2
Inhaltsverzeichnis
S 03
1. Einleitung
S 05
2. Authentische Texte im Unterricht DaF
2.1 Welche Texte sind authentisch S 05
2.2 Interkulturelle Kompetenz versus Kommunikativer Kompetenz S 06
2.2.1 Der Gemeinsame europäische Referenzrahmen S 06
2.2.1.1 Darstellung des kommunikativen Modells S 08
2.2.1.2 Entwicklung von neuem Modell S 09
2.3 Authentische Texte im kommunikativen Unterricht S 10
S 12
3. Lernziele
3.1 Grobziele des Unterrichts S 12
3.2 Kriterien zur Auswahl eines authentischen Textes S 12
S 14
4. Leseverstehen
4.1 Darstellung der Fertigkeit Leseverstehen S 14
4.2 Zur Förderung des Lesenverstehens S 15
S 16
5. Didaktisierung eines authentischen Textes für Fortgeschrittenen
5.1 Ausgewählter Text S 16
5.2 Unterrichtsplanung S 16
S 19
6. Zusammenfassung
S 20
7. Literaturverzeichnis
S 22
Anhang
3
1. Einleitung
Die menschlichen Gesellschaften gründen sich nicht nur auf dem Bereich der wirtschaftlichen Beziehungen, sondern auch auf der moralischen Grundlage, infolge dessen genügen der Gemeinschaft die materielle Interessen und Ziele nicht, um die harmonische Funktion zu begründen.
Als wichtiges gesellschaftliches Kapitel in der ungehinderten und schöpferischen Koexistenz wird die Sprache angesehen, denn ihre Hauptfunktion ist der direkte oder indirekte soziale angebotene Zusammenhang.
Die Sprache – ein bedeutsames menschliches Kennzeichen, erhält nicht nur ihre Wichtigkeit für die menschlichen Beziehungen, als echter Wert, sondern auch drückt ihre Notwendigkeit aus! Sprache gibt es, seit es Menschen gibt. Es ist selbstverständlich, dass die ersten Menschen ein Signalsystem entwickeln sollten, damit sie kommunizieren konnten. Sie entwickelten also Kodes 1 , die hauptsächlich Laute und Beschreibungen mit den Händen 2 enthalteten. Das war, könnten wir heute annehmen, ein „restingierter Kode“, d.h. es gab natürlich eine sehr einfache syntaktische Struktur, sehr kurze Sätze und Schemata. Durch aber diese Methode konnten die Menschen eine Gesellschaft und – vor allem – Institutionen schaffen. Die Sprache 3 wird also nicht nur als Medium, sondern auch als Sprechanlass betrachtet. Die Wichtigkeit der Sprache bzw. der Kommunikation ist heutzutage von großer Bedeutung, da alle möglichen Alltagssituationen davon abhängen. Man kann also verstehen, dass die Funktion des sprachlichen Mittels darin besteht, sprachliche Kommunikation zu ermöglichen. „Kommunikation ist eine Form sozialen Handelns und findet innerhalb eines Bedingungsgefüges (kommunikativen Rahmens) statt. (Storch, G.(1999), S. 17)„
1 Vgl.: Gross, Harro (1998): Einführung in die germanistische Linguistik. S. 24ff.
2 Signalsprache 3 Es handelt sich hierbei um die menschliche Sprache, also solche Sprachsystem, das dem Menschen von den Tieren differenziert und gibt ihm einen Status und eine Kultur. Man könnte also die Definition des Sprechens nach Huneke (1997, S. 109) wie so geben, „wenn man die Aufmerksamkeit anderer auf sich lenken möchte, wenn man in der Interaktion mit anderen etwas erreichen möchte, wenn man Situationen oder das Verhalten von Gesprächspartnern den eigenen Intentionen gemäß beeinflussen möchte – sei es unter vier Augen oder vor einer Gruppe, sei es privat oder öffentlich. Zu Sprechen ist aber gar nicht immer so einfach, Sprechhandlungen können ja – zumal in der Fremdsprache – auch weniger gut oder gar nicht gelingen.“
4
In unserer Zeit verstehen wir die Rolle der Sprache vielmehr. Ziel unseres Lebens ist heutzutage nicht nur die einfache Kommunikation zwischen den Mitgliedern einer Gesellschaft zu erreichen, sondern auch durch die Sprache immer neuere Schemata, und komplexere syntaktische Strukturen abzuleiten, die der alltäglichen Kommunikation dienen. Nicht nur die Verwendung einer Sprache ist momentan von großer Bedeutung, sondern auch ihr Lehren. Ziel also des kommunikativen-(interkulturellen) Unterrichts ist, dass die Menschen das Bewusstsein und das Zusammenleben erreichen müssen. Das können sie nur durch die mündliche und auch natürlich die schriftliche Sprache erreichen.
