1. Inhaltsverzeichnis
1. INHALTSVERZEICHNIS. 3
2. FRAGESTELLUNG UND VORGEHENSWEISE. 4
3. DER „ENEASROMAN“ VON HEINRICH VON VELDEKE. 4
4. MINIATUREN UND ILLUSTRATIONEN IN MITTELALTERLICHEN
HANDSCHRIFTEN. 5
5. DIE HEIDELBERGER HANDSCHRIFT. 6
5.1 ILLUSTRATIONEN DER HEIDELBERGER HANDSCHRIFT 8
5.1.1 ARBEITSPROZESS DES MALERS 9
5.1.2 FIGUREN UND GEGENSTÄNDE. 9
5.3 VERHÄLTNIS VON TEXT UND BILD 14
5.4 KUNSTGESCHICHTLICHE EINORDNUNG. 20
6. DIE BERLINER HANDSCHRIFT. 21
6.1 ILLUSTRATIONEN DER BERLINER HANDSCHRIFT. 22
6.1.1 TECHNISCHE DETAILS DER ILLUSTRATIONEN. 24
6.1.2 ARCHITEKTUR, FIGUREN UND GEGENSTÄNDE. 26
6.2 VERHÄLTNIS VON TEXT UND BILD 29
6.2.1 SPRUCHBÄNDER 36
6.2.2 HERALDI,K RÜSTUNGEN UND WAFFEN. 37
6.2.3 NARRATIVE ASPEKTE DER BILDER. 39
6.3 KUNSTGESCHICHTLICHE EINORDNUNG. 39
7. ILLUSTRATIONEN IM VERGLEICH. 40
7.1 VERGLEICH DER DARGESTELLTEN INHALTE 41
7.2 VERGLEICH DER DARSTELLUNGEN 46
8. SCHLUSSFOLGERUNGEN. 51
9. ABBILDUNGSVERZEICHNIS. 54
10. LITERATUR: 54
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2. Fragestellung und Vorgehensweise
Bei einer Exkursion des Seminars nach Berlin, stand auch der Besuch der Staatsbibliothek Berlin- Preußischer Kulturbesitz an. Dort dürfen die Teilnehmer des Hauptseminars „Mittelalterliche Literatur aus Handschriften“ einige mittelalterliche Handschriften im Original, andere als Faksimile einsehen. Darunter war auch der Codex Ms. germ. fol. 282, eine der wenigen illustrierten Handschriften des „Eneasromans“ von Heinrich von Veldeke. Zahlreiche mittelalterliche Handschriften w eisen Miniaturen oder Illustrationen auf, die Miniaturen der Berliner Handschrift des „Eneasromans“ sind jedoch in mehrerer Hinsicht einzigartig. Zwei weitere illustrierte Handschriften des „Eneasromans“ sind überliefert, die Heidelberger und die Wiener Handschrift. Die Fragestellung dieser Seminararbeit soll nun sein: Wie sind die Illustrationen der beiden Handschriften des „Eneasromans“ von Heinrich von Veldeke, Cod. Pal. 403, Heidelberger Handschrift und Ms. germ. fol. 282, Berliner Handschrift zu bewerten?
Wie unterscheiden sich die Illustrationen voneinander? Um diesen Fragen nachzugehen, sollen im Folgenden die Inhalte und wichtigen Charakteristika des „Eneasromans“ kurz umrissen und auf die Überlieferung der Handschriften eingegangen werden. Daran wird sich ein allgemeiner Passus über Miniaturen und Illustrationen in mittelalterlichen Handschriften anschließen. Die Illustrationen der beiden Handschriften werden erst getrennt voneinander betrachtet und anschließend miteinander verglichen.
