Gliederung
Seiten
I. Grundlagen 7-9
1. Entstehungsgeschichte
2. Allgemeine Bedeutung und Funktion des Art. 23 GG
3. Grundsystematik des Art. 23 GG
a) Staatszielbestimmung
b) Integrationsöffnungs- und Struktursicherungsklausel - eigenständiger Schutz in der
europ. Rechtsordnung, Art. 23 I GG
c) Funktionen des Art. 23 I GG
aa) Art. 23 I S. 1 GG („Strukturklausel“)
bb) Art. 23 I S. 2 GG („Kompetenzübertragungsklausel“)
cc) Art. 23 I S. 3 GG („Verfassungsbestandsklausel“)
II. Staatsziel der europäischen Einigung (Art. 23 I GG) 9
III. Übertragung von Hoheitsrechten (Art. 23 I S. 2 GG) 10-13
1. Allgemeines
2 „Hoheitsrechte“: Identität mit Art. 24 I GG
3. Übertragung durch Gesetz
4. Schranken für die Übertragung von Hoheitsrechten (Art. 23 I S. 1, S. 3 GG)
5. „Europäische Sicherheitsunion“ und Art. 24 II GG
6. Vergleich von Art. 23 I und Art. 24 I a GG
a) Die Kompetenz des Bundes zur Übertragung von Hoheitsrechten auf die EU
bzw. europäische Gemeinschaftsrichtungen
b) Abgrenzung: die Länder
c) Abgrenzung von Art. 23 I GG zu Art. 24 I a GG
7. Zu Art. 79 III GG - Insbesondere Bestand - und Identitätsschutz der BRD
3
IV. Die Mitwirkungsrechte des BTages 13-14
1. Generelle Pflicht zur Mitwirkung
2. Information durch die BReg
3. „Stellungnahme“ des BTages und deren „Berücksichtigung“ durch die BReg
4. Schranken der Mitwirkungsrechte des BTages an der Gesetzgebung zur EU
V. Die Mitwirkungsrechte des BRates (Art. 23 II, IV-VI GG) 15-17
1. Historischer Hintergrund
2. Generelle Befugnis zur Mitwirkung sowie Informationspflicht der BReg
3. Beteiligung nach Art. 23 IV GG
4. Stellungnahme zu Rechtsetzungsvorhaben der EU und deren „Berücksichtigung“ durch die BReg 2 (Art. 23 II, IV, V S. 1 GG)
5. Schranken der Beteiligungsrechte des BRates an der Gesetzgebung zur EU
VI. Die Probleme der Beteiligung von BTag und BRat an der Gesetzgebung 17-18
und der Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern i. S. des Art. 23 GG
1. mangelnde Verbesserung der Mitwirkungsrechte des BTages
2. Art. 23 GG zu kompliziert gestaltet
3. keine Regelung für eine einfache Mehrheit im BRat
4. die Stellungnahmen von BRat und BTag widersprechen sich
5. Ist die Stellungnahme des BRates „schlicht“ oder „maßgeblich“?
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Literaturverzeichnis
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5
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Wilhelm, Paul, Europa im Gundgesetz: Der neue Artikel 23 GG, BayVBl., 1992, 705 ff.
6
Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz Art. Artikel BayVBl. Bayerisches Verwaltungsblatt BGBl. Bundesgesetzblatt BRat Bundesrat BRD Bundesrepublik Deutschland BTag Bundestag BT-Dr Bundestag-Drucksache BVerfGE Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts DVBl Deutsches Verwaltungsblatt EGV Vertrag über die Europäischen Gemeinschaften EU Europäische Union EuGRZ Europäische Grundrechtezeitschrift EUV Vertrag über die Europäische Union EUZBLG Gesetz über die Zusammenarbeit von Bund und Ländern in Angelegenheiten der EU
FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung GG Grundgesetz i.S. im Sinne i. V. in Verbindung NJW Neue Juristische Wochenschrift NVwZ Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht UnionsV Unionsvertrag ZEUBLG Gesetz über die Zusammenarbeit in Angelegenheiten der EU zwischen Bund und Ländern ZParl Zeitschrift für Parlamentsfragen ZRP Zeitschrift für Rechtspolitik
7
Text
I. Grundlagen
1. Entstehungsgeschichte
Als Voraussetzung für die Ratifizierung des Vertrages von Maastricht 1 über die EU mussten im Hinblick auf die neuen Regelungen in Art. 23, 28 (kommunales Ausländerwahlrecht 2 ) und 88 GG in Kraft treten 3 , weil der Vertrag von Maastricht eine Fülle von verfassungsrechtlichen Problemen aufgeworfen hat und das Grundgesetz noch nicht über die notwendigen verfassungsrechtlichen Ermächtigungen verfügte und eine unanfechtbare Rechtsgrundlage benötigte 4 . Der im Rahmen dieser Gesetzesnovelle neu eingeführte neue Art. 23 GG enthält die maßgeblichen verfassungsrechtlichen Bestimmungen für die Mitwirkung der BRD an der EU 5 und ist Ausdruck des Bemühens, die Verfassungsstrukturen der dynamischen Entwicklung des europäischen Integrationsprozesses anzupassen 6 . Ausdrücklich wird der bereits seit dem Jahre 1949 in der Präambel des GG enthaltene Auftrag in Art. 23 GG aufgegriffen, „in einem vereinten Europa“ dem Frieden der Welt zu dienen 7 . Es entstanden vor allem auch Zweifel, inwieweit die EU überhaupt noch als eine zwischenstaatliche Einrichtung i. S. des Art. 24 I GG angesehen werden könne 8 , über den quasi der gesamte europäische Integrationsprozess, vollzogen worden war 9 .
2. Allgemeine Bedeutung und Funktion des Art. 23 GG
Die Neuregelung des Art. 23 GG erfolgte mit dem Vertrag von Maastricht über die EU vom 07.02.1992, der am 01.11.1993 in Kraft getreten ist 10 , um den Beitritt der BRD zum EUV auf eine im GG verankerte Bestimmung zu gründen, die der fortschreitenden Integration Europas einen angemessenen Rahmen bietet 11 und ist am 25.12.1992 in Kraft getreten 12 . Art. 23 GG ist im Lichte des durch den Vertrag von Maastricht bewirkten Qualitätssprung zu sehen 13 . Bisher hatten nur die Präambel des GG und Art. 24 I GG es der BRD ermöglicht, sich an der Schaffung zwischenstaatlicher Organisationen zu beteiligen, die über eine eigene Hoheitsgewalt verfügen und deren Akte die Mitgliedstaaten und deren Staatsangehörige unmittelbar rechtlich zu binden vermögen 14 . EU i. S. von Art. 23 GG bedeutet allgemein, dass der europäische Einigungsprozess von der BRD mit
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Robert Tanania, 2004, Artikel 23 Grundgesetz: Verfassungsrechtliche Bestimmungen und Probleme, München, GRIN Verlag GmbH
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