Inhaltsverzeichnis
Einleitung
S. 4
1. Metropolitanisierung US-amerikanischer Städte
S. 4
2. Gründe für die Metropolitanisierung in US-
amerikanischen Städten
S. 7
2.1. Bevölkerungssuburbanisierung 7
2.2. Dezentralisierung des Einzelhandels 9
2.3. Dezentralisierung des Großhandels und der Industrie 11
2.4. Dezentralisierung der Dienstleistungsunternehmen 12
2.5. Fazit 13
3. Probleme in den US-amerikanischen Kernstädten
S. 14
4. Fragmentierung
S. 15
4.1. Merkmale des Segregationsprozesses 15
4.2. Vorraussetzungen des Segregationsprozesses 16
4.3. Allgemeine Segregationsprozesse 17
4.4. Das Prisma Cluster Modell 17
5. Revitalisierung
S. 19
5.1. Der neue CBD 19
5.2. Die New towns - in Town 21
5.3. Gentrification 21
5.3.1. Phasen der Gentrification 22
5.3.2. Gründe für Gentrification 22
5.3.3. Fazit 23
6. Das Beispiel Atlanta
S. 23
6.1. Wachstumspolstrategie 24
6.2 Wohnfunktion 24
6.3 Fazit 25
7. Quellenverzeichnis
S. 26
2
Abbildungsverzeichnis :
Abb. 1 Schema einer US-amerikanischen Stadt (nach Hahn)
Abb. 2 Schema einer US-amerikanischen Stadt (Struktur und
Veränderungen) nach Hahn
Abb. 3 Industrial Park „Cedar Falls“, Iowa
Abb. 4 Beispiel einer Levittown auf Long Island
Abb. 5 Babyboom der Nachkriegszeit
Abb. 6 Mall of America
Abb. 7 Anteil der MSA-Arbeitsplätze in den Außenstädten
1970 und 1990
Abb. 8 Entertainmentkomplex in der Downtown
Abb. 9 New town - in Town
Abb. 10 Die Kernstadt Atlanta mit der Central Area
Abb. 11 tatsächliche Wohnungsbau-enterprise-zones
Tabellenverzeichnis
Tab. 1 Metro-Bevölkerung: Kernstadt - Außenstadt
Tab. 2 Bevölkerungsverluste in ausgewählten Kernstädten
3
Einleitung:
Im Zentrum dieser Arbeit steht die Analyse von Städten in den USA und wie sie sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt haben. Städte sind keine statischen Räume, sondern sind ständig im Entwicklungsprozess. Im Rahmen der Städteentwicklung hört man sehr oft den Begriff der Metropolitanisierung. Doch was wird mit diesem Begriff gemeint? Auch in der Literatur kann man keine genaue Definition des Begriffs finden.
Die Metropolitanisierung umschreibt eine Form der Stadtentwicklung, die sich aus Dezentralisierung, Suburbanisierung sowie einer räumlichen Ausweitung des Stadtgebietes zusammensetzt. Es kommt nicht nur zu einer Verlagerung der Wohnbevölkerung, sondern auch von Arbeitsplätzen, Wirtschaftsaktivitäten und anderen speziellen Funktionen aus der Kernstadt in die Randgemeinden (L. Holzner, L. 1996, Seite 71). All diese Prozesse haben in USamerikanischen Städten in den letzten fünfzig Jahren stattgefunden. Die räumliche Ausweitung führte in den USA zur Bildung neuer statistischer Einheiten im amerikanischen Zensussystem. Ab 1983 wurden die großen Kernstädte mit ihrem Umland zu so genannten metropolitan statistical areas zusammengefasst. Dies ist nur eine der zahlreichen Folgen der amerikanischen Stadtentwicklung, auf die in der folgenden Arbeit eingegangen werden soll. Neben der Metropolitanisierung lässt sich auch das Phänomen der Fragmentierung aufzeigen. Das heißt, dass sich die Bevölkerung anhand eines bestimmten Schemas anordnet. Aber auch neben der Bevölkerung ordnen sich Wirtschaftsbetriebe und Versorgungseinrichtungen nach einem bestimmten Muster an. Die Gründe für diese Entwicklung, daraus resultierende Probleme, sowie Lösungsstrategien bilden den inhaltlichen Schwerpunkt dieser Arbeit.
1. Metropolitanisierung US-amerikanischer Städte:
Der Begriff der Metropolitanisierung wurde im Teil der Einleitung schon erklärt. Die Ausmaße dieser Entwicklungen sollen zunächst erst einmal genauer erläutert werden. Dabei basieren die Befunde auf dem „Schema einer USamerikanischen Stadt“ nach Roland Hahn, (siehe Abb. 1) welches von Heinz Heineberg ergänzt wurde (siehe Abb. 2).
