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Strategien und Merkmale nationalsozialistischer Sprache

Title: Strategien und Merkmale nationalsozialistischer Sprache

Term Paper , 2004 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Hermes (Author), Dale Koch (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Seminararbeit setzt sich mit den sprachlichen Merkmalen
nazistischer Sprache auseinander. Diese wird hierbei nicht in ihrer Gesamtheit
betrachtet (z.B. unter Berücksichtigung der Alltagsprache) sondern der Focus wird
selektiv auf die propagandistisch-politische Dimension des Sprachgebrauchs
gelenkt. Im Zentrum der Untersuchung stehen daher die charakteristischen
Merkmale der Sprache, so wie sie vor allem in den öffentlichen Printmedien zum
Ausdruck kamen.
Aus der Vielzahl an vorhandenen Zeitungen wurde sich im Rahmen des Seminars
„Die Sprache in der Politik“ (Sommersemester 2004, Universität Trier) für die
von Joseph Goebbels herausgegebene Zeitung „Der Angriff“ (1927-1945)
entschieden. Für die konkrete Textanalyse eignet sich die Zeitung vor allem daher,
weil der ehemalige Gauleiter von Berlin besonders in der Zeit zwischen 1927 und
1930 regelmäßig Leitartikel im Angriff selbst publizierte. Dabei spiegeln die
polemischen Aufsätze im besonderen Maße die Perfidität aggressiver
propagandistischer Sprache wider.
Ausgehend von einem knappen Zeitungsportrait (Kap. I) werden in einem zweiten
Schritt die wesentlichen theoretischen Grundlagen der Analyse nationalsozialistischer
Sprache – so wie sie sich in der entsprechenden Fachliteratur
herauskristallisieren – deskriptiv zusammengefasst (Kap. II). Die relevanten
Erkenntnisse zu diesem Thema resultieren aus den Arbeiten von BORK (1970),
SCHNEIDER (1976), Krupp (1992) und SCHIEWE (1998). Speziell mit der Zeitung
„Der Angriff“ hat sich schließlich KESSEMEIER (1967) auseinandergesetzt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt im Anschluss darin, die unter Kap. II
herausgearbeiteten theoretischen Aspekte auf den konkreten Fall anzuwenden
(Kap. III). In der Analyse eines goebbel’schen Leitartikels soll überprüft werden,
ob die typischen Sprachmerkmale tatsächlich ausfindig gemacht werden können.
Sofern dies der Fall ist, soll deren latente Bedeutung im Gesamtzusammenhang
des Textes ansatzweise interpretiert werden. Insofern ergibt sich der Sinn des
Artikels aus den wechselseitigen Beziehungen sprachlicher Einzelmerkmale. Im
Vordergrund steht hierbei die zentrale Frage, inwieweit die in der Fachliteratur
auffindbaren theoretischen Grundlagen auf den konkreten Einzelfall anwendbar
sind. Ein Fazit fasst die Ergebnisse in der Gesamtschau zusammen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. „Der Angriff“ – Portrait einer NS-Zeitung

II. Theoretische Grundlagen nazistischer Sprache

2.1 Der propagandistische Zweck nazistischer Sprache

2.2 Merkmale und Strategien nazistischer Sprache

2.2.1 Formale Merkmale nazistischer Sprache

2.2.2 Inhaltliche Merkmale nazistischer Sprache

III. Exemplarische Textanalyse

3.1 Äußere Struktur und Inhalt des Artikels

3.2 Sprachliche Merkmale der Bewusstseinslenkung

IV. Fazit

V. Literatur

VI. Anhang

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die propagandistisch-politische Dimension der nationalsozialistischen Sprache, wobei der Fokus auf den charakteristischen Sprachmerkmalen liegt, wie sie insbesondere in öffentlichen Printmedien zum Ausdruck kamen. Das primäre Ziel ist die exemplarische Anwendung theoretischer Grundlagen auf einen Leitartikel von Joseph Goebbels aus der Zeitung „Der Angriff“, um zu prüfen, inwieweit sprachliche Manipulationsstrategien im konkreten Textbeispiel identifizierbar sind und zur Bewusstseinslenkung beitragen.

  • Historische Einordnung und Analyse der NS-Zeitung „Der Angriff“.
  • Darstellung theoretischer Grundlagen der NS-Sprache und ihrer propagandistischen Zwecksetzung.
  • Systematische Analyse formaler und inhaltlicher sprachlicher Strategien.
  • Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Sprachgebrauch und Bewusstseinslenkung am Fallbeispiel.

Auszug aus dem Buch

3.2 Sprachliche Merkmale der Bewusstseinslenkung

Ist der objektive Inhalt des Leitartikels in der eben beschriebenen Art und Weise kurz und bündig, so ist die eigentliche, zwischen den Zeilen liegende Botschaft wesentlich komplexer und kann unter Zuhilfenahme der sprachlichen Strategien in einem Deutungsansatz offengelegt werden. Zu diesem Zweck werden die festgestellten Sinnabschnitte systematisch betrachtet.

