Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis 5
1 Einleitung 6
2 Wachstum 7
2.1 Begriff des Wachstums 7
2.2 Probleme der Messung des Wirtschaftswachstums 7
2.3 Bedeutung des Wachstums 8
2.3.1 Allgemeine Betrachtung 8
2.3.2 Wachstum als wirtschaftspolitisches Ziel. 9
2.4 Einflussfaktoren des Wachstums 10
2.4.1 Produktivität und Bevölkerung 10
2.4.2 Bestimmungsfaktoren. 10
2.4.3 Faktor: Kapital 11
2.4.4 Faktor: Arbeit 11
2.4.5 Faktor: Boden / Natürliche Ressourcen 12
2.4.6 Technologisches Wissen. 13
2.4.7 Bevölkerungsanzahl. 14
3 Wirtschaftswachstum und Umwelt 15
3.1 Sichtweise der neoklassischen Wirtschaftstheorie. 15
3.2 Sichtweisen des Club of Rome 16
3.2.1 Der Club of Rome 16
3.2.2 Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ (1972) 18
3.2.3 Bericht „Jenseits der Grenzen des Wachstums“ (1988) 21
3.2.4 Bericht „Die neuen Grenzen des Wachstums“ (1992) 26
3.2.5 Bericht „Faktor Vier“ (1995 1997) 31
3.3 Nachhaltiges Wachstum. 33
4 Ansatzpunkte für Wachstumspolitik 34
4.1 Quantitatives Wachstum. 34
4.1.1 Begriff Quantitatives Wachstum. 34
4.1.2 Faktor: Kapital 35
4.1.3 Faktor: Arbeit 37
4.1.4 Faktor: Boden / Natürliche Ressourcen 38
3
4.1.5 Technologisches Wissen. 39
4.1.6 Bevölkerungsanzahl. 40
4.1.7 Eigentumsrechte schützen. 40
4.1.8 Freihandel fördern. 41
4.2 Qualitatives Wachstum 41
4.2.1 Begriff des Qualitatives Wachstum. 41
4.2.2 Internalisierung durch Haftungsrecht. 41
4.2.3 Internalisierung durch Steuern und Subventionen. 42
4.2.4 Umweltauflagen 42
4.2.5 Internalisierung durch Eigentumsrechte 43
4.3 Nachhaltigkeitspolitik 43
5 Schlussbetrachtung 46
Lite raturverzeichnis 49
4
Abkürzungsverzeichnis
BIP Bruttoinlandsprodukt bzw. beziehungsweise d.h. das heißt ebd. Ebenda f. folgende ff. fortfolgende ggf. gegebenenfalls Hrsg. Herausgeber S. Seite sog. so genannt vgl. vergleiche VWL Volkswirtschaftslehre z.B. zum Beispiel
5
1 Einleitung
Mit dem Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft vom 08.06.1967 wurde das Wirtschaftswachstum verbindlich zum politischen Ziel der Bundesrepublik Deutschland erklärt. Dort heißt es im § 1: „Bund und Länder haben bei ihren wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen die Erfordernisse des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts zu beachten. Die Maßnahmen sind so z u treffen, dass sie im Rahmen der marktwirtschaftlichen Ordnung gleichzeitig zur Stabilität des Preisniveaus, zu einem hohen Beschäftigungsstand und außenwirtschaftlichen Gleichgewicht bei stetigem und angemessenem Wirtschaftswachstum beitragen.“ 1
Auf der anderen Seite stellen sich seit jeher Wirtschaftswissenschaftler bei Wachstumseinbrüchen, die auf den ersten Blick nicht mit Konjunkturschwankungen begründet werden konnten, die Frage nach den möglichen Grenzen des Wachstums. 2
Diese grundlegende F rage s oll nachfolgend untersucht werden. Beginnend wird im Abschnitt 2 das Wirtschaftswachstum mit seinen Auswirkungen auf die individuelle Güterversorgung erklärt und betrachtet, ob bereits die Bestimmungsfaktoren des Wachstums begrenzt sind oder begrenzend wirken. In der weltweiten Diskussion, ob Wirtschaftswachstum begrenzt ist oder begrenzt werden sollte, werden unterschiedliche Thesen vertreten. Der Anschnitt 3 beschreibt das Problem anhand der neoklassischen Wirtschafts-theorie und als Gegenpool die Sichtweisen des Club of Rome, welche man als ökologische Ökonomik bezeichnen könnte. Darüber hinaus soll erörtert werden, wie es sich mit einem nachhaltigen Wachstums, als Konsens beider Sichtweisen verhält.
