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Ist Europa ein optimaler Währungsraum? Konsequenzen für wirtschaftspolitisches Handeln

Title: Ist Europa ein optimaler Währungsraum? Konsequenzen für wirtschaftspolitisches Handeln

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Marc Bataille (Author)

Business economics - Economic Policy
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Seit dem Jahr 1999 hat Europa mit dem Euro eine gemeinsame Währung. Zwar sind längst nicht alle europäischen Länder und auch nicht alle Mitglieder der Europäischen Union Teil des neuen Währungsraumes, jedoch hat sich der Euro als neue europäische Gemeinschaftswährung mittlerweile fest etabliert. So scheint ein gemeinsamer Währungsraum doch auf den ersten Blick nur Vorteile zu haben. Bereits im Jahre 1948 stellte der britische Nationalökonom John Stuart Mill fest, dass es einer „Barbarei“ gleich käme, dass zivilisierte Staaten daran festhielten, ihre nationalen Währungen beizubehalten. 1 Dabei spielte der Utilitarist vor allem auf die mikroökonomischen Nutzenvorteile einer Gemeinschaftswährung an, die sich aus einer Erleichterung des Zahlungsverkehres für einen selbst und den internationalen Handelspartner ergäben.

Tatsächlich scheint die Beibehaltung einer nationalen Währung ein besonderes Zeichen nationalstaatlicher Souveränität darzustellen. Aus dieser politischen Implikation heraus ist es auch nicht verwunderlich, dass auch Europa erst mit Fortschreiten der nationalen Integration zu einer Gemeinschaftswährung gefunden hat. Insofern scheint ein optimaler Währungsraum auch einen Teil eines Integrationsraumes darzustellen. Reziprok dazu scheint eine Gemeinschaftswährung aber auch zu einer weiteren Einigung beizutragen. Es stellt sich also die Frage, ab wann ein Integrationsprozess so weit fortgeschritten ist, dass er durch eine gemeinsame Währungsunion weiter verstärkt werden sollte. Über diese politische Perspektive hinaus sind ökonomische Kriterien die Entscheidenden, die einen Währungsraum abgrenzen. Diverse Theorien erweitern das auf der Hand liegende, einseitige Nutzenkriterium Mills um diverse weitere Faktoren. In der traditionellen Theorie optimaler Währungsräume, wird dabei versucht, Optimalitätskriterien zu operationalisieren, die zur Bestimmung eines Gebietes als optimalen Währungsraum beitragen sollen. Diese Theorie setzt insbesondere eine hohe Konvergenz der Mitgliedsstaaten voraus.

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Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1 DER WEG ZUR EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTSWÄHRUNG

1.2 ZIELE DER EUROPÄISCHEN WÄHRUNGSUNION

1.3 ÖKONOMISCHE THEORIEN ÜBER DIE ABGRENZUNG OPTIMALER WÄHRUNGSRÄUME

2. TRADITIONELLE THEORIE OPTIMALER WÄHRUNGSRÄUME

2.1 ANPASSUNG FLEXIBLER WECHSELKURSE

2.2 LEITSATZ DER TRADITIONELLEN THEORIE OPTIMALER WÄHRUNGSRÄUME

2.3 DIE STRUKTURELLEN KRITERIEN DER TRADITIONELLEN THEORIE

2.3.1 FAKTORMOBILITÄT

2.3.2 OFFENHEITSGRAD

2.3.3 GRAD DER DIVERSIFIKATION

2.3.4 KRITERIUM DER STABILEN REALEN WECHSELKURSE

2.4 VERGANGENHEITSORIENTIERTE, WIRTSCHAFTSPOLITISCHE HOMOGENITÄTSKRITERIEN

3.5 FAZIT AUS DEN TRADITIONELLEN THEORIEN

3. NEUERE THEORIEN ZUR EINSTUFUNG OPTIMALER WÄHRUNGSRÄUME

3.1 KOSTEN/NUTZEN ANALYSE

3.2 ZUKUNFTSORIENTIERTE ANSÄTZE

3.3 ZUKUNFTSORIENTIERTE, WIRTSCHAFTSPOLITISCHE IMPLIKATIONEN

4. SCHLUSSBEMERKUNGEN

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht kritisch die theoretischen Grundlagen und die ökonomische Eignung der Europäischen Währungsunion. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und unter welchen Voraussetzungen Europa als ein optimaler Währungsraum klassifiziert werden kann und welche Konsequenzen sich daraus für das wirtschaftspolitische Handeln ergeben.

  • Traditionelle Optimalitätskriterien für Währungsräume (Faktormobilität, Offenheit, Diversifikation).
  • Methodische Gegenüberstellung von Kosten-Nutzen-Analysen und zukunftsorientierten Integrationsansätzen.
  • Analyse der europäischen Wirtschafts- und Währungsintegration inklusive der Konvergenzkriterien.
  • Diskussion der politischen Glaubwürdigkeit und Disziplinierung innerhalb der Währungsunion.

