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Stress im Zusammenhang mit kleinen Handlungsspielräumen

Title: Stress im Zusammenhang mit kleinen Handlungsspielräumen

Term Paper , 2003 , 37 Pages

Autor:in: Birgit Brenncke (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
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In der heutigen Gesellschaft klagen unzählige Menschen über Stress. Im modernen Arbeitsleben ist der Stress sowohl durch die eigene Persönlichkeitsstrukur als auch durch Arbeitssituationen bedingt, die sich für die Beschaffenheit des menschlichen Organismus als belastend erweisen. Die individuelle Lebenssituation aber vor allem auch die Belastungsintensität der Anforderungen, die an den Einzelnen gestellt werden, wirken sich in ihrer Bedeutsamkeit unterschiedlich auf den jeweiligen Menschen aus. Belastungen oder Gefahrensituationen können Prozesse des Körpers in ihren Zusammenwirken beieinträchtigen. Der menschliche Organismus hat die Fähigkeit auf belastende Situationen mit Abwehrmechanismen zu reagieren, die den Körper in einen angeregten Zustand versetzen, um mögliche Gefahren abzuwenden. Diese Maßnahmen sind in vielen Fällen zweckmäßig, um den Organismus vor zu starker Beeinträchtigung zu schützen.
Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, in wie fern das Ausmaß des Handlungsspielraums einer Arbeitstätigkeit einen Einfluss auf das Empfinden oder auf die Verarbeitung von Stress hat. Da für die Arbeitseffizienz die Arbeitszufriedenheit und - motivation im Unternehmen eine große Rolle spielt, haben Vorüberlegungen zur Arbeitsgestaltung eine wichtige Auswirkung auf die Wirtschaftlichkeit.
In Hinblick auf die Fragestellung nach den Bedingungen einer persönlichkeitsförderlichen Arbeitsgestaltung nimmt die Diskussion um die Flexibilitätsförderung durch Erweiterung der Handlungsspielräume eine Schlüsselstellung ein. Monotonie, Einseitigkeit und hohe Fremdbestimmung - die Kennzeichen einer Tätigkeit mit geringem Handlungsspielraum - begünstigen die Empfindung, einer belastenden Situation ausgesetzt zu sein und somit die Entstehung von Stress.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Stress und seine Wirkungen

2.1. Definitorische Eingrenzung des Begriffes „Stress“

2.2. Belastungen und Stressoren am Arbeitsplatz

2.3. Die Auseinandersetzung der Person mit den Belastungen

3. Die Charakterisierung des Handlungsspielraums

3.1. Definitorische Eingrenzung des Begriffes „Handlungsspielraum“

3.2. Bestehende Konzepte zur Charakterisierung des Handlungsspielraums

3.3. Auswirkungen einer Handlungsspielraumerweiterung

4. Stress als Folgeerscheinung eines kleinen Handlungsspielraums

4.1. Kennzeichen eines kleinen Handlungsspielraums

4.2. Auswirkungen eines kleinen Handlungsspielraums auf die Arbeitstätigkeit

4.3. Belastende Faktoren einer Arbeitstätigkeit mit kleinem Handlungsspielraum

4.4. Die Ergebnisse von Untersuchungen zum Thema Stress und kleiner Handlungsspielraum

4.5. Der Zusammenhang zwischen Anforderungen der Arbeit und dem Handlungsspielraum nach Karasek

5. Vorstellung geeigneter Tests zur empirischen Untersuchung

5.1. Methodische Probleme bei der empirischen Untersuchung

5.2. Tests zur empirischen Untersuchung

5.2.1. Der Fragebogen zur Arbeitsanalyse (FAA) und das Arbeitswissenschaftliche Erhebungsverfahren zur Tätigkeitsanalyse (AET)

5.2.2. Das Job Diagnostic Survey (JDS)

5.2.3. Das Verfahren zur Ermittlung von Regulationserfordernissen in der Arbeitstätigkeit (VERA)

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht theoretisch den Zusammenhang zwischen der Gestaltung von Arbeitsbedingungen, insbesondere kleinen Handlungsspielräumen, und der Entstehung von Stress bei Arbeitnehmern. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eingeschränkte Autonomie und Fremdbestimmung zur Stressentstehung beitragen und welche psychologischen Mechanismen dabei eine Rolle spielen.

  • Psychologische Stresskonzepte im Kontext von Belastung und Beanspruchung.
  • Charakterisierung und Dimensionen des Handlungsspielraums (Entscheidung, Tätigkeit, Interaktion).
  • Die Auswirkungen tayloristischer Arbeitsstrukturen auf Motivation und Gesundheit.
  • Vorstellung diagnostischer Instrumente zur empirischen Erfassung von Stress und Arbeitsbedingungen.

