II
INHALTSVERZEICHNIS
TABELLENVERZEICHNIS IV
ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS VII
SYMBOLVERZEICHNIS IX
1 EINLEITUNG 1
1.1 Motivation 1
1.2 Handlungsbedarf 2
1.3 Zielsetzung dieser Arbeit 3
1.4 Vorgehen in dieser Arbeit 3
2 GRUNDLAGEN UND STAND DER FORSCHUNG 5
2.1 Begriffliche Grundlagen. 5
2.1.1 Technologie 5
2.1.2 Technologietreiber und technologische Cashflow-Treiber. 7
2.1.3 Produzierende Unternehmen. 10
2.1.4 Cashflow 10
2.2 Stand der Forschung. 15
2.2.1 Kennzahlensysteme für Finanz- und Erfolgsgrößen. 15
2.2.1.1 Definition Kennzahlen und Kennzahlensysteme. 15
2.2.1.2 DuPont-Kennzahlensystem 17
2.2.1.3 R/L-Kennzahlensystem 18
2.2.1.4 ZVEI-Kennzahlensystem. 20
2.2.2 Empirische Untersuchungen zu Einflussfaktoren auf den
Unternehmenserfolg. 22
2.2.2.1 PIMS-Programm. 22
2.2.2.2 Erfolgsfaktoren neuer Produkte nach COOPER 25
2.2.2.3 Droege Co. Produktionsstudie. 26
2.2.3 Ansätze des wertorientierten Managements 27
2.2.3.1 Werttreibermodell nach RAPPAPORT 28
2.2.3.2 Werttreibermanagement mit der Balanced Scorecard nach
T ÖPFER 29
2.2.3.3 EVA-Treiberbaum nach FISCHER 31
2.2.4 Zusammenfassung Stand der Forschung 33
INHALTSVERZEICHNIS III
3 KONZEPTION DER MODELLBILDUNG 35
3.1 Randbedingungen der Modellbildung. 35
3.2 Vorgehen zur Modellbildung 36
3.3 Formale Modellierung der Cashflow-Pyramide. 37
3.4 Formale Modellierung der technologischen Einflussfaktoren 38
4 ENTWICKLUNG DER CASHFLOW-PYRAMIDE 40
4.1 Begriffe und Verfahren der Kostenrechnung 40
4.2 Analyse des Cashflows produzierender Unternehmen. 44
4.2.1 Cashflow-Analyse nach SIEGWART (1990) 44
4.2.2 Cashflow-Konzeption in dieser Arbeit 47
4.2.3 Detaillierung variable Produktstückkosten. 49
4.2.4 Detaillierung Produktionsfixkosten 51
4.2.5 Detaillierung Betriebsfixkosten 52
4.2.6 Vollständigkeit der Cashflow-Pyramide. 53
5 GENERIERUNG DES TECHNOLOGIETREIBERBAUMS 56
5.1 Strukturierung der Treiberidentifikation 56
5.2 Treiberidentifikation zu Märkten und Produkten. 57
5.2.1 Märkte. 58
5.2.2 Produkte 60
5.3 Treiberidentifikation zu technologischen Ressourcen 65
5.3.1 Materielle Ressourcen. 67
5.3.2 Immaterielle Ressourcen. 69
5.4 Treiberidentifikation zu technologischen Prozessen. 73
5.4.1 Forschung und Entwicklung 75
5.4.2 Produktion. 78
5.5 Visualisierung des Technologietreiberbaums 84
5.6 Exemplarische Identifikation von Wirksystemen im Technologietreiberbaum. 85
6 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT 88
6.1 Zusammenfassung. 88
6.2 Fazit und Ausblick 89
ANHANG. 92
LITERATURVERZEICHNIS 96
TABELLENVERZEICHNIS
Tabelle 3-1: Darstellung der Kennzahlenverknüpfungen in der Cashflow-
Pyramide .................................................................................................. 37 Tabelle 3-2: Abbildung der Relationen im Technologietreiberbaum........................... 38 Tabelle 5-1: Stadien im Produktlebenszyklus .............................................................. 64
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Bild 1-1: Vorgehen in dieser Arbeit .......................................................................... 4 Bild 2-1: Funktionale Klassifikation von Technologien ........................................... 6 Bild 2-2: Erfolgsfaktoren und Werttreiber ................................................................ 8 Bild 2-3: Definition und Wirkrichtung der Technologie- und Cashflow-Treiber..... 9 Bild 2-4: Zieldreieck des Cashflow......................................................................... 11 Bild 2-5: Indirekte und direkte Cashflow-Berechnung ........................................... 