Abschließend wird aufgezeigt, welche Ansatzpunkte es für eine auf Quantität oder Qualität des Wachstums ausgerichtete P olitik gibt und wie sich die aktuelle Nachhaltigkeitspolitik dem Problem stellt.
1 Baßeler, U./Heinrich, J./Koch, W., Grundlagen und Probleme der VWL, 2002, S. 791
2 Vgl. Maußner, A./Klump, R., Wachstumstheorie, 1996. S. 21
6
2 Wachstum
2.1 Begriff des Wachstums
Unter Wirtschaftswachstum oder kurz Wachstum versteht man allgemein eine Veränderung der Produktion an Gütern und Dienstleistungen eines Jahres im Vergleich zum Vorjahr. Dies bedeutet natürlich, dass auch eine entsprechende Veränderung zum Vorjahr erfolgte. Das Produktionspotential stellt dabei die volkswirtschaftlichen Produktionsmö glichkeiten dar und kann somit auch als volkswirtschaftliches Leistungsvermögen beschrieben werden. 3 4 Man unterscheidet den Zuwachs als positives Wachstum und die Abnahme als negatives Wachstum. 5
Andere volkswirtschaftliche Definitionen beschränken sich ausschließlich auf den positiven Begriff und bestimmen eine anhaltende Zunahme des Angebots an Gütern und Dienstleistungen oder bezeichnen den Anstieg des realen Bruttoeinkommens pro Kopf der Bevölkerung als Wachstum. 6 Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist unter anderem ein Maß für dieses volkswirtschaftliche Leistungsvermögen. Es stellt den Marktwert aller für den Endverbrauch bestimmten Waren und Dienstleistungen, die in einem Land in einem bestimmten Zeitabschnitt hergestellt werden, dar. 7 Damit ist das BIP grundsätzlich geeignet um Veränderungen der volkswirtschaftlichen Leistung im Zeitablauf abzubilden und ist somit auch ein Indikator für wirtschaftliches Wachstum. Insbesondere das BIP pro Kopf dient zur Messung des Wirtschaftswachstums, um Einflüsse von Veränderungen der Bevölkerungszahl eines Landes auszuschließen.
2.2 Probleme der Messung des Wirtschaftswachstums
Das BIP als Indikator für Wirtschaftswachstum ist jedoch nicht unumstritten. Beispielsweise werden nur marktmäßige Leistungen erfasst. Das bedeutet, dass Leistungen aus dem Bereich der Selbstversorgung, wie Hausfrauentätigkeit,
3 Vgl. Neubäumer, R./Hewel, B., VWL: Grundlagen der VWL und VWL-Polit., 2001, S. 413 f.
4 Vgl. Baßeler, U./Heinrich, J./Koch, W., Grundlagen und Probleme der VWL, 2002, S. 743 f.
5 Vgl. Schubert/Klein, Das Politiklexikon, 2001, (Internet)
6 Vgl. Neubäumer, R./Hewel, B., VWL: Grundlagen der VWL und VWL-Polit., 2001, S. 419
7 Vgl. Mankiw, N.G., Grundzüge der VWL, 2001, S. 522 f.
7
hobbymäßige Gartenarbeit oder auch Schwarzarbeit, die durchaus einen volkswirtschaftlichen Nutzen haben, nicht in das BIP einfließen und deshalb auch keinen Einfluss auf das so gemessene Wirtschaftswachstum haben. Die Leistungen des Staates werden nicht nach ihrem Nutzen bewertet, sondern fließen nur mit ihren Kosten ein. Belastungen der Umwelt oder auch ihr Nutzen sind schwer zu bewerten und deshalb nur bedingt im BIP enthalten. 8
2.3 Bedeutung des Wachstums
2.3.1 Allgemeine Betrachtung
Wie bereits beschrieben, bedeutet Wirtschaftswachstum eine anhaltende Zunahme des Angebots an Gütern und Dienstleistungen. Durch die gestiegene Produktion ist es den Menschen möglich, ihre materiellen Bedürfnisse besser zu befriedigen. Vordringlich werden in vielen Ländern der Welt die elementaren Grundbedürfnisse befriedigt und in den entwickelten Industrienationen geht eher um eine größere Auswahl für die Konsumenten, um Freizeitaktivitäten, kulturelle Bedürfnisse oder Maßnahmen zur Erhaltung der Umwelt.
