Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis. IV
Tabellenverzeichnis IV
Abk ürzungsverzeichnis V
Symbolverzeichnis V
1 Einleitung. 1
1.1 Zur Geschichte Operationeller Risiken. 1
2 Definition und rechtliche Anforderungen. 2
2.1 Definition 2
2.1.1 Prozessrisiken. 3
2.1.2 Personenrisiken. 3
2.1.3 Systemrisiken. 4
2.1.4 Risiken aus externen Ereignissen. 4
2.2 Aufsichtsrechtliche Anforderungen. 4
2.2.1 Überblick Basel I 4
2.2.2 Die drei Säulen des neuen Baseler Akkords (Basel II) 5
3 Steuerung von operationellen Risiken 7
3.1 Leitlinien der Risk Management Group 7
3.1.1 Dreiteiliges Fundament des Rahmenwerks. 8
3.1.2 Identifikation, Einschätzung und Überwachung. 10
3.1.3 Kontrolle und Minderung 17
3.2 Messmethoden zur Eigenkapitalunterlegung. 19
3.2.1 Basisindikatoransatz. 19
3.2.2 Standardansatz 20
3.2.3 Fortgeschrittene Messansätze 22
4 Beispiel und Trends 24
4.1 Ein Beispiel zu Personenrisiken. 24
4.1.1 Background zur Barings Bank 24
4.1.2 Überblick zu Nick Leesons Werdegang in der Barings Bank 25
4.1.3 Personenrisiko durch Kompetenzüberschreitung 25
4.1.4 Gelernte Lektionen. 26
4.2 Status Quo 27
III
4.2.1 Wahl des Eigenkapitalansatzes 27
4.2.2 Rahmenwerk für OR 28
4.2.3 Methoden zur Identifikation und Einschätzung OR 29
5 Zusammenfassung und Ausblick 30
Anhang. VII
Literaturverzeichnis X
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Übersicht der Risiken eines Kreditinstitutts 3
Abbildung 2: Bandbreite des Advanced Measurement Approach. 22
Abbildung 3: Geplante Verwendung von Basel II Ansätzen. 28
Abbildung 4: Verwendungsgrad einzelner Methoden zur Identifikation und Einschätzung OR 29
Abbildung 5: Die drei Säulen der neuen Eigenkapitalforderungen: VII
Abbildung 6: Übersicht über die „Bandbreite der Ansätze“ VII
Abbildung 7: Tatsächlicher und geplanter Einsatz eines Rahmenwerks für OR. VIII
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Frequency and Severity of operational risk types. 12
Tabelle 2: Beta-Werte der jeweiligen Geschäftsfelder 21
Tabelle 3: Zuordnung der Geschäftsfelder. IX
IV
Abkürzungsverzeichnis
AMA Advanced Measurement Approach
BCBS Basel Committe on Banking Supervision
BCP Business Continuity Plans
BFS Baring Futures Singapore
BIA Basisindikatoransatz
EI Exposure Indikator
FRB Federal Reserve Bank of New York
GI Gross Income
IMA Internal Measurement Approach
KWG Kreditwesengesetz
LDA Loss Distribution Approach
LGE Loss Given that Event
OR Operationelle Risiken
PE Probability of Loss Event
RMG Risk Management Group
SIMEX Singapore International Monetary Exchange
SPMSOR Sound Practices for the Management and Supervision of Operational Risk
STA Standardansatz
VaR Value at Risk
Symbolverzeichnis
Eigenkapitalforderung nach dem BIA
Kapitalanforderung im STA Höhe des zu unterlegenen Eigenkapitals GI : durchschnittlicher jährlicher Bruttoertrag der vergangenen drei Jahre
α
: festgelegter Prozentsatz des BCBS in Höhe von 15%
ein von der BCBS festgelegter Prozentsatz, der für jedes der acht Geschäftsfelder den
Bruttoertrag ins Verhältnis zum notwendigen Eigenkapital setzt. Die Beta-Werte
werden in folgender Tabelle beschrieben.
Geschäftsfeldspezifischer Exposure Indikator Wahrscheinlichkeit des Schadensfalls LGE , : Verlusthöhe im Schadensfall
j i
γ : ein vom Ausschuss festgelegter Prozentsatz
j i ,
i : Geschäftsfeld 1…n
j : Verlusttyp 1…o
V
1 Einleitung
Operational risk is not a new risk … However, the idea that operational risk management is a discipline with its own management structure, tools and processes … is new
(British Bankers Association website)
Operationelle Risiken (OR) können nicht als „neu“ bezeichnet werden. Sie entstehen direkt bei der Gründung einer Bank. OR sind als Thema bei Kreditinstituten in den letzten Jahren zunehmend in den Mittelpunkt gerückt. Die Gründe dafür liegen, neben den aufsichtsrechtlichen Anforderungen aus Basel II primär in dem Bestreben der Institute durch besseres Management und Controlling von OR den eigenen Unternehmenswert zu steigern.
