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Persönlichkeitsentwicklung zwischen Triebdynamik und kultureller Repression - Sozialisation aus der Sicht der Psychoanalyse

Titel: Persönlichkeitsentwicklung zwischen Triebdynamik und kultureller Repression - Sozialisation aus der Sicht der Psychoanalyse

Seminararbeit , 2000 , 15 Seiten , Note: 1

Autor:in: Sabine Heil (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nach Sigmund Freud wird menschliches rationales Handeln von unbewußten psychischen Triebregungen bestimmt. Die bürgerliche Gesellschaft des Industriezeitalters „nötigte den Einzelnen, wie Sigmund Freud hervorhob, zu übermäßigen und deshalb leidvollen Triebverzichten.“ Da die kollektive Arbeit von den Einzelnen immer größere Anstrengungen verlangte, vergrößerte sich nicht nur der Abstand zwischen dem Nutzen und der Lust der Tätigkeit, sondern auch die Kluft zwischen der Kultur und der Sexualität. Der Sozialisationsprozeß ist also „ein durch den Konflikt zwischen kulturellen Anforderungen und Triebwünschen bestimmter Entwicklungsvorgang [...], in dessen [...] Verlauf sich Triebdispositionen zu Charaktereigenschaften verfestigen“. Die Individualentwicklung ist ein Dauerkonflikt „zwischen dem individuellen, vorwiegend erotisch motivierten Begehren und der sexualfeindlichen Umwelt“

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Sozialisation aus der Sicht der Psychoanalyse

2. Ich, Es und Über-Ich

3. Trieb- und Persönlichkeitsentwicklung

3.1. Die Entwicklung der Sexualtriebe

3.2. Die Entwicklung der Objektbeziehungen

3.3. Die Entwicklung der Persönlichkeit

4. Der Ödipuskomplex

4.1. Der Ödipuskomplex beim Jungen

4.2. Der Ödipuskomplex beim Mädchen

4.3. Die Folgen des Ödipuskomplex nach Freud

5. Der Ödipuskomplex in der Kritik

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Prozess der Persönlichkeitsentwicklung unter psychoanalytischen Gesichtspunkten, wobei insbesondere der Einfluss von Triebdynamik und kultureller Repression im Rahmen der Sozialisation beleuchtet wird. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert auf die Bedeutung des Ödipuskomplexes für die Entwicklung und die kritische Auseinandersetzung mit Freuds Modellen durch neuere theoretische Ansätze.

  • Strukturmodell der Psyche (Ich, Es, Über-Ich)
  • Psycho-sexuelle Entwicklungsphasen des Kindes
  • Mechanismen und Folgen des Ödipuskomplexes
  • Differenzen in der Identitätsentwicklung bei Jungen und Mädchen
  • Kritische Perspektiven und moderne psychoanalytische Ansätze

Auszug aus dem Buch

4.2. Der Ödipuskomplex beim Mädchen

Das Mädchen, deren primäres Liebesobjekt bisher, wie beim Jungen auch, die Mutter war, entdeckt durch den Geschlechtsunterschied männliche Privilegien. Es empfindet den Penisneid, möchte ein Kind als Penisersatz und neigt nun dazu, sich mit dem Vater, der ihr diesen Kinderwunsch erfüllen kann, zu identifizieren. Gleichzeitig verspürt sie Feindseligkeit gegenüber ihrer Mutter, weil diese auch keinen Penis hat, Schuld daran hat, daß das Mädchen mangelhaft ausgestattet ist und zudem noch als Rivalin um des Vaters Zuneigung fungiert.

Aufgrund ihres von Natur aus weniger ausgeprägten Sexualtriebes sind diese in der phallischen Endphase auftretenden Strebungen schwächer ausgeprägt als jene ihrer männlichen Altergefährten.

