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Die Macht der Konsumenten - Konsum als Mittel politischer Partizipation

Title: Die Macht der Konsumenten - Konsum als Mittel politischer Partizipation

Diploma Thesis , 2004 , 90 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Daniel Eichhorn (Author)

Politics - Miscellaneous
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Reinhard Brandt erkennt in seinem Artikel, „Moral in Zahlen - Die weltweite Empörung trifft die amerikanische Ökonomie“ einen Zusammenhang zwischen dem Image-Schaden, den Amerika durch den Irakkrieg und den Kampf gegen den Terror hinnehmen musste und den Umsatzeinbußen amerikanischer Unternehmen im Ausland. Er kommentiert die Entwicklung folgendermaßen:

„Dass die Moral einen ökonomischen Schaden anrichten kann, ist ein ungeahnter Triumph der idealistischen Sittlichkeit. Die reine Moral wird praktisch, und dies in einer nachweislichen Art, in Zahlen von so und so vielen Milliarden Dollar! Hier liegt die Chance des moralischen Fortschritts. […] So könnte das freie moralische Urteil auch in Zukunft seine Wirksamkeit entfalten und einen heilsamen Einfluss auf das äußere Verhalten ausüben.“

In einer Meldung des Handelsjournals wird Brandts Aussage präzisiert:

„Verbraucher in Europa und den USA reagieren beim Einkauf auf die Irak-Krise: Sie meiden oder bevorzugen bestimmte Produkte. Konsum ist für sie bewusstes politisches Ausdrucksmittel.“

Dieses Beispiel zeigt einen Trend, der immer mehr Raum in den Köpfen der Konsumenten zu gewinnen scheint: Ökologische, soziale und politische Faktoren spielen eine zunehmende Rolle bei der Determinierung des Konsumverhaltens. Ein Produkt wie „Mecca Cola“ hätte sicherlich kaum Chancen gehabt, in den gesättigten Markt der Softdrinks einzudringen, ohne die deutliche politische Positionierung als islamische Alternative zur amerikanischen Coca Cola. Kann Konsum bewusstes politisches Ausdrucksmittel und damit Mittel politischer Partizipation sein? Wird sich politischer Konsum in der Zukunft durchsetzen und wird er ein ernstzunehmender Ersatz für Wahlen sein können? Es stellt sich die Frage, wie über den Konsum politischer Einfluss ausgeübt werden kann, da Konsum außerhalb der politischen Institution stattfindet und damit nicht direkt mit dem politischen System verbunden ist. Das über das Konsumverhalten wirtschaftlicher Einfluss ausgeübt werden kann, ist unumstritten. Konsumentenboykotte sind seit der Entstehung der Marktwirtschaften beliebtes Mittel, um gegen überhöhte Preise oder schlechte Qualität zu protestieren. Ziel der Boykotte war allerdings fast immer die Preispolitik von Unternehmen, eine berühmte Ausnahme bildete die „Boston Tea Party“ im Dezember 1773.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Politischer Konsum - ein Mittel politischer Partizipation?

2.1. Definition politischen Konsums

2.2. Konsumieren und Wählen – neue politische Partizipation

3. Die Konsumgesellschaft

3.1 Definition von Konsum und Konsumgesellschaft

3.2 Gesellschaftliche Veränderungen

3.2.1. Politische, soziale und ökonomische Entwicklungen hin zur Konsumgesellschaft

3.2.2. Individualisierung

3.2.3. Veränderung der Öffentlichkeit

3.2.4. Verschmelzung des Politischen und des Unpolitischen

3.3. Philosophische Betrachtung des Konsums

3.3.1. Übersicht über Konsumtheorien

3.3.2. Die Auflösung sozialer Klassen durch den Konsum?

3.3.3. Symbolik des Konsums

3.4. Die Entwicklung des politischen Konsums

4. Politische Kultur und politischer Konsum

4.1. Politische Kultur als Grundlage politischer Partizipation

4.2. Indikatoren politischer Kultur: Sozialkapital und politisches Kapital

4.2.1. Politisches Kapital: Das Verhältnis der Bürger zu den Institutionen

4.2.2. Sozialkapital

4.2.3. Neue Soziale Bewegungen – neues politisches und soziales Kapital

4.3. Politischer Konsum, politisches Kapital und Sozialkapital

4.4. Konsumentenboykotte als Mittel politischer Konsums

4.4.1. Definition des Boykotts

4.4.2. Fehlende Kontrolle von Boykotten

5. Politischer Konsum aus der wirtschaftswissenschaftlichen Perspektive

5.1. Ökonomische Grundlagen des Konsums

5.2. Politischer Konsum – Eine Frage des Marketings?

5.2.1. Der Neue Konsument

5.2.3. Cause-related Marketing

5.2.3. Exkurs: Regelungen der UNO und EU

6. Beispiele politischer Konsummöglichkeiten

6.1. Mecca Cola – « Ne buvez pas stupide, buvez engagé !»

6.2. IQ4you – Wasser für die Förderung des Nachwuchssports

6.3. Das Krombacher Regenwald Projekt

6.4. The Body Shop

6.5. Two Wings

7. Politischer Konsum – eine Antwort auf die Globalisierung?

7.1. Die Globalisierung

7.2. Der technische Fortschritt – ein demokratisches Kernproblem?

7.3. Verantwortung und Ethik des Konsums

8. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, inwieweit Konsumhandlungen als bewusstes Instrument politischer Partizipation fungieren können. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob politischer Konsum die klassische politische Beteiligung ergänzen oder gar ersetzen kann, insbesondere vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Wandlungsprozesse wie Individualisierung und Globalisierung.