Auch vor Roland Hahn versuchten andere Wissenschaftler die US-amerikanische Stadt an-hand von Modellen zu beschreiben. Doch da diese Modelle der Chicagoer Schule anhand von sozialen Indikatoren (Ringmodell nach E.W. Burgess, 1925/1929), Mietpreisen (Sektorenmodell nach H. Hoyt, 1939) oder zentralörtlichen Funktionen (Mehrkernemodell nach C.D. Harris und E. L. Ullman, 1945) gefertigt wurden, reichen sie über eine Beschreibung
Auch in dem Stadtmodell nach Roland Hahn finden sich ringzonale und sektorale Strukturen wieder, wie wir sie schon in den Stadtmodellen der Chicagoer Schule gefunden haben. Doch die deutlichsten Elemente des Stadtmodells sind nach außen gerichteten Entwicklungen, d.h. dass die US-amerikanische Stadt von einer weit reichenden Expansion von der Kernstadt ins Umland geprägt ist. Außerdem geht dieses Modell auf die Postmodernen Strukturen ein, welches bei den alten Modellen noch nicht möglich war. Die Suburbanisierung der, sowohl weißen als auch schwarzen, Bevölkerungsschichten (affluent-middle-, und -upperclass-Familien) zeigen bereits deutlich den Prozess der Fragmentierung. Denn die verschiedenen Bevölkerungsschichten, geordnet nach sozialem Status und ethnischer Herkunft, ziehen in unterschiedliche Räume, die in sich zum größten Teil homogen sind. Man kann von einem steigenden Sozialgradienten vom Zentrum hin in den suburbanen Raum sprechen. Denn im Zentrum findet man vor allem Wohngebiete ethnischer Minderheiten in abgewerteten Wohngebieten. Die Wohnbebauung wird immer jünger und moderner, umso weiter sie vom Zentrum entfernt liegt (siehe Abb. 2).
5
Einzige Ausnahmen bilden die renovierten und modernisierten Wohnviertel im Citybereich, welche aber auf die Gentrification zurückzuführen sind und von kapitalkräftigen Bevölkerungsschichten bewohnt werden. Die Gentrification ist auch die einzige Bevölkerungsbewegung die von außen nach innen vollzogen wird. Da die Gentrifier zum größten Teil nicht aus dem Umland stammen, sondern schon immer in der Stadt gewohnt haben, kann man nicht von einer Reurbanisierung sprechen sondern eher von einem „stay-in-the-city-Verhalten“ (Hahn 2002, Seite 41).
Neben der Bevölkerungssuburbanisierung ist eine deutliche Dezentralisierung der Industrie, des Einzelhandels und der Dienstleistungsunternehmen zu erkennen. Der Einzelhandel orientierte sich zunächst in so genannten commercial strips entlang der großen Ausfallstraßen der Kernstadt, bevor er sich zunehmend in shopping malls an Standorten „auf der Grünen Wiese“ festigte(siehe Abb. 2). Im Laufe der Zeit bildeten sich die Außenstädte, die zunächst als reine Schlafstädte konzipiert waren zu eigenständigen Zentren (edge cities = Pionierstädte) mit neuen Bürozentren und einem breiten Berufsfeld für Dienstleistungsbeschäftigte.
her mal in der Kernstadt verortet waren, suchen sich ihren neuen Standort in den edge cities und im Umland. Daraus resultiert ein starker Bedeutungsverlust der Kernstadt, der schwerwiegende Folgen mit sich bringt. Doch bevor auf die Probleme und Folgen für die Kernstadt eingegangen wird, soll zunächst Ursachenforschung betrieben werden. Es sollen die Fragen, wie es zu solch einer Entwicklung kam und welche Prozesse diese Entwicklung ausgelöst und vorangetrieben haben geklärt werden.