3. Der „Eneasroman“ von Heinrich von Veldeke
Der frühhöfische „Eneasroman“ des Heinrich von Veldeke, entstanden zwischen 1170 und 1190, gilt als Hauptwerk des limburgischen Autors. Zurückgehend auf die französische Vorlage des „Roman d’ Éneas“, entstanden um 1160 und Vergils „Aeneis“ sowie die Beschreibungen des Servius zu Vergil ist im „Eneasroman“ ein antiker Stoff und eine antike Götterwelt zu einem ritterlich eingefärbten Antikenroman umgearbeitet worden. Der Held Eneas flüchtet darin mit seinen Männern auf 20 Schiffen aus dem zerstörten Troja. Ähnlich Odysseus in Homers Odyssee, hält ihn eine Irrfahrt auf dem Mittelmeer, verfolgt von der rachsüchtigen Göttin Juno, sieben Jahre in Atem. Dann gelangt er mit Venus Hilfe nach Karthago, wo sich die Königin Dido in ihn verliebt. Unglücklich leider, denn er verlässt -auf Drängen der Götter- die Liebende, woraufhin diese sich selbst das Leben nimmt. Schließlich führt ihn das Schicksal an das eigentliche Ziel seiner Reise, nach Italien, wo er, bzw. seine Nachfahren Rom gründen. Bevor er jedoch Gründungsvater des antiken römischen Reiches
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werden kann, muss er sich in der Unterwelt, im Kampf und in der Minne beweisen. Er trotzt den Göttern des Hades, besiegt seine Feine und Rivalen und gewinnt die Liebe der schönen Lavinia. Aus dem Geschlecht dieser beiden gehen Romulus und Remus, die sagenumwobenen Gründer Roms, hervor.
Der „Eneasroman“ gehört mit seinen inhaltlichen und auch seinen formalen Aspekten, paarweise gereimte Kurzverse, gereimter Reim statt Assonanzen (RECLAM S. 851) in eine Gruppe von Texten, die der der gängigen epischen Helden- und Geschichtsdichtungen, den Chansons de geste entgegengesetzt wird. Mit dem „Eneasroman“ beginnt die Tradition des Versromans, die sich bis zum Artusroman weiterentwickelt.
Der Schriftdialekt der gesamten Überlieferung des „Eneasromans“ ist Hochdeutsch, viel davon auch Oberdeutsch, was in einem viel diskutierten Widerspruch zur Sprachheimat des Autors steht und in der Rezension als „Veldeke- Problem“ benannt ist. Der „Eneasroman“ ist sehr gut überliefert. Drei der sechs mehr oder minder vollständigen Handschriften, insgesamt sind zwölf Texte bekannt, sind mit Illustrationen ergänzt worden. Die älteste dieser drei Handschriften, die Berliner Handschrift aus dem 13. Jahrhundert, gilt als die wohl „schönste illustrierte Handschrift eines deutschen Gedichts aus dieser frühen Zeit überhaupt“ (RECLAM, S. 860).
Es sollen im Folgenden die Illustrationen der beiden mittelalterlichen Handschriften Ms. germ. fol. 282, Berliner Handschrift und Cod. Pal. germ. 403, Heidelberger Handschrift beschrieben und verglichen werden. Die dritte der illustrierten Handschriften, die Wiener Handschrift, datiert auf das späte 15. Jahrhundert und ist stark verkürzt. Sie soll hier nicht beachtet werden.
Zur Heranleitung an die Eneas- Handschriften schließt sich das nächste Kapitel mit einem kurzen Exkurs über die Bedeutung und Herstellung von Illustrationen oder Miniaturen in mittelalterlichen Handschriften an.
4. Miniaturen und Illustrationen in mittelalterlichen
Handschriften
Sobald der Haupttext eines Werkes geschrieben worden war, konnten Rubrikator und Illustrator ihre Arbeit beginnen. Aufgabe des Rubrikators war es, die oft farbigen Initialen und Textüberschriften zu schreiben und -zur Verbesserung der Lesbarkeit- d en ersten Buchstaben eines Satzes zu unterstreichen.
Für die Ausschmückung einer Handschrift mit Bildern war der Illustrator verantwortlich. Er zeichnete und malte Bordüren, Fleuronnés, bildliche Initialen und sog. Miniaturen. Der
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Begriff Miniatur wurde ursprünglich für die roten Verzierungen (Menningrot) verwendet. Später wurde die Bedeutung des Begriffs ausgeweitet und auf alle selbständigen Illustrationen mittelalterlicher Handschriften angewendet. Mit dem Begriff Miniatur ist die figürliche Darstellung, unabhängig von Initialen und anderen Gestaltungselementen gemeint (UNIBIBL Heidelberg, Glossar).
