$XVJDQJVODJH
1.1. Einführung 1.2. Aufbau des Textes 1.3. Allgemeine Anmerkungen
%HY|ONHUXQJVZDFKVWXPE]Z%HY|ONHUXQJVHQWZLFNOXQJ
2.1. Bevölkerungsszenarien von 1990 bis 2020 2.1.1. Modell der Abschottung
2.1.2. Modell der potentialorientierten Begrenzung
2.1.3. Modell der Öffnung in globaler Verantwortung 2.2. Der Alterungsprozess in Europa
0LJUDWLRQXQG(XURSD
3.1. Allgemeines 3.2. Die Süd-Nord-Migration 3.3. Die Ost-West-Migration 3.4. Die Migration nach Deutschland und ihre Folgen 3.5. Zusammenfassung
,VWHLQH)HVWXQJ(XURSDLP(QWVWHKHQ"
4.1. Problemfeld „Migrationspolitik“ 4.2. Problemfeld „EU-Integration“ 4.3. Fehlende Harmonisierung zwischen den EU-Staaten
=XVDPPHQIDVVXQJ
7DEHOOHQ
6FKDXELOGHU
/LWHUDWXU
(LQIKUXQJ
Ä'DV-DKUKXQGHUWJLOWDOVGDV-DKUKXQGHUWGHU:DQGHUXQJHQ>XQGDXFK
JHJHQ@(QGHGLHVHV-DKUKXQGHUWV>XQG]X%HJLQQGHV-DKUKXQGHUWV@HUIDKUHQ
ZLUQXQGDVVGLHVHV(WLNHWWQLFKWQXUELVLQGLH*HJHQZDUWKLQHLQ*OWLJNHLWKDW
VRQGHUQDOOHU:DKUVFKHLQOLFKNHLWQDFKDXFKQRFKGLHQlFKVWH=XNXQIWWUHIIHQG
FKDUDNWHULVLHUHQZLUG:HOWZHLWQHKPHQ:DQGHUXQJVEHZHJXQJHQLQDOOHQ
HUGHQNOLFKHQ)RUPHQLPPHUZHLWHU]X³
Ä1DFK$QJDEHQGHV$PWHVGHV+RKHQ.RPPLVVDUVGHU9HUHLQWHQ1DWLRQHQIU
)OFKWOLQJH8QLWHG1DWLRQV+LJK&RPPLVVLRQHUIRU5HIXJHHV81+&5EHIDQGHQ
VLFKLP-DKUHZHOWZHLWPHKUDOV0LOOLRQHQ0HQVFKHQ>DXIGHU)OXFKW
¡ RGHU:DQGHUVFKDIW@³
Diese zwei Aussagen verdeutlichen unmissverständlich die Brisanz, die das Thema Migration im globalen Kontext annimmt und bei dem Europa nach dem Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs eine globale Schlüsselposition einnimmt.
Man muss jedoch sagen, dass sich die Hauptmerkmale der Wanderungen im 20. Jahrhundert stark gewandelt haben und die Anforderungen, die heutzutage an ein geeintes Europa gestellt werden, sich stark von den Wanderungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts unterscheiden. Anfangs stellten die Migrationsströme
bürokratisch organisierte und staatlich gesteuerte Massenwanderungen dar. Das heißt, dass es politische Entscheidungen waren, die das Wanderungsgeschehen in Europa bestimmt haben. Auf der einen Seite waren dies die
Zwangsumsiedlungen und Deportationen nach dem Ersten Weltkrieg, die organisierte Zwangsarbeit während und die staatlich geplanten Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf der anderen Seite waren es die Anwerbungen von Arbeitskräften aus den europäischen Peripheriegebieten bzw. aus den Ländern der Dritten Welt seit den 50er Jahren und die Aufnahmepolitik gegenüber Flüchtlingen aus den Ostblockstaaten während des Kalten Krieges. Erst in den letzten 25 Jahren dieses Jahrhunderts kam es zu Migrationsströmen in die europäischen Länder, die einer geringeren staatlichen Steuerung und bürokratischen Organisation unterlagen, d.h. nicht mehr die Aufnahmeländer
1 Vgl. Angenendt, Steffen 1996: Migration und Flucht. Seite 9.
2 Vgl. Knapp, Manfred 1994: Alte und neue Dimensionen transnationaler Migrationsprozesse. In: Knapp,
Manfred (=Hrsg.) 1994: Migration im neuen Europa. Seite 9.
bzw. wenn diese sich nicht darum kümmerten, die einzelnen Individuen. Kurz gesagt bedeutet dies, dass sich im Rahmen der Globalisierung eine Flexibilisierung der Migration durchgesetzt hat, so dass es fast jedem Individuum - sofern es sich das in den Kopf gesetzt hat - die Möglichkeit gegeben wird, auszuwandern. Aus diesem Grund verstärkten sich in den letzten Jahren die Sorgen der Bevölkerung, die europäischen Regierungen könnten dem
Migrationsdruck nicht länger standhalten. Wie der folgende Bericht zeigt, ist dem aber nicht auf ganzer Linie zuzustimmen.
