Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Die thematische und rhematische Pronominalisierung 2
2.1 Der Begriff Text 2
2.2 Text und Referenz 3
2.3. Textuelle Rekkurenz- Wiederaufnahme durch Nomina 3
2.4 Pronominale Referenz 5
2.5 Thematische Pronominalisierung 7
2.5.1 Textanalyse thematische Pronominalisierung 9
2.6 Rhematische Pronominalisierung 11
2.6.1 Textbeispiele und Analyse 12
3. Umfrage. 13
3.1 Hypothese 13
3.2 Aufbau des Fragebogens 13
3.3 Auswertung der Umfrage „Unhöflich ?“ 14
3.3.1 Bewertung der Antworten insgesamt 18
4. Schluss 19
5. Literaturverzeichnis 20
II
1.Einleitung
Die Sprache ist die wichtigste Ausdrucksform der Menschen. Besonders Höflichkeit wird am Sprachverhalten anderer bewertet. Grammatik ist ein wichtiger Teil der Sprachlehre und beeinflusst das Kommunikationsverhalten.
Das Ziel dieser Arbeit ist es die thematische und rhematische Pronominalisierung darzustellen und hinsichtlich ihres Einflusses auf das Höflichkeitsempfinden des Sprachteilnehmer zu untersuchen.
Zu diesem Zweck werden in dem zweiten Kapitel zunächst grundlegende Begriffe erklärt, um im Folgenden die thematische und rhematische Pronominalisierung beschreiben zu können. Die Definitionen und Erläuterungen werden mit zahlreichen Textbeispielen veranschaulicht.
Im weiteren Verlauf geht es um die Untersuchung des Höflichkeitsempfindens der Menschen. Um die Zielsetzung dieser Arbeit erreichen zu können, wurde die Umfrage „Unhöflich?!“ gestartet. Die Hypothese, Methode und Auswertung dieser Umfrage wird in dem Kapitel drei bearbeitet.
1
2. Die thematische und rhematische Pronominalisierung
In diesem Kapitel geht es um die Darstellung der thematischen und rhematischen Pronominalisierung. Zunächst werden Begriffe wie Text, Referenz und Textualität erklärt, um eine Basis für den weiteren Fortgang der Arbeit zu sichern. Nach der Erläuterung dieser Begriffe wird die nominale Rekkurenz dargestellt und der Zusammenhang zur pronominalen Referenz hergestellt, um anschließen die thematische und rhematische Pronominalisierung anhand ausführlicher Textbeispiele vorstellen zu können.
2.1 Der Begriff Text
Alltagssprachlich wird die Bezeichnung `Text` oft nur im Hinblick auf schriftliche Sprachdokumente verwendet.
Die Textwissenschaft jedoch geht davon aus, dass ein Text mündlich oder schriftlich sein kann.
„Kommunikation erfolgt durch T e x t e, zwischen den Kontaktpartnern (Sprecher und Versteher, Schreiber und Leser) ausgetauscht werden. Unter Texten verstehen wir hier sowohl schriftliche als auch mündliche Äußerungen, die unterschiedlicher Länge sein können: von einem Ein-Wort-Text bis zum Gesamttext eines mehrbändigen Romans.“ 1
Der Untersuchungsgegenstand der Textlinguistik sind ´Texte´, d.h. solche sprachliche Einheiten die mehr als einen Satz umfassen können, aber vom Hörer oder Leser dennoch als zusammenhängende Einheit empfunden werden. 2 Die Textlinguistik beschäftigt sich also mit der Textualität. Darunter versteht man die Gesamtheit aller Eigenschaften, die einen Text zum Text machen. 3 Sie untersucht also den Bau und die Struktur von Texten. H. Vater bezieht sich auf Beagrande/ Dressler, nach denen Textualität sieben Kriterien 4 erfüllt. Sie gehen davon aus, dass alle diese Kriterien erfüllt sein müssen, damit ein Text zustande kommt. 5
1 Vater, Heinz: Einführung in die Textlinguistik. Struktur, Thema und Referenz in Texten. München: Fink 1992.
S.16
2 Vgl. Linke, Angelika/ Nussbaumer, Markus/ Portmann, R. Paul: Studienbuch Linguistik. Hrsg. von Helmut
Henne/ Horst Sitta/ Herbert Ernst Wiegand. 3. Auflage. Tübingen: Max Niemeyer Verlag 1996(= Reihe
Germanistische Linguistik). S. 212
3 Vgl. Vater, H.: Einführung in die Textlinguistik. S.31
4 Anmerkung: Diese Kriterien werden nicht genauer erläutert, sollen an dieser Stelle jedoch benannt werden:
Kohäsion, Kohärenz, Intentionalität, Akzeptabilität, Informativität, Situationalität, Intertextualität. (vgl. ebd. )
5 Vgl. ebd.
2
Außerdem beschäftigt sich die Textlinguistik mit der linguistischen Bestimmung der Größe Text und mit der Frage welche verschiedenen Typen von Texten es gibt. 6 Diese Hausarbeit untersucht das thematische und rhematische Pronomen, eines der vielen Elemente, die ein Teil von Texten sind. In diesem Zusammenhang wird jetzt der Begriff Referenz eingeführt.
