Universität Osnabrück SS 2000
Seminar: Exil USA
„Deutsche in der Traumfabrik“
- Exil Hollywood -
(Hausarbeit)
20. Juli 1999
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1. Einleitung
2. Die Flucht aus Deutschland
2.1. Die Ausgangssituation
2.2. Das ERC als Fluchthelfer
2.3. Flucht aus Deutschland am Beispiel Fritz Lang
3. „Give me your tired, your poor“ - Leben in den USA
3.1. Die Kehrseite der Medaille
3.1.1. Exkurs: Das Un-American Activities Committee
3.2. Abstieg in Hollywood am Beispiel Heinrich Mann
4. Schlußbetrachtungen
4.1. Zusammenfassung der Hauptergebnisse
4.2. Persönliche Anmerkungen
5. Literaturverzeichnis
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Diese Hausarbeit zum Thema Ä'HXWVFKH LQ GHU 7UDXPIDEULN ([LO +ROO\ZRRG³ beschäftigt sich mit dem Schicksal der (deutschen) Emigranten in Hollywood/Los Angeles. Da man sicherlich nicht die Gesamtgeschichte der deutschen Exilanten in diesem Rahmen beschreiben kann, soll vor allem auf die Situation seit ca. 1930 eingegangen werden: Insbesondere als die Nationalsozialisten die Macht ergriffen hatten, suchten viele deutsche (und österreichische) Staatsbürger ihre Zukunft in der Emigration.
Es wird gezeigt, daß viele Personen fliehen mußten, nicht nur aufgrund politischer Verfolgung, sondern auch aufgrund eines inneren Zwangs, der es ihnen nicht mehr möglich machte in der politisch veränderten Heimat zu arbeiten. Unter anderem soll am Beispiel der Lebensgeschichte Fritz Langs aufgezeigt werden, wie schwierig es war, in Deutschland seiner beruflichen Tätigkeit weiter nachzugehen. Weiter wird beschrieben , wie das Leben der Exilanten in Hollywood verlief. Zunächst wird berücksichtigt, wie die Exilanten in Hollywood ankamen. Sie waren oft mittellos, waren aber in der Regel sehr zuversichtlich, obwohl sie nicht wußten, was sie erwartete. Ob ihre Hoffnungen erfüllt wurden wird untersucht. Es soll aufgezeigt werde, in welchen Strukturen die Exilanten arbeiten konnten - und ob ihr Leben durch Erfolg oder Mißerfolg gekrönt war.
Außerdem wird beschrieben, wie das Verhältnis der Exilanten untereinander ausgesehen hat.
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Die Situation in Deutschland wurde in den Dreißiger Jahren zunehmend unerträglicher für alle, die nicht mit den Nazis kooperieren wollten. Nach Gleichschaltung der Presse war es vielen überhaupt nicht mehr möglich dem Beruf als Autor oder Filmemacher nachzugehen. Wer trotzdem versuchte, seine Gedanken frei zu äußern, mußte mit Gefängnis (später Konzentrationslager) oder Ermordung rechnen.
„Das faschistische Regime ließ nichts außer acht, um seine Macht zu festigen, und die Maßnahmen wurden begleitet von Drohungen, Terror und Brutalität. Die „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“ vom Februar 1933 erließ den Ausnahmezustand, der in den zwölf Jahren des Hitlerregimes nicht weder aufgehoben wurde. Und mit dem Ermächtigungsgesetz vom März 1933 waren Demokratie und das vom Volk gewählte Parlament endgültig außer Kraft gesetzt.“ 1
Eine wichtige Person in Bezug auf die Verhinderung von freier Meinungsäußerung durch Künstler aus allen Bereichen war sicherlich auch Josef Göbbels. Als Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hatte er die Aufgabe, „entartete Kunst“ zu ahnden. Goebbels unterstand von 1933 an die gesamte deutsche Kultur mit allen Literaten und Filmschaffenden. Die Reichskulturkammer, deren Präsident ebenfalls Göbbels war, diente dem Zusammenfassen sämtlicher deutscher Kultur - um sie für die Zwecke des Nationalsozialismus zu verwenden.