Die Aussage, dass die Migrationsströme einer geringeren staatlichen Steuerung und bürokratischen Organisation unterliegen, bedeutet jedoch nicht, dass die Wanderungen - wie im 19. Jahrhundert - völlig ungeordnet und chaotisch ablaufen, sondern die Aufnahmeländer versuchen mit verschiedenen ökonomischen und politischen Schritten die Wanderungen im Keim zu ersticken. Dies geschieht zum einen durch Zuwanderungsbarrieren in Form verstärkter Grenzüberwachungen an den nationalen Grenzen und insbesondere an den Außengrenzen der EU und zum anderen durch internationale Abkommen und durch den Aufbau von politischen und ökonomischen Regulationsinstanzen, sowie durch Frühwarnsysteme und damit verbundener Entwicklungshilfe in den betroffenen Herkunftsländern. Diese Schritte der europäischen Länder
verfestigen bei einigen - die diese Schritte als Beginn einer europäischen Abschottungspolitik betrachten - den Eindruck einer „Festung Europa“, die im Entstehen ist.
Doch egal, welche Schritte auch in die Wege geleitet werden, die harten statistischen Zahlen sprechen dafür, dass trotz aller Anstrengungen bis zum Jahr 2020 - selbst nach optimistischen Prognosen - ca. 100 Millionen Migranten aus Nicht-EU-Staaten in die europäische Staatengemeinschaft drängen werden und die Probleme, die sich daraus ergeben, werden immens sein 3 .
3 Vgl. Hof, Bernd 1993: Europa im Zeichen der Migration. Seite 155.
3
$XIEDXGHV7H[WHV
Im ersten Teil des Berichtes versuche ich, das Bevölkerungswachstum in den Staaten der EU gesamtheitlich darzustellen, wobei ich von drei verschiedenen Prognosemodellen ausgehe.
Anschließend gehe ich auf einzelne wichtige Migrationsströme in die EU ein, wobei ich mein Hauptaugenmerk auf die Ost-West- und auf die Süd-Nord-Migration richte. Im nächsten Schritt wird ein Überblick über die aktuellen Trends der Migrationsentwicklung gegeben.
Im dritten Teil zeige ich Maßnahmen auf, mit denen die europäische Staatengemeinschaft versucht, dem wachsenden Migrationsdruck
entgegenzuwirken. Auch werde ich das - durch diese Maßnahmen ins Leben gerufene - Schlagwort der „Festung Europa“ kritisch unter die Lupe nehmen.
Abschließend versuche ich - mit Hilfe meiner eigenen Meinung - die einzelnen Kapitel miteinander in Beziehung zu bringen, um den Wahrheitsgrad des Schlagworts „Festung Europa“ genauer zu bestimmen.
:HLWHUIKUHQGH%HPHUNXQJHQ
Da jeder Themenkomplex „Bevölkerungswachstum, Migration und die Festung Europa“ schon an sich den Rahmen dieser Abhandlung sprengen würde, versuche ich in diesem Bericht einen groben Aufriss über die Problemfelder und Lösungsansätze im europäischen Kontext zu geben. Erst in meinem Referat will Ich anhand neuerer Entwicklungen (EU-Treffen in Nizza 2000) den Begriff der „Festung Europa“ genauer und vor allem aktueller betrachten. Des weiteren gehe ich anhand von einigen Länderbeispielen näher auf die Details der Bevölkerungsentwicklung und Migration ein und wie diese die Außenpolitik der einzelnen Länder bzw. der Europäischen Gemeinschaft beeinflussen.
4
%HY|ONHUXQJVZDFKVWXPE]Z%HY|ONHUXQJVHQWZLFNOXQJ
¢ :DQGHUXQJVPRGHOOH
Um in Kapitel 3 die Intensitäten der Wanderungsströme besser verstehen zu können, werden schon in diesem Kapitel drei unterschiedliche
Wanderungsmodelle vorgestellt, die unterschiedliche Auswirkungen auf die Bevölkerungsentwicklung in Europa haben.