Es war nicht unüblich, dass mehrere Illustratoren an derselben Handschrift gearbeitet haben. Sie wurden oft, je nach ihrer Tätigkeit, Bildinitialen, Hintergründe, Personen etc. auch unterschiedlich entlohnt.
Eine Illustration entstand in der Regel mit einer Vorzeichnung auf dem Pergament oder Papier mit Silberstift oder dünner Tinte. Anschließend erfolgten der Farbauftrag und die genaue Konturierung. Farben trug man in einzelnen Schichten auf, wobei bis zu zehn Schichten verwendet wurden, um eine feine Modellierung zu erreichen. Je nach verwendetem Farbpigment und Bindemittel, konnten bestimmte Wirkungen erzielt werden. In der Karolingerzeit wurden etwa eher opake und stumpf wirkende Farben gegenüber glänzenden oder transparenten Farben, die in der ottonischen Buchmalerei en vogue waren, bevorzugt. Manche Illustrationen oder Initialen erforderten die Verwendung von Blattgold, dass zuerst aufgetragen und auf Hochglanz poliert wurde. Erst danach wurden die Farben auf den Untergrund aufgebracht.
Als Farben fanden anorganische und organische Farben Verwendung. Es ist wahrscheinlich, dass für die Heidelberger Handschrift und andere Handschriften aus dieser Zeit, anorganische Farben aus Grünspan, Azurit, Indigo und Krapp angerührt wurden, weiterhin gelber Ocker. An organischen Pigmenten wurden teilweise mit Alaun desinfizierte und fixierte farbgebende Pflanzenteile verwendet.
Wie auch heute noch in der Malerei gebräuchlich, wurden die gereinigten Farbpigmente mit einem Bindemittel versetzt, um sie zum Malen verwenden zu können. Solche Bindemittel waren Hausenblase, Eiklar oder Gummi arabicum (UNIBIBL Heidelberg Scriptorium).
5. Die Heidelberger Handschrift
Die Heidelberger Handschrift ist eine der jüngsten Handschriften des „Eneasromans“, die erhalten sind. Die Handschrift wurde laut Eintrag auf fol. 255r 2 am 11. Oktober 1419 vom Schreiber Hans Coler vermutlich in Straßburg beendet.
2 Fol. XYr für folius XYrecto, meint die Vorderseite eines Blattes, im Gegensatz dazu v oder verso, was die
Rückseite eines Blattes bezeichnet. Recto und Verso folgenden immer mit r oder v abgekürzt.
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„Diez buch wart usz geschriben von hans coler uf Mittwoch vor sant gallen tage. In dem jor do man zahlt von Xpus geburt dusentvierhundert und Noneezehen jor.“ (nach WEGENER 1927, S. 17)
Grundlage für den Codex war eine unvollständige Textvorlage, der Anfang und Schluss fehlten. Der Schreiber setzte daher an den Beginn ein Gebet mit der Bitte um Hilfe an Christus. Den Schluss, der Hans Coler vermutlich bekannt war, schrieb und reimte er selbst. Die Handschrift ist aus Papier gefertigt. Die Schrift ist gleichmäßig mit einfachen, roten Initialen einspaltig aufgebracht (WEGENER 1927, S. 17). Als Schriftart verwendeten die Skriptoren nicht die gotische Textura, die in liturgischen Büchern Verwendung fand, sondern „eine „Bastarda“ oder Buchkursive mit vielen Merkmalen einer reinen Gebrauchsschrift, die ein sehr viel rascheres Schreibtempo erlaubt“ (WERNER 1975, S. 76). Diese Schrift ist in der Heidelberger Eneashandschrift zwar sauber, aber nicht besonders sorgfältig verwendet worden (WEGENER 1927, S.17). Einige Überschriften sind mit roter Tinte abgesetzt und dienen meist auch als Bildtitel. Versalien am Zeilenbeginn sind rot gestrichelt. Die Initialen sind „einfache Unzialformen (Lombarden)“ (WERNER 1975, S. 76). Nur die erste Initiale auf fol. 4r ist auffälliger und aufwendiger gestaltet. 39 kolorierte Federzeichnungen illustrieren das Werk, für drei fehlende Illustrationen wurde Platz frei gelassen. Die Illustrationen sind zwischen die einzelnen Textpassagen eingegliedert.