Auszug aus dem Buch

4.2. Auswirkungen eines kleinen Handlungsspielraums auf die Arbeitstätigkeit

Als ein Beispiel für ein umgesetztes Modell einer Arbeitsgestaltung mit hoher Fremdkontrolle und geringer Autonomie soll zunächst das von Taylor vorgestellt werden. Dadurch wird verdeutlicht, welche Auswirkungen eine Arbeitstätigkeit bewirkt, die auf allen drei Ebenen des Handlungsspielraumkonzeptes einen kleinen Handlungsspielraum aufweist:

Es hat sich folgendermaßen gezeigt, dass die Entwicklung von Arbeitskompetenz und Motivation durch die tayloristische Arbeitsstrukturierung im Arbeitsprozess abhanden kommt. Die durch Taylor (1911) begründete Arbeitsgestaltung basierte auf hoher Arbeitsteilung, kurzzyklischen Taktzeiten, hoher Fremdbestimmung und einem minimalen Handlungsspielraum. Die Zielsetzung mit diesem „one best way“, die Arbeitsausführung und -produktion zu optimieren, hatte zur Folge, dass nicht nur der Arbeitsprozess sondern auch der Arbeiter vollkommen kontrolliert wurde. Die starke Einschränkung des Handlungsspielraums bedeutete, dass keine Entfaltung oder Entwicklung menschlicher Fähigkeiten mehr möglich war. Ein Beispiel für die Umsetzung von Taylors Konzept ist die Fließbandarbeit. Die Arbeit am Fließband ist somit gleichzeitig zu einem Symbol des Fortschrittes aber auch der Verarmung der Arbeitstätigkeit geworden (vgl. Wiendieck, 1994, S.188-189).

Es ist ersichtlich, dass die mit der Zentralisierung der Arbeitssteuerung verbundene Entmündigung des einzelnen Arbeiters, die hohe Aufgabenspezialisierung und die Trennung von Hand- und Kopfarbeit eine belastende Situation für den Menschen darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik von Stress in der modernen Arbeitswelt ein und formuliert die zentrale Fragestellung nach dem Einfluss des Handlungsspielraums auf die Stressverarbeitung.

2. Stress und seine Wirkungen: Dieses Kapitel definiert den Stressbegriff anhand verschiedener theoretischer Modelle und beleuchtet die psychologischen sowie physiologischen Aspekte von Belastungen am Arbeitsplatz.

3. Die Charakterisierung des Handlungsspielraums: Hier werden das Konzept des Handlungsspielraums und seine verschiedenen Dimensionen wie Tätigkeits-, Entscheidungs- und sozialer Interaktionsspielraum theoretisch fundiert.

4. Stress als Folgeerscheinung eines kleinen Handlungsspielraums: Das Kernkapitel analysiert den direkten Zusammenhang zwischen eingeschränkten Handlungsspielräumen, Stress und Arbeitsbelastung, illustriert an Beispielen wie der Fließbandarbeit.

5. Vorstellung geeigneter Tests zur empirischen Untersuchung: Der Abschnitt bietet einen Überblick über methodische Ansätze und Standardinstrumente (FAA, AET, JDS, VERA) zur empirischen Messung von Arbeitsbedingungen und Stress.

6. Schlusswort: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung einer persönlichkeitsförderlichen Arbeitsgestaltung für die Gesundheit und Zufriedenheit der Beschäftigten.

Schlüsselwörter

Stress, Handlungsspielraum, Arbeitsgestaltung, Belastung, Beanspruchung, Arbeitstätigkeit, Fremdbestimmung, Autonomie, Arbeitszufriedenheit, Stressprävention, Taylorismus, Arbeitsanalyse, psychische Gesundheit, Regulationserfordernisse, Arbeitsmotivation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den theoretischen Zusammenhang zwischen der Gestaltung von Arbeitsbedingungen, insbesondere dem Ausmaß des Handlungsspielraums, und der Entstehung von arbeitsbedingtem Stress.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die psychologischen Konzepte von Stress und Belastung, die theoretische Definition des Handlungsspielraums sowie die Analyse der Auswirkungen restriktiver Arbeitsstrukturen auf den Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die wissenschaftliche These zu begründen, dass ein zu geringer Handlungsspielraum – geprägt durch hohe Fremdbestimmung – als Belastung wirkt und die Entstehung von Stress begünstigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Hausarbeit, die bestehende Konzepte, Studien und Arbeitsmodelle der Arbeits- und Organisationspsychologie zusammenführt, um den Zusammenhang systematisch darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Stressbegriffe, die Charakterisierung von Handlungsspielräumen, die Analyse von Stressfolgen bei kleinen Handlungsspielräumen sowie die Vorstellung diagnostischer Tests.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Stress, Handlungsspielraum, Arbeitsgestaltung, Belastung, Autonomie und Arbeitszufriedenheit.

Warum wird die Fließbandarbeit als Beispiel angeführt?

Die Fließbandarbeit dient als klassisches Beispiel für eine Arbeitsstruktur mit hoher Fremdbestimmung und minimalem Handlungsspielraum, um die negativen Auswirkungen auf Motivation und psychische Gesundheit zu verdeutlichen.

Welchen Stellenwert haben die vorgestellten Tests?

Die Tests wie der AET oder JDS dienen als empirische Werkzeuge, die es erlauben würden, die theoretisch aufgestellte These des Zusammenhangs von Stress und Handlungsspielräumen in der Praxis zu überprüfen.

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Details

Title
Stress im Zusammenhang mit kleinen Handlungsspielräumen
College
University of Hagen  (Institut für Arbeits- und Organisationspsychologie)
Author
Birgit Brenncke (Author)
Publication Year
2003
Pages
37
Catalog Number
V32591
ISBN (eBook)
9783638332699
ISBN (Book)
9783638719612
Language
German
Tags
Stress Zusammenhang Handlungsspielräumen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Birgit Brenncke (Author), 2003, Stress im Zusammenhang mit kleinen Handlungsspielräumen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32591
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