1. Einleitung 2
1.1 Das Problem 2
1.2 Vorgehen 2
2. Allgemeines 3
2.1 Was ist Globalisierung ? 3
2.2 Forderungen an eine ethische Globalisierung 5
2.3 Neoliberalismus versus Soziale Marktwirtschaft 6
2.3.1 Der Neoliberalismus 6
2.3.2 Die Soziale Marktwirtschaft 7
3. Gestalter der Globalisierung 9
3.1 Internationaler Währungsfonds (IWF) 9
3.2 Weltbank 11
3.3 Welthandelsorganisation (WTO) 13
3.4 Multinationale Unternehmen 14
3.5 Nationalstaaten 16
4. Kritik an der Globalisierung 18
4.1 Märkte 18
4.1.1 Das Konzept des Freihandels 18
4.1.2 Wirtschaftsethik 19
4.1.3 Die Finanzmärkte 21
4.1.4 Die Arbeitsmärkte 24
4.1.5 Die Märkte für Waren und Dienstleistungen 26
4.2 Kultur 29
4.2.1 Zwei Visionen 29
4.2.2 Abgrenzung 30
4.3 Die Umwelt 32
5. Schluss 34
5.1 Zusammenfassung 34
5.2 Ausblick 36
Abkürzungsverzeichnis I
Bibliographie II
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1. Einleitung
1.1 Das Problem
Ausschreitungen und Proteste gegen die Globalisierung sind in den letzten Jahren häufiger und heftiger geworden. Die Ereignisse in Städten wie Seattle, Genua u. a. stehen für einen wachsenden Widerstand gegen internationa le Organisationen, die als Protagonisten der wachsenden Verflechtung der Weltwirtschaft angesehen werden.
Es stellt sich die Frage, wogegen die Menschen protestieren. Seit ungefähr 10 bis 15 Jahren existiert der Begriff der Globalisierung. Seitdem ist er zu einem sehr polarisierenden Symbol geworden. Für die Befürworter ist er das Mittel, die Lebensbedingungen aller oder zumindest vieler Menschen entscheidend zu verbessern. Die Gegner sehen in ihm dagegen eher eine Bedrohung für das bis jetzt Erreichte und als Hindernis, um Gerechtigkeit und Wohlstand für alle Menschen möglich zu machen. Sie sprechen vom internationalen Kapital und der dominierenden Macht des Westens, die die Welt nach ihren Vorstellungen gestalten. Es stellen sich zwei Fragen:
1. Was ist Globalisierung und was macht sie aus?
2. Welche Kritik wird aus ethischer Sicht gegen sie vorgebracht?
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der wirtschaftlichen Seite der Globalisierung, da die ökonomischen Auswirkungen für nahezu jeden Menschen spürbar sind und daher eine besondere Relevanz haben. Darüber hinaus steht dieser Bereich oft im Zentrum der Kritik. Vermisst wird u.a. die ethische Komponente der wirtschaftlichen Globalisierung.
Da das Thema in den vergangenen Jahren oft bearbeitet worden ist und regelmäßig in der Diskussion steht, ist die Quellenlage recht umfangreich.
1.2 Vorgehen
Die Arbeit kann grob in zwei Teile gegliedert werden. Der erste Teil beginnt mit der Vorstellung einer Arbeitsdefinition des Begriffs Globalisierung, sowie einer kurzen Darstellung der Voraussetzungen und der Anfänge der Globalisierung. Auf die Forderungen an eine ethische Globalisierung folgt eine Erläuterung, des bei den Befürwortern weit verbreitete Konzeptes des Neoliberalismus. Anschließend wird die soziale Marktwirtschaft Ludwig Erhards als möglicher Gegenentwurf vorgestellt und
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vom Neoliberalismus abgegrenzt. Danach folgt eine Vorstellung verschiedener Akteure, die als wesentliche Gestalter der Globalisierung angesehen werden können. Dazu zählen internationale I nstitutionen, international operierende Unternehmen, sowie Nationalstaaten.
