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Auswirkung der Zensurengebung auf die Lernmotivation - Alternative Formen der Leistungsbeurteilung zur Förderung der Lernmotivation

Title: Auswirkung der Zensurengebung auf die Lernmotivation - Alternative Formen der Leistungsbeurteilung zur Förderung der Lernmotivation

Examination Thesis , 2002 , 108 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Benjamin Gill (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Summary Excerpt Details

Motivation bildet eine entscheidende Grundlage für das Lernen. Ohne Motivation würden wir nicht lernen. Der Mensch besitzt den intrinsischen Wunsch, seine Umwelt zu erforschen und zu verstehen. Er hat die natürliche Anlage, lernen und sich weiterentwickeln zu wollen. Die Motivation zur aktiven Auseinandersetzung mit der Umwelt ist bereits im frühen Stadium der Entwicklung gegeben und braucht keine Anleitungen oder äußere Zwänge. Sie bildet die wesentliche Grundlage für den Erwerb kognitiver Fähigkeiten. Besonders sichtbar wird es bei den jungen Grundschülern, die mit einer immensen Begeisterung und Faszination in die Schule kommen, um Lesen, Schreiben und Rechnen erlernen zu wollen. Das Lernen vollzieht sich von nun an in einer institutionalisierten Form und die Schule wird zum Ort des Lernens. Aus einem begeisterten und motivierten „Lernen-Wollen“ in den Anfangsjahren der Schulzeit wird in der Folge nicht selten ein wenig begeistertes und unmotiviertes „Lernen-Müssen“.
In meiner Arbeit möchte ich einen zentralen Punkt hervorheben, der wesentlichen Einfluss auf die Motivation und somit auch auf das Lernen hat. Leistungsbeurteilung, die sich in den meisten deutschen Schulen in Form einer Zensurengebung vollzieht, spielt meiner Meinung nach eine große Rolle in diesem Prozess. Das Lernen der Schüler wird in der Schule beurteilt und bewertet und mit einer Note dokumentiert.
Die zentrale Frage meiner Arbeit ist, welchen Einfluss diese Bewertung auf die Motivation und somit auf das Lernverhalten nimmt? Inwiefern greifen die Noten in den Lernprozess des Schülers ein? Inwieweit hemmen sie die Motivation und die effektive Lernleistung? Darf man die Zensurengebung absolut verurteilen oder kann sie sogar lernfördernd sein?
Meine persönlichen Erfahrungen mit der Zensurengebung führten im Laufe meiner Schulkarriere zu einer immer stärker werdenden Aversion gegen dieses System. Gerade im Rückblick auf meine Schulzeit hat sich die Schule vielmehr als ein Jagdterritorium nach guten Noten denn als ein Ort lustvollen und begeistert, motivierten Lernens in meiner Erinnerung gefestigt.

Schon Sir Karl POPPER beklagte 1975 die zu Karriereschlüsseln hochstilisierten Noten, weil „... dem Studenten nicht wirkliche Liebe für den Gegenstand und die Forschung eingeflößt wird, sondern weil er angeleitet wird, sich nur so viel an Wissen anzueignen, als zur Bewältigung der (Noten-) Hürden (...) unbedingt notwendig ist“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ELEMENTARE MOTIVATIONSPSYCHOLOGIE