13 Bild 2-6: Einordnung des Cashflows in die Kennzahlenklassifikation ................... 16 Bild 2-7: Das DuPont-RoI-Kennzahlensystem ....................................................... 17 Bild 2-8: Das R/L-Kennzahlensystem..................................................................... 19 Bild 2-9: Ausschnitt des ZVEI-Kennzahlensystems ............................................... 21 Bild 2-10: Einflussfaktoren auf den Cashflow Return on Investment ...................... 23 Mikro- und Makro-Werttreiber im Modell nach RAPPAPORT (1999) ...... 29 Bild 2-11: Bild 2-12: Beispielhafter Treiberbaum in der Balanced Scorecard........................... 30 Bild 2-13: Beispielhafter EVA-Treiberbaum nach FISCHER (1998).......................... 32 Bild 3-1: Vorgehen zur Entwicklung des Technologietreiberbaums ...................... 36 Bild 4-1: Überblick über Begriffe und Verfahren der Kostenrechnung.................. 42 Bild 4-2: Kostenmatrix nach betrieblichen Funktionen und Kostenursprung......... 43 Bild 4-3: Direkte Berechnung des Cashflows und weiterer finanzieller
Kennzahlen............................................................................................... 45 Bild 4-4: Cashflow-Konzept.................................................................................... 48 Bild 4-5: Cashflow-Detaillierung variable Produktstückkosten.............................. 49 Bild 4-6: Cashflow-Detaillierung Produktionsfixkosten......................................... 52 Bild 4-7: Cashflow-Detaillierung Betriebsfixkosten............................................... 53 Bild 4-8: Kostenmatrix zur Vollständigkeit der Cashflow-Pyramide ..................... 55 Bild 5-1: Struktur der technologischen Betrachtungsobjekte im
Produktionsunternehmen.......................................................................... 57 Wettbewerbskräfte nach PORTER ............................................................. 59 Bild 5-2: Bild 5-3: Erfüllung von Kundenanforderungen durch Realisierung von
Produkttechnologien ................................................................................ 61
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VI
Bild 5-4: Umsatz und Kosten im Produktlebenszyklus nach BISCHOF (1976) 64
Bild 5-5: Kategorisierung unternehmerischer Ressourcen. 66
Bild 5-6: Beurteilung von Produktivität und Flexibilität der
Produktionsbetriebsmitteltypen. 68
Bild 5-7: Klassen des Technologiewissens 71
Bild 5-8: Prozesskette zur Identifikation der Technologietreiber 75
Bild 5-9: Produkt- und Prozessinnovationsraten im Verlauf der Zeit 77
Bild 5-10: Kriterien zur Typisierung der Produktionsprozesse. 79
Bild 5-11: Der Technologietreiberbaum 84
Bild 5-12: Abgeleitetes Wirksystem zum Aspekt „Produktdifferenzierung“ 86
Bild 5-13: Beispiele für Wirkungsketten 87
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
Betriebsfkt. Betriebsfunktion(en) bzw. beziehungsweise ca. circa d. h. das heißt Diss. Dissertation EK Einzelkosten et al. und andere etc. et cetera EVA Economic Value Added f. folgende ff. fortfolgende FuE Forschung und Entwicklung ggf. gegebenenfalls GK Gemeinkosten Hrsg. Herausgeber NOPAT
PIMS Profit Impact of Market Strategies R/L Rentabilität/ Liquidität RoI Return on Investment S. Seite s. siehe SGF strategisches Geschäftsfeld u. und u. a. unter anderem UML Unified Modeling Language
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VIII
vgl. vergleiche vs. versus Vt. Vertrieb Vw. Verwaltung z. B. zum Beispiel ZVEI Zentralverband der elektrotechnischen Industrie e. V.