Inhalt des zweiten Teils ist Kritik mit ethischer Relevanz, die gegen die Globalisierung vorgebracht wird. Aufgrund der besonderen Bedeutung der Ökonomie in der Globalisierung stehen die Einflüsse, die auf die verschiedenen Märkte einwirken, im Zentrum der Betrachtung. Dazu zählen die Forderung nach, und Durchsetzung von Deregulierung und Freihandel. Nach der Erläuterung der im Hintergrung stehenden theoretischen Konzepte von Freihandel und Wirtschaftsethik, sollen die Auswirkungen der Globalisierung auf die Märkte untersucht werden. Aufgrund der unterschiedlichen Strukturen wird eine Dreiteilung in die Finanzmärkte, die Arbeitsmärkte, sowie die Waren- und Dienstleistungsmärkte vorgenommen. Ein weiteres Feld der Kritik befasst sich mit den Auswirkungen der Globalisierung auf (die) Kultur. Es werden zwei mögliche Szenarien dargestellt und voneinander abgegrenzt. Das abschliessende Kapital hat neben negativen auch positive Einflüsse der Globalisierung auf die Umwelt und eine mögliche Lösung zum Inhalt.
2. Allgemeines
2.1 Was ist Globalisierung ?
Im Gegensatz zur weitverbreiteten Meinung umfasst Globalisierung deutlich mehr als die zunehmende Vernetzung der Weltwirtschaft, obwohl dies ein wesentlicher Bestandteil ist. Die Menschheit scheint im Laufe der Zeit - mit Unterbrechungen und Rückschlägen - in vielen Bereichen langsam zusammenzuwachsen. Jeder Erklärungs-und Definitionsversuch kann darum nur bruchstückhaft sein. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit könnte eine Arbeitsdefinition folgendermaßen aussehen: Globalisierung ist ein nahezu alle Lebensbereiche des Menschen umfassender Prozess. Sie bewirkt die zunehmende Ausweitung und Vernetzung der wechselseitigen regionalen und globalen Beziehungen auf wirtschaftlicher, kultureller und politischer Ebene. 1
1 Vgl. Woyke, Handwörterbuch Internationale Politik, S. 137
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Ihre entscheidende Voraussetzung ist das Schrumpfen oder sogar völlige Verschwinden der Entfernung. Vor der Erfindung der drahtgebundenen Datenübertragung war die Reisegeschwindigkeit von Menschen, Gütern und Informationen identisch, da sie auf gleichem Weg transportiert wurden. Heute stehen Informationen über die Datennetzwerke nahezu ohne Zeitverlust zur Verfügung. Menschen und Güter brauchen zwar länger, aber das Tempo hat sich stark erhöht. Gleichzeitig sind die Transportkosten für Informationen und Güter drastisch gesunken. 2 Die Revolution der Informations- und Kommunikationstechnologie und des Transportwesens haben es ermöglicht, dass der weltweite Austausch von Menschen, Waren, Dienstleistungen, Informationen und Ideen auf ein nie gekanntes Niveau gesteigert werden konnte. Hinzu kommen die Freihandelspolitik ab 1945 und deutlich gesenkte Zölle, die es vielen Ländern ermöglicht haben, ihre Waren auf dem Weltmarkt anzubieten. Dazu gehört auch die Möglichkeit von Direktinvestitionen, die Unternehmen im Ausland tätigen.
Einen enormen Schub bekam die Globalisierung, als ab 1990 durch das Ende des kalten Krieges viele Potentiale freigelegt wurden. Reduzierte Rüstungsausgaben entlasteten die öffentlichen Haushalte und die Auflösung des Ostblocks öffnete die osteuropäischen Länder für die Weltmärkte.
