Seit seiner Gründung sich die Zahl der Mitglieder von GATT bzw. WTO stetig erhöht. Gleichzeitig partizipieren fast alle Mitgliedsstaaten der WTO an regiona-len Bündnissen. Diese Tendenzen scheinen sich auf den ersten Blick zu wider-sprechen. Während das GATT den freien, liberalisierten Welthandel zum Ziel hat, werden bei regionalen Integrationsabkommen Handelsschranken nur ge-genüber den Partnerländern abgebaut, gegenüber Drittstaaten jedoch aufrecht-erhalten.
Diese Arbeit versucht zu klären, wie diese beiden Entwicklungen miteinander vereinbar sind. Hierzu wird zunächst die Theorie des Freihandels kurz darge-stellt, anschließend die Grundsätze und die Entwicklung von GATT und WTO aufgezeigt. Im Anschluss daran wird auf die unterschiedlichen Ausprägungsfor-men der regionalen Integrationsabkommen eingegangen und die Folgen des Regionalismus für die außen vor bleibenden Drittstaaten dargelegt. Im achten Kapitel wird gezeigt, wie die regionale Integration die Entwicklung des Welthan-dels in den letzten Jahrzehnten beeinflusst hat, bevor ein kurzes Fazit die Arbeit abschließt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorie des Freihandels
3 GATT und WTO
4 Regionalismus
5 Gründe für Regionalismus
5.1 Public Choice Ansatz
5.2 Politisch strategische Motive
5.3 Regionalismus als Mittel zur Transaktionskostensenkung
6 Folgen der regionalen Integration
7 Regionalismus als globale Liberalisierungsstrategie?
7.1 Expansion regionaler Integrationsräume
7.2 Building Blocs
7.3 Stumbling Blocs
8 Die Integrationsräume in den vergangenen Jahrzehnten
9 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem Streben nach freiem Welthandel durch Institutionen wie das GATT und die WTO einerseits und dem gleichzeitigen Anstieg regionaler Integrationsbündnisse andererseits. Ziel ist es zu klären, wie diese scheinbar widersprüchlichen Entwicklungen vereinbar sind und welche ökonomischen sowie politischen Motive den Regionalismus vorantreiben.
- Grundlagen der Freihandelstheorie und ihre ökonomische Bedeutung.
- Struktur, Prinzipien und Entwicklung von GATT und WTO.
- Theoretische Motive und Ursachen für die Bildung regionaler Handelsblöcke.
- Analyse der Folgen regionaler Integration anhand des Modells der Handelsumlenkung und Handelsschaffung.
- Diskussion über die Rolle des Regionalismus als Hemmnis oder Förderer globaler Liberalisierung.
Auszug aus dem Buch
Zollunion
Das Problem der Ursprungsregelung wird in der Zollunion beseitigt, indem gemeinsame Zolltarife mit Drittländern vereinbart werden. Dafür ist es erforderlich, dass die Mitgliedsstaaten nationale Souveränität abgeben und supra-nationale Gremien eingerichtet werden.
Gemeinsamer Markt: Von einem gemeinsamen Markt spricht man, wenn zusätzlich zum liberalisierten Güterverkehr auch den Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital uneingeschränkte Mobilität eingeräumt wird. Hierzu zählen die Niederlassungsfreiheit für Unternehmen, freier Kapitalverkehr sowie Freizügigkeit für Arbeitskräfte.
Wirtschaftsunion: Als direkte Folge des gemeinsamen Marktes ist es häufig erforderlich, Steuer-, Wirtschafts- und Fiskalpolitik zu vereinheitlichen. Hiermit wird die Schaffung einheitlicher ökonomischer Verhältnisse angestrebt, so dass das gesamte Integrationsgebiet über die Grenzen der einzelnen Staaten hinweg einem Binnenmarkt entspricht.
Währungsunion: Die Einrichtung einer Währungsunion wie beispielsweise in der EU, geht einher mit der Abschaffung der bisherigen, nationalen Währungen und der Einrichtung einer supranationalen Zentralbank. Eine landesspezifische Geldpolitik ist nicht mehr möglich.
