der Person, die Stapel chinesischer Schriftzeichen Schrift in Form von Geschichten oder Fragen, die zurückgegebenen Zeichen Antworten, und die Anleitungen bezeichnet man als Programm. (vgl. Searle 1994, 234-236)
1 Unabhängig von den physikalischen Eigenschaften eines Systems zielt diese Fragestellung auf die
„abstrakten Rechenfähigkeiten eines formalen Computerprogramms“ ab, das in beliebiger Hardware
realisierbar wäre. (Searle 1990, 40)
Arbeit zitieren:
Christian Haller, 2004, John R. Searle - Das Chinesische Zimmer, München, GRIN Verlag GmbH
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