2.2 Text und Referenz
Zum textuellen Umfeld gehören die Gesprächsrollen (die „grammatischen Personen“). Eine prototypische Gesprächssituation ist dann gegeben, wenn eine Person die Rolle des Hörers (du) und eine die Rolle des Sprechers (ich) einnimmt. In der schriftlichen Kommunikation wird dem Autor die Rolle des Sprechers und dem Hörer die Rolle des Lesers zugeteilt. Jedoch werden die Gesprächsrollen in der mündlichen Kommunikation als erste Person (Sprecher) und zweite Person (Hörer) bezeichnet. Der Sprecher und der Hörer sind die primären Gesprächsrollen der Sprache. Neben diesen primären Gesprächsrollen gibt es die Referenzrolle (3. Person). Die Referenzrolle umfasst alles das was in der Gesprächssituation nicht Sprecher und nicht Hörer ist. Es kann sich dabei um Personen oder um Sachen handeln, die alle in der Restkategorie der Referenzrolle zusammengefasst werden. Da in dieser Restkategorie alles zusammengefasst wird, was in der vorgegeben Gesprächssituation nicht Sprecher und nicht Hörer ist, kann sie als sehr vage bezeichnet werden. Aus diesem Grund ist die Referenzrolle auf Referenz angewiesen, das heißt auf Zufuhr weiterer Informationen aus dem Kontext oder der Situation. Den Zweck der Referenten übernehmen hauptsächlich die Nomina oder Pronomina. 7
2.3Textuelle Rekkurenz- Wiederaufnahme durch Nomina
Je nach der Referenz kann in einem Text die Referenzrolle mit verschiedenen Referenten gefüllt sein. Die einmalige oder mehrmalige Wiederkehr des gleichen Referenten im Text wird als textuelle Rekkurenz bezeichnet. 8 „Unter Relurrenz verstehen wir die (materielle)
6 Vgl. Linke, A./ Nussbaumer, M./ Portmann, R.P.: Studienbuch Linguistik. S. 212
7 Vgl. Weinrich, Harald: Textgrammatik der deutschen Sprache. Mannheim: Dudenverlag 1993. S. 87-88
8 Vgl. Weinrich, H.: Textgrammatik der deutschen Sprache. S. 368
3
Wiederaufnahme eines einmal eingeführten Textelementes im nachfolgenden Text.“ 9 Die einfachste Form der Rekkurenz ist die wörtliche Wiederholung des gleichen Nomens und wird als explizite Wiederaufnahme bezeichnet. 10
Beispiele:
1. Gestern habe ich einen Jungen vor der Eisdiele gesehen. Der Junge hatte sich ein großes Eis gekauft.
2. Ein Mann, er schien sehr sportlich, fuhr jeden Tag Fahrrad. Der Mann hieß Andreas.
3. Meine Mutter macht sich über alles Sorgen. Deine Mutter nimmt die Dinge nicht so ernst.
In beiden Beispielsätzen ist das Nomen (1. Junge/ 2. Mann) in dem folgenden Satz wieder aufgenommen worden. Die Rekurrenz wird oft als stilistisch unbefriedigend empfunden. Etwas weniger monoton wirkt die partielle Rekurrenz, wobei nicht mehr dasselbe Lexem, sondern ein Lexem desselben Lexemverbandes aufgegriffen wird, wie z.B. Entdecker-Entdeckungsreise- Entdeckung. 11
Aber auch die referenzidentische Fortführung eines Nomens durch ein anderes Nomen mit ähnlicher Bedeutung kann als Rekkurenz bezeichnet werden. Linke/Nussbaum/Portmann bezeichnen dies als Substitution.
„Von Substitution sprechen wir dann, wenn ein Textelement, also ein Wort oder eine Wortgruppe, im nachfolgenden Text durch ein ihm inhaltlich verbundenes Textelement wieder aufgenommen wird und wenn sich beide Textelemente (das ursprüngliche und das Substitutionselement) auf dasselbe aussersprachliche Objekt beziehen, d.h. dieselbe Referenz haben.“ 12
9 Vgl. Linke, A./ Nussbaumer, M./ Portmann, R.P.: Studienbuch Linguistik. S.215
10 Vgl. Brinker, Klaus: Grundlagen der Germanistik. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden. 3.
Auflage. Berlin: Erich Schmidt, 1992. S.27
11 Vgl. Linke, A./ Nussbaumer, M./ Portmann, R.P.: Studienbuch Linguistik. S. 216
12 Ebd.
4
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Havva Yuvali, 2004, Unhöflich?! Eine Darstellung der thematischen und rhematischen Pronominalisierung und die Untersuchung des Einflusses auf das Höflichkeitsempfinden, München, GRIN Verlag GmbH
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