SYMBOLVERZEICHNIS
Cashflow im Zeitraum t CFt CF t
betriebliche Gewinnmarge im Zeitraum t E e t
Economic Value Added im Zeitraum t EVA EVA t
Umsatzwachstum vom Zeitraum t-1 zu t gt g t Summationsindex i i
Zusatzinvestitionen in Umlauf- und Anlagevermögen Iua ∆I U,A
investiertes Vermögen zu Beginn von Zeitraum t
iV
iV
t-1
Index für Produktionsschritt j
j
j
Gesamtkapitalkostensatz
k
k
Kennzahl
kai
k
a,i
No
NOPAT
t
Summe s Σ Cash-Gewinnsteuersatz sc s C Umsatz im Zeitraum t Ut U t
1 EINLEITUNG
1.1 MOTIVATION
Etablierte produzierende Unternehmen sind - insbesondere in den wachstumsschwachen Märkten der Industriestaaten -durch aggressiven Verdrängungswettbewerb einem erhöhten Erfolgsdruck ausgesetzt. Deshalb müssen sie genaue Kenntnis über die Einflussgrößen besitzen, die ihren Erfolg determinieren. Auch für technologieorientierte Wachstumsunternehmen ist das Monitoring ihres Erfolges und ihrer Finanzkraft deshalb von gewachsener Bedeutung, da der Zugang zu benötigtem Eigenkapital in letzter Zeit deutlich ist. 1
Darüber hinaus wird die Akquise von Fremdkapital durch die neuen Baseler Eigenkapitalrichtlinien erschwert, die eine risikoorientierte Staffelung der Kreditzinsen vorsehen. 2 Da technologieorientierte Unternehmen durch hohe, nicht direkt erfolgswirksame Kosten für Forschung und Entwicklung und Anlageninvestitionen charakterisiert sind, stehen sie erhöhten Finanzierungskosten gegenüber. Gleichzeitig sind sie gezwungen, ihre Liquidität im Verlauf der Zeit zu gewährleisten, gegenüber den Fremdkapitalgebern zu dokumentieren und glaubhaft zu machen. 3
Neben diesen extern motivierten Aspekten hat das Unternehmen selbst internen Informationsbedarf. Die interne Unternehmenssteuerung benötigt Informationen über die Erfolgsfaktoren ihrer Wertschöpfung und über liquiditätsrelevante Einflussfaktoren im Unternehmen, da zahlreiche Unternehmenskrisen auf mangelnde Transparenz in Bezug auf Liquidität und deren Veränderung zurückzuführen sind. 4
1 Vgl. KFW (HRSG.) (2003), S. 6.
2 Vgl. STEINER, M./ STARBATTY, N. (2003), S. 20.
3 Vgl. KFW (HRSG.) (2003), S. 90 u. S. 97.
4 Vgl. EMMRICH, V. (2002), S. 7f. u. 13.
1 EINLEITUNG 2
1.2 HANDLUNGSBEDARF
Vor diesem Hintergrund ist es für produzierende Unternehmen mit technologie-orientierter Wertschöpfung von hoher Bedeutung, Hilfsmittel zur Prognose ihrer zukünftigen Finanz- und Ertragskraft zur Verfügung zu haben.
Diese Hilfsmittel können durch Prognose der Finanz- und Ertragskraft die Unternehmensführung unterstützen, indem sie die relevanten Einflussfaktoren auf die Erfolgsgrößen identifizieren und so geeignete Stellhebel für Verbesserungen aufzeigen.
Die Erfolgsfaktoren der einzelnen Unternehmen unterliegen dynamischen Veränderungen und sind branchen- und in der Regel auch unternehmensspezifisch. 1 Aus diesem Grund ist es notwendig, von einer Black-Box-Betrachtung des Unternehmens zu einer detaillierten, inhaltlich fundierten Darstellung der Ursache-Wirkzusammenhänge zu gelangen, denn bisher stellen „die Manager keine Überlegungen über die Kausalbeziehungen zwischen Verbesserungen in jenen nicht finanziellen Bereichen und dem Cashflow … an“. 2 Diesem Mangel kann durch eine Systematisierung von Ursache-Wirkungsbeziehungen für den Cashflow begegnet werden.
Der Cashflow ist auf Grund seiner Unabhängigkeit von bilanzpolitischen Einflüssen im externen Rechnungswesen ein geeignetes Maß für die Liquidität und den Unternehmenserfolg. 3 Auch etablierte Bewertungsmethoden wie das Discounted Cashflow-Verfahren greifen auf Cashflows zurück, um Unternehmenswerte zu bestimmen. Diese Methoden treffen in der Regel jedoch keine Aussagen darüber, wie zukünftige Cashflows prognostiziert werden sollen. 4 Vorschläge zur Ableitung zukünftiger Cashflows aus den vergangenen z. B. durch Zuschlagsätze sind nicht zielführend, da der zukünftige Erfolg eines Unternehmens auf Grund von Diskontinuitäten und wachsender Dynamik im Unternehmensumfeld und im Unternehmen selbst nicht auf Basis von Vergangenheitsdaten ermittelt werden kann. 5 Aus diesem Grund ist eine inhaltliche Fundierung der Cashflow-Prognose für technologieorientierte Produktionsunternehmen erforderlich.
