Inhaltsverzeichnis
Zur Biographie Georg Philipp Harsdörffers 3
Die Hauptschaffensphasen Harsdörffers von 1641 bis 1658 5
Der Begriff spielen´ in den Frauenzimmergesprächspielen 6
Die Frauenzimmergesprächspiele
Die Vorwörter 8
Charaktere 14
„Die Gewohnheit“ 16
„Der Gebrauch und Missbrauch“ 20
„Der Liebswunsch“ 23
Das Nachwort 24
Zusammenfassung 27
Literaturverzeichnis 29
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Kapitel 1:
Zur Biographie Georg Philipp Harsdörffers
Zu Beginn meiner Arbeit möchte ich auf das Leben von Georg Philipp Harsdörffer eingehen. Die Frauenzimmergesprächspiele und ihre darin mitwirkenden Charaktere, auf die ich später noch genauer eingehe, sind so wohl leichter zu verstehen.
Georg Philipp Harsdörffer erblickte am 1. November 1607 in Nürnberg das Licht der Welt . Aufgewachsen ist er im Haus seiner Eltern, in dem er auch unterrichtet wurde. 1
Im Jahr 1623 immatrikulierte er sich mit 16 Jahren in die gerade neu gegründete Universität in Altdorf und zog dort mit seinem F reund Christoph Führer zusammen. Die nächste Etappe der beiden Freunde war die Universität von Straßburg, „der ersten und vornehmsten des damaligen Deutschland“ 2 .
Harsdörffer reiste viel, jedoch erfährt man über diese Reisen nur wenig. Bekannt ist laut Georg Adolf Narciss jedoch unter anderem nur, dass er in Genf und Frankreich war und dort auch einen längeren Aufenthalt in Paris hatte. Danach bereiste er unter anderem die Niederlande, England und Italien. Insgesamt war er etwa fünf Jahre unterwegs, in denen auch sein Vater starb und sammelte Erfahrungen, die er in seine Werke einfließen lassen konnte. 3
1 Narciss: Studien zu den Frauenzimmergesprächspielen Georg Philipp Harsdörfers. Seite 1-2
2 Narciss: Studien zu den Frauenzimmergesprächspielen Georg Philipp Harsdörfers. Seite 4)
3 Narciss: Studien zu den Frauenzimmergesprächspielen Georg Philipp Harsdörfers. Seite 2-11
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Am 9.Juni 1634 nahm er dann Susanne, die Tochter des Senators Johann Sigmund Fürers von Haimendorf zu seiner Frau und arbeitete danach am Untergericht als Assessor, von wo aus er sich langsam hocharbeitete. Susanne verstarb im Dezember 1646 nach einer langandauernden Krankheit und hinterließ Georg Philipp Harsdörffer fünf Söhne und drei Töchter, von denen nur zwei Söhne ihn überlebten. Er war nun zum Ende seines Lebens oft krank und wurde laut Georg Adolf Narciss am 22. September 1658 beigesetzt. 1
1 Narciss: Studien zu den Frauenzimmergesprächspiele n Georg Philipp Harsdörfers. Seite 11-20
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Kapitel 2:
Die Hauptschaffensphasen Harsdörffers von 1641 bis 1658
Georg Adolf Narciss schreibt in seinen „Studien zu den Frauenzimmergesprächspielen Georg Philipp Harsdörfers“, dass die Hauptschaffensphasen Harsdörffers in vier Teile unterteilt werden können. Die erste Periode (1641-1645) steht vor allem unter dem Einfluss Italiens. Die zweite Phase dauerte von 1646 bis 1648 an. Zu dieser Zeit widmete er sich mehr der Theorie der deutschen Sprache. In der dritten Phase (1649-1654) bezieht Harsdörffer laut Georg Adolf Narciss „seine Stoffe vor allem aus Frankreich..., in dem er gesondert sammelt und herausgibt, was in den „Gesprächspielen“ noch durcheinander gemengt ist: Erzählungen, naturwissenschaftliche Beobachtungen, Anstandslehren, moralische Betrachtungen und religiöse Gedichte“ 1 .