Es wird immer häufiger gefordert, das quantitative Wachstum zu verlangsamen und die Lebensqualität als ein qualitatives Wachstum zu fördern. Qualität schließt die Quantität des Wachstums aber nicht aus, sondern benötigt eine Mengenausweitung vielmehr. Ohne quantitatives Wachstum, fehlen die Mittel die qualitativen Vorhaben umzusetzen, ohne bestehende Besitzstände anzugreifen. Umweltschäden und andere negative Auswirkungen sind nicht durch das Wachstum an sich bedingt, es liegt hauptsächlich an der Struktur und der Wahl der Mittel. 9
8 Vgl. Siebert, H., Einführung in die VWL, 2003, S. 379 f.
9 Vgl. Teichmann, U., Wirtschaftspolitik, 1993, S. 90 ff.
8
2.3.2 Wachstum als wirtschaftspolitisches Ziel
Anhand dieser allgemeinen Betrachtungsweise der Bedeutung des wirtschaftlichen Wachstums können nun verschiedene Punkte abgeleitet werden, die dazu führen, dass Wachstum zum erklärten Ziel der Wirtschaftspolitik wird.
Durch die verbesserte Güterversorgung, welche durch Wachstum bedingt ist, wird die Knappheit an Gütern und Dienstleistungen reduziert. Durch Wachstum werden die Finanzierung öffentlicher Güter und die Bereitstellung sozialer Sicherheit durch den Staat erleichtert, da sich durch Wirtschaftswachstum die Staatseinnahmen erhöhen. Des Weiteren steigt bei wachsender Wirtschaft die Nachfrage nach Arbeit, somit sinkt auch die Arbeitslosigkeit. Es wird auch angenommen, dass aufgrund der Zuwächse eine bessere Verteilung und Umverteilung möglich ist. Dieses bedeutet, dass sich die Einkommen harmonisieren können, auf globaler Ebene entsprechend durch Entwicklungshilfe. Auch war das Wirtschaftswachstum zum Vergleich von Wirtschaftsordnungen bis zum Zusammenbruch des „Ostblocks“ sehr beliebt. Heute dient es auch weiterhin als Maß zwischen einzelnen Staaten. 10 11 12
Mit dem Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft vom 08.06.1967, wie einleitend aufgeführt, wurde das Wirtschaftswachstum zum politischen Ziel erklärt. 13
Es wird als erwiesen angesehen, dass die vier Ziele (Wirtschaftswachstum, Stabilität des Preisniveaus, außenwirtschaftliches Gleichgewicht, hoher Beschäftigungsstand) nicht gleichzeitig erreicht werden können. 14 Im angegebenen Gesetzestext ist vom angemessen Wachstum die Rede. Als angemessen in diesem Zusammenhang gilt eine Zuwachsrate der Produktion, die notwendig ist, um bestimmte andere wirtschafts- oder gesellschaftspolitische Ziele zu erreichen. 15