  • Entwicklung und Definition des Begriffs "Politischer Konsum"
  • Soziologische und ökonomische Analyse der modernen Konsumgesellschaft
  • Rolle der politischen Kultur, des Sozialkapitals und politischer Institutionen
  • Der Wandel vom traditionellen Wähler zum "Citizen Consumer"
  • Unternehmensstrategien wie Cause-related Marketing und CSR
  • Praxisbeispiele für politischen Konsum und Boykottbewegungen

Auszug aus dem Buch

Definition politischen Konsums

“Political consumers consider the market as an arena for politics and market actors as responsible for political and social development. They attach great importance to non-economic (political, ethical, and social) attitudes and values when choosing between products, producers, and services. Political consumers embed products and services in a complex context, the politics behind products. Political consumption reflects concerns about the need for responsibility taking in society, and it may possibly even represent a new arena and tool for citizen engagement in politics.”

In dieser Definition des politischen Konsumenten sprechen Michelle Micheletti und Dietlind Stolle die Kernelemente des politischen Konsums an: Der Markt wird als Arena für politisches, ethisches und soziales Handeln gesehen. Der politische Konsument ist sich seiner Verantwortung bewusst und versucht politische, ethische und soziale Überzeugungen über seine Konsumentscheidungen in den Markt mit einzubringen. Es findet also eine Vermischung der rationalen Ebene des Konsumenten und der politischen des Bürgers statt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema des politischen Konsums als Trend und Untersuchungsmöglichkeit politischer Partizipation.

2. Politischer Konsum - ein Mittel politischer Partizipation?: Theoretische Verortung und Definition des politischen Konsums sowie Abgrenzung zu herkömmlichen Partizipationsformen.

3. Die Konsumgesellschaft: Analyse der soziologischen und ökonomischen Wurzeln der Konsumgesellschaft, inklusive Individualisierung und der Symbolkraft von Produkten.

4. Politische Kultur und politischer Konsum: Untersuchung der Grundlagen politischer Partizipation anhand von Sozialkapital und politischem Kapital sowie deren Bedeutung für neue soziale Bewegungen.

5. Politischer Konsum aus der wirtschaftswissenschaftlichen Perspektive: Beleuchtung der Unternehmensseite, insbesondere wie Marketingkonzepte auf veränderte Konsumentenbedürfnisse reagieren.

6. Beispiele politischer Konsummöglichkeiten: Vorstellung konkreter Fälle wie Mecca Cola oder das Krombacher Regenwald Projekt.

7. Politischer Konsum – eine Antwort auf die Globalisierung?: Diskussion des politischen Konsums als potenzielle Antwort auf die durch Globalisierung und technischen Fortschritt hervorgerufenen Probleme.

8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit und Grenzen des politischen Konsums als Mittel demokratischer Partizipation.

Schlüsselwörter

Politischer Konsum, Politische Partizipation, Konsumgesellschaft, Sozialkapital, Politisches Kapital, Boykott, Corporate Social Responsibility, Cause-related Marketing, Individualisierung, Globalisierung, Bürgergesellschaft, Citizen Consumer, Neue Soziale Bewegungen, Marketingstrategie, Ethischer Konsum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwieweit modernes Konsumverhalten – also das gezielte Bevorzugen oder Meiden bestimmter Produkte aus ethischen oder politischen Gründen – als Form der politischen Teilhabe von Bürgern verstanden werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Konsumgesellschaft, der Bedeutung von Marken für die Identitätsbildung, dem Wandel politischer Kultur sowie der Rolle von Unternehmen und NGOs in einem globalisierten Markt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den "politischen Konsumenten" zu definieren und zu prüfen, ob dessen Handeln ein ernstzunehmendes Instrument der Partizipation in einer Zeit darstellt, in der das Vertrauen in klassische politische Institutionen abnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, die politikwissenschaftliche Theorien der Partizipation mit soziologischen und ökonomischen Analysen der Konsumgesellschaft verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Konsumtheorien, politische Kultur), die wirtschaftliche Perspektive (Marketing, CSR) und die empirische Betrachtung anhand von Praxisbeispielen wie Mecca Cola oder Krombacher.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Politischer Konsum, Sozialkapital, Individualisierung, Globalisierung und der Wandel vom traditionellen "Customer" hin zum "Citizen Consumer".

Wie wird das "Krombacher Regenwald Projekt" im Kontext der Arbeit bewertet?

Das Beispiel verdeutlicht die Strategie der "Cause-related Marketings", zeigt aber auch die rechtlichen und moralischen Probleme auf, wenn eine direkte Koppelung zwischen Konsum und sozialem Mehrwert werblich inszeniert wird, ohne eine klare reale Grundlage zu haben.

Wie beeinflusst die Globalisierung den politischen Konsum laut Autor?

Die Globalisierung verlagert Macht vom Nationalstaat auf multinationale Konzerne. Politischer Konsum wird hier als ein Reaktionsmechanismus der Bürger gesehen, um auf die Schwächen globaler Märkte und das Versagen staatlicher Steuerungsmöglichkeiten zu antworten.

Excerpt out of 90 pages  - scroll top

Details

Title
Die Macht der Konsumenten - Konsum als Mittel politischer Partizipation
College
University of Passau  (Lehrstuhl für Politikwissenschaft II)
Grade
1,7
Author
Daniel Eichhorn (Author)
Publication Year
2004
Pages
90
Catalog Number
V32184
ISBN (eBook)
9783638329668
Language
German
Tags
Macht Konsumenten Konsum Mittel Partizipation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Eichhorn (Author), 2004, Die Macht der Konsumenten - Konsum als Mittel politischer Partizipation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32184
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