Im Rahmen dieses Seminars werden wir uns mit den authentischen Texten für Fortgeschrittenen Lerner 4 im DaF Unterricht beschäftigen, und sehen, wie sie für einen erfolgreichen kommunikativen Unterricht angewandt werden können.
„Ziel des kommunikativen DaF – Unterrichts ist es, die Lerner auf die Begegnung mit der deutschen Sprache in natürlichen Verwendungskontexten vorzubereiten. Auf dem Wege dorthin spielt die Rezeption von Lese- und Hörtexten eine zentrale Rolle.“ 5 Im Seminar sollen Fragen behandelt werden, die mit den angebotenen DaF – Lehrwerken zu tun haben, wie also authentische Texte darin erscheinen. Es ist aber wichtig zu sehen, was macht die Verwendung von authentischen Texten im Unterricht einerseits attraktiv und andererseits schwierig, als auch wie lässt sich zusätzliches Unterrichtsmaterial unter Verwendung authentischer Texte entwickeln und was ist dabei zu beachten. 6
4 Vgl.: Seite des Fachbereichs der Uni Athen, unter: www.gs.uoa.gr [Stand 29.06.04]
5 Seite des Fachbereichs von Universität Athen unter: http://www.gs.uoa.gr (siehe. Beschreibung der
Veranstaltungen) – Stand [29.06.04]
6 Ebd.,
5
2. Authentische Texte im Unterricht DaF
2.1 Welche Texte sind „authentisch“?
Das Erlernen einer Fremdsprache ist mit vielen Hindernissen, Schwierigkeiten und Herausforderungen verbunden. Eine solche Schwierigkeit, die immer wieder aufkommt, ist die Auseinandersetzung eines Sprachenlehrers mit einem authentischen text. Aufgabe des Sprachenlehrers ist folgendes, dem Lehrer diese Auseinandersetzung zu erleichtern. Dabei stellt sich für den Lehrer immer wieder das Problem, welchen Text und welche Textsorte als „authentisch“ ansehen soll, wie er diesen Text aufzuarbeiten hat, und was er im Endeffekt mit diesem Text zu erzielen wünscht. 7 Der Fremdsprachenunterricht, wie er sich in den letzten Jahren entwickelt hat, zielt größtenteils auf den Erwerb von Seite der Lernenden eines Nachweises der Kenntnis der erlernten Sprache hin. Im Laufe der Jahre hat sich im Fremdsprachenunterricht die Neigung dazu festgehalten, dass sich ein gelungener FSU größtenteils mit der Vermittlung von Sprachfertigkeiten erzielen lässt, welche über authentisches Material erzielt wird. 8 Es gab immer eine Frage, welche Textsorten als „authentisch“ angesehen werden können. Wenn man genauer diese Frage beantworten möchte, sollte man erstmal darauf antworten, was überhaupt ein authentischer Text ist, und wie dieser Text im FSU einzusetzen ist. 9 Nach Christoff Edelhoff (Edelhoff: 1985, S. 7 – 30) ist ein Text authentisch, wenn er auch dokumentarisch, real und echt ist. Die Verwendung von authentischen Texten hatte Edelhoff als Ziel. Er betrachtete, dass die audiovisuelle Medien, die man im FSU eingesetzt hat, waren zum Teil authentisch.
Deshalb förderte er solche Mittel bzw. Medien, die authentische Angaben hatten, damit die Verstehenskompetenz der Lernenden gesteigert werden kann, indem sie mit realen Sprech- und Sprachsituationen auseinandergesetzt werden. 10 Dabei wurde auch diese Kompetenz von der Art des Textes sehr stark begrenzt, weil jeglicher Art von Mittel, eine statische Abbildung einer authentischen Situation 11 durchförderten.
7 Dimitris Zeppos (2001): Didaktisierung eines authentischen Textes nach den Sprachmodell SPEAKING, S. 5
8 Vgl.: S. 5f
9 Ebd., S. 5
10 Ebd., S. 6
11 Eines Sprechaktes
6
Nach Edelhoff erlernen die Lernende durch eine authentische Textsorte die Sprachsituation stufenweise, indem das anfänglich globale Verstehen unter gezielter Verwendung der gebotenen Kommunikationskanäle in ein selektives Verstehen übergeht. Der Lehrer sollte also immer darauf achten, dass er die Lernende mit der Ausarbeitung des authentischen Textes nicht überfordert. 12 Nach Edelhoff gaben es auch andere Studien zu den authentischen Textsorten. Alle hatten mit der abgebildete Realität zu tun. Die Lehrwerke sollten also Verstehenstexte beinhalten, die reale alltägliche Situationen abbildeten.
Es ist sehr wichtig demzufolge zu sehen, dass die authentischen Texte sowohl in geschriebener als auch in der gesprochenen Form dem Spracherwerb dienen 13 .
