Die menschlichen Gesellschaften gründen sich nicht nur auf den Bereich der wirtschaftlichen Beziehungen, sondern auch auf moralische Grundlage, infolge dessen ist die Gemeinschaft der materiellen Interessen und Zielen nicht genug, um die harmonische Funktion zu begründen. Wichtiges gesellschaftliches Kapitel in der ungehinderten und schöpferischen Koexistenz wird die Sprache angesehen, denn ihrer Hauptfunktion ist der direkt oder indirekt soziale angebotene Zusammenhang. Die Sprache – ein bedeutsames menschliches Kennzeichen, erhält nicht nur ihrer Wichtigkeit für die menschlichen Beziehungen, als echter Wert, sondern auch drückt ihrer Notwendigkeit aus! Das Lehren von Sprachen ist also sehr wichtig, damit man sie ausreichend lernen kann. Demzufolge muss man erkennen, dass ihr Schwerpunkt beim Lernen der Sprachen die Didaktik anzusehen ist, und besonders die Suche nach bestimmten Übungen, die zur Förderung der rezeptiven Fertigkeiten und gleichzeitig auf die Beschreibung der zum erfolgreichen Lernen führenden Schritten beitragen. In dieser Seminararbeit werden wir diese Schritten der rezeptiven kommunikativen Fertigkeiten beschreiben1, die den „Gegenstand dieses Hautseminars“ darstellen, und wir werden auch diese Schritte analysieren und lehren. Im Rahmen des Seminars wurden einige Referate gehalten, die als Hauptthema eine Didaktisierung einer bestimmten Art von rezeptiven Fertigkeiten dargestellt haben. Diese Didaktisierung ist als ein erster persönlicher Versuch anzusehen, theoretische, methodischdidaktische Kenntnisse und praktische Unterrichtsdurchführung aufeinander zu verknüpfen. Ihr Kern liegt auf dem Suchen nach Übungen, die zur Förderung der rezeptiven Fertigkeiten dienen, und gleichzeitig auf die Beschreibung deren Schritten.
Zunächst sollte man ein Paar Zeilen über die zentralen Bereiche des fremdsprachlichen Lernens schreiben: die vier Grund Fertigkeiten (Lesen, Hören, Sprechen und Schreiben) basieren auf sprachlichen Fähigkeiten in der Aussprache, in der Grammatik und im Besitzen eines Wortschatzes. Beim Erlernen einer Fremdsprache wird etwas Gemeintes oder Intendiertes in eine Struktur der Fremdsprache überführt. Man lernt zu sprechen und zu schreiben, d.h. man verarbeitet einen Konzept oder die Verbindung mehrerer Konzepte. Beim Hören und Lesen werden sprachliche Strukturen umgekehrt nach einem vielschichtigen Prozess in Konzepte umwandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Phasen der Textarbeit
3. Leseverstehen
3.1 Darstellung der Fertigkeit „Leseverstehen“
3.2 Zur Förderung des Lesenverstehens
3.3 Didaktisierung
3.3.1 Lesetext
3.3.2 Hinführungsphase
3.3.3 Erarbeitungsphase
3.3.4 Anschlussphase
4. Zusammenfassung
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, didaktische Strategien zur Förderung rezeptiver Fertigkeiten, insbesondere des Leseverstehens, im Unterricht Deutsch als Fremdsprache (DaF) zu untersuchen und praktisch umzusetzen. Dabei wird ein methodischer Rahmen entwickelt, der theoretische Konzepte mit konkreten Unterrichtsphasen verknüpft.
- Bedeutung rezeptiver Fertigkeiten im DaF-Unterricht
- Methodik der Phasen der Textarbeit (Hinführung, Erarbeitung, Anschluss)
- Theoretische Grundlagen des Leseverstehens
- Didaktisierung anhand eines praxisnahen Beispiels (Olympischer Fackellauf)
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Lesetext
„Zum 16. Mal in der Geschichte Olympischer Spiele der Neuzeit wird das Olympische Feuer 2004 in die Gastgeberstadt gebracht. Mit einem Fackellauf von der klassischen Stätte Olympia ab soll ein Zeichen des Friedens und der Völkerverständigung in die Welt gebracht werden. Schon in der Antike sollten während des fairen Wettkampfs der "Jugend der Welt" die Waffen ruhen. Früher gab es die Fackelläufe als eigenständige olympische Disziplin. Als symbolisches Ritual ist der Feuerzug ab 1936 Tradition.