0RGHOOGHUÄ$EVFKRWWXQJ³6FKDXELOG
Als erstes widme ich mich dem Modell der Abschottung Europas nach Außen. Bei diesem Szenario bilden die Volkszählungen aus den frühen 90er Jahren den Ausgangspunkt. Diese Bevölkerungsbestände aus den einzelnen Ländern werden dann, ohne Wanderungsbewegungen bis ins Jahr 2020 fortgeschrieben, d.h. die Außengrenzen der europäischen Staaten bleiben geschlossen bzw. die europäische Gemeinschaft achtet strengstens darauf, dass die Zahl der Einwanderer zu keinem Zeitpunkt die Zahl der Auswanderer übersteigt,. Ein weiterer wichtiger Bestandteil dieses Szenarios ist die Annahme unterschiedlicher Geburten- und Sterblichkeitsentwicklung.
1. Fall: Status quo der Geburtenrate und Lebenserwartung
• Die Bevölkerung der europäischen Gemeinschaft schrumpft bis zum Jahr 2020 um 20,8 Millionen Menschen
• Lediglich Frankreich, die Niederlande und Irland widersetzen sich diesem Trend
2. Fall: Stagnierende Geburtenrate und steigende Lebenserwartung
4 Vgl. Hof, Bernd 1993: Europa im Zeichen der Migration. Seite 136ff.
Arbeit zitieren:
Tobias Boltze, 2001, Bevölkerungswachstum, Migration und die Festung Europa, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Verschärfung globaler Ungleichheiten durch Exklusionsmechanismen am Be...
Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Fluchtgebiet Somalia - Was treibt die Somalis aus ihrer Heimat?
Politik - Internationale Politik - Region: Afrika
Hausarbeit, 28 Seiten
Rahmenbedingungen für den Wiederaufbau der Industrie nach dem 2. Weltk...
Vergleich zwischen Ost- und We...
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Hausarbeit, 17 Seiten
Die Theorie der Schweigespirale
Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Seminararbeit, 19 Seiten
Jugendliteratur im Englischunterricht am Beispiel von Mark Haddons &qu...
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 24 Seiten
The People's Choice: Zwei-Stufen-Fluss der Kommunikation
Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Seminararbeit, 16 Seiten
Analyse der Push- und Pull-Faktoren der Migration
VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Hausarbeit (Hauptseminar), 30 Seiten
Einwanderungsland Deutschland - Probleme und Perspektiven?
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit, 20 Seiten
Ethnographische Forschung und ihre Probleme
Soziologie - Methodologie und Methoden
Hausarbeit, 14 Seiten
Ursachen, Formen und räumliche Auswirkungen internationaler Arbeitsmig...
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Seminararbeit, 20 Seiten
Das Schengener Abkommen und Szenarien zur Zukunft der Migration in Eur...
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Vordiplomarbeit, 38 Seiten
Exklusionsmechanismen im Wohlstandsgefälle Nord - Süd am Migrationsbei...
Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten
Hausarbeit (Hauptseminar), 36 Seiten
Tobias Boltze hat den Text Bevölkerungswachstum, Migration und die Festung Europa veröffentlicht
Tobias Boltze hat einen neuen Text hochgeladen
Von der Festung Europa zur gestaltenden Einwanderungspolitik?
Zur aktuellen Entwicklung eine...
Susanne Weller-Monteiro Ferreira
Menschenrechte und Migration in Europa
Heike Brabandt, Volker Epping, Jan Martin Hoffmann, Ines Katenhusen, Christiane Lemke
Frauengesundheit, Migration und Kultur in einer globalisierten Welt
Theda Borde, Matthias David
Migrations- und Integrationsprozesse in Europa
Vergemeinschaftung oder nation...
Uwe Hunger, Can M. Aybek, Andreas Ette, Ines Michalowski
Enzyklopädie Migration in Europa
Vom 17. Jahrhundert bis zur Ge...
Klaus J. Bade, Pieter C. Emmer, Leo Lucassen, Jochen Oltmer
Pflege und Migration in Europa
Transnationale Perspektiven au...
Andrea Hitzemann, Anna Waldhausen, Nausikaa Schirilla
Parlament und Schura. Demokratieentwicklung in Europa und der islamisc...
Ratsversammlungen und Demokrat...
Michael Mitterauer
0 Kommentare