2.2 Interkulturelle Kompetenz versus Kommunikativer Kompetenz
1972 wurde nach dem Anthropologe und Soziolinguist Dell Hymes seine „kommunikative Kompetenz“ als „eines Sprechers und Lehrers grammatisches, psycholinguistisches, soziokulturelles und praktische verfügbares Wissen und eine dementsprechende Gebrauchsfähigkeit dieser Sprache (sic)“ formuliert. 14 Im Gegensatz zur „kommunikativen Kompetenz“ von Hymes ist in den letzten Jahren auch ein neuer Begriff der „interkulturellen Kompetenz“ 15 aufgekommen. 16 Der Hauptunterschied, der für diese Arbeit nutzbar ist, liegt vor allem in der Tatsache, dass der FSU hauptsächlich zur Vermittlung der Kultur des Herkunftslandes der Zielsprache dient und weniger zur Vermittlung der Sprache als solche. 17
2.2.1 Der Gemeinsame europäische Referenzrahmen
12 Vgl.: Dimitris Zeppos (2001): S. 6f.
13 Ebd., S. 7f. wie auch im: Blaasch, Hans-Werner (1985): S. 120 – 149 14 Vgl.: Dimitris Zeppos (2001): S. 10.
15 Vgl.: House, Juliane (1996) 16 Vgl.: Dimitris Zeppos (2001): S. 10f.
17 Die von Hymes erstellte Theorie der kommunikativen Kompetenz liegt dem Sprachmodell zugrunde, das mit dem Akronym S.P.E.A.K.I.N.G. bekannt ist.
7
Das Vorhandensein sowohl von Instituten zur Förderung von Sprachen, wie das Goethe Institut für die deutsche Sprache, das „British Council“ für die englische Sprache, das „Tervantes Instituto“ für die spanische Sprache, usw., als auch von Bewertungen zur Bescheinigung der Sprachkenntnissen in Europa (Cambridge Lower Certificate, ZD, Basico, usw.) bedarf an einem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen, der gemeinsame Charakteristika für alle Staaten haben könnte, damit der (Fremd) –Spracherwerb in Europa global und unter der gleichen Basis entwickelt und analysiert werden kann.
Da bis heute jedes Institut seine eigene Zertifikate an erfolgreich eine bestimmte Stufe abschließende Lernenden gab, und diese „Zertifikate“ 18 keine bestimmte Anerkennung in anderen europäischen Staaten hatten, war es notwendig, dass es ein gemeinsames Zertifikat für jede Sprache, jedes Sprachniveau, und jede Fertigkeit erstellt wird, dass alle europäische Staaten 19 anerkennen.
Im Referenzrahmen 20 gibt es sechs Niveaus, und sechs Fertigkeiten. Bis heuten wussten wir, dass die Fertigkeiten vier waren: Hören, Lesen, Schreiben, Sprechen. Jetzt fügt der Referenzrahmen auch zwei andere Fertigkeiten hinzu: Dolmetschen und Übersetzen. Was man jetzt mit diesen sechs Fertigkeiten auf einem bestimmten Niveau in der Lage sein muss, zu bewältigen, werden wie anschließend analysieren. 21
Die Zwecke des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens dienen der Gestaltung von didaktischen Programmen, von Prüfungsprogrammen und von bestimmten Lernzielen, Lernmateriallien, so dass Voraussetzungen für Selbstbeurteilung vorkommen. 22
Lernprogramme und Zertifikate sollen umfassend sein und zur Erforderung der Kommunikation zielen. Sie sollen auch Modulationsfähig, das heißt, dass sie wandlungsfähige Lernprogramme bilden. 23
18 oder besser gesagt: Bescheinigungen für Sprachkenntnisse eines bestimmten Niveaus.
19 Hinweis: es geht um Staaten, die zu der europäischen Union gehören.
20 Es gibt für jede Sprache 6 Niveaus, die unter A1, A2, B1, B2, C1, C2 anzuerkennen sind. Niveaus der Gruppe A beschreiben die elementaren Sprachkenntnisse, die man erwerben soll und kann. Niveaus der Gruppe B beschreiben eine selbständige Sprachverwendung, und schließlich Niveaus der Gruppe C beschreiben die kompetente Sprachverwendung.
21 Vgl.: Hauptseminar: Der Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen. Notizen stammen aus dem Seminar. Sommersemester 2003 an der Nationalen und Kapodistrischen Universität Athen. Seminarleiterin: Dr. Danfi Wiedenmayer.
22 Vgl.: http://www.goethe.de/z/50/commeuro/105.htm (§ 1.5) [Stand 07. Juni 2003] 23 Ebd.,
Quote paper:
Ioannis Argyros, 2004, Authentische Texte im DaF Unterricht (Vorgeschrittener Lerner), Munich, GRIN Publishing GmbH
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