Es ist schwierig den Beginn der Globalisierung auszumachen. Eine Möglichkeit wäre die Epoche des informellen Kolonialismus ab dem 16. Jahrhundert. Eine andere könnte der Siegeszug der Industrialisierung im Zusammenspiel mit dem technischen Fortschritt, im 19. Jahrhundert sein, der grenzüberschreitenden Austausch in großem Stil möglich machte. 1913 wurden 33 % des Weltsozialprodukts international geha ndelt. 3 Durch die beiden Weltkriege, sowie die Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre nahm der internationale Handel stark ab. Um eine Wiederholung dieser globalen Krise zu vermeiden und die kriegszerstörten Ländern Europas wieder aufzubauen, wurden 1944 auf der Konferenz von Bretton-Woods der IWF und die Weltbank gegründet, sowie eine Freihandelspolitik vereinbart (General Agreement on Tariffs and Trade = GATT).
2 Vgl. Preuße, Globalisierung, S. 247.
3 Vgl. Huntington, Kampf der Kulturen, S. 94.
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Die Auswirkungen der Globalisierung sind umfassend und können äusserst ambivalent sein. Darum soll hier nur ein Beispiel genannt werden: Die gestiegenen Informationsmöglichkeiten, z. B. das Internet, führen dazu, dass Informationen aller Art weltweit schneller verfügbar sind, und dass Menschen mit ähnlichen Interessen weltweite Netzwerke aufbaue n können. Das macht es z. B. für Diktaturen schwerer, Informationen vorzuenthalten und Entwicklungen zu unterdrücken. Umwelt- und Menschenrechtsverbände können ihre Aktionen weltweit besser aufeinander abstimmen, und so viel bessere Ergebnisse erzielen. Darüber hinaus haben selbst kleine Unternehmen die Möglichkeit, ihre Waren im Internet weltweit anzubieten und sich damit neue Märkte zu erschließen. Gleichzeitig profitieren aber auch kriminelle oder terroristische Vereinigungen von den neuen Möglichkeiten, weil sie sich leichter der Verfolgung durch einen Staat entziehen, und ihre weltweiten Aktivitäten besser koordinieren können. 4
Hieraus folgt, dass bei einem so komplexen Prozess wie der Globalisierung eine genaue Betrachtung erforderlich ist, bevor es möglich ist, sich ein fundiertes Urteil zu bilden.
2.2 Forderungen an eine ethische Globalisierung
Im Mittelpunkt der Gestaltung der Welt, also auch der Globalisierung, muss immer der Mensch stehen. Dies basiert auf der Unveräußerlichkeit der Menschenrechte, die jeder Mensch besitzt. Die Deutsche Bischofskonferenz fordert darüber hinaus den Einschluss wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Rechte in einer Art Sozialpakt. Hieraus folgert sie, dass die Politik „armutsorientiert oder, genauer gesagt, armenorientiert sein“ soll. 5 Dies ist nur durch eine Steigerung des Wohlstands in der Welt und besonders bei den Armen möglich. Dieser Wohlstand muss jedoch nachhaltig und ökologisch verträglich erwirtschaftet werden, damit der Mensch nicht seine langfristige Grund lage für ein Leben auf der Erde zerstört. Weiterhin sollte die Globalisierung friedlich ablaufen, da Krieg die Menschenrechte und den Wohlstand vieler Menschen bedroht oder zerstört.
