Inhalt
Inhalt............................................................................................................................................ 2
Vorwort................................................................................................................................... 3
1.1 Die Kindheit des Gründers Josemariá Escrivá. 4
1.2 Studium, Priesterweihe und frühe Tätigkeit 4
1.3 Die Geburtsstunde des Opus Dei. 5
1.4 Aufgaben des Opus Dei. 6
1.5 Grundsteinlegung 7
1.6 Der Spanische Bürgerkrieg und die Flucht 8
1.7 Wiederaufbau nach dem Krieg. 9
1.8 Priester im Werk 10
1.9 Päpstliche Anerkennung des Werkes und weltweite Ausbreitung. 11
2.0 Die römische Ausrichtung 12
2.1 Das II. Vatikanische Konzil und die Folgezeit 13
2.1 Die marianische Ausrichtung 14
2.2 Der Tod des Gründers und die Seligsprechung 14
Literatur 16
2
Vorwort
„‘Exzellenz, wissen sie schon, daß eine neue Irrlehre in Umlauf ist: das Opus Dei?’ Mit diesen Worten warnte in den dreißiger Jahren ein spanischer Jesuit den damaligen Erzbischof von Madrid, Leopoldo Eijo y Garay.“ 1 Anfang Mai 1997 nennt das belgische Parlament in einem Sektenbericht das „Opus Dei“, die „Charismatische Erneuerung“ und die römische „Gemeinschaft Sant’Egidio“ in einem Atemzug mit dem Sonnentemplerorden, Scientologie und der japanischen Aum-Sekte. 2 Obgleich die belgischen Bischöfe sich heftig gewehrt haben, bleibt doch zu fragen, worum es sich denn nun bei dieser Gemeinschaft handelt, die sich selbst als „Werk Gottes“ bezeichnet und wer der Gründer dieser Gemeinschaft ist.
1 Ricci, Marina, Die Gründung des Opus Dei - ein Weg voller Hindernisse: Deutsche Tagespost Nr. 67/68, S. 5.
2 Vgl. PUR-magazin, Kißlegg, 1997, H. 5, S. 8.
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1.1 Die Kindheit des Gründers Josemariá Escrivá
Am 09. Januar 1902 wurde Josemariá Escrivá de Balaguer y Albás in Barbastro, einem kleinen Städtchen am Fuße der spanischen Pyrenäen, geboren. Er war das zweite von 6 Kindern. Als drei seiner jüngeren Schwestern in der umgekehrten Reihenfolge ihres Alters starben, dachte er, er sei nun an der Reihe. Doch seine Eltern erzählten ihm, daß sie ihn im Alter von zwei Jahren der Muttergottes von Torreciudad, einem alten Wallfahrtsort, der heute vom Opus Dei verwaltet wird, geweiht hatten. 3 Überhaupt war die Familie Escrivá sehr religiös. Dies mag auch erklären, daß er trotz dieser schmerzliche Erfahrung vom Tod seiner Schwestern seinen Glauben nicht verlor, sondern später sogar sagen konnte:
„Vergiß nicht, daß der Schmerz Prüfstein der Liebe ist.“ 4
Josemariá besuchte das Gymnasium. Ein besonderes Ereignis in seinem Leben geschah im Winter 1917/18: Josemaria sah die Spuren nackter Füße im Schnee. Sie stammten von einem unbeschuhten Karmeliten. Dieses an sich unscheinbare Zeichen erschütterte ihn so sehr, für ihn waren es die Fußspuren Jesu, daß er sich die Frage stellte, was er denn für Gott tue. Er ging von nun an täglich zur Heiligen Messe und zur Kommunion und wöchentlich zur Beichte. Eine Praxis, die bis heute von den Mitgliedern des Opus Dei geübt wird. In Josemaria war der Wunsch erwacht, Priester zu werden. 5
1.2 Studium, Priesterweihe und frühe Tätigkeit
Er begann das Theologiestudium 1918 als Externer am Priesterseminar in Logrono. 6 1920 wechselte er an die päpstliche Universität von Saragossa und wohnte im Priesterseminar San Carlos.
1923 begann er zusätzlich Jura zu studieren, was sich als überaus glückliche Fügung zeigen sollte, wenn man die spätere Rechtsgeschichte des Werks betrachtet.
3 Berglar, Peter: Opus Dei - Leben und Werk des Gründers Josemariá Escrivá, 2. verb. Aufl., Salzburg, 1984, 22f.
4 Escrivá de Balaguer, Josemariá: Der Weg, Köln, 11 1983, 439 (Die Zahl gibt den Artikel an).
5 Vgl. Berglar, 30f.
6 Zu den folgenden Lebensdaten vgl. Berglar 328-331.
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Am 28. März 1925 empfängt er in Saragossa seine Priesterweihe. Sein Vater war bereits ein Jahr zuvor gestorben.
Um das Rechtsstudium mit einer Promotion abzuschließen zog er 2 Jahre später nach Madrid. Dort war er außerdem noch Hausgeistlicher an einem Krankenstift. In seiner freien Zeit war er in der Armenseelsorge tätig, wirkte als Dozent an der Privatakademie Cicuéndez und betreute Grundschulkinder in der Umgebung.
1.3 Die Geburtsstunde des Opus Dei
1928 geschah dann das, worauf er lange gewartet hatte. Die Fußspuren, die er 11 Jahre zuvor gesehen hatte, waren für ihn ein Zeichen, sich bereitzuhalten und auf einen Anruf zu warten. All die Jahre hatte er mit dem blinden Bartimäus gebetet : „Rabbuni, ich möchte wieder sehen können.“ 7 Am 2. Oktober, dem Fest der Heiligen Schutzengel, nahm er an Exerzitien im Hause der Lazaristenpatres in Madrid teil. 8 In der Postulationsschrift zur Seligsprechung heißt es lapidar: „...er sah das Opus Dei so, wie der Herr es wollte und wie es im Laufe der Jahrhunderte sein würde.“ 9 Viel mehr wissen wir nicht über die Geburt des Opus Dei. Doch was wir wissen, verdient Beachtung: Josemariá hörte in der Stille seines Zimmers das Glockengeläut der Kirche „Nuestra Senora de los Angelos“ (Unserer lieben Frau der Engel). Später sagte er einmal: „In meinen Ohren haben jene Glocken nie mehr zu läuten aufgehört.“ 10
Ich denke, daß wir hier von einem mystischen Ereignis sprechen können, wie es auch der Biograph Peter Berglar tut. 11 Daß wir nur so geringe Angaben über die Gründung haben, liegt sicher am Wahlspruch des Gründers: „ocultarse y desaparecer“, „verborgen bleiben und verschwinden“. Was er damit meinte, erklärte er selbst so: „Meine Aufgabe ist es, verborgen zu bleiben und zu verschwinden, damit allein Jesus ins Licht trete.“ 12
Als ihm später einmal die Frage gestellt wurde, wie er schon als junger Priester die Einsicht haben konnte, um dieses Werk zu verwirklichen, antwortete er:
7 Mk 10, 51.
8 Vgl. Berglar, 60f.
9 Berglar, 61, von Berglar entnommen aus: Romana Postulazione della causa di Beataficacione e Canonizzazione del Servo di Dio Josemariá Escrivá de Balaguer y Albás, Sacerdote Fondatore dell’Opus Dei. Articoli del Postulatore. Roma 1979.
10 Berglar, 62.
11 Ebd.
12 Berglar, 66f.
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Arbeit zitieren:
Dr. theol. Peter H. Görg, 1997, Der selige Josemaria Escrivá und das Opus Dei, München, GRIN Verlag GmbH
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