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Faktormobilität

Mundell schlug in seiner Theorie vor, dass bei einer ausreichenden Mobilität der Faktoren Arbeit und Kapital, diese den Wechselkurs als Anpassungsinstrument ersetzen können.

a) Flexibilität der Arbeitsmärkte: Bei ausreichender Arbeitsmobilität könnten die Arbeitskräfte einen durch einen asymmetrischen Schock hervorgerufenen Nachfrageengpass auf dem Arbeitsmarkt (Unterbeschäftigung) dadurch ausgleichen, dass sie in andere, wirtschaftlich unbetroffene Unionsländer mit evtl. Überbeschäftigung ausweichen. Zudem sollten Arbeitskosten als Schockabsorbierer fungieren und damit konjunkturelle Tiefphasen auffangen. Dies erfordert eine Flexibilität der Arbeitszeiten und eine Lohndifferenzierung zwischen den EU Staaten.

Nahezu alle empirischen Untersuchungen zeigen eine geringe Arbeitsmobilität zwischen den EU Staaten auf. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass als Referenzwert immer die USA als Währungsunion genommen wird, in welcher die Arbeitsmobilität etwa um den Faktor 3 höher liegt. Das ist vor allem mit den niedrigeren sozialen Kosten zu begründen, die ein US Bürger hat, wenn er in einen anderen Distrikt auswandert, um dort Arbeit zu finden. Ungleich dazu hat der EU Bürger in der Regel Sprachbarrieren zu überwinden und muss größere Kulturanpassungen hinnehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die historische Entwicklung der europäischen Gemeinschaftswährung ein und erläutert die ökonomischen sowie politischen Beweggründe für eine Währungsunion.

2. TRADITIONELLE THEORIE OPTIMALER WÄHRUNGSRÄUME: Dieses Kapitel behandelt die klassischen Kriterien wie Faktormobilität, Offenheitsgrad und Diversifikation, die untersuchen, wann ein Verzicht auf flexible Wechselkurse ökonomisch sinnvoll ist.

3. NEUERE THEORIEN ZUR EINSTUFUNG OPTIMALER WÄHRUNGSRÄUME: Hier werden modernere Ansätze wie Kosten-Nutzen-Analysen sowie dynamische, zukunftsorientierte Konzepte vorgestellt, um die methodischen Defizite der traditionellen Theorie zu kompensieren.

4. SCHLUSSBEMERKUNGEN: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass für einen nachhaltigen Erfolg der Währungsunion eine schrittweise Transformation der Heterogenität in Homogenität unerlässlich ist.

Schlüsselwörter

Europäische Währungsunion, Optimaler Währungsraum, Wechselkurse, Asymmetrische Schocks, Faktormobilität, Konvergenzkriterien, Kosten-Nutzen-Analyse, Geldpolitik, Wirtschaftsintegration, Stabilitätspakt, Makroökonomie, Europäische Union.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretische Fundierung optimaler Währungsräume und prüft, ob die Europäische Währungsunion diese Kriterien erfüllt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf traditionelle Theorieansätze, die Analyse von Anpassungsmechanismen bei wirtschaftlichen Schocks und die Rolle der politischen Glaubwürdigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Bewertung der Eignung Europas als optimaler Währungsraum und die Ableitung von Konsequenzen für die Wirtschaftspolitik.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Literaturanalyse der ökonomischen Theoriebildung sowie eine kritische Untersuchung empirischer Konvergenzkriterien durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der klassischen Kriterienkataloge, eine darauf aufbauende Kosten-Nutzen-Analyse und eine Diskussion zukunftsorientierter Integrationsmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Währungsunion, Konvergenz, Faktormobilität, asymmetrische Schocks und wirtschaftspolitische Disziplinierung.

Warum reicht die traditionelle Theorie laut Autor nicht aus?

Der Autor argumentiert, dass traditionelle Theorien zu statisch sind und wichtige Aspekte wie die dynamische Anpassung durch Integration sowie reale Mikrovorteile vernachlässigen.

Welche Rolle spielt die Glaubwürdigkeit in der Währungsunion?

Glaubwürdigkeit ist entscheidend für das Vertrauen der Finanzmärkte; sie wird durch einheitliche Geldpolitik, politische Einigkeit und wirtschaftliche Dynamik gestärkt.

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Details

Title
Ist Europa ein optimaler Währungsraum? Konsequenzen für wirtschaftspolitisches Handeln
College
University of Duisburg-Essen  (Allgemeine Wirtschaftspolitik)
Course
Stabilitätspolitik
Grade
1,7
Author
Marc Bataille (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V32215
ISBN (eBook)
9783638329927
ISBN (Book)
9783638692250
Language
German
Tags
Europa Währungsraum Konsequenzen Handeln Stabilitätspolitik Euro
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Bataille (Author), 2004, Ist Europa ein optimaler Währungsraum? Konsequenzen für wirtschaftspolitisches Handeln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32215
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