Politische Union: Die höchstmögliche Verschmelzungsstufe stellt die Politische Union dar. Hierbei fusionieren ein oder mehrere Staaten vollständig, d.h. sie geben ihre nationale Souveränität auf und ein neues Land entsteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in den scheinbaren Widerspruch zwischen globalem Freihandel und regionaler Integration sowie Darlegung des Aufbaus der Arbeit.
2 Theorie des Freihandels: Erläuterung der klassischen Außenhandelstheorie nach Ricardo und der Vorteile internationaler Arbeitsteilung.
3 GATT und WTO: Analyse der Prinzipien und der historischen Entwicklung der wichtigsten multilateralen Handelsinstitutionen.
4 Regionalismus: Definition und Abgrenzung verschiedener Stufen wirtschaftlicher Integration, von der Präferenzzone bis zur politischen Union.
5 Gründe für Regionalismus: Untersuchung der Motive für regionale Abkommen aus Sicht des Public-Choice-Ansatzes und politisch-strategischer Überlegungen.
6 Folgen der regionalen Integration: Darstellung der ökonomischen Auswirkungen durch das Modell der Handelsumlenkung und Handelsschaffung.
7 Regionalismus als globale Liberalisierungsstrategie?: Diskussion der gegensätzlichen Ansätze zur Frage, ob Regionalismus den globalen Handel fördert oder hemmt.
8 Die Integrationsräume in den vergangenen Jahrzehnten: Betrachtung der empirischen Entwicklung intraregionaler Handelsströme und externer Einflussfaktoren.
9 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Vereinbarkeit von regionaler Integration und globalem Freihandel als komplementäre Strategien.
Schlüsselwörter
Freihandel, GATT, WTO, Regionalismus, Zollunion, Handelsumlenkung, Handelsschaffung, Integration, Außenwirtschaftstheorie, Globalisierung, Handelsblöcke, Wirtschaftsgeographie, Transaktionskosten, Public Choice, Welthandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Spannungsverhältnis zwischen dem globalen, multilateralen Freihandel, wie er durch WTO und GATT angestrebt wird, und dem gleichzeitigen Trend zur Bildung regionaler Handelsblöcke.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Theorie des Freihandels, die Prinzipien der Welthandelsorganisation, die unterschiedlichen Stufen wirtschaftlicher Integration und die Auswirkungen regionaler Bündnisse auf Drittstaaten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Klärung, ob regionale Integrationsbündnisse als komplementäre Ergänzung oder als Hindernis für die weltweite Handelsliberalisierung zu bewerten sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche basiert und ökonomische Modelle (wie z.B. das Modell der Handelsumlenkung nach Viner) zur Erklärung der Sachverhalte heranzieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen, die Analyse der Beweggründe für Regionalismus, die methodische Untersuchung der Folgen der Integration sowie die Diskussion der Rolle regionaler Bündnisse im globalen Liberalisierungsprozess.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Freihandel, GATT/WTO, Regionalismus, Handelsumlenkung, Handelsschaffung sowie die verschiedenen Stufen der wirtschaftlichen Integration.
Was unterscheidet eine Zollunion von einer Freihandelszone?
Während in einer Freihandelszone die Staaten ihre individuelle Außenhandelspolitik gegenüber Drittländern behalten, harmonisieren sie in einer Zollunion ihre Außenzölle und bilden einen einheitlichen Zollraum.
Warum wird die EU im Fazit als positives Beispiel hervorgehoben?
Die EU wird als positives Beispiel genannt, da sie durch ihre Offenheit für neue Mitglieder und den Abschluss von Assoziationsabkommen mit Drittstaaten zeigt, wie regionale Integration und globale Öffnung konstruktiv kombiniert werden können.
- Quote paper
- Marc Schweizer (Author), 2004, Freier Welthandel durch GATT und WTO und die Herausbildung neuer Formen der wirtschaftlichen Integration von Staaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32743