I
Lernende Organisation
Inhalt
Abk ürzungsverzeichnis. II
Abbildungsverzeichnis II
1. Problemstellung. 1
2. Lernen als Wettbewerbsfaktor 1
2.1 Wissen und Lernen - Begriffsbestimmungen 1
2.2 Knowledge-Based-View und Komplexitätstheorie 3
3. Lernen in Organisationen 5
3.1 Theorien zum individuellen Lernen. 5
3.2 Theorien zum organisationalen Lernen mit kritischer Würdigung. 6
3.2.1 Überblick. 6
3.2.2 Ansatz von Argyris und Schön. 6
3.2.3 Ansatz von Hedberg 8
3.2.4 Ansatz von Kim. 10
4. Schlussbetrachtung und Ausblick. 13
Literaturverzeichnis III
II Lernende Organisation
Abkürzungsverzeichnis
DL = Deutero-Lernen
DLL = Double-loop-Lernen
HBM = Harvard Business Manager
HBR = Harvard Business Review
KBV = Knowledge-Based-View
RBV = Ressource-Based-View
SLL = Single-loop-Lernen
SMJ = Strategic Management Journal
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Lernen als Basis für Innovationen ..................................................................3
Abb. 2: An SR model of how an organization interacts with its environment ..............9
Abb. 3: Simple Model of Individual Learning: OADI-Individual Mental Models
(IMM Cycle) ..................................................................................................10
Abb. 4: An Integrated Model of Organizational Learning: OADI-Shared Mental
Models (SMM) Cycle ....................................................................................11
Lernende Organisation 1
1. Problemstellung
Die heutige Wettbewerbssituation für Unternehmen wird von einer hohen Turbulenz und Dynamik beherrscht. Marktgrenzen verwischen, Produkt- und Technologielebenszyklen verkürzen sich drastisch, es existiert ein teilweise erbitterter Wettbewerb. 1 Will ein Unternehmen damit zurechtkommen und trotzdem starke Positionen aufbauen und verteidigen, so muss es zu einer lernenden Organisation werden. Dabei ist der Besitz von Information bzw. Wissen zu einem Schlüsselfaktor von höchster Priorität geworden. Es wird auch vom fünften Kondratieff-Zykluss gesprochen. 2 Daher kommt dem organisationalen Lernen als Wissenserwerb und Wissensgenerierung eine herausragende Bedeutung zu. Zielsetzung der vorliegenden Seminararbeit ist es primär, die Lernende Organisation vorzustellen und zu erörtern. Dabei wird gleichzeitig untersucht, wie diese, im Sinne des Oberthemas „ Entstehung und Förderung von Innovation“, zu Innovationen beitragen kann, und ob sie möglicherweise selbst schon eine Innovation verkörpert. Aber kann eine ganze Organisation überhaupt lernen? Zur Beantwortung dieser Frage wird im Folgenden genauer dargestellt wodurch die Notwendigkeit des Lernens verursacht wurde, und wie sie theoretisch begründet wird. Darauf aufbauend werden individuelle und organisationale Lernprozesse anhand wichtiger Theorien erläutert und kritisch hinterfragt.
2. Lernen als Wettbewerbsfaktor
Nach einigen Begriffsdefinitionen im Folgenden wird der Zusammenhang zwischen Lernen und Innovationen herausgearbeitet. Danach wird der Frage nachgegangen, wodurch das organisationale Lernen zum Wettbewerbsfaktor geworden ist. Dazu werden der Knowledge-Based-View sowie Teile der Komplexitätstheorie vorgestellt.
2.1 Wissen und Lernen - Begriffsbestimmungen
Um zunächst den Begriff Wissen abzugrenzen, werden eine allgemeine Definition und die spezifischen Ansätze von Sanchez bzw. Nonaka und Takeuchi vorgestellt. 3 Al-Laham definiert Wissen als unternehmensspezifische Ressource, die alle Informationen, Kenntnisse und Fähigkeiten eines Individuums umfasst, welches dieses bewusst oder unbewusst nutzt, um Aufgaben und Probleme zu lösen. 4 Sanchez hingegen unterscheidet drei Arten von Wissen, welche er als Know-how,