4 Vgl. Deutsche Bischofskonferenz, Die vielen Gesichter der Globalisierung, S. 23.
5 Deutsche Bischofskonferenz, Die vielen Gesichter der Globalisierung, S. 49.
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2.3 Neoliberalismus versus Soziale Marktwirtschaft
2.3.1 Der Neoliberalismus
Der zentrale Gedanke des Neoliberalismus ist die Freiheit des Einzelnen, sein Leben selbst gestalten zu können. 6 Gleichheit wird nur dann akzeptiert, wenn sie Chancengleichheit meint. 7
Friedman, als ein Vertreter der „Chicago Boys“ und Vordenker des Neoliberalismus, bezieht sich auf Adam Smith, wenn er folgende Hauptaufgaben des Staates benennt. Zunächst müsse der Staat das Land vor Aggressionen anderer Staaten schützen. 8 Die zweite Aufgabe sei es, den Einzelnen vor Ungerechtigkeit und Unterdrückung durch andere Mitbürger zu schützen, indem er für ein funktionierendes Rechtssystem sorgt. 9 Weiterhin müsse der Staat öffentliche Einrichtungen aufbauen, die ein Einzelner allein nicht realisieren könne. Dazu gehörten Investitionen in die Infrastruktur und in die Bildung der Menschen. 10 Gerade letzteres sieht Friedman als unerlässlich für die Chancengleichheit an. 11 Darüber hinaus fordert er, dass Individuen, die nicht für sich selbst verantwortlich sein können, geschützt werden müssten. 12
Die Konsequenz aus den vier Hauptaufgaben lautet für Friedman, dass die Regulierung der Wirtschaft auf ein Minimum zurückgeführt werden muss. Behörden und Regulierungen würden viel Geld kosten, hätten die Tendenz stetig zu wachsen und wären ebenfalls nicht frei von Fehlentscheidungen. 13 Stattdessen solle der Markt die Regulierung übernehmen. Wenn die Anbieter ihre eigenen Interessen verfolgten, profitiere der Kunde am meisten davon. Denn die Anbieter werden versuchen, die Bedürfnisse der Kunden bestmöglich zu befriedigen. Wenn sie das nicht schaffen, werden sie vom Markt verschwinden. Die eigentliche Macht besitzt also der Kunde, indem er entscheidet, was er kauft. 14 Damit der Kunde diese Macht behält, muss Monopolen und Kartellen Einhalt geboten werden. Er fordert die Förderung
6 Vgl. Friedman, Chancen, die ich meine, S. 145 - 147.
7 Vgl. Friedman, Chancen, die ich meine, S. 149.
8 Vgl. Smith, Der Wohlstand der Nationen, S. 587.
9 Vgl. Smith, Der Wohlstand der Nationen, S. 600.
10 Vgl. Smith, Der Wohlstand der Nationen, S. 612.
11 Vgl. Friedman, Chancen, die ich meine, S. 203 - 204.
12 Vgl. Friedman, Chancen, die ich meine, S. 44 - 45.
13 Vgl. Friedman, Chancen, die ich meine, S. 206 - 208.
14 Vgl. Friedman, Chancen, die ich meine, S. 240 und Smith, Der Wohlstand der Nationen, S. 17.
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weltweiter Konkurrenz durch freie Märkte. 15 Zölle und Regulierungen des Außenhandels sollten möglichst vollständig abgeschafft werden. 16 Allerdings weist auch schon Smith darauf hin, dass eine zu schnelle Aufhebung der Einfuhrbeschränkungen zu großen Arbeitsplatz- und Wohlstandsverlusten im Importland führen kann. 17 Dennoch gehört dies zu den wichtigsten Forderungen des Neoliberalismus. Es würde nicht nur dem Missbrauch von Marktmacht entgegengewirkt, sondern aufgrund der komparativen Kostenvorteile könnten alle Handelspartner profitieren, sofern der Warenaustausch freiwillig abläuft. 18
2.3.2 Die Soziale Marktwirtschaft
Der Begriff der sozialen Marktwirtschaft wurde 1946 das erste Mal von Müller-Armack eingeführt. Seiner Meinung nach bestehe der Sinn darin, das Prinzip der Freiheit des Marktes mit dem des sozialen Ausgleichs zu verbinden. Dabei sollen beide Prinzipien gleichwertig nebeneinander stehen, ohne dass eines dominiert. Diese müssen in die jeweiligen gesellschaftliche Realität eingepasst werden. 19 Grundlage ist ein personal wie sozial ausgerichtetes Menschenbild, sowie der Gedanke der unveräußerlichen Menschenwürde. Die Erfahrungen der Geschichte zeigen, so Müller-Armack, dass sowohl das sozialistische, als auch das individualistische Prinzip allein, langfristig nicht erfolgversprechend sind. Das Streben nach völliger Gleichheit kann ebenso wie ungezügelte Freiheit zu Zwang oder Verletzung der Menschenwürde führen. 20
Diese Gedanken hat sich Erhard zu eigen gemacht. Er war der Ansicht, dass durch freien Leistungswettbewerb und freie Preisbildung gesteuerte Märkte eine organische und harmonische Ordnung ermöglichen. Der Verbraucher allein solle anhand von Qualität und Preis darüber entscheiden, wer Erfolg im Markt hat. 21 Wichtig sei, dass Konsumfreiheit und die Freiheit der wirtschaftlichen Betätigung als Grundrechte betrachtet werden. 22 Dabei grenzt er sich aber von der liberalistischen Marktwirtschaft