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5.1 Illustrationen der Heidelberger Handschrift
Abbildung 1: Cod. Pal. 403, fol. 3 verso: Eroberung Trojas
Die Heidelberger Handschrift beinhaltet 39 Miniaturen, die zwischen den einspaltigen Text eingeordnet sind. Diese Miniaturen nehmen zwischen einer halben bis zu zwei Dritteln einer Seite ein und breiten sich stellenweise am Rand nach oben und unten aus. Einzig die erste Illustration in der Handschrift, fol. 3v (siehe Abbildung 1), die auch als Titelblattillustration angesehen werden kann, steht alleine auf einer Seite. Auf drei Seiten der Handschrift ist für fehlende Illustrationen Platz freigelassen worden.
Wegener (WEGENER 1927, S. 17) geht von einem einzigen Zeichner der Heidelberger Handschrift aus, Saurma- Jeltsch nennt zwei Maler und Gehilfen (SAURMA 2001/1, S. 26). Die Maler sollen die Federzeichnungen mit Wasser- und Deckfarben in hellem, kühlem Kolorit bemalt haben. Lichter sind ausgespart, hier scheint also die Papierfarbe durch. An einigen Stellen sind Silberstiftvorzeichnungen erkennbar. An Farben wurde Deckgrün oder Blaugrün, dunkles Gelb und Karmin, zartes Rosa sowie Grau verwendet.
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Als Bildbühne dient bei den meisten Miniaturen ein grüner Boden, auf dem die Figuren nebeneinander oder dicht hintereinander gruppiert sind.
5.1.1 Arbeitsprozess des Malers
Die Arbeitsweise der Werkstatt Diebold Laubers, aus der auch die Heidelberger Handschrift stammt, ist von Saurma- Jeltsch in ihrem Buch „Spätformen mittelalterlicher Buchherstellung“ (SAURMA 2001/1) sehr umfassend dargestellt. Sie gibt an, dass sich die Arbeit eines Illustrators in sechs verschiedene Phasen unterteilen lässt. Im ersten Arbeitsgang werden Umrisse mit einem Blindgriffel, selten auch mit einem Bleistift vorgezeichnet. Schritt zwei erfolgt mit brauner Tinte und grober Feder. Hierbei werden Gewandung, räumliche Präsentation der Gestalt und die Gesichter ausgearbeitet. Phase drei umfasst die Kolorierung der Bilder mit jeweils einer Farbe. Sind alle Flächen ausgefüllt, wird die nächste Farbe verwendet.
Erst in Phase vier werden die bereits kolorierten Vorzeichnungen präzisiert, oft auch korrigiert. Deckfarben werden in Schritt fünf aufgetragen und anschließend, im letzten Schritt, Konturen auf der Deckfarbe wieder mit einer Rohrfeder und dunkler Tinte nachgezogen, sofern sie von der Deckfarbe übermalt worden waren. Hierbei wird „in langen, kräftigen Linien gearbeitet, die nicht selten sogar mehrere Formen miteinander verbinden“ (SAURMA 2001/1, S. 20).
An der „Eneit“, dem „Eneasroman“ haben, laut Saurma- Jeltsch, zwei Maler mit Gehilfen gearbeitet (SAURMA 2001/1, S. 26). Die Illustrationen des Heidelberger „Eneasromans“ sind denen der Heidelberger „Legenda aurea“ ähnlich, Saurma- Jeltsch spricht von einer einheitlichen Richtung „bildnerischer Ausdrucksweise“ (SAURMA 2001/1, S. 26) in diesen beiden Werken.