2.1. Motivationstheoretische Konzepte

2.1.1. Triebtheoretische Auffassung von Motivation

2.1.2. Neugiermotivation

2.1.3. Intrinsische kontra extrinsische Motivation

2.1.4. Anreiztheoretischer Ansatz

2.1.5. Entscheidungstheoretische Konzepte

2.2. Leistungsmotivation

2.2.1. Risikowahl- Modell nach ATKINSON

2.2.2. Die Attributionstheorie von WEINER

2.2.3. Selbstbewertungsmodell nach HECKHAUSEN

3. STELLENWERT DER MOTIVATION FÜR DAS LERNEN

3.1. Definition Lernmotivation

3.1.1. Modell nach HECKHAUSEN

3.1.2. Modell nach KRAPP

3.2. Abgrenzung der Lernmotivation von der Leistungsmotivation

3.3. Intrinsische Lernmotivation

3.3.1. Abgrenzung intrinsischer von extrinsischer Motivation

3.3.2. Effekte und Vorteile für das Lernen

3.4. Konzeptionen der intrinsischen Lernmotivation

3.4.1. Triebe ohne Triebreduktion

3.4.2. Zweckfreiheit

3.4.3. Optimalniveau von Aktivation oder Inkongruenz

3.4.4. Selbstbestimmung

3.4.5. Freudiges Aufgehen in einer Handlung

3.4.6. Handlungsziel

3.4.7. Analyse der Selbstbestimmungstheorie

4. LEISTUNGSBEURTEILUNG UND ZENSUREN

4.5. Geschichtlicher Überblick über den Leistungsbegriff und die Entstehung von Zensuren

4.6. Zur Funktion von Zensuren

4.6.1. Selektion und Stigmatisierung

4.6.2. Sozialisation

4.6.3. Kontrolle

4.6.4. Prognose

4.6.5. Information und Rückmeldung

4.6.6. Disziplinierung

4.6.7. Motivation/ Anreiz

4.6.8. Resümee

4.7. Theoretische Grundlagen des Beurteilens

4.3.1. Objektivität

4.3.2. Reliabilität

4.3.3. Validität

4.3.4. Resümee

4.8. Kritische Stellungnahme

5. EINFLUSS DER ZENSUREN AUF DIE LERNMOTIVATION

5.1. Zensurengebung und Selbstbestimmung

5.2. Korrumpierungseffekt bzw. Überveranlassungseffekt

5.3. Leistungsbeurteilung und Kausalattributionen

5.4. Zensuren als extrinsisches Motivationsinstrument

5.5. Ausblick

6. ALTERNATIVE BEURTEILUNGSFORMEN

6.1. Lehrerkommentare zu Noten

6.1.1. Kritische Stellungnahme

6.2. Benotung unter drei Bezugsnormen

6.2.1. Die soziale Bezugsnorm

6.2.1. Die sachliche Bezugsnorm

6.2.2. Die individuelle Bezugsnorm

6.2.3. Praktische Konsequenzen

6.3. Verbale Beurteilungen

6.3.1. Lernentwicklungsbericht

6.3.2. Kritische Stellungnahme

6.4. Schülerselbstbewertung

6.4.1. Formen der Selbstbeurteilung

6.4.2. Voraussetzungen für die Selbstbeurteilung

6.4.3. Dokumentation von Leistungen als Selbstbeurteilung

6.4.4. Grenzen der Selbstbeurteilung

6.4.5. Beispiele für Checklisten zur Selbstbeurteilung

6.4.6. Kritische Stellungnahme

6.5. Umgang mit Fehlern

6.5.1. Kritische Stellungnahme

6.6. Ausblick

7. ABSCHLIEßENDE BEMERKUNG

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Zensurengebung auf die Lernmotivation von Schülern und erörtert alternative Formen der Leistungsbeurteilung. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Leistungsbeurteilung gestaltet sein muss, um sachbezogene Lernmotivation zu fördern und den negativen Auswirkungen des klassischen Notensystems entgegenzuwirken.

  • Motivationstheoretische Grundlagen und Modelle der Lernmotivation
  • Stellenwert der intrinsischen Motivation für effektives Lernen
  • Kritische Analyse der Funktionen und Wirkungen von Zensuren
  • Vorstellung alternativer Beurteilungsformen (Lehrerkommentare, Bezugsnormen, verbale Beurteilungen, Selbstbewertung)
  • Pädagogische Ansätze zur Stärkung der Eigenverantwortung und Lernfreude

Auszug aus dem Buch

Die vier Typen der extrinsischen Verhaltensregulation

DECI und RYAN unterscheiden vier Typen extrinsischer Verhaltensregulation.

• Zur externalen Regulation zählen Verhaltensweisen, auf die die Person keinen direkten Einfluss hat. Eine Handlung wird aufgrund einer erwarteten Belohnung oder zur Vermeidung einer Bestrafung ausgeführt. Dieses Verhalten ist nicht autonom und nicht freiwillig.

• Die introjizierte Regulation bezieht sich auf Handlungen, die einem „inneren Druck“ folgen. Hierbei spielt die Selbstachtung eine zentrale Rolle. Man will sie sich bewahren, indem man ein bestimmtes Verhalten zeigt, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Eine introjizierte Handlungsregulation ist internal, da sie keine äußeren Handlungsanstöße wie Belohnungen oder Bestrafungen mehr fordert. Allerdings bleibt weiterhin vom individuellen Selbst separiert, da der Ort der Handlungsverursachung als external wahrgenommen wird.

• Wenn eine Handlung vom Selbst als persönlich wichtig erlebt wird, ist die Stufe der identifizierten Regulation erreicht. Man identifiziert sich mit den zugrunde liegenden Werten und Zielen und integriert sie in ein sein Selbstkonzept.

• Die integrierte Regulation ist die Form der extrinsischen Motivation mit der höchsten Selbstbestimmung. Sie ist das Ergebnis der völligen Integration von Zielen, Normen und Handlungsstrategien, mit denen sich die Person identifiziert hat und steht am Ende des Internalisierungsgeschehens (DECI & RYAN 1993, S. 227-228).