6
2. Gründe für die Metropolitanisierung in US-amerikanischen Städten:
2.1. Bevölkerungssuburbanisierung:
Bereits am Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich Elitehaushalte an den Endstationen von Straßenbahnen an. Daraus lässt sich schon eine frühe Fragmentierung der amerikanischen Gesellschaft ablesen. Doch als Ausgangspunkt für die Metropolitanisierung kann die enorme Bevölkerungssuburbanisierung in Amerika nach dem Zweiten Weltkrieg genannt werden. Dieser Prozess kann als Hauptursache erkannt werden, und brachte die meisten anderen Prozesse in Schwung und führte zu den Stadtstrukturen, wie wir sie heute vorfinden. Bevölkerungssuburbanisierung fand zwar schon bereits vor und während des Zweiten Weltkrieges statt, doch nicht in diesem Ausmaße. Von 1940 bis 1950 verringerte sich die amerikanische Kernstadbevölkerung durchschnittlich um rund 10 Prozent auf 58 Prozent. Bis 1990 setzte sich dieser Trend weiter fort, so dass die durchschnittliche Kernstadbevölkerung sich auf rund 39 Prozent verringerte (siehe Tab. 1; L. Holzner 1996, Seite 75). In eini-
Bevölkerungssuburbanisierung durch politische Programme, die leistungsfähige Wirtschaft sowie technische Innovationen unterstützt und verstärkt wurde. Aber auch persönliche Interessen förderten die Suburbanisierung (Quelle: Hahn 2002, S. 33-35). Das Wohnungsbauprogramm von 1949, welches die Regierung ins Leben rief, sollte es Kriegsveteranen ermöglichen, ohne Eigenkapital ein Eigenheim zu erwerben. In den Genuss der zinsgünstigen Finanzierung kamen aber nicht nur Kriegsveteranen, sondern auch viele andere, die ein Eigenheim im suburbanen Raum erwerben wollten, der als angestrebter Lebensraum galt (L. Holzner, 1996, Seite 74). Es wurden große Wohnraumsiedlungen geschaffen, die durch die Innovationen in der Holzrahmenkonstruktion durch William James Levitt, kostengünstig errichtet werden konnten. So wurde ein Eigenheim im suburbanen Raum für sehr viele Familien erschwinglich. Diese Levitt-Towns (siehe Abb. 4) waren zunächst als reine Schlafstädte angelegt und verfügten nur über sehr wenige andere Funktionen. Doch durch den Federal Aid Highway Act, ein Straßenbauprogramm aus dem Jahre 1956, wurden diese Städte optimal an die Kernstadt angebunden und machten es möglich mit dem eigenen PKW auf direkten Weg, über die zum Teil zehnspurigen Autobahnen, in die Kernstadt zu gelangen (R. Hahn 2002, Seite 32).
7
Arbeit zitieren:
Joerg Geuting, Sandra Schlüter, 2004, Die US-amerikanische Stadt zwischen Metropolitanisierung, Fragmentierung und Revitalisierung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
Seminararbeit, 17 Seiten
Anreißen und Ankörnen von Bohrungsmitten (Unterweisung Industriemechan...
AdA Handwerk / Produktion / Gewerbe - Mechanische Berufe, Metall und Kunststoff
Unterweisung / Unterweisungsentwurf, 15 Seiten
„Gated Communities“ - Zur Typologie und Entwicklung geschlossener Wohn...
Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Antonio de Nebrija und die Gramática de la Lengua Castellana
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 33 Seiten
Endogene Geomorphologie / Theorie der Plattentektonik
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
Seminararbeit, 15 Seiten
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Seminararbeit, 18 Seiten
Einführung in Cervantes Don Quijote
Literaturdidaktische Arbeit
Romanistik - Didaktik Spanisch
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
High-Tech Cluster in Nordamerika
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Hausarbeit, 20 Seiten
Das Weltbild der Celestina und die Figur der Melibea
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Seminararbeit, 18 Seiten
Auswirkungen der aktuellen Sicherheitsstrategien der EU und USA auf di...
Unter Aspekten von Global Gove...
Politik - Internationale Politik - Thema: Entwicklungspolitik
Hausarbeit, 28 Seiten
Überblick über Agrarregionen der Erde
Geowissenschaften / Geographie - Geographie als Schulfach
Referat / Aufsatz (Schule), 12 Seiten
Romanistik - Lateinamerikanische Sprachen, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Las ideas lingüísticas de José Bernardo de Aldrete
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Referat / Aufsatz (Schule), 3 Seiten
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung: Die US-amerikanische Stadt zwischen Metropolitanisierung, Fragmentierung und Revitalisierung ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Jörg Geuting hat den Text Die US-amerikanische Stadt zwischen Metropolitanisierung, Fragmentierung und Revitalisierung veröffentlicht
Jörg Geuting hat einen neuen Text hochgeladen
Klageerhebung und Beklagtenschutz nach US-amerikanischem und deutschem...
Eine Untersuchung anhand der U...
Jakob W. Reinhard
Lizenzkartellrecht - US-amerikanische und europäische Entwicklungen
US-amerikanische und europäisc...
Markus Veil
US-amerikanisches Gesellschaftsrecht
Recht der Internationalen Wirt...
Hanno Merkt, Stephan R. Göthel
Grundlagen des US-amerikanischen Steuerrechts
Mit Schaubildern und rund 160 ...
Thomas A. Jesch, Andreas Striegel
Die Haftung für Verstöße gegen Privacy Policies und Codes of Conduct n...
Zugleich ein Beitrag zur Recht...
Christian Schröder
Der US-amerikanische "Sarbanes-Oxley Act of 2002"
Seine Auswirkungen auf die an ...
Adolf Peter
0 Kommentare