Nachdem im folgenden Kapitel ein kurzer Überblick zur Geschichte von OR gegeben wird, gehen wir in Kapitel 2 auf die Definition von OR und die aufsichtsrechtlichen Anforderungen ein, die einen Einblick in Basel I und Basel II verschaffen werden. Das dritte Kapitel befasst sich neben den Leitlinien der Risk Management Group, die die Identifikation, Einschätzung und Überwachung von OR mit einschließen, auch mit den Messmethoden zur Eigenkapitalunterlegung. Bevor auf den Status Quo eingegangen wird, wird in Kapitel 4 auch ein Beispiel zu OR dargelegt. Abschließend folgt im fünften Kapitel eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse dieser Seminararbeit gefolgt von einem Ausblick.
1.1 Zur Geschichte Operationeller Risiken
OR ist kein neues Risiko. Ein Blick in die Vergangenheit lässt darauf schließen, dass es kritische Ereignisse gab, die aus heutiger Sicht den OR zuzuordnen sind. Ist ein Risiko schlagend geworden und hat zu Verlusten geführt, ist davon auszugehen, dass dieses Risiko in der Zukunft weit deutlicher wahrgenommen wird. 1 Bezieht man diese Aussage auf die Entwicklung der spezifischen Risikoart der OR, so ist heute ersichtlich, dass durch Ereignisse wie den Zusammenbrüchen der Herstatt Bank oder auch der Barings Bank die Bedeutung von OR immer mehr zunimmt.
Nach dem 1974 die Herstatt Bank nach erheblichen Fremdwährungsspekulationen, bei denen Fremdwährungsgeschäfte in Höhe von $ 620 Mio. nicht ordnungsgemäß abgewickelt wurden, zusammenbrach, folgte als Reaktion auf die daraus resultierende
1 Vgl. Stickelmann, 2002, S.5
1
Krise die Einführung des KWG-Grundsatzes Ia, der die zulässigen Devisenrisiken von Kreditinstituten beschränkte. Als eine weitere Folge des Zusammenbruchs der Herstatt Bank wurde 1974 das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) gegründet 2 . Ausserdem beschloss der Bundesverband deutscher Banken 1975 die Einrichtung des Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken und kam damit angedrohten gesetzlichen Regelungen zuvor. 3
Im Jahre 1985 fiel in der Bank of New York für 28 Stunden der Hauptrechner aus. Damit Wertpapiertransaktionen weiterhin vollständig durchgeführt und abgewickelt werden konnten, stellte die Federal Reserve Bank of New York (FRB) Überziehungsfazilitäten in Höhe von $ 20 Mrd. bereit.
Aufgrund eines Stromausfalls kam die FRB 1990 selbst in Zahlungsschwierigkeiten und musste für eine Zeitdauer von sechs Tagen auf vorgehaltene alternative Fazilitäten zurückgreifen. Zu dieser Zeit wickelte sie täglich Zahlungen in Höhe von nahezu $ 3 Bill. ab.
In den neunziger Jahren kam es in der Bankindustrie zu einem großen Wachstum bei derivativen Produkten, deren Risiken jedoch teilweise nicht angemessen verstanden, erfasst und überwacht wurden. Zusammen mit unautorisierten Handlungen von bankinternen Mitarbeiten entstanden teilweise hohe Verluste wie z.B. bei der Daiwa Bank New York, die ca. $ 1,1 Mrd. Verluste verbuchen musste. 4 Auch der Terroranschlag vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York zählt zu den Ereignissen, die hohe Verluste mit sich brachten. Neben den oben erwähnten Beispielen, lassen sich bis in die jüngste Vergangenheit weitere Vorfälle finden.
2 Definition und rechtliche Anforderungen
2.1 Definition
Das BCBS definiert OR als „die Gefahr von Verlusten, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen V erfahren, Menschen und Systemen oder in Folge externer Ereignisse eintreten.“ 5 Sie schließt Rechtsrisiken ein, umfasst aber weder strategische noch Reputationsrisiken.