1 Vgl. KLENTER, G. (1995), S. 27 und PORTER, M. E. (1996), S. 61.
2 Vgl. ITTNER, C. D./ LARCKER, D. F. (2004), S. 71.
3 Vgl. LACHNIT, L./ LANGE, C./ PALLOKS, M. (HRSG.) (1998), S. 33.
4 Vgl. KRUSCHWITZ, L. (2002), S. 3.
5 Vgl. KEINER, T. (2001), S. 144.
1 EINLEITUNG 3
1.3 ZIELSETZUNG DIESER ARBEIT
In dieser Arbeit wird ein Technologietreiberbaum entwickelt, der die Auswirkungen technologischer Parameter auf den Cashflow produzierender Unternehmen abbildet.
Der Treiberbaum analysiert den Cashflow produzierender Unternehmen und zerlegt ihn in seine finanziellen Komponenten. Den finanziellen Komponenten des Cashflows werden technologische Einflussfaktoren zugeordnet, die einen Einfluss auf die jeweilige Cashflow-Komponente haben bzw. in umgekehrter Wirkrichtung von ihr beeinflusst werden.
In der Gesamtheit bildet der Technologietreiberbaum damit Ursache-Wirkungs-Beziehungen zwischen technologischen Einflussfaktoren und dem Cashflow des Unternehmens ab.
1.4 VORGEHEN IN DIESER ARBEIT
Um die beschriebenen Ziele zu erreichen, ist ein systematisches und wissenschaftliches Vorgehen erforderlich.
In Kapitel 2 werden zunächst die thematischen Grundlagen und der Stand der Forschung beschrieben. Dazu werden die technologische Terminologie und grundlegende Begriffe zur Cashflow-Rechnung definiert. Anschließend werden Ansätze zur Abbildung von Erfolgs- und Finanzkennzahlen in hierarchischen Kennzahlensystemen sowie Ansätze zur Identifikation technologischer Treiber vorgestellt und diskutiert.
In Kapitel 3 wird das Modell des Technologietreiberbaums konzipiert. Dazu werden die Rahmenbedingungen der Modellentwicklung festgelegt und definiert, wie die Elemente des Modells formal dargestellt werden.
Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen wird in Kapitel 4 die Cashflow-Pyramide - ein hierarchisches Kennzahlensystem mit der Spitzenkennzahl Cashflow entworfen.
In Kapitel 5 wird basierend auf den Ergebnissen aus Kapitel 4 der eigentliche Technologietreiberbaum generiert. Zunächst werden dazu die technologischen Einflussfaktoren in einem Top-Down-Prozess systematisch an Hand existierender theoretischer und em- pirischer Literatur und aus analytisch-induktiv hergeleiteten Wirkungszusammenhängen
1 EINLEITUNG 4
ermittelt. Anschließend werden die Ergebnisse mit der Cashflow-Pyramide zum Technologietreiberbaum zusammengesetzt.
Abgeschlossen wird die Arbeit durch eine kurze Zusammenfassung und ein Fazit mit kurzem Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf in Kapitel 6.
Einen Überblick über das Vorgehen gibt Bild 1-1.
Bild 1-1: Vorgehen in dieser Arbeit
2 GRUNDLAGEN UND STAND DER FORSCHUNG 5
2 GRUNDLAGEN UND STAND DER FORSCHUNG
2.1 BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN
Um ein einheitliches Verständnis der verwendeten Begriffe zu erreichen, werden die zentralen Begriffe dieser Arbeit im Folgenden definiert. Dies sind die Begriffe Technologie, Technologietreiber und Cashflow-Treiber, produzierende Unternehmen und Cashflow.