Seine vierte Schaffensphase (1655-1658) ist nur noch zum Sammeln von Apophthegmen (=pointierter Dialog) und Briefformularen da, mit denen er dann die letzten Bände noch füllen wollte. Die Frauenzimmergesprächspiele sind in den Zeitraum zwischen 1641 und 1649 einzuordnen, also in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. 2
1 Narciss: Studien zu den Frauenzimmergesprächspiele n Georg Philipp Harsdörfers. Seite 29
2 Narciss: Studien zu den Frauenzimmergesprächspiele n Georg Philipp Harsdörfers. Seite 29
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Kapitel 3:
Der Begriff `spielen´ in den Frauenzimmergesprächspielen
Bevor ich nun genauer auf die Gesprächspiele von Georg Philipp Harsdörffer eingehe, sollten wir uns zuvor mit der Bedeutung des Begriffes `spielen´ in den Frauenzimmergesprächspielen auseinander setzen. Hierbei beziehe ich mich auf die Untersuc hungen von Rosmarie Zeller in „Spiel und Konversation im Barock“. Sie unterteilt den Begriff `spielen´ der Art nach in vier verschiedene Bedeutungen. Zum ersten handelt es sich hierbei um ein „schnelles Bewegen“, dass auch in der Funktion des Verstandes wiederzuerkennen ist. Das heißt, Voraussetzung für das Gelingen der Spiele ist, dass der Verstand schnell, wendig und leicht bewegbar ist. Das „Spielen des Verstandes“ findet man im „Wortspiel“ und der „Schlagfertigkeit“. 1 Hier wäre ein Verstand, der sich nur starr in eine Richtung bewegen könnte hinderlich, da keine neuen Gesprächsthemen entstehen und das Gespräch ins S tocken kommen würde. Des Weiteren ist nicht nur die Leichtigkeit des Spielens, sondern auch die des Lernens gemeint. Das Spiel soll also l aut Rosmarie Zeller
das Gegenstück zur Mühe sein. Das Lernen wird so angenehm locker gestaltet und fällt einem leichter, da es Spaß macht. In Punkt zwei ist der Begriff `spielen´ bei ihr gleichbedeutend mit „glänzen“. Das ist so zu erklären, dass die „Wendigkeit des Verstandes“ eine Eigenschaft des Menschen ist, die als brillant oder auch glänzend bezeichnet werden kann. 2 `Spielen´ wird als eine positive „Tätigkeit des Geistes“ gesehen, die man gerade in diesen Gesprächspielen von Harsdörffer erlernen kann und soll. Das Ziel der Gesprächspiele war es schließlich, der Gesellschaft die Augen zu öffnen und eine lehrende Position einzunehmen.
1 Zeller: Spiel und Konversation im Barock. Seite 113
2 Zeller: Spiel und Konversation im Barock. Seite 114
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Die Wortgruppe `mit etwas gespielt´ wird in Punkt drei angesprochen. Hier geht es um die Beziehung zwischen Spieler und Spielobjekt. Als das Spielobjekt in den Frauenzimmergesprächspielen von Harsdörffer sind „einerseits die Sprache, andererseits das Wissen jegliche r Art“ 1 zu sehen. Das Ziel Harsdörffers ist es, die Spielobjekte zu optimieren. Damit ist gemeint, dass die Sprache von allen ausländischen Einflüssen, besonders den französischen befreit wird und das Wissen und somit der geistige Horizont erweitert wird.
Der vierte Punkt hat die Variation zum Inhalt, in der es um die immer wieder neu gegebenen Spielregeln geht. Durch diese Variationen der Regeln entstehen in den Gesprächspielen immer wieder neue Fragen auf die neue Antworten gefunden werden. 2 Die Variation sorgt dafür, dass die Gesprächspiele immer wieder eine andere Form annehmen und damit nicht vorausschaubar und langweilig werden.
1 Zeller: Spiel und Konversation im Barock. Seite 114
2 Zeller: Spiel und Konversation im Barock. Seite 114
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Kapitel 4:
Die Frauenzimmergesprächspiele
Die Vorwörter Georg Philipp Harsdörffer richtete sich mit seinen
Frauenzimmergesprächspielen zu Beginn nur an die Frau. 1 „Mit der Einführung der ritterlichen Galanterie, eines dem vorangegangenen Jahrhunderte g änzlich unverständlichen Begriffes, wird die geistige Stellung der Frau gehoben. Durch Zesen wird die Frau als literarisches Publikum wieder gewonnen, die Nürnberger bemühen sich, den Horizont der weiblichen Welt zu erweitern („Frauenzimmergesprächspiele“ von Harsdörffer). Der heldische Charakter des Barock kommt ebenfalls der Stellung des Weibes zugute. Als tiefempfindende geistliche Dichterinnen betätigen sich Frauen selber literarisch.“ 2 Die Frauen nahmen somit auch am geistigen Gesellschaftsleben teil und bekamen eine größere gesellschaftliche Rolle zugeschrieben.
Allerdings nennt Harsdörffer die Frauenzimmergesprächspiele ab Band drei nur noch Gesprächspiele, damit er auch die studierende Jugend erreicht. Sein Ziel ist es, die Deutschen dazu zu bewegen Deutsch zu reden und nicht das zu dieser Zeit moderne Französisch. Seine Zielgruppe sind somit die „gebildeten Schichten“, der Adel und das „neuaufstrebende Bürgertum“. 3
1 Narciss: Studien zu den Frauenzimmergesprächspielen Georg Philipp Harsdörfers. Seite 59
2 Deutsche Literaturgeschichte in Frage und Antwort. Seite 37 3 Narciss: Studien zu den Frauenzimmergesprächspielen Georg Philipp Harsdörfers. Seite 59-60
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Arbeit zitieren:
Christiane Kaiser, 2004, Georg Philipp Harsdörffer - Frauenzimmergesprächspiele, München, GRIN Verlag GmbH
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