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Inhaltsübersicht
Inhaltsübersicht 3
Der Autor. 4
Navigation. 4
Eine Reise. 5
Displays 5
Ein - versus Anbindung. 7
Winkeleinfl üsse 8
Weitere Einflussfaktoren. 9
Ein Modell 10
Quellenangabe 12
Der Autor
Prof. Dr. Christopher D. Wickens ist Professor der Psychologie und Leiter des „Institute of Aviation“ an der University of Illinois at Urbana -Campaign. Er beschäftigt sich sehr intensiv mit den Bereichen der Mensch-Maschine-Interaktion und der Human Factors vorrangig im Bereich der Luftfahrt sowie mit der räumlichen Kognition. Seine Zusammenarbeit mit der NASA und anderen Luftfahrt-Unternehmen sowie seine ständige Präsenz in Fach-Symposien spricht für die Bedeutung seiner Forschung in diesem Bereich.
Navigation
In der Navigation unterscheidet man drei kritische Aufgaben:
- (Fort-)Bewegung (Aktion / control)
- Entscheidung (Erkennung / judgement)
- Überprüfung (Ist-Abgleich / checking)
Jede dieser Aufgaben stellt diverse Anforderungen an die mentalen Bezugssysteme zur Bewältigung der kognitiven Prozesse. Die Bewegung und Steuerung bevorzugen auf kognitiver Ebene ein egozentrisches System, während Objekterkennung und Zielpunktsuche ein exozentrisches oder sogar geozentrisches Bezugsystem favorisieren. Der gesamte Bereich der Überprüfung wiederum, benötigt den Abgleich beider Systeme, also den Versuch der Herstellung der Deckungsgleichheit.
Zur Klärung der Begrifflichkeiten ordnet folgende Tabelle den Bezugsystem-Kontrahenten ego- und geozentriert einige konkrete Attribute zu:
Die exozentrische Sicht besitzt nun Attribute aus beiden Sichten und nimmt daher eine Zwischenposition ein. Der Ausdruck exozentrisch sagt zunächst lediglich aus, dass eine Selbstreferenz Bestandteil dieser Sicht ist, was einem Attribut der geozentrischen Darstellung entspricht. Andererseits, und letztlich auch hauptsächlich, weist sie auch egozentrische Attribute wie die Beweglichkeit und die Detailtiefe auf.
Neuropsychologische Untersuchungen bezüglich dieser Bezugsysteme haben ergeben, dass egozentrische Repräsentationen im hinteren Parietallappen lokalisiert sind. Was die exozentrischen Repräsentationen betrifft, herrscht nach wie vor Uneinigkeit und letztlich größtenteils Unwissen vor. Diese konnten noch nicht lokalisiert werden.
Eine Reise
Betrachten wir nun eine einfache Reise, sagen wir einen Fußweg vom Hörsaal zum Markt. Die dabei ablaufenden Prozesse können laut Wickens treffend durch drei zentrale Fragen charakterisiert werden:
- „Wo bin ich?“ (Standort-Bestimmung): Diese Betrachtung ist statisch, da sie sich ausschließlich auf meine jetzige Position bezieht. Das genutzte Bezugsystem ist stark egozentrisch und geprägt von Begrifflichkeiten wie links, rechts, oberhalb, unterhalb, etc.
- „Wohin muss ich?“ (Zielpunkt-Bestimmung): Diese Betrachtung ist ebenfalls statisch, da sie sich ausschließlich auf den zukünftigen bzw. avisierten Standpunkt bezieht. Da in der Regel das Ziel außerhalb der direkten Sicht liegt, ist dieses Bezugssystem geozentrsisch und geprägt durch Begrifflichkeiten wie südlich, nördlich, Längengrad, Höhe über Null, etc.
- „Wie komme ich dorthin?“ (Wegermittlung): Dies ist nun der dynamische Aspekt bei der Reiseplanung, nämlich der Weg. An dieser Stelle findet nun der Teil mit dem größten mentalen Aufwand statt, da die egozentische Sicht zur Körperbewegung mit der geozentrischen Sicht des Ziels und der Wegpunkte übereinander gebracht werden müssen. Dabei finden Richtungstransformationen und Rotationen statt.
Neben der Routenplanung (Fort-Bewegung) ist die Standpunkt-Überprüfung („Ist wo ich bin da, wo ich sein soll?“) ein wichtiger Aspekt der Orientierung. Dieser Prozess muss selbst bei obigem Beispiel ständig stattfinden und bedarf ebenfalls einer geistigen Übersetzung der Bezugssysteme.
Aufgrund dieser auftretenden Transformationen, Rotationen und auch Selektionen kommt es zwangsläufig zu diversen Zeitverzögerungen, Fehlern und mentaler Arbeit. Daraus ergibt sich eine wichtige Herausforderung für die Konstrukteure grafischer Displays, nämlich die Unterstützung der Navigierenden und die weitestgehende Vermeidung dieser mentalen Arbeit.
Displays
Auf die Frage, wie denn nun Displays konzipiert sein müssen, um optimale Unterstützung zu gewährleisten, gibt es eine klare Antwort. Das Display-Konzept ist abhängig vom Verwendungszweck bzw. von der zu unterstützenden Aufgabe des Navigierenden. Es scheint nicht möglich zu sein, DAS Display zu entwerfen, mit dem gesteuert, beobachtet und Positionsbestimmungen durchgeführt werden können. Vielmehr stellt jede dieser Aufgaben eigene Anforderungen.
Das wohl grundsätzlichste Problem bei der Konzeption ist allerdings die Perspektive. Zur Abbildung der verschiedenen mentalen Bezugsysteme muss auch mit unterschiedlichen Kamerapositionen gearbeitet werden. In Abbildung 1 werden die verschiedenen Positionen erläutert, wobei von links nach rechts und von oben nach unten die Kameraanbindung sinkt.
Arbeit zitieren:
M.A. Ralph Backes, 2004, Räumliche Navigation nach C. D. Wickens, München, GRIN Verlag GmbH
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