Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 3
1. Einleitung 4
2. Der Identitätsbegriff. 5
2.1 Allgemeine Definition von Identität. 5
2.2 Identität nach Göran Therborn. 5
3. Europäische Identität vs. nationale Identität 7
3.1 Unterschiede zwischen europäischer und nationaler Identität nach Hartmut Kaelble 7
3.2 Die Vielfalt der europäischen Identitäten. 8
4. Die Entstehung einer europäischen Identität 9
4.1 Die Verbundenheit europäischer Staaten mit dem Kontinent 9
4.2 Braucht Europa eine europäische Identität? 11
5. Fazit. 13
6. Literaturverzeichnis 14
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1. Einleitung
Seit dem Vertrag von Maastricht im Jahre 1992 gibt es die Europäische Union, eine Wirtschaftsgemeinschaft, der mittlerweile 25 Mitgliedstaaten angehören. 1 2002 wurde durch die Einführung des Euro zusätzlich die Währungsunion realisiert, und im Juni 2004 haben die EU-Staaten sogar ein gemeinsames Europäisches Parlament gewählt. Europa stellt also sowohl auf politischer als auch auf wirtschaftlicher Ebene eine Einheit dar. Doch so einheitlich das Konzept Europa auch sein mag, kann man gleichzeitig auch von einer gemeinsamen europäischen Identität sprechen? Fühlen sich die Menschen in den einzelnen Mitgliedstaaten als Europäer oder identifizieren sie sich nach wie vor in erster Linie mit den Regionen oder Ländern, in denen sie leben?
Auch Göran Therborn versucht, in seinem Werk „Die Gesellschaften Europas von 1945-2000. Ein soziologischer Vergleich“ diesen Fragen nachzugehen. In dem Kapitel „Identitätsfragen“ gibt er zunächst einen allgemeinen Überblick über den Begriff „Identität“ und geht im Folgenden darauf ein, wie sich eine kollektive europäische Identität entwickelt hat und wie eben diese in öffentlichen Ritualen zum Ausdruck kommt. Des Weiteren beschäftigt sich Hartmut Kaelble in seinem Text „Das europäische Selbstverständnis und die europäische Öffentlichkeit im 19. und 20. Jahrhundert“ damit, worin die Unterschiede zwischen einer nationalen und einer europäischen Identität liegen und welche Arten einer europäischen Identität in den letzten Jahrzehnten in Europa aufgetreten sind. Die hier vorliegende Arbeit versucht, die Unterschiede und Parallelen dieser beiden Texte herauszustellen und geht schließlich unter Einbezug des Textes „Die Entstehung einer europäischen Identität: Konflikte und Probleme“ von Martin Kohli der Frage nach, ob eine kollektive europäische Identität in der EU überhaupt notwendig ist oder ob ein starkes einheitliches Interesse und die Verfolgung gemeinsamer Ziele ausreichen.
1 vgl. Weidenfeld, W., Wessels, W. (Hg.): Europa von A bis Z, S. 41
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2. Der Identitätsbegriff
2.1 Allgemeine Definition von Identität
„Die Identität eines Menschen (oder einer Sache) ist die Summe der Merkmale, anhand derer
wir uns (sie sich) von anderen unterscheiden.“ 2
Bei dieser Definition wird deutlich, dass die Identität einer Person nicht ausschließlich vo n dieser selbst ausgeht, sondern sich vielmehr aus der Abgrenzung eines Individuums von seinem sozialen Umfeld ergibt.
Die Europäische Identität ist weitaus vielschichtiger und fordert eine Betrachtungsweise sowohl aus politischer, als auch aus kultureller Perspektive. Offiziell tauchte der Begriff erstmals im Jahre 1973 in der politischen Agenda der Europäischen Union auf. Das gemeinsame Erbe, die Bürgerrechte und die parlamentarische Demokratie der einzelnen Mitgliedsstaaten sind grundlegende Voraussetzungen für eine gemeinsame Zukunft, die trotz der nationalen Vielfalt angestrebt wird. 3 Auch die Kultur spielt durch ihre geistigen und emotionalen Erfahrungen eine besondere und wesentliche Rolle. Als kulturelle Identität wird das Selbstverständnis eines Individuums, einer Gruppe oder Nation hinsichtlich ihrer Werte, Fähigkeiten und Gewohnheiten bezeichnet, wobei zwischen der sozialen (Familie, Klasse, ethnische Minderheit) und regionalen Ebene (bayerische, deutsche, europäische Kultur) differenziert werden muss. 4
2.2 Identität nach Göran Therborn
Göran Therborn beschreibt den Begriff „Ident ität“ als eine Kombination aus „Selbigkeit“ und „Andersheit“. Mit „Selbigkeit“ ist hier das Individuum oder die Gruppe an sich gemeint, welche sich auf Grund von Gemeinsamkeiten und gleichen Werten mit dem Kollektiv identifizieren. Die „Andersheit“ legt die Grenzen eines Kollektivs fest, d.h. sie beschreibt, inwiefern sich die Mitglieder des Kollektivs von ihrem sozialen Umfeld unterscheiden. Laut Therborn handelt es sich bei der Identitätsbildung um einen fortwährenden Prozess, der sich aus drei wesentlichen Komponenten zusammensetzt: Unterscheidung, Ausbildung eines Selbstbezugs oder Selbstbildes sowie Anerkennung durch andere.
2 http://www.net-lexikon.de/Identitaet.html
3 vgl. http://die-neue-ordnung.de/Nr22000/AR.html
4 vgl. http://www.adastra.at/cultura/macht/kulturelle_identitaet.htm
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Arbeit zitieren:
Mareike Schumacher, 2004, Ist Europa auf dem Weg zu einer gemeinsamen Identität?, München, GRIN Verlag GmbH
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