Das Verhalten, welches integriert reguliert wird, bildet zusammen mit der intrinsischen Motivation die Basis selbstbestimmten Handelns. „Der Unterschied ist, dass intrinsisch motivierte Verhaltensweisen autotelischer Natur sind, während integriertes extrinsisches Verhalten eine instrumentelle Funktion besitzt, aber freiwillig ausgeführt wird, weil das individuelle Selbst das Handlungsergebnis subjektiv hoch bewertet“ (DECI und RYAN 1993, S. 228).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung und der zentralen Forschungsfrage bezüglich des Einflusses von Zensuren auf die Lernmotivation.

2. ELEMENTARE MOTIVATIONSPSYCHOLOGIE: Überblick über theoretische Konzepte der Motivation sowie der Leistungsmotivation, unter anderem durch Modelle nach Atkinson, Weiner und Heckhausen.

3. STELLENWERT DER MOTIVATION FÜR DAS LERNEN: Untersuchung der Lernmotivation und die Bedeutung intrinsischer Motivation für nachhaltiges Lernen und Selbstbestimmung.

4. LEISTUNGSBEURTEILUNG UND ZENSUREN: Historische Analyse des Notensystems und kritische Reflexion der verschiedenen Funktionen, die Zensuren im Schulalltag zugeschrieben werden.

5. EINFLUSS DER ZENSUREN AUF DIE LERNMOTIVATION: Analyse der negativen Wirkungen von Zensuren als extrinsisches Steuerungsmittel, insbesondere im Hinblick auf den Korrumpierungseffekt und die Kausalattribution.

6. ALTERNATIVE BEURTEILUNGSFORMEN: Diskussion von pädagogischen Alternativen wie Lehrerkommentaren, Anwendung verschiedener Bezugsnormen, verbalen Berichten und Formen der Schülerselbstbewertung.

7. ABSCHLIEßENDE BEMERKUNG: Zusammenfassendes Fazit zur Notwendigkeit einer lernförderlichen Umgestaltung der Leistungsbeurteilung und Plädoyer für eine neue Lernkultur.

Schlüsselwörter

Lernmotivation, Zensurengebung, Leistungsbeurteilung, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Selbstbestimmungstheorie, Schülerselbstbewertung, Lernentwicklungsbericht, Kausalattribution, pädagogische Diagnostik, Noten, Leistungsprinzip, Selbstkonzept, individuelle Bezugsnorm, Lernfortschritt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Untersuchung des Einflusses, den die in der Schule übliche Zensurengebung auf die Lernmotivation von Schülern ausübt, und sucht nach Wegen, diese durch alternative Beurteilungsformen zu verbessern.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten gehören motivationstheoretische Grundlagen, die Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation, die Funktionen von Zensuren sowie die Analyse alternativer Formen der Leistungsrückmeldung wie verbale Beurteilungen und Selbstbewertung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, inwiefern die Bewertung durch Noten die Lernmotivation hemmt oder fördert, und ob alternative Kontrollformen eine förderlichere Wirkung auf die effektive Lernleistung der Schüler haben können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und -aufarbeitung psychologischer und schulpädagogischer Theorien, die durch die Diskussion empirischer Studien veranschaulicht werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Motivationspsychologie, eine Auseinandersetzung mit der Entstehungsgeschichte und Funktion von Noten, eine Analyse des Zusammenhangs von Zensuren und Lernmotivation sowie eine umfangreiche Diskussion von pädagogischen Alternativkonzepten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend für die Arbeit sind Begriffe wie Lernmotivation, intrinsische vs. extrinsische Motivation, Zensurengebung, Selbstbestimmungstheorie sowie alternative Leistungsbeurteilung und Bezugsnormorientierung.

Inwieweit beeinträchtigen Zensuren laut dem Autor die intrinsische Motivation?

Der Autor argumentiert, dass Noten als externe Steuerungsinstrumente eine ehemals vorhandene intrinsische Motivation korrumpieren und dazu führen, dass Schüler eher auf die Note als auf den Lerngegenstand fokussiert sind, was das natürliche Lernbedürfnis stört.

Was schlägt der Autor als Alternative zu herkömmlichen Noten vor?

Er plädiert für Formen wie Lernentwicklungsberichte in Briefform, den Einbezug der individuellen Bezugsnorm zur Förderung des Selbstvertrauens sowie eine aktive Schülerselbstbewertung, bei der Schüler lernen, ihre eigenen Fortschritte zu reflektieren.

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Details

Title
Auswirkung der Zensurengebung auf die Lernmotivation - Alternative Formen der Leistungsbeurteilung zur Förderung der Lernmotivation
College
University of Education Heidelberg
Grade
1,0
Author
Benjamin Gill (Author)
Publication Year
2002
Pages
108
Catalog Number
V32151
ISBN (eBook)
9783638329415
Language
German
Tags
Auswirkung Zensurengebung Lernmotivation Alternative Formen Leistungsbeurteilung Förderung Lernmotivation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Gill (Author), 2002, Auswirkung der Zensurengebung auf die Lernmotivation - Alternative Formen der Leistungsbeurteilung zur Förderung der Lernmotivation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32151
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