1 Maria Hilchenbach: Kino im Exil - Die Emigration deutscher Filmkünstler 1933-1945. München: K. G. Saur 1982 (Kommunikation und Politik Band 14), S. 21
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Hitler und Göbbels zeigten sich jedoch in der Öffentlichkeit keinesfalls als Gegner von Kulturgut. - Ganz im Gegenteil: Alle Bücher und Filme, die das nationalsozialistische Gedankengut verbreiteten, waren gern gesehen. Göbbels wollte Film und Literatur sogar fest mit dem Nationalsozialismus verflechten; er versprach sich davon, daß Deutschland so weltweit den ersten Rang in diesen Gebieten erreichen würde. Natürlich passierte genau das Gegenteil: die deutsche Literatur und der deutsche Film steckten in einer tiefen Krise. Niemand ging mehr ins Kino oder las ein Buch, da die nationalsozialistische Propaganda in diesen Werken einfach zu plakativ war.
Göbbels fand eine Möglichkeit „anpassungsfähige“ deutsche Künstler in der gesellschaftlichen Hierarchie nach oben klettern zu lassen. Künstler bekamen auf einmal Titel wie z.B. Professor oder Kultursenator, und durch das damit verbundene Ansehen, blieben tatsächlich viele in Deutschland.
Durch diese plötzliche Aufwertung des Berufsstandes der Literaten und anderen Künstler, sollte auch darüber hinweggetäuscht werden, was passierte, wenn sich jemand nicht anpassen wollte:
Es wurden Bücher verbrannt und Berufsverbote ausgesprochen, Haftstrafen wurden erlassen, und der finanzielle Ruin und gesellschaftliche Abstieg waren vorhersehbar. Später mußte auch mit Ermordung oder Inhaftierung in ein Konzentrationslager gerechnet werden.
Natürlich konnten viele Künstler unter den oben genannten Umständen nicht mehr in Deutschland arbeiteten, sie mußten sich einen anderen Weg überlegen, um ihrer Berufung nachzugehen.
In vielen Fällen blieb also nur der Weg in das Exil. Einige Flüchtlinge hofften in den USA endlich wieder Freiheit und eine Arbeit zu finden. Insbesondere die großen Städte wie New York oder Los Angeles waren Anziehungspunkte, da man
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sich in diesen Millionenstädten relativ sicher sein konnte, auf andere Exilanten zu treffen.
Wer aus Europa fliehen wollte, hatte oft eine lange und beschwerliche Odyssee vor sich, die über viele Stationen führte, und sehr kraftraubend war. Zudem war es nicht einfach, ein Quotenvisum für die USA zu bekommen: Man mußte nicht selten jahrelang darauf warten. Auch die Sonder- und Notvisa („Special Emergency Visitor´s Visas“) waren für viele unerreichbar. Um ein Visum zu bekommen , mußte man folgende Unterlagen einreichen:
• Gutachten zur Person mit ausführlichen biographischen Angaben, welches beweisen sollte, daß der Antragsteller akut durch die Nationalsozialisten gefährdet war
• „Affidavit of Sponsorship“, die eidesstattliche Erklärung eines (meist prominenten) US-Bürgers, der sich für die moralische und politische Integrität der gefährdeten Person verbürgen mußte
• „Affidavit of Support“, die eidesstattliche Erklärung eines US-Bürgers, der seine gesamten Finanzen offenlegte und sich bereit erklärte, mit seinem gesamten Vermögen für den Flüchtling zu bürgen.
Unter anderem wegen mangelnder Kontakte in die USA waren die oben genannten Unterlagen für viele nur schwer zu beschaffen.
Die Länderqoute Deutschland/Österreich blieb deshalb bis 1938 ständig unausgelastet, während viele Emigranten kräftezehrende Kämpfe in den USA- Konsulaten Europas zu führen hatten. Die Quote sah jährlich 27230 mögliche Einwanderungen aus Deutschland und Österreich vor.
Quote paper:
Mag. Klaus Storm, 1999, Exil Hollywood - Deutsche in der Traumfabrik, Munich, GRIN Publishing GmbH
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