2.1.1 Technologie
Die Technologie ist vom wörtlichen Ursprung die Technikkunde oder die Wissenschaft von der Technik. 1 Der Technikbegriff umfasst alle in gegenständlicher Form realisierten oder realisierbaren kunstfertigen Verfahren, sowie den Umgang mit den daraus hervorgehenden Artefakten. 2
In den Technikwissenschaften ist der Begriff Technologie vorherrschend als Lehre von der Produktion und ihrer Verfahren beschrieben. In erweiterter Bedeutung ist die Technologie das gesammelte ingenieur- und naturwissenschaftliche Wissen zur Lösung technischer Probleme. 3
ZAHN (1995) betrachtet Technologie als Wissen über naturwissenschaftlich-technische Zusammenhänge, das beim Lösen praktischer Problemstellungen angewandt wird. Dabei ist entscheidend für den Begriff der Technologie, dass es sich - im Gegensatz zum Erklärungswissen der Naturwissenschaften - um Anwendungswissen handelt. 4
Die alleinige Definition der Technologie als das Wissen oder die Lehre über technische Sachverhalte wird der Wahrnehmung der Technologie in produzierenden Unternehmen allerdings nicht gerecht, da hier vor allem die Verknüpfung des Wissens mit den materiellen Artefakten eine zentrale Rolle spielt und damit die Begriffe Technik und Technologie eng miteinander verzahnt werden. Aus diesem Grund wird in dieser Arbeit das
1 Vgl. ROPOHL, G. (1999), S. 31.
2 Vgl. ROPOHL, G. (1999), S. 30.
3 Vgl. WOLFRUM, B. (1994), S. 4.
4 Vgl. ZAHN, E. (1995), S. 4.
2 GRUNDLAGEN UND STAND DER FORSCHUNG 6
Technologieverständnis nach BINDER/ KANTOWSKY favorisiert, die Technik als Subsystem der Technologie begreifen. Die Technologie wird definiert als Bündel von Fähigkeiten - bestehend aus Wissen, Kenntnissen und Fertigkeiten zur Lösung technischer Probleme - und materiellen Ressourcen in Form technischer Artefakte. Ziel der Technologieanwendung ist dabei die praktische Nutzung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. 1
Funktionale Gliederung der Technologien
Grundsätzlich lassen sich die zentralen Technologien in produzierenden Unternehmen nach ihrer Funktion in Prozesstechnologien und Produkttechnologien unterscheiden (Bild 2-1). 2
Produkttechnologien sind Technologien, die eine oder mehrere Produktfunktionen erfüllen oder an der Erfüllung einer Produktfunktion beteiligt sind. Die Produkttechnologie ist damit die technische Lösung für eine oder mehrere Produktfunktionen. 3
Als Prozesstechnologien werden Technologien bezeichnet, die eine Prozessfunktion erfüllen; die Prozesstechnologie ist damit die technische Lösung für eine Prozessfunktion. Die Prozesstechnologien werden nach ihrem Anwendungskontext weiterhin unterschieden in FuE-Technologien und Produktionstechnologien. 4
FuE-Technologien sind Prozesstechnologien, die im Rahmen der Prozesse in Forschung und Entwicklung angewandt werden (z. B. Mikroskopie, Stereolithographie). Die FuE-Technologien unterstützen deshalb auch die Entwicklung von Produkt- und Produkti-
Bild2-1: Funktionale Klassifikation von Technologien
1 Vgl. BINDER, V./ KANTOWSKY, J. (1996), S. 91f.
2 Vgl. SPECHT, D./ MÖHRLE, M. (HRSG.) (2002), S. 236ff.
3 Vgl. SPECHT, D./ MÖHRLE, M. (HRSG.) (2002), S. 237.
4 Vgl. SPECHT, D./ MÖHRLE, M. (HRSG.) (2002), S. 237.
2 GRUNDLAGEN UND STAND DER FORSCHUNG 7
onstechnologien. 1 Die Produktionstechnologien werden in den Produktionsprozessen angewandt und werden unterschieden in Fertigungs- und Montagetechnologien. 2
Die funktionsorientierte Gliederung von Technologien erfolgt immer im Kontext des Anwenders, denn die Technologien unterliegen in der Regel einem mehrfachen Dualismus. 3 Technologien, die der Produzent des Produktes A als Produkttechnologien definiert (z. B. Röntgensysteme zur berührungslosen Papierdickenmessung), werden vom Anwender des Produktes A als Prozesstechnologie aufgefasst (z. B. in der automatisierten Prozessregelung von Papiermaschinen). Deshalb ist bei der folgenden Klassifizierung immer die Betrachtungsperspektive zu berücksichtigen. In dieser Arbeit werden die Technologien immer aus Sicht des im Technologietreiberbaum dargestellten Unternehmens abgebildet.
2.1.2 Technologietreiber und technologische Cashflow-Treiber
Da der Begriff Technologietreiber an den Begriff des Werttreibers angelehnt ist, wie er in der wertorientierten Unternehmenssteuerung angewandt wird, wird er im Folgenden aus diesem Begriffsverständnis entwickelt.