1 Zur Erläuterung der Turbulenz vgl. z.B. Zahn/Tilebein (2000), S. 118f.
2 vgl. Nefiodow (1990); Ein Kondratieff-Zyklus wird immer von einer durchschlagenden Basisinnovation, auch als Schlüsselfak-tor bezeichnet, ausgelöst und beherrscht. Im Falle des fünften Kondratieff-Zyklus sind dies die Informationstechnologie, bzw. Wissen im Sinne einer Ressource. Zur Definition und Erläuterung der Kondratieff-Zyklen vgl. z.B. Nefiodow (1990), S. 22-33
3 Für eine ausführlichere Darstellung zu Wissensdefinitionen, vgl. Seminararbeit Nr.10 „Wissensmanagement“
4 vgl. Al-Laham (2003), S. 43
Lernende Organisation 2
Know-why und Know-what bezeichnet. 5 Dabei stellt das Know-how praktisches Wissen dar, was durch Learning-by-doing erworben werden kann. Grundlegende Zusammenhänge und Wirkungsweisen der erlernten Tätigkeit werden nicht erkannt. Das Know-why hingegen stellt Wissen über Kausalbeziehungen dar. Mit dem Knowwhat ist strategisches Wissen gemeint, welches dazu befähigt die zwei anderen Wissensarten möglichst gewinnbringend in Wettbewerbsvorteile, im Sinne von neuen innovativen Produkten und Verfahren, umzuwandeln. 6
Nonaka und Takeuchi indessen unterscheiden zwischen implizitem und explizitem Wissen. 7 Implizites Wissen ist personengebunden und kann nicht, bzw. nur äußerst schwer, artikuliert werden. 8 Es beinhaltet Erfahrungswissen, Ahnungen und die Intuition eines Individuums. Geprägt wird es nicht zuletzt von Wertvorstellungen und Gefühlen 9 . Explizites Wissen hingegen ist nach Ansicht der Autoren problemlos formalisierbar und auf andere Individuen übertragbar. 10 Aufgeschriebenes Wissen in Büchern, Zeitschriften oder in Zeitungen ist demnach expliziter Natur. Wie aber wird organisationales Lernen definiert? Und in welcher Beziehung steht es zum „Wissen“? Probst und Büchel geben folgende Definition: „Unter organisationalem Lernen ist der Prozess der Erhöhung und Veränderung der organisationalen Wert- und Wissensbasis… zu verstehen.“ 11 Lernen und Wissen sind also untrennbar miteinander verbunden. 12 Es besteht eine wechselseitige Beziehung. Wissen verändert sich durch Lernen und es ist gleichzeitig auch die Grundlage für weiteres Lernen. Je mehr Wissen erlangt wird, desto höher wird die absorptive capacity 13 , die Fähigkeit neues externes Wissen zu erkennen, wertzuschätzen, zu assimilieren und zu nutzen. Wissen kann auch als Zustandsgröße einer intellektuellen Ressource aufgefasst werden, wobei Lernen die Veränderungsgröße darstellt. 14 Im Folgenden soll nun untersucht werden inwieweit das organisationale Lernen Innovationen, im Sinne von Produkt-, Prozess- und auch Dienstleistungsinnovationen, fördert. Zahn und Tilebein stellen fest, dass Innovationen stets aus Lernprozessen resultieren. 15 Sie stellen einen kausalen Zusammenhang her, den Abb. 1 darstellt.
5 vgl. Sanchez (1997), S. 174ff.
6 Zu den Beschreibungen der Wissensarten vgl. Sanchez (1997), S. 178f.
7 vgl. Nonaka/Takeuchi (1997)
8 Ein Beispiel einer vergeblichen Bemühung implizites Wissen zu artikulieren ist m. E. folgender Sachverhalt: Ein bekannter Börsenguru schreibt einen Bestseller, in welchem er sein Erfolgsrezept artikuliert. In der Regel kommen die Leser durch die Lektüre des Buches aber nicht in den Genuss hoher Gewinne. Der Grund dafür ist, dass das wertvolle implizite Wissen des Autors (Intuition, Erfahrungswissen, Spürsinn, usw. …) nicht in Worte gefasst werden konnte.
9 vgl. Nonaka/Takeuchi (1997), S. 18f.
10 vgl. Nonaka/Takeuchi (1997) S. 8
11 Probst/Büchel (1994), S. 17
12 vgl. Zahn/Tilebein (2000), S. 122
13 Zum Begriff der absorptive capacity vgl. Cohen/Levinthal (1993), S. 128
14 vgl. Zahn/Tilebein (2000), S. 122
15 vgl. Zahn/Tilebein (2000), S. 128f.
Lernende Organisation 3
Abb. 1: Lernen als Basis für Innovationen (Quelle: Zahn/Tilebein (2000), S. 129)
Demnach steht zu Beginn immer ein Lernprozess, der das Unternehmenswissen erneuert. Mit diesem erworbenen Wissen welches zunächst integriert werden muss, werden neuartige Kompetenzen bzw. Kernkompetenzen generiert, welche dann ihrerseits zu neuen Produkten und Verfahren, also Innovationen, kombiniert werden. 16
2.2 Knowledge-Based-View und Komplexitätstheorie
Lernen scheint nach Meinung vieler Autoren heutzutage die einzige dauerhafte Quelle für Wettbewerbsvorteile zu sein. So sieht beispielsweise Drucker im Wissen die wertvollste Ressource, die ein Unternehmen im 21. Jahrhundert besitzen kann. 17 Nonaka führt aus, dass in einer Welt, in der die einzige Sicherheit die ist, dass nichts sicher ist, Wissen zum Schlüssel für Wettbewerbsvorteile geworden ist. 18 Der Grund, warum Wissen heute diesen Stellenwert hat, ist in dem Strukturwandel hochtechnologisierter Volkswirtschaften hin zu Informations- und Wissensgesellschaften begründet. 19 Die Ära des Kapitals als wichtigster Produktionsfaktor ging im Laufe des 20 Jahrhunderts zu Ende - es verlor seinen Seltenheitswert. 20 Wissen ist nach Zahn und Greschner Ausgangspunkt, Gegenstand aber auch Ziel von organisationalen Lernprozessen. 21 Organisationales Lernen ist damit ebenfalls zu einem bedeutenden Schlüsselfaktor geworden.
Nachfolgend werden der Knowledge-Based-View (KBV) sowie einige zum Thema Lernen relevante Ausschnitte der Komplexitätstheorie in Grundzügen dargestellt. Der KBV ist ein theoretischer Ansatz, der Wettbewerbsvorteile einzig auf den Besitz
16 vgl. Zahn/Tilebein (2000), S.128f.
17 vgl. Drucker (1999), S.191
18 vgl. Nonaka (1991), S. 96
19 vgl. Al Laham (2003), S. 1
20 vgl. de Geus (1998), S. 38; Für eine genaue Beschreibung der historischen Entwicklung der jeweils relevanten Produktions-faktoren vom „Boden“ bis zum „Wissen“ vgl. z. B. de Geus (1998), S. 35-40.
21 vgl. Zahn/Greschner (1996), S. 44
Arbeit zitieren:
Thomas Kugler, 2004, Lernende Organisation - Zum Lernen in Organisationen, München, GRIN Verlag GmbH
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