Da das Mädchen keine Kastrationsangst hat, „verläuft nach Freud die Über-Ich-Bildung beim Mädchen deutlich langsamer“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Sozialisation aus der Sicht der Psychoanalyse: Einführung in Freuds Konzept der Triebdynamik als Grundlage des Sozialisationsprozesses und den daraus resultierenden Konflikt mit kulturellen Anforderungen.

2. Ich, Es und Über-Ich: Erläuterung des psychoanalytischen Strukturmodells und der Vermittlungsfunktion des Ichs zwischen den Trieben des Es und den Anforderungen des Über-Ichs sowie der Realität.

3. Trieb- und Persönlichkeitsentwicklung: Darstellung der psycho-sexuellen Phasen und der Entwicklung der Objektbeziehungen als Basis der Persönlichkeitskonstitution.

4. Der Ödipuskomplex: Analyse der zentralen ödipalen Phase, unterteilt in die geschlechtsspezifischen Ausprägungen bei Jungen und Mädchen sowie deren psychische Folgen.

5. Der Ödipuskomplex in der Kritik: Auseinandersetzung mit kritischen Stimmen aus der neueren Psychoanalyse, wie etwa Nancy Chodorow, die geschlechtsspezifische Unterschiede in den Identifikationsprozessen neu bewerten.

6. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Bedeutung einer feinfühligen Konfliktbewältigung im Kindesalter zur Vermeidung späterer Persönlichkeitsstörungen oder Neurosen.

Schlüsselwörter

Psychoanalyse, Sozialisation, Ödipuskomplex, Persönlichkeitsentwicklung, Triebdynamik, Kastrationsangst, Penisneid, Objektbeziehung, Über-Ich, Ich, Es, Identitätsentwicklung, Neurosen, Triebverzicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die menschliche Persönlichkeitsentwicklung aus Sicht der klassischen Psychoanalyse, insbesondere wie die Sozialisation durch das Spannungsfeld zwischen Trieben und kulturellen Zwängen geprägt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen das Strukturmodell der Psyche, die psycho-sexuellen Entwicklungsphasen, die Dynamik des Ödipuskomplexes sowie die psychischen Folgen der Triebunterdrückung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Einfluss des Ödipuskomplexes auf die psychische Entwicklung und die daraus resultierende Bildung des Über-Ichs verständlich zu machen und kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse der Schriften Sigmund Freuds sowie auf der Rezeption kritischer psychoanalytischer Ansätze von Theoretikern wie Nancy Chodorow und Gaylyn Studlar.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt das Strukturmodell der Psyche, die verschiedenen Stufen der Sexualtriebentwicklung, die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Ödipuskomplex und moderne kritische Perspektiven auf diese Konzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Psychoanalyse, Sozialisation, Ödipuskomplex, Triebdynamik, Identitätsentwicklung und Kastrationsangst.

Wie unterscheidet sich der Ödipuskomplex bei Jungen und Mädchen laut Freud?

Während beim Jungen der Konflikt durch die Kastrationsangst und die Identifikation mit dem Vater gelöst wird, ist der Prozess beim Mädchen durch die Erfahrung des Penisneids und eine deutlich langsamere Über-Ich-Bildung geprägt.

Welche Kritik übt Nancy Chodorow an der klassischen Psychoanalyse?

Chodorow kritisiert, dass psychoanalytische Theoretiker die Identifikation des Jungen mit dem Vater überbewerten und dabei die bleibende Bedeutung der mütterlichen Beziehung für die Identitätsbildung des Mädchens unterschätzen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Persönlichkeitsentwicklung zwischen Triebdynamik und kultureller Repression - Sozialisation aus der Sicht der Psychoanalyse
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1
Autor
Sabine Heil (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
15
Katalognummer
V32148
ISBN (eBook)
9783638329385
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Persönlichkeitsentwicklung Triebdynamik Repression Sozialisation Sicht Psychoanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sabine Heil (Autor:in), 2000, Persönlichkeitsentwicklung zwischen Triebdynamik und kultureller Repression - Sozialisation aus der Sicht der Psychoanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32148
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Leseprobe aus  15  Seiten
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