Die Einleitung weist eine Doppelfunktion auf. Zum einen nähert sie sich dem Thema an, zum anderen sind hier bereits manipulative Elemente enthalten. Goebbels suggeriert in den ersten Sätzen des Leitartikels, dass „jeder Deutsche“ (Z.1) offensichtlich von seinem Bürgerrecht der feien Meinungsäußerung Gebrauch machen darf. Die Möglichkeit, sich innerhalb der deutschen Gesellschaft einer bestimmten Gruppierung oder inneren Einstellung anzuschließen, soll im rationalen Diskurs „[...] durch Diskussionen in Rede und Gegenrede [...]“ (Z. 6-7) ermöglicht sein. Hiervon bleibt allerdings die „Judenfrage“ (Z. 7) unberührt. Sie wird zu einem Sonderfall, zu einer Tabu-Frage hochstilisiert. Unterschwellig wird die jüdische Bevölkerung damit bereits an den Randbereich des gesellschaftlichen Lebens gedrängt und von den deutsch-arischen Bürgern scharf abgegrenzt. Die einleitenden Sätze des Artikels haben darüber hinaus auch zur Folge, dass der potentielle Leser, durch die geschickte Forcierung der „Judenfrage“ zu einem Tabuthema, eine Erwartungshaltung aufbaut und nun wissen möchte, worin die Spezifika des Juden begründet sind und warum die Juden überhaupt dem Tabubereich zuzuordnen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es werden die Zielsetzung der Arbeit, die Auswahl des Primärquellentextes („Der Angriff“) sowie die methodische Vorgehensweise skizziert.

I. „Der Angriff“ – Portrait einer NS-Zeitung: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Gründung und Entwicklung der Zeitung unter Joseph Goebbels als propagandistisches Instrument.

II. Theoretische Grundlagen nazistischer Sprache: Hier werden zentrale theoretische Konzepte über die Instrumentalisierung von Sprache im Nationalsozialismus dargelegt, insbesondere deren Zweck zur Herrschaftslegitimation.

2.1 Der propagandistische Zweck nazistischer Sprache: Die Analyse konzentriert sich auf die bewusste Steuerung der Sprache durch eine Elite zur Manipulation des öffentlichen Bewusstseins.

2.2 Merkmale und Strategien nazistischer Sprache: Dieses Kapitel systematisiert die verschiedenen linguistischen Mittel, die der Propagandatätigkeit dienten.

2.2.1 Formale Merkmale nazistischer Sprache: Es werden formale Aspekte wie Syntax, Wortwahl (Substantivierungen, Abkürzungen) und der Einsatz von Superlativen untersucht.

2.2.2 Inhaltliche Merkmale nazistischer Sprache: Der Schwerpunkt liegt auf inhaltlichen Strategien wie der Wortumdeutung, Pejoration und Melioration von Begriffen.

III. Exemplarische Textanalyse: Die theoretischen Ansätze werden auf einen konkreten Leitartikel von Joseph Goebbels angewendet.

3.1 Äußere Struktur und Inhalt des Artikels: Es erfolgt eine formale deskriptive Analyse der Struktur sowie eine inhaltliche Zusammenfassung des Artikels.

3.2 Sprachliche Merkmale der Bewusstseinslenkung: Dies ist der Kern der Analyse, in dem die spezifischen sprachlichen Manipulationsmechanismen innerhalb des Leitartikels interpretiert werden.

IV. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Bedeutung der Verknüpfung einzelner Sprachstrategien für deren Gesamtwirkung betont.

V. Literatur: Verzeichnis der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen.

VI. Anhang: Dokumentation der Primärquelle, des Leitartikels „Der Jude“.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Propaganda, NS-Sprache, Goebbels, Der Angriff, Sprachmanipulation, Bewusstseinslenkung, Wortumdeutung, Pejoration, Leitartikel, Antisemitismus, Rhetorik, Instrumentalisierung, Ideologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sprachlichen Mittel und propagandistischen Strategien, die im Nationalsozialismus eingesetzt wurden, um das Denken und Empfinden der Bevölkerung im Sinne der NS-Ideologie zu steuern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen nazistischer Sprachregelung, der Aufbau eines Propagandaapparates sowie die konkrete Untersuchung, wie Sprache zur Diffamierung und Bewusstseinslenkung instrumentalisiert wurde.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, durch eine exemplarische Textanalyse eines goebbel'schen Leitartikels zu demonstrieren, wie die in der Fachliteratur beschriebenen Sprachmerkmale in der Praxis angewendet wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine deskriptive linguistische Analyse durchgeführt, die den Primärtext nach formalen und inhaltlichen Kriterien systematisch auswertet und im Kontext der Fachliteratur interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Sprachstrategien (wie Superlative, Wortumdeutungen, nominaler Stil) und deren direkte Anwendung auf den untersuchten Leitartikel aus der Zeitung „Der Angriff“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Propaganda, Sprachmanipulation, Bewusstseinslenkung, Wortumdeutung, NS-Ideologie und Antisemitismus charakterisiert.

Warum wurde die Zeitung „Der Angriff“ als Fallbeispiel gewählt?

Sie wurde gewählt, weil Joseph Goebbels als Gauleiter von Berlin zwischen 1927 und 1930 regelmäßig Leitartikel verfasste, die die aggressive propagandistische Sprache in besonderem Maße widerspiegeln.

Welche Bedeutung kommt dem Begriff „Rabulistik“ im analysierten Artikel zu?

Der Begriff wird vom Autor bewusst pejorativ verwendet, um rationalen Diskurs und intellektuelle Fähigkeiten als hinterhältig abzuwerten und den Leser gegen eine inhaltliche Auseinandersetzung mit jüdischen Argumenten zu immunisieren.

Wie trägt der Superlativ zur nationalsozialistischen Sprachlenkung bei?

Der Superlativ dient dazu, die eigene Ideologie zu überhöhen, keine kritische Distanz zu dulden und die Wirklichkeit zugunsten einer monumentalen, emotional aufgeladenen Darstellung zu verschleiern.

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Details

Title
Strategien und Merkmale nationalsozialistischer Sprache
College
University of Trier  (Fachbereich II (Germanistik))
Course
Sprache in der Politik
Grade
1,3
Authors
Christian Hermes (Author), Dale Koch (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V32718
ISBN (eBook)
9783638333719
Language
German
Tags
Strategien Merkmale Sprache Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Hermes (Author), Dale Koch (Author), 2004, Strategien und Merkmale nationalsozialistischer Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32718
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