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Mediensystemdeskription. Ein Kriterienkatalog zur Beschreibung und Kategorisierung von Mediensystemen

Title: Mediensystemdeskription. Ein Kriterienkatalog zur Beschreibung und Kategorisierung von Mediensystemen

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jörn-Jakob Surkemper (Author)

Communications - Mass Media
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„Ein einzelner Fall besagt nichts, es sei denn, in der vergleichenden Zusammenschau mit anderen Fällen. Übertragen auf die vorliegende Thematik heißt das, daß [sic!] sich ein Journalismussystem nur in Unterscheidung von anderen Journalismussystemen beschreiben und bewerten lässt; nur im internationalen Vergleich werden die identitätsstiftenden Einflussfaktoren sichtbar.“ (Esser, 2000, 123) So beschreibt Frank Esser die Relevanz vergleichender Journalismusforschung. Das gleiche gilt natürlich auch für Mediensysteme generell. Doch je weiter man den Blick über die internationale Medienlandschaft schweifen lässt, desto mehr besteht auch die Gefahr, sich in Einzelheiten zu verlieren und eben jene identitätsstiftenden Einflussfaktoren aus den Augen zu verlieren. Beobachtungen müssen daher geordnet und in einen systematischen Zusammenhang gebracht werden. Es bedarf eines abstrakten, konzeptuellen Rahmens Mediensystem, anhand dessen man einzelne konkrete Mediensysteme miteinander vergleichen kann.

Eine der wichtigsten Vorstufen zur systematisch-quantifizierenden Forschung ist nach Esser die Typenbildung1, die verschiedene Untersuchungseinheiten (hier Mediensysteme) anhand der jeweils wesentlichen Kriterien kategorisiert. Sie ermögliche weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Genese von Modellen und schließlich zur Theoriebildung (vgl. Esser, 2000, 136f). Obwohl es bereits verschiedene Ansätze zur Kategorisierung von Mediensystemen gibt, besteht keine Klarheit darüber, welches denn die (wesentlichen) Kriterien sind, die zu eben dieser Kategorisierung führen. Dementsprechend gibt es auch keinen vollständigen und systematisch geordneten Katalog dieser Kriterien (Analysedesign), der einer systematischen und möglichst vollständigen Beschreibung und Kategorisierung von Mediensystemen dienen könnte. Oft sind vorhandene Kategorisierungen normativ gefärbt, und/oder Begrifflichkeiten werden nicht kritisch hinterfragt. Ein weiteres Problem stellt die Operationalisierbarkeit von Kriterien und – als Folgeproblem – die Äquivalenz der gewonnenen Indikatoren dar. Ziel dieser Arbeit ist daher die Erarbeitung eines möglichst universellen und gut operationalisierbaren Analysedesigns, wobei die Kriterien selbst untereinander in einen systematischen Zusammenhang gebracht werden sollen, sodass alle für die Kategorisierung von Mediensystemen relevanten Bereiche abgedeckt werden.

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Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1 WAS IST EIN MEDIENSYSTEM? BEGRIFFSVERWIRRUNGEN- UND KLÄRUNGEN

1.1 Der Medienbegriff

1.2 Der Systembegriff

1.3 Mediensystemkategorisierung

2 ANSÄTZE ZUR MEDIENSYSTEMKATEGORISIERUNG

2.1 Normative Ansätze

2.2 Der Analytische Kontingenz-Ansatz

2.3 Der empirische Konvergenz-Ansatz

2.4 Konstruktivistische Ansätze

2.4.1 Der Ethnographische Ansatz

2.4.2 Das Raummodell

3 (KURZ-)VORSTELLUNG EINES ANALYSEDESIGNS ZUR BESCHREIBUNG UND KATEGORISIERUNG VON MEDIENSYSTEMEN

3.1 Zugang: Kommunikatorseite

3.1.1 Technik

3.1.2 Wirtschaft

3.1.3 Politik/Recht

3.1.4 Kultur

3.2 Zugang: Rezipientenseite

3.2.1 Kultur

3.2.2 Politik/Recht

3.2.3 Wirtschaft

3.2.4 Technik

ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines universellen, operationalisierbaren Analysedesigns, das eine systematische Beschreibung und Kategorisierung von Mediensystemen ermöglicht. Die Arbeit widmet sich der Forschungsfrage, wie Mediensysteme in ihrer Struktur und ihren Funktionen konzeptionell erfasst und miteinander vergleichbar gemacht werden können, um so Defizite bestehender Ansätze zu überwinden.

  • Kritische Analyse und Synthese bestehender Ansätze zur Mediensystemkategorisierung.
  • Konzeptualisierung eines dreidimensionalen Modells der Mediensystemwirklichkeit.
  • Entwicklung eines strukturierten Analysedesigns basierend auf Akteuren (Kommunikatoren, Rezipienten) und Einflussfaktoren (Technik, Wirtschaft, Politik/Recht, Kultur).
  • Operationalisierung der Kriterien zur empirischen Anwendbarkeit.

Auszug aus dem Buch

Der Analytische Kontingenz-Ansatz

Ein Kategorisierungssystem, das zunächst weitgehend auf wertneutral(er)en Kriterien beruht, ist das sog. Analytische Kontingenz-Modell von Osmo Wiio (1983, 88-91). Seinen Namen trägt es wohl deswegen, weil es zunächst nur analytisch mögliche Mediensystem-Typen ermitteln will, also vorerst auf die empirische Anwendung verzichtet.