10 Vgl. Siebert, H., Einführung in die VWL, 2003, S. 379 f.
11 Vgl. Teichmann, U., Wirtschaftspolitik, 1993, S. 95 f.
12 Vgl. Baßeler/Heinrich/Koch, Grundlagen und Probleme der VWL, 2002, S. 745
13 Vgl. Baßeler/Heinrich/Koch, Grundlagen und Probleme der VWL, 2002, S. 791
14 Vgl. Clement, R./Terlau, W., Grundlagen der angewandten Makroökonomie, 1998, S. 100 f.
15 Vgl. Neubäumer, R./Hewel, B., VWL: Grundlagen der VWL und VWL-Polit., 2001, S. 419
9
Mit Wirtschaftswachstum versucht die Wirtschaftspolitik oftmals grundlegende wirtschafts- und gesellschaftspolitische Ziele, wie z.B. Freiheit, soziale Gerechtigkeit und Sicherheit zu erreichen. Daher muss W achstum nicht grundsätzlich als primäres Ziel betrachtet, sondern optimales Wachstum kann auch als Zwischenziel verfolgt werden. 16
2.4 Einflussfaktoren des Wachstums
2.4.1 Produktivität und Bevölkerung
Das Bruttoinlandsprodukt ist der Marktwert aller für den Endverbraucher bestimmten Waren und Dienstleistungen, die in einem Land in einem bestimmten Zeitabschnitt hergestellt werden. Somit spiegelt das BIP den Lebensstandard eines Landes oder einer Gesellschaft wieder. 17 Die Produktivität stellt dabei die Menge der Waren und Dienstleistungen dar, die innerhalb einer Arbeitsstunde herstellt werden. Produktivität ist somit ein maßgeblicher Einflussfaktor für den Lebensstandard eines Landes oder einer Gesellschaft. Das Produktivitätswachstum bestimmt das Wachstum des Lebensstandards und somit auch das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes. 18 Die Frage ist jedoch, ob wir mit einer absoluten Zunahme des Wirtschaftswachstums zufrieden sind? Es kommt vielmehr darauf an, dass sich die individuelle Güterversorgung verbessert. Daher wird im Regelfall das BIP als Pro-Kopf-Wert angegeben, was bedeutet, dass ein weiterer maßgeblicher Einflussfaktor die Bevölkerungsanzahl bzw. das Bevölkerungswachstum ist. 19
2.4.2 Bestimmungsfaktoren
Als Bestimmungsfaktoren des Wachstums können die Bevölkerungszahl und die Produktivität, welche durch die Kombination der Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital sowie dem technischen Fortschritt beeinflusst wird, festgehalten werden. Arbeit und Kapital unterscheidet man weiterhin nach
16 Vgl. Neubäumer, R./Hewel, B., VWL: Grundlagen der VWL und VWL-Polit., 2001, S. 419
17 Vgl. Mankiw, N.G., Grundzüge der VWL, 2001, S. 522 f.
18 Vgl. Mankiw, N.G., Grundzüge der VWL, 2001, S. 562 f.
19 Vgl. Bartling, H./Luzius, F., Grundzüge der VWL: Einführung in die Wirtschaftstheorie und
Wirtschaftspolitik, 2002, S. 24ff.
10
Qualität und Quantität und Boden nach Abbauboden, Anbauboden und als Standort. 20
2.4.3 Faktor: Kapital
Das Kapital oder Realkapital umfasst den Bestand an produzierten Produktionsmitteln, die für die Erstellung von Waren und Dienstleistungen verwendet werden. Somit stellt Realkapital einen Input des Produktionsprozesses dar, der in der Vergangenheit bereits ein Output des Selbigen war. 21
Der Produktionsfaktor Kapital wird in Einsatzmenge und Qualität unterteilt.
Eine Qualitätsverbesserung folgt einer technischen Neuerung, die nicht genau vorhersagbar ist, siehe auch Punkt 2.3.1.4. Die Erhöhung der Einsatzmenge von Kapital ist auf der anderen Seite planbar. 22
Da der Bestand an produzierenden Produktionsmitteln, das Realkapital, wieder Kapital in Form von Waren und Dienstleistungen produziert, erneuert sich dieser Produktionsfaktor ständig selbst. 23
Eine andere Entwicklung tritt auf, wenn zur Finanzierung im übermäßigen Umfang Kredite aufgenommen werden. Da diese durch Zinsen und Tilgung die zukünftigen Möglichkeiten für Investitionen wiederum einschränken. 24
2.4.4 Faktor: Arbeit
Auch dieser Produktionsfaktor wird in Einsatzmenge und Qualität aufgeteilt.
Die Qualität der Arbeit lässt sich verbessern, man spricht auch hier von einem produzierbaren Produktionsfaktor, dem Humankapital. Humankapital
20 Vgl. Bartling, H./Luzius, F., Grundzüge der VWL: Einführung in die Wirtschaftstheorie und
Wirtschaftspolitik, 2002, S. 24ff.
21 Vgl. Mankiw, N.G., Grundzüge der VWL, 2001, S. 564.
22 Vgl. Bartling, H./Luzius, F., Grundzüge der VWL: Einführung in die Wirtschaftstheorie und
Wirtschaftspolitik, 2002, S. 27f.
23 Vgl. Mankiw, N.G., Grundzüge der VWL, 2001, S. 564
24 Vgl. Baßeler/Heinrich/Koch, Grundlagen und Probleme der VWL, 2002, S. 880
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Arbeit zitieren:
Ralf Babuke, 2004, Wirtschaftpolitik - Grenzen des Wachstums, München, GRIN Verlag GmbH
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