Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 1
2. Weiterentwicklung der Freudschen Theorie Seite 1
2.1 Die psychosoziale Dimension
2.2 Identität und Persönlichkeit
3. Die acht Lebensphasen des Menschen Seite 5
3.1 Vertrauen vs Misstrauen
3.2 Autonomie vs Scham und Zweifel
3.3 Initiative vs Schuld
3.4 Kompetenz vs Minderwertigkeit
3.5 Identität vs Rollendiffusion
3.6 Intimität vs Isolierung
3.7 Generativität vs Stagnation
3.8 Ich-Integrität vs Verzweiflung
4. Stärken und Schwächen der Theorie Seite 13
5. Schluss Seite 14
7. Literaturverzeichnis Seite 15
II NA
1. Einleitung
In nachfolgender Hausarbeit werde ich die acht Lebensphasen des Menschen nach Erik H. Erikson 1 erläutern und in einzelnen Abschnitten näher auf sie eingehen. Dabei berücksichtige ich den jeweiligen psychosozialen Modus und das „Ich-Gefühl“ der jeweiligen Phase. Ich beginne mit einer Erläuterung zu Sigmund Freuds Instanzenlehre, dessen Konzept Erikson übernommen und um acht psychosoziale Phasen ergänzt hat, und leite über zum Thema Kultur und welchen Einfluss diese auf die Entwicklung eines Kindes hat. In Kapitel 2.2 gebe ich verschiedene Definitionen des Begriffes „Identität“ und erläutere kurz, wie sich Eriksons Meinung nach eine „gesunde“ Persönlichkeit entwickelt. Bevor ich auf die einzelnen Lebensphasen näher eingehe, spreche ich von dem Einfluss der Bezugspersonen auf die Entwicklung eines Kindes und wie wichtig es ist, die zur gegebenen Zeit auftretenden Konflikte erfolgreich zu lösen. Dabei beschreibe ich ausführlich die einzelnen Krisen und die daraus resultierenden positiven und negativen Lösungen. Erfolge und Misserfolge können dabei den Verlauf der nächsten Stufe mit beeinflussen. Alle Menschen durchlaufen diese Stufen der Entwicklung und zu jeder Zeit ihres Lebens (von der Geburt bis zum Tod) sehen sie sich mit einem anderen Konflikt konfrontiert. Dem Ich-Gefühl wird in jeder Phase besondere Aufmerksamkeit geschenkt, da es sich stets verändert und neu definiert werden möchte. Eine Vertiefung einer bestimmten Lebensphase habe ich bewusst weggelassen. Interessant für mich war, wie sich die Suche nach der eigenen Identität im Laufe eines Lebens gestaltet und demnach habe ich jede Phase sehr ausführlich beschrieben, um die Identitätssuche im Gesamtzusammenhang sehen zu können. Am Ende gebe ich einen kleinen Überblick über die Stärken und Schwächen von Eriksons Theorie und schließe meine Ausführungen mit meiner persönlichen Meinung.
2. Weiterentwicklung der Freudschen Theorie
Im Gegensatz zur Frühzeit der Psychoanalyse teilte Erikson den Lebenszyklus eines Menschen in acht Lebensphasen auf. Er konzentrierte sich in seiner Entwicklungstheorie auf die Bedeutung der Erfahrungen, die jeder Mensch –abhängig von der Kultur und Gesellschaft, 1 Erikson, Erik H.: Identität und Lebenszyklus. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2000, 18.Auflage
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in der er aufgewachsen ist- macht. Fragen der Interaktion zwischen Gesellschaft und Ich traten durch ihn in den Vordergrund.
Zusammenfassend kann man sagen, dass er die allgemeinen Konzepte der Freudschen Theorie übernommen und um acht psychosoziale Phasen ergänzt hat. Erikson übernimmt Freuds Instanzenlehre, die Einteilung in Unbewusstes und Bewusstsein sowie seine psychosexuellen Phasen: Triebe und andere sogenannte intrapsychische Kräfte und vor allem der Sexualtrieb waren für Freud der hauptsächliche Auslöser für menschliches Verhalten und die psychische Entwicklung. Ein Trieb baue eine psychische Spannung auf, die nur durch die Befriedigung des triebauslösenden Bedürfnisses reduziert werden könne. Dagegen sieht Erikson Entwicklung eher als Lösung von Konflikten durch einander widerstrebende Kräfte. Freuds Meinung nach kann das lustorientierte Handeln des Menschen nur durch starke Kontrolle unterdrückt werden. Daher teilte er die menschliche Psyche in die Instanzen „Es“, „Ich“ und „Über-Ich“ ein. Das „Es“ stellt organische und durch Sozialisation erworbene Bedürfnisse dar, die oft unbewusst entstehen. Das „Es“ ist ein seit Geburt vorhandener psychischer Apparat, der die Triebe des Kindes ausbildet. Das „Über-Ich“ (Gewissen) steht dem „Es“ gegenüber und wird durch Erziehung, gesellschaftliche und kulturelle Normen, Werte und Vorschriften entwickelt. Das Gewissen bildet sich etwa im 5.Lebensjahr und lehrt die Menschen, sich an Normen zu halten. Das „Ich“ möchte sich der Umwelt anpassen, indem es die eigenen Bedürfnisse auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingen abstimmt. Es hat die Funktion, zwischen Trieben und Normen zu vermitteln. Das „Ich“ ist bei Kindern im Alter von zwei bis drei nachweisbar, es hat die Funktion des Denkens, des Sprechens und der Wahrnehmung.