Ausgerechnet die Nazis waren die Ersten
Als deren Gründer gilt Carl Diem (1882 bis 1962), der wegen seiner Nähe zu nationalsozialistischem Gedankengut umstrittene Sportfunktionär und Sportwissenschaftler. Er organisierte 1936 in Berlin als Generalsekretär den ersten Olympischen Fackellauf. Über 3187 km ließ Diem das Feuer von 3331 Läufern in 12 Tagen und 11 Nächten von Griechenland nach Berlin tragen, nachdem die Flamme im antiken Olympia durch einen in einem Hohlspiegel gebündelten Sonnenstrahl entzündet worden war.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Sprache für den sozialen Zusammenhang und führt in die Notwendigkeit ein, didaktische Übungen zur Förderung rezeptiver Fertigkeiten gezielt in den DaF-Unterricht zu integrieren.
2. Phasen der Textarbeit: Hier werden die drei miteinander verknüpften Phasen – Hinführungsphase, Erarbeitungsphase und Anschlussphase – theoretisch fundiert und in ihrer Bedeutung für den Lernprozess beschrieben.
3. Leseverstehen: Dieser Abschnitt befasst sich mit der Definition des Leseverstehens als Dekodierungsprozess und erörtert Strategien zur optimalen Förderung dieses Prozesses im Unterricht.
3.1 Darstellung der Fertigkeit „Leseverstehen“: Das Kapitel begründet, warum das Lesen authentischer Texte ein effektives Medium für den Fremdspracherwerb darstellt.
3.2 Zur Förderung des Lesenverstehens: Es wird das Wechselspiel zwischen datengesteuerten (aufsteigenden) und wissensgesteuerten (absteigenden) mentalen Aktivitäten im kognitiven Prozess des Lesens analysiert.
3.3 Didaktisierung: Dieser Teil beschreibt die praktische Vorbereitung eines authentischen Textes für den Unterricht.
3.3.1 Lesetext: Ein Beispielartikel über den olympischen Fackellauf wird als Grundlage für die methodische Unterrichtsgestaltung vorgestellt.
3.3.2 Hinführungsphase: Hier werden konkrete Schritte wie Situationsbilder und Assoziogramme vorgestellt, um das Vorwissen der Lernenden zu aktivieren.
3.3.3 Erarbeitungsphase: Dieses Kapitel beschreibt die inhaltliche und sprachliche Auseinandersetzung mit dem Text sowie die Kontrolle von Hypothesen.
3.3.4 Anschlussphase: Hier liegt der Fokus auf der Nachbereitung des Textes durch Wortschatzarbeit und die produktive Weiterverarbeitung.
4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Bedeutung der rezeptiven Fertigkeiten und bestätigt den Erfolg des vorgeschlagenen didaktischen Konzepts für das Fortgeschrittenenniveau.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Primärliteratur, Lexika und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Deutsch als Fremdsprache, DaF, rezeptive Fertigkeiten, Leseverstehen, Didaktik, Textarbeit, Hinführungsphase, Erarbeitungsphase, Anschlussphase, Sprachvermittlung, Unterrichtsplanung, Olympischer Fackellauf, Kognitive Psychologie, Sprachkompetenz, Fremdspracherwerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Vermittlung rezeptiver Fertigkeiten im Fach Deutsch als Fremdsprache, wobei ein besonderer Fokus auf dem Leseverstehen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die theoretischen Phasen der Textarbeit, die kognitiven Prozesse beim Lesen sowie die praktische methodische Umsetzung im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Verknüpfung theoretischer Erkenntnisse über den Leseprozess mit praktischen Übungsformen, um Lernende beim Spracherwerb effektiv zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse didaktischer Konzepte (u.a. nach Storch) und deren Anwendung in einem konkreten, didaktisierten Unterrichtsbeispiel.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der drei Phasen der Textarbeit sowie die detaillierte Vorstellung eines didaktischen Modells anhand eines Sachtextes über die Olympischen Spiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Deutsch als Fremdsprache, Leseverstehen, Didaktisierung, Textarbeit und Sprachkompetenz.
Welche Rolle spielt die Hinführungsphase bei der Textarbeit?
Die Hinführungsphase dient der Aktivierung des Vorwissens, weckt durch eine motivierende Erwartungshaltung Interesse am Text und erleichtert somit das spätere Verständnis.
Wie werden die Lernenden in der Anschlussphase aktiv?
In der Anschlussphase setzen sich die Lernenden intensiv mit dem Text auseinander, bearbeiten Redemittel, führen interkulturelle Gespräche und bewerten ihre Arbeitsergebnisse gemeinsam.
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- Ioannis Argyros (Author), 2004, Entwicklung rezeptiver Fertigkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32888