I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Wirtschaftliche Entwicklung in Argentinien 1
2.1. Die neunziger Jahre Vom Aufschwung bis zur Rezession 1
2.2. Von der Krise bis zur Zahlungsunfähigkeit 2
3. Ursachen der Krise in Argentinien 5
3.1. Allgemeine Bewertung möglicher Ursachen 5
3.2. Stetiges Haushaltsdefizit 6
3.3. Unvollkommene Strukturreformen 9
4. Fazit 11
Literaturverzeichnis III
Abbildung 1: Reales Wirtschaftswachstum Abbildung 2: Arbeitslosenquote 1a Abbildung 3: Staatsverschuldung Abbildung 4: Auslandsschuldendienst Abbildung 5: Haushaltsdefizit Abbildung 6: Schuldenquote und Zinslast
Tabelle 1: Außenhandel Tabelle 2: Haushaltsbilanz
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1.Einleitung
Argentinien erlitt in den vergangenen Jahren die vermutlich schwerste Krise in der Geschichte des La ndes. Konsequenz daraus war der bisher größte Staatsbankrott der Weltwirtschaftsgeschichte. 1 Für viele Kapitalanleger und auch Analysten kam dieses Ereignis überraschend, zumal Argentiniens Wirtschaftsmodell noch bis Mitte der neunziger Jahre als Vorzeigebeispiel für andere Emerging Markets galt und der IWF das Land bis zuletzt unterstützt hatte. 2 Ziel dieser Arbeit ist es darzustellen, dass sich die Krise schon lange vorher abzeichnete und es deshalb nur eine Frage der Zeit war, wann das politische und wirtschaftliche System zusammenbricht. Zunächst soll die wirtschaftliche Entwicklung Argentiniens und dabei insbesondere der Ausbruch der Krise dargestellt werden. Im folgenden Kapitel wird dann nach möglichen Ursachen für den tiefen Fall des lateinamerikanischen Landes gesucht. Das Fazit bildet schließlich eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse dieser Arbeit.
2. Wirtschaftliche Entwicklung in Argentinien
2.1. Die neunziger Jahre - Vom Aufschwung bis zur Rezession Wirtschaftliche Instabilität und Hyperinflationsraten von über 5000% prägten Argentinien in den achtziger Jahren. 3 Um dem entgegenzuwirken, wurde 1991 das so genannte Konvertibilitätsgesetz umgesetzt, welches die jederzeitige Konvertierbarkeit des argentinischen Pesos in US-Dollar zum fixen Wechselkurs von 1:1 ermöglichte. 4 Die Zentralbank musste sich auf die Funktionen eines Currency Boards beschränken und eine hundertprozentige Deckung der monetären Basis durch Devisen, Gold und auf Dollar lautende Schuldtitel gewährleisten. 5 Hausha ltsdefizite konnten folglich nicht mehr über die Notenpresse finanziert werden, wodurch die Inflation in den folgenden Jahren merklich zurückging. 6 Das Stabilitätsprogramm trug auch zu einem deutlichen Wirtschaftswachstum bei (siehe Abb. 1). In den ersten beiden Jahren stieg das BIP sogar um bemerkenswerte 10,5% (1991) bzw. 10,3% (1992). Der Aufschwung, der sich
1 Vgl. Jost (2003), S. 29.
2 Vgl. Fritz/Llanos (2002), S. 26.
3 Vgl. D’Alessio (2002), S. 48.
4 Vgl. Jost (2003), S. 31.
5 Vgl. Aschinger (2002), S 242.
6 Entwicklung der Inflationsraten: 84% (1991); 17,5% (1992); 7,4% (1993); 3,9% (1994); 0,1% (1995); Quelle: Dresdner Bank Lateinamerika (2004).
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seit Einführung des Konvertibilitätsplans eingestellt hat, ließ vergangene Krisen schnell vergessen und lockte zahlreiche Investoren aus dem Ausland an. 7 Durch die Ende des Jahres 1994 ausgebrochene Mexiko-Krise verschlechterte sich die Situation wieder – allerdings nur vorübergehend. Ausländische und inländische Investoren befürchteten anfangs, dass sich die Krise nach Argentinien überträgt, wodurch es zu heftigen Kapitalabflüssen kam und damit enorme Liquiditätsprobleme bei den argentinischen Banken verursacht wurden. Mit Hilfe von Unterstützungskrediten des IWF konnte die Krise aber relativ schnell überwunden werden. Nachdem das BIP 1995 um 4,4% im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist, stieg es in den Folgejahren schon wieder an: +5,5% in 1996 und +8,1% in 1997. 8 1998 brach schließlich eine Währungskrise im Nachbarland Brasilien aus. Der wichtigste Handelspartner Argentiniens musste die Landeswährung auf den Devisenmärkten freigeben, was zur heftigen Abwertung des brasilianischen Reals führte. Dadurch stieg der relative Preis argentinischer Güter im Ausland an, so dass sich die Wettbewerbsfähigkeit argentinischer Exportprodukte verschlechterte. 9 Hinzu kam die starke Aufwertung des US-Dollar seit Ende der neunziger Jahre, die diese Entwicklung noch weiter verstärkte 10 . Eine Rezession war nicht mehr aufzuhalten und auch das Vertrauen der Anleger nahm rasant ab. 11 Anders als bei der Mexiko-Krise handelte es sich diesmal nicht nur um einen temporären Zustand, sondern um den Beginn einer Wirtschafts- und Finanzkrise in Argentinien.
2.2. Von der Krise bis zur Zahlungsunfähigkeit
Argentinien wurde von der im Jahr 1998 einsetzenden Rezession hart getroffen. Die Arbeitslosenquote stieg seit 1998 stetig an und erreichte bis zum Jahr 2001 Höchstwerte von über 18% (siehe Abb. 2). Dazu gesellten sich bis zu 15% an Unterbeschäftigten. 12 Diese Entwicklung war verheerend für eine Volkswirtschaft, in der der Konsum mehr
7 Zwischen 1992 und 1994 flossen dem Land 32,2 Milliarden US-Dollar an ausländischen Geldern zu, vgl. Jonas (2002), S. 9.
8 Vgl. Jonas (2002), S. 9ff.
9 Vgl. Kronberger (2001), S. 3.
10 Vgl. Perry/Servén (2003), S. 23.
11 Vgl. Aschinger (2002), S. 244; Jonas (2002), S. 12.
12 Vgl. Kern/Nolte (2001), S. 27.
Arbeit zitieren:
Stefan Strahwald, 2004, Ökonomische und ethische Aspekte von Währungskrisen: Die Krise in Argentinien, München, GRIN Verlag GmbH
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