Wiio unterscheidet zunächst zwischen der Offenheit vs. Geschlossenheit des Produktionssystems respektive des Rezeptionssystems. Wie sind also einerseits die Möglichkeiten, Informationen zu rezipieren bzw. sich aus allgemein zugänglichen Quellen zu informieren, und wie sind andererseits die Möglichkeiten, Informationen ungehindert zu publizieren und zu verbreiten? An dieser Formulierung zeigt sich, dass auch hier die Pressefreiheit als Kriterium impliziert ist und zusätzlich Informationsfreiheit mitberücksichtigt wird.

Er unterscheidet kontrollierte, offene und gelenkte Massenkommunikation sowie private Kommunikation als die jeweiligen Ausprägungen oder eben Kontingenzen, die sich aus diesen ersten Kriterien ergeben. Kontrollierte Massenkommunikation sei zwar durch ein offenes Rezeptionssystem gekennzeichnet, Kontrolle finde jedoch über den Zugang zum Produktionssystem statt. Offene Massenkommunikation zeichne sich hingegen durch die Offenheit sowohl des Rezeptionssystems als auch des Produktionssystems aus.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Darstellung der Relevanz vergleichender Mediensystemforschung und Definition des Forschungsziels, ein universelles Analysedesign zu erarbeiten.

1 WAS IST EIN MEDIENSYSTEM? BEGRIFFSVERWIRRUNGEN- UND KLÄRUNGEN: Begriffliche Einordnung von Medien und System, um eine theoretische Grundlage für die nachfolgende Kategorisierung zu schaffen.

2 ANSÄTZE ZUR MEDIENSYSTEMKATEGORISIERUNG: Kritische Analyse normativer, analytischer, empirischer und konstruktivistischer Ansätze zur Kategorisierung von Mediensystemen.

3 (KURZ-)VORSTELLUNG EINES ANALYSEDESIGNS ZUR BESCHREIBUNG UND KATEGORISIERUNG VON MEDIENSYSTEMEN: Vorstellung des eigenentwickelten Analysedesigns, welches Mediensysteme über Kommunikator- und Rezipientenseite anhand technischer, wirtschaftlicher, politischer und kultureller Faktoren operationalisiert.

ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSBETRACHTUNG: Reflexion über die Arbeit, Zusammenfassung der Ergebnisse und kritische Würdigung des entworfenen Modells.

Schlüsselwörter

Mediensystem, Mediensystemkategorisierung, Journalismusforschung, Mediensystemdeskription, Analysedesign, Kommunikatorseite, Rezipientenseite, Massenkommunikation, Medienordnung, Medienkontrolle, Systemtheorie, Typenbildung, internationale Medienlandschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Erfassung und Kategorisierung von Mediensystemen, um einen abstrakten, vergleichbaren konzeptuellen Rahmen für unterschiedliche nationale Mediensysteme zu schaffen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Felder sind die Klärung der Begriffe Medien und System, die kritische Diskussion bestehender Kategorisierungsansätze sowie die Entwicklung eines neuen, auf Akteuren und Einflussfaktoren basierenden Analysedesigns.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erarbeitung eines möglichst universellen und operationalisierbaren Analysedesigns, das Mediensysteme systematisch kategorisiert und dabei die relevanten gesellschaftlichen Bereiche abdeckt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse und der Synthese bestehender theoretischer Ansätze zur Entwicklung eines eigenen, strukturierten Analysedesigns.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert bestehende normative, analytische und konstruktivistische Ansätze und stellt auf dieser Basis einen eigenen Kriterienkatalog vor, der Mediensysteme entlang der Kommunikator- und Rezipientenseite gliedert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Mediensystem, Kategorisierung, Analysedesign, Kommunikatorseite, Rezipientenseite sowie die verschiedenen Einflussfaktoren wie Technik, Wirtschaft, Politik und Kultur.

Was unterscheidet den Analytischen Kontingenz-Ansatz von normativen Ansätzen?

Im Gegensatz zu normativen Ansätzen, die oft von westlich-pluralistischen Idealen ausgehen, versucht der Analytische Kontingenz-Ansatz von Osmo Wiio, wertneutralere Kriterien wie die Offenheit von Produktions- und Rezeptionssystemen heranzuziehen.

Wie integriert das neue Analysedesign die verschiedenen Einflussfaktoren?

Das Modell teilt die Analyse in eine Kommunikator- und eine Rezipientenseite auf und untersucht diese jeweils systematisch anhand technischer, wirtschaftlicher, politisch-rechtlicher und kultureller Faktoren.

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Details

Title
Mediensystemdeskription. Ein Kriterienkatalog zur Beschreibung und Kategorisierung von Mediensystemen
College
Ruhr-University of Bochum
Course
Globalisierung, Mediensysteme und Network-Society
Grade
1,0
Author
Jörn-Jakob Surkemper (Author)
Publication Year
2004
Pages
29
Catalog Number
V33041
ISBN (eBook)
9783638336161
Language
German
Tags
Mediensystemdeskription Kriterienkatalog Beschreibung Kategorisierung Mediensystemen Globalisierung Mediensysteme Network-Society
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörn-Jakob Surkemper (Author), 2004, Mediensystemdeskription. Ein Kriterienkatalog zur Beschreibung und Kategorisierung von Mediensystemen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33041
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