Werttreiber sind Stellhebel innerhalb des Unternehmens, die den Wert des Unternehmens signifikant beeinflussen. 4 Das Ziel des Unternehmens ist der Erfolg am Markt. Die Erfolgsfaktoren des Unternehmens sind Eigenschaften und Fähigkeiten, die das Unternehmen besitzen muss, um im Wettbewerb erfolgreich zu sein (Bild 2-2). 5
So ist z. B. ein Werttreiber die Effizienz der Kommunikationsprozesse im Betrieb (interne Sicht). Diese führt u. a. zu einer schnellen und flexiblen Bearbeitung von Kundenaufträgen, die zu einer hohen Kundenbindung beiträgt. Die hohe Kundenbindung ist nun im jeweiligen Markt ein bedingender Faktor für den Unternehmenserfolg und damit ein Erfolgsfaktor, da sie extern orientiert ist. Ursächlich realisiert wird dieser Erfolgsfaktor vom Werttreiber.
1 Vgl. SPECHT, D./ MÖHRLE, M. (HRSG.) (2002), S. 238.
2 Vgl. Tschirky, H./ Koruna, S. (1998), 228.
3 Vgl. SPECHT, D./ MÖHRLE, M. (HRSG.) (2002), S. 237f.
4 Vgl. u. a. TÖPFER, A. (HRSG.) (2000), S. 15ff..
5 Vgl. TÖPFER, A. (HRSG.) (2000), 14f. und 33ff. In diesem Zusammenhang wird in der englischen
Terminologie die Abgrenzung der internen gegen die externe Sicht deutlicher: „Key Success Factors
(Erfolgsfaktoren)“ und „Key Performance Factors (Werttreiber)“ (TÖPFER, A. (HRSG.) (2000), S. 14).
2 GRUNDLAGEN UND STAND DER FORSCHUNG 8
Bild 2-2: Erfolgsfaktoren und Werttreiber
Quelle: TÖPFER, A. (HRSG.) (2000), S. 34.
Um den Begriffsumfang der Treiber festzulegen, wird zunächst das Werttreiberverständnis von TÖPFER herangezogen. TÖPFER (2000) unterscheidet Werttreiber im klassischen und im erweiterten Sinn. Klassische Werttreiber sind dabei die finanziellen Kenngrößen, die einen Einfluss auf den Unternehmenswert haben. Nicht-finanzielle Einflussgrößen auf die klassischen Werttreiber werden als Werttreiber im erweiterten Sinn bezeichnet. 1
Da für finanzielle Kennzahlen nur selten gilt, dass ihr Wert allein auf technologischen Einflüssen beruht, haben in dieser Arbeit die nicht-finanziellen Technologietreiber im erweiterten Sinne die größere und eigentliche Bedeutung. Ziel dieser Arbeit ist die Adressierung der erweiterten Treiber zu den klassischen Cashflow-Treibern in der Cashflow-Pyramide, wobei beide vorgenannten Wirkrichtungen berücksichtigt werden.
Basierend auf diesen Ausführungen werden für den Technologietreiberbaum zwei Arten von Treibern bezüglich ihrer Wirkrichtung unterschieden und definiert.
1 Vgl. TÖPFER, A. (HRSG.) (2000), S. 15.
2 GRUNDLAGEN UND STAND DER FORSCHUNG 9
Bild 2-3: Definition und Wirkrichtung der Technologie- und Cashflow-Treiber
Zum einen gibt es Treiber technologischen Ursprungs, die einen Einfluss auf den Cashflow bzw. seine Komponenten haben. Hier ist die Wirkrichtung von der technologisch begründbaren Ursache auf den Cashflow gegeben. Diese Art von Treibern wird im Folgenden als (technologischer) Cashflow-Treiber bezeichnet.
Zum anderen existieren finanzielle Kennzahlen als Bestandteil des Cashflows, die einen Einfluss auf technologische Ausprägungen im Unternehmen haben (z. B. haben Ausgaben für Schulungsmaßnahmen Auswirkungen auf die Qualifikation und das Wissen der Mitarbeiter). Diese Einflussgrößen werden in dieser Arbeit als Technologietreiber bezeichnet.
Die Darstellung TÖPFERS und die daraus entwickelte Treiberdefinition in dieser Arbeit sind in Bild 2-3 verdeutlicht.