15 Vgl. Friedman, Chancen, die ich meine, S. 243.
16 Vgl. Friedman, Chancen, die ich meine, S. 64.
17 Vgl. Smith, Der Wohlstand der Nationen, S. 383.
18 Vgl. Smith, Der Wohlstand der Nationen, S. 373.
19 Vgl. Quaas, Soziale Marktwirtschaft, S.361 - 362.
20 Vgl. Dickertmann, Soziale Marktwirtschaft, S.364 - 366.
21 Vgl. Erhard, Wohlstand für alle, S. 170 - 171.
22 Vgl. Erhard, Wohlstand für alle, S. 14.
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alter Prägung deutlich ab: Diese Freiheit sei nur solange zulässig, wie die Freiheit nicht dazu benutzt wird, sie aufzuheben. Der Staat sei in diesem Fall gefordert, Konkurrenz in einem möglichst großen Umfang zu erhalten oder aber zumindest die missbräuchliche Ausnutzung der Marktmacht zu verhindern. 23 Mögliche Maßnahmen sind Kartellbehörden und in der heutigen Zeit z. B. die Regulierungsbehörde für Telekommunikation. Auch Friedman sieht das Problem der Monopole, aber er ist der Ansicht, dass freier Welthandel allein genug Konkurrenz schafft, um die Konsumenten vor den Monopolen zu schützen. Dies ist jedoch heute, wo Zusammenschlüsse, Kartelle und Monopole global geworden sind, keine Lösung mehr.
Eine vergleichbare Position wie Friedman vertritt Erhard in Bezug auf die internationale Arbeitsteilung und Zusammenarbeit. Sie sind für ihn untrennbar mit innerstaatlicher wirtschaftlicher Freiheit verbunden. Dazu gehört nicht nur der freie Waren- und Dienstleistungsverkehr, sondern auch die Möglichkeit, dass Menschen dort Arbeit annehmen können, wo sie sie finden. Größere Freizügigkeit auf internationaler Ebene führt zu höherer Produktivität und Wohlstand auf allen Seiten. Alle Staaten sollten ein Interesse daran haben, unterentwickelte Länder in den Weltmarkt zu integrieren. Der Antrieb ist dabei nicht nur, den Menschen in diesen Ländern ein besseres Leben zu ermöglichen, sondern auch die Überlegung, sich selbst neue Beschaffungs- und Absatzmärkte zu erschließen. 24
Die zweite Komponente der sozialen Marktwirtschaft im Sinne Erhards ist die Soziale. Die erreichten Fortschritte und wirtschaftliche Erfolge sollten den Wohlstand des ganzen Volkes mehren. 25 Auswüchse und Fehlentwicklungen der freien Marktkräfte sollten durch soziale Leistungen an Bedürftige ausgeglichen werden, damit jeder ein menschenwürdiges Leben führen konnte. 26 Neben diesen direkten staatlichen Leistungen 27 sollten vor allem erzielte Produktivitätsfortschritte in Preissenkungen oder Lohnerhöhungen umgewandelt werden, um so echte Reallohnsteigerungen zu
23 Vgl. Erhard, Wohlstand für alle, S. 171 - 175.
24 Vgl. Erhard, Wohlstand für alle, S. 302 - 303.
25 Vgl. Erhard, Wohlstand für alle, S. 169.
26 Vgl. Schlecht, Soziale Marktwirtschaft, S. 380.
27 Vgl. Erhard, Wohlstand für alle, S. 246.
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Quote paper:
Volker Michels, 2004, Übersicht über die Globalisierungskritik mit ethischer Relevanz, Munich, GRIN Publishing GmbH
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