2.1 Die psychosoziale Dimension
Erikson reiste im Laufe seines Lebens viel herum und interessierte sich für Menschen unterschiedlichster Kulturen. Die Kinder dieser Welt durchlaufen alle dieselbe Anzahl von Lebensphasen, aber jede einzelne Kultur steuert und fördert das Verhalten des Kindes auf ihre eigene Art und Weise. Sioux-Indianerinnen z.B. stillen ihre Kinder viel länger als in westlichen Kulturen, weil es ihrem Wertesystem entspricht. Lebensentwürfe sind auch von den Vorstellungen und dem Wertesystem einer Gesellschaft geprägt. Indianerkinder z.B. werden ganz anders erzogen als Kinder in der westlichen, industrialisierten Welt. Ihnen wird beigebracht mit Waffen und Werkzeugen umzugehen, um sie auf ein späteres Leben als Jäger und Sammler vorzubereiten, während Kindern aus industrialisierten Ländern Lesen und
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Schreiben beigebracht wird. Innerhalb einer Kultur kann es auch Unterschiede geben, welche durch historisch bedingte Veränderungen gegeben sind. So können sich Institutionen, die den Bedürfnissen der älteren Generation entsprochen haben, für die jüngere als völlig ungeeignet erweisen. Historische Ereignisse wie Industrialisierung, Verstädterung, Wirtschaftskrise u.ä.m. haben Lerninhalte von Kindern verändert und sie vor neue Herausforderungen gestellt. Erikson untersuchte u.a. die sozialen Veränderungen in den Vereinigten Staaten, die Kindererziehung bei verschiedenen Indianerstämmen, das Spiel von psychisch gestörten und normalen Kindern, das Sozialverhalten in Indien, den Generationenkonflikt, Rassenkonflikte, Jugendkriminalität u.v.m. Aufgrund dieser Arbeiten war er überzeugt davon, dass Freuds Theorie der psychosexuellen Entwicklung, die in fünf Phasen stattfindet, um eine psychosoziale Dimension ergänzt werden muss. Die psychosoziale Entwicklung folgt dem epigenetischen Prinzip, das besagt, dass sich die Persönlichkeit genauso wie der Fötus immer weiter ausdifferenziert. Sie entfaltet sich innerhalb der sozialen Dimension der Gesellschaft, in der das Kind aufwächst und wird gleichzeitig von ihr geformt. Körperliche Reifung hilft dem Kind, neue Dinge zu lernen, z.B. das Sprechen. Dadurch werden ihm neue Möglichkeiten eröffnet. Gleichzeitig steigen aber auch die gesellschaftlichen Anforderungen an das Kind: es soll jetzt sprechen, wenn es etwas will, und nicht mehr weinen. Die Entwicklung des Kindes verläuft nach einer Reihe angeborener Gesetzmäßigkeiten, aus denen sich eine Abfolge von Möglichkeiten mit Personen entwickelt, die für das Kind wichtig sind. Um den Bedürfnissen eines Kindes in den verschiedenen Stufen seiner Entwicklung entgegenzukommen, hat jede Gesellschaft Normen entwickelt, die allgemein gültig sind und von allen akzeptiert werden.
„Das Kind ist von Menschen umgeben, die sich selbst über verschiedene Phasen weiterentwickeln. Während die Kultur sich über viele Generationen hinweg dem Kind angepaßt hat, paßt sich das Kind an die Kultur an [...]“ 2
2.2 Identität und Persönlichkeit
Ein zentrales Thema im Leben eines Menschen ist sein Streben nach Identität. Identität
bedeutet „sich gleich bleibend“. Körper, Gene und Geist bleiben identisch, man ist sich
bewusst, dass „man selbst ist“. Identität ist, wenn wir versuchen, jemand individuelles 2 Miller, Patricia H.: Theorien der Entwicklungspsychologie. Heidelberg [u.a.]: Spektrum, Akademischer Verlag, 1993, S.156
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Arbeit zitieren:
Janine Hertlein, 2001, Die acht Lebensphasen eines Menschen - Entwicklungskrisen im Lebenszyklus, München, GRIN Verlag GmbH
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