2 GRUNDLAGEN UND STAND DER FORSCHUNG 10
2.1.3 Produzierende Unternehmen
Unternehmen sind Einrichtungen, in denen Menschen weitere Ressourcen einsetzen, um Güter und/ oder Dienstleistungen herzustellen. 1 Wesentliche Merkmale des Unternehmens sind die Fremdbedarfsdeckung, die wirtschaftliche Selbständigkeit und als deren Folge das wirtschaftliche Risiko. 2 Darüber hinaus ist es ein Ziel des Unternehmens, Gewinne zu erwirtschaften. 3
Produzierende Unternehmen sind Unternehmen, die Sachgüter herstellen. Die Produktion als zentraler Prozess produzierender Unternehmen ist die Wert schaffende Erzeugung von Gütern. Der Produktionsprozess schließt alle Vorgänge der Beschaffung, Herstellung, Lagerung und des Absatzes der produzierten Güter ein. 4 Als Synonym für das produzierende Unternehmen wird auch der Begriff Produktionsunternehmen verwendet.
In dieser Arbeit werden nur Produktionsunternehmen betrachtet, die in industriellem Maßstab Stückgüter produzieren, da diese über ausreichend vergleichbare Produktionssysteme verfügen. Darüber hinaus werden aus Gründen der Übersichtlichkeit Vernetzungen verschiedener heterogener Produktionsbereiche (wie z. B. in Konzernstrukturen) nicht berücksichtigt. Um Konzerne und Verbünde zu betrachten, kann der Technologietreiberbaum z. B. auf die einzelnen Geschäftsfelder mit eigenen und separierten Produktions- und Entwicklungsstrukturen angewandt werden.
2.1.4 Cashflow
Begriffsbildung und Anwendungskontext
Der Begriff des Cashflow ist in den 19 50er Jahren in den USA entstanden und hat sich in Deutschland seit den 19 60er Jahren sukzessive etabliert. 5 86 Prozent der deutschen Unternehmen verwenden den Cashflow als unternehmerische Kennzahl. 6 Die weite
1 Vgl. STAEHLE, W. (1999), S. 420f.
2 Vgl. KOSIOL, E. (1972), S. 28.
3 Vgl. GUTENBERG, E. (1983), S. 507ff.
4 Vgl. KOSIOL, E. (1972), S. 28.
5 Vgl. JUESTEN, W./ VILLIEZ, C. V. (1989) , S. 36ff.
6 Vgl. BAUSCH, A./ KAUFMANN, L. (2000), S. 124.
2 GRUNDLAGEN UND STAND DER FORSCHUNG 11
Verbreitung und unterschiedliche Verwendung der Kennzahl Cashflow hat zu verschiedenen Begriffsverständnissen geführt. 1
Der Cashflow wird in vielen Fällen zur externen Jahresabschlussanalyse eingesetzt. Seine Verwendung soll die Erfolgsgröße Gewinn um bilanzpolitische Effekte bereinigen bzw. aus dem Gewinn eine Aussage über die Veränderung der Liquidität des Unternehmens generieren. In Abhängigkeit davon, ob der Cashflow als Erfolgsgröße oder als Liquiditätskennzahl betrachtet wird, werden unterschiedliche Korrekturen vorgenommen. 2
Nach SIEGWART (1998) werden drei zentrale Ziele mit der Erwirtschaftung des Cashflows verfolgt. Dies ist zunächst das Erzielen von Erträgen für das Unternehmen, die zur Schuldentilgung und für notwendige Investitionen dienen. Weiterhin stellt der Cashflow die finanzielle Stabilität sicher, da nur zahlungswirksame Erlös- und Aufwandsbe-standteile die Liquidität des Unternehmens beeinflussen. Zur Beurteilung der finanziellen Stabilität ist der Gewinn des Unternehmens deshalb als Regelgröße ungeeignet. Als drittes Ziel des Cashflow wird die Sicherung der finanziellen Unabhängigkeit genannt: Aus dem (positiven) Cashflow ergibt sich eine Erhöhung des Eigenkapitals, das die Ab-