2 Vgl. Seefelder, 2004, S.2
3 Vgl. Stickelmann, 2002, S. 6
4 Vgl. St ickelmann, 2002, S. 6
5 Vg l. BCBS, Feb 2003, S.2
2
Wie sind OR neben anderen Risikoarten einzuordnen? Neben finanziellen und strategischen Risiken verkörpern OR eine eigenständige Risikoart. Alle drei Arten sind für ein Kreditinstitut relevant und sollen anhand der folgenden Graphik von einander abgegrenzt werden.
Abbildung 1: Übersicht der Risiken eines Kreditinstitutts
Quelle: Finalix AG, 2004, S.1
Die Graphik gliedert das Gesamtrisiko einer Bank in drei Arten auf. Dabei befinden sich die OR auf einer Ebene mit finanziellen und strategischen Risiken. 6 . Die oben genannte Definition der BCBS schließt letztere explizit aus und nennt vier Unterarten von OR, die ebenfalls in der Graphik enthalten sind. Diese sind (i)Prozess- (bzw. Verfahrens-); (ii)Personen- und (iii)Systemrisiken; so wie (iv)Risken aus externen Ereignissen.
2.1.1 Prozessrisiken
Die Geschäftstätigkeit einer Bank kann allein durch Prozesse beschrieben werden. Prozesse sind eine Aneinanderreihung von Handlungen und als Ganzes bilden sie eine Tätigkeit ab. Bei der Durchführung eines Prozesses können jederzeit Prozessrisiken zu einer Unterbrechung der Prozesskette und somit zu Verlusten führen. Ein hypothetisches Beispiel: Ein Geldtransporter erleidet unterwegs einen Motorschaden und durch die zeitliche Verzögerung des Zulieferungsprozesses entsteht ein Schaden.
2.1.2 Personenrisiken
Personenrisiken sind sehr vielseitige Risiken. Verluste aus Personenrisiken können sich u.a. ergeben aus Schadensersatzforderungen von Arbeitern, Verletzung von gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich der Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter, sowie organisierten Gewerkschaftsaktivitäten. Ferner kann Personenrisiko auch durch unzureichende Ausbildung und Unternehmensführung, menschliches Versagen, und
6 Vgl. Finalix AG, 2002, S.3
3
mangelnde Trennung der Zuständigkeitsbereiche bzw. Vertrauen auf wichtige Einzelpersonen begründet sein.
2.1.3 Systemrisiken
Die Existenz von Systemrisiken ist häufig mit der Umwandlung von ehemals manuellen Verfahren in Systemverfahren verbunden. Im Zuge der Automatisierung und Computerisierung entstehen laufend neue Systemrisiken. Dabei ziehen sich einzelne Fehler, unabhängig v om Zeitpunkt in dem sie gemacht werden, durch das gesamte System weiter und der ursprünglich kleine Fehler wächst zu einem schwerwiegenden Verlustpotential an. Eine häufige Ursache von Verlusten aus Systemrisiken sind z.B. Zusammenbrüche von IT- Systemen.
2.1.4 Risiken aus externen Ereignissen
Externe Risiken sind am schwersten zu kontrollieren. Sie können sich durch unerwartete Gesetzesänderungen z.B. in Bezug auf Verbraucherangelegenheiten oder physischen Bedrohungen in Form von Bankraub, Terroranschlägen und Naturkatastrophen ergeben. Die Effekte der Terroranschläge im September 2001 in New York verdeutlichen die potentielle Tragweite dieser Risikoform. Zusätzlich zu den verheerenden Verlusten an Menschenleben belaufen sich nach Schätzungen der Versicherungsindustrie die finanziellen Kosten des Anschlags mittlerweile auf fast € 100 Mrd. 7 .
2.2 Aufsichtsrechtliche Anforderungen
2.2.1 Überblick Basel I
Wie schon in Kapitel 1.1 erwähnt ist das BCBS 1974 anlässlich des Zusammenbruchs der Herstatt Bank gegründet worden. Dieser Zusammenbruch hatte einen beträchtlichen negativen Effekt auf international agierende Banken. 1988 wurde dann mit Basel I der erste Weltstandard für die Eigenkapitalunterlegung von Krediten festgesetzt, mit der Folge, dass alle Kredite mit 8 % des Eigenkapitals der Bank zu unterlegen waren 8 . Diese pauschale Festlegung einer Eigenkapitalunterlegung für alle Kredite, wird für die risikogestützte Festlegung einer Eigenkapitalunterlegung der Kredite mit Basel II verworfen.
7 Vgl. Walsh, 2003, S. 5
8 Vgl. BCBS, 1988, S.18
4
Arbeit zitieren:
Joseph Cho, Johann Lee, 2004, Steuerung von operationellen Risiken, München, GRIN Verlag GmbH
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