Im Folgenden sollen die Zeichnungen detaillierter betrachtet und beschrieben werden.
5.1.2 Figuren und Gegenstände
Die Figuren erscheinen auf jeder Illustration immer gleich groß, egal, ob sie im Hintergrund oder Vordergrund angeordnet sind. Die Gesichter zeigen fast immer dieselbe, starre Mimik. Haare und Bärte sind durchgehend dunkelgelb eingefärbt.
Wenige Figuren weisen charakteristische Gesichtszüge auf. Wegener spricht von „leicht karikierten Köpfen der Henker“ (WEGENER 1927, S. 18). Saurma- Jeltsch bezeichnet die Gesichter einerseits als naiv und etwas breit (SARUMA 2001/1, S. 26), sofern sie jugendliche Helden darstellen, andererseits als differenzierter, wenn es sich um prächtige, gereifte Helden
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handelt. So zeigt das Bild 243v der Heidelberger Handschrift, auf dem Eneas Lavinia grüßt, nach Saurma- Jeltsch ein weit ausdifferenzierteres Gesicht als das des jugendlichen Helden Eneas, der, ganz zu Beginn der Erzählung, in Karthago an Land geht.
Abbildung 2: Cod. Pal. germ. 403, 8 verso: Eneas verlässt mit seinen Leuten das Schiff
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Abbildung 3: Cod. Pal. germ. 403, 234 verso: Eneas grüßt Lavinia Der Kopf des Eneas wird kantiger durch den klaren Umriss, den der Maler verwendet. Auf fol. 234v erscheinen die Gesichtszüge etwas klarer und runder als in den Illustrationen noch zu Beginn des Romans. Insgesamt fallen bei der Darstellung von Eneas’ Gesicht einige Besonderheiten auf, die -bis auf die großen Ohren- auch für die anderen Figuren gelten. Eneas’ Ohren sind recht breit und die vorgewölbten Augenlider sind sehr markant. Wangen und Stirn sind durch die Umrisszeichnung klar von einander abgegrenzt. Im Gegensatz zu den Gesichtern, sind die Körper weniger sorgfältig gezeichnet. Sie scheinen vielfach „mit gespreizten und gelängten Beinen und mit schräg abgewinkelten Füßen über dem Terrain zu schweben“ (SAURMA 2001/1, S. 26). Dies fällt besonders in der Szene, in der sich König Latinus mit seinen Vasallen berät, auf.
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Abbildung 4: Cod. Pal. germ. 403, 176 verso: König Latinus berät sich mit seinen Vasallen Die beiden Figuren links von König Latinus stehen mit unnatürlich gekreuzten Beinen, König Latinus und die Figur rechts hinter ihm jedoch, scheinen quasi in der Luft zu schweben oder gerade sich gerade im Sprung zu befinden.
Die Gesten der Figuren sind sehr sparsam, wenig dramatisch oder theatralisch. In den Kampfszenen fließt kein Blut.
Kleidung und Tracht der Figuren entspricht der Mode um 1420. Auffällig häufig tragen die Figuren so genannte Judenhüte, um sie als vorchristliche Heiden kenntlich zu machen. Saurma- Jeltsch weist den Gewändern eine „massiv(e), manchmal sogar lastend(e)“ (SAURMA 2001/1, S. 26) Qualität zu, eine „Monumentalität“, bzw. eine „gewisse räumliche Qualität“ (SAURMA 2001/1, S. 26). Diese fällt Ihr insbesondere auf den Illustrationen der Seiten 176v und 234r (Abbildungen 3 und 4) ins Auge.
Die Architektur ist durchgehend in zu kleinem Maßstab dargestellt, aber dafür perspektivisch einigermaßen stimmig (WEGENER 1927, S. 18). Ein Teil der Bilder ist verwischt.
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Eva Fuchs, 2004, Die Miniaturen in der Heidelberger und der Berliner Handschrift des 'Eneasromans' von Heinrich von Veldeke, München, GRIN Verlag GmbH
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