Bild2-4: Zieldreieck des Cashflow
Quelle: Vgl. SIEGWART, H. (1998), S. 122
1 Vgl. KÜTING, K./ WEBER, C.-P. (2001), S. 126.
2 Vgl. SCHWARZECKER, J. (1992), S. 148f.
2 GRUNDLAGEN UND STAND DER FORSCHUNG 12
hängigkeit von Fremdkapitalgebern reduziert (Bild 2-4). Diese verschiedenen Ziele erzeugen dabei ein Spannungsfeld, da sie sich teilweise widersprechen und unterschiedliche Handlungsweisen erforderlich sind, um sie zu erreichen. 1
Die Eignung des Cashflows als Ertragsindikator und als Finanzindikator ist in der bestehenden Literatur viel diskutiert. Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Berechnung des Cashflows aus externer Sicht auf Basis publizierter Bilanzkennzahlen. Diese ist letztendlich nur ein Behelf, um von den politisch beeinflussten Gewinngrößen zu einem objektiveren Maß zu gelangen. 2
Da in dieser Arbeit der Cashflow aus internen Größen berechnet wird und damit die tatsächlichen Zahlungsströme abbildet, ist diese Kritik für das Vorgehen in dieser Arbeit nicht relevant.
Auch im Vergleich mit dem Bilanzgewinn wird der Cashflow mehrheitlich als der bessere Erfolgsindikator bewertet. 3 Deshalb wird als Spitzenkennzahl des Technologietreiberbaums der Cashflow verwendet.
Berechnung des Cashflows
Für den Cashflow gibt es zwei alternative Berechnungsmethoden, die sich danach unterscheiden, ob externe oder intern verfügbare Daten zur Berechnung herangezogen werden (siehe auch Bild 2-5).
Indirekte Berechnung des Cashflows
Die indirekte Berechnung ermöglicht es, den Cashflow aus den Daten des externen Rechnungswesens zu bestimmen. Dabei wird der Cashflow berechnet, indem der ausgewiesene Jahresüberschuss um nicht zahlungswirksame Erträge und Aufwendungen korrigiert wird. Welche Erträge und Aufwendungen dabei abgezogen bzw. addiert werden und wie detailliert dies geschieht, hängt vom Anwendungsfall und der Datenverfügbarkeit ab. 4 Ein Beispiel für die indirekte Berechnung ist die so genannte „Praktiker-
1 Vgl.SIEGWART, H. (1998), S. 120ff.
2 Vgl. u.a. KÜTING, K./ WEBER, C.-P. (2001), S. 141ff.
3 Vgl. u. a. KÜTING, K./ WEBER, C.-P. (2001), S. 126ff; RAPPAPORT, A. (1999), S. 15ff.; COPELAND, T./
KOLLER, T./ MURRIN, J. (1998), S. 99ff.; FINGERHUT, A. (1991), S. 296; SIEGWART (1990), S. 63ff.;
JUESTEN, W./ VILLIEZ, C. V. (1989) , S. 112f.; HOHENSTEIN, G. (1988), S. 18ff. u. 34.
4 Vgl. COENENBERG, A. (1988), S. 596ff.
2 GRUNDLAGEN UND STAND DER FORSCHUNG 13
Methode“. Dabei werden zum Gewinn die Abschreibungen und die Zuführungen von langfristigen Rückstellungen addiert, während Zuschreibungen und Auflösungen langfristiger Rückstellungen subtrahiert werden. 1 Die indirekte Berechnung wird ange-wandt, wenn der Cashflow bereits erzielt wurde. Für die Prognose zukünftiger Cashflows eignet sich das Verfahren nicht. 2
Direkte Berechnung des Cashflows
Die direkte Berechnung des Cashflows greift auf Daten der internen Kostenrechnung zurück und verwendet dabei die tatsächlichen Einzahlungen und Auszahlungen. Die direkte Berechnung entspricht damit der eigentlichen Definition des Cashflows als Differenz der Ein- und Auszahlungen. Die direkte Berechnung eignet sich auch zur Prognose zukünftiger Cashflows. 3
Bild 2-5: Indirekte und direkte Cashflow-Berechnung
1 Vgl. SCHWARZECKER, J. (1992), S. 153.
2 Vgl. SIEGWART, H. (1998), S. 84.
3 Vgl. SIEGWART, H. (1998), S. 86.
Arbeit zitieren:
Christoph Wiard Neemann, 2004, Konzipierung eines Technologietreiberbaums für den Cashflow produzierender Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Christoph Neemann's Text Konzipierung eines Technologietreiberbaums für den Cashflow produzierender Unternehmen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Christoph Neemann hat den Text Konzipierung eines Technologietreiberbaums für den Cashflow produzierender Unternehmen veröffentlicht
Christoph Neemann hat einen neuen Text hochgeladen
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