Inhaltsverzeichnis
1. Wie hilfreich ist der Fortschrittsglaube? 3
2. Die Titanic-Katastrophe 4
2.1 Beschreibung der Katastrophe 4
2.2 Vermutungen über Schuld und Ursachen 5
3. Die Challenger-Katastrophe 7
3.1 Beschreibung der Katastrophe 7
3.2 Vermutungen über Schuld und Ursachen 8
4. Verantwortung für Katastrophen 10
5. Der Einfluss des Technik auf den Menschen 12
6. Zusammenfassung 13
7. Literaturverzeichnis 14
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1. Wie hilfreich ist der Fortschrittsglaube?
Die öffentliche Auseinandersetzung um die Richtigkeit des Fortschrittsglaubens im 20. Jahrhundert bietet ein weites Spektrum von Argumenten. Für die Menschheit ist der technische Fortschritt ein Zeichen für die Vormacht über die Welt. Der Mensch ist aber nur ein Teil dieser mächtigen Kraft und alles, was naturwidrig ist, kann er nicht überwinden.
Schon in der Urgeschichte, als der Mensch dank Sammlertätigkeit und Jagen am leben blieb, beherrschte er das Feuer. Dann über Jahrtausende vermehrte er neue Fähigkeiten, was ihm die Expansion nach Außerhalb des Afrikas und die Besiedlung der kühlen, rauen Gebiete ermöglichte. Binnen kurzem wurde der Ackerbau zur Hauptquelle der Lebensmittel und es entstanden erste, kleine Ansiedlungen. Das war eine entscheidende Veränderung, die die Technikentwicklung zur Folge hatte. Die Wissenschaftler und Historiker meinen, die Technik entstand vor über Dreitausend Jahren, als der Mensch das Rad erfand (vgl. Wierzbicka 1997, S. 10). Seitdem erleichtern immer neue Entdeckungen und technische Erfindungen der Menschheit ihr Leben.
Im vorigen Jahrhundert entwickelte sich der technische Fortschritt sehr schnell und sein Hauptziel war die verschiedenartigen Tätigkeiten des Arbeiters durch Maschinen zu ersetzen. Die vielseitige Entwicklung der Technik führte aber dazu, dass die Automatik heutzutage weitgehend die Gesellschafts-, Organisations- und Informationsprozesse beherrscht, und sogar das Eingreifen in den menschlichen Organismus und seine Psyche ermöglicht.
Es scheint, der Mensch und dominiert in einer zivilisierten Welt durch das Phänomen der Technik. Man kann sagen, der Te chnik wurde zur Zivilisation, die durch viele n Spezialisierungen, Technisierungen und Atomisierungen bedroht ist. In Zusammenhang damit f estigt sich immer mehr das Erkenntnis, dass die bisherige Form der Beziehung zwischen Menschen und Natur fehlerhaft war, was auch die Bedrohung des Seele nlebens durch Depersonalisation der Arbeit und Monotonie des Alltagslebens betrifft. Allerlei technische Geräte, die den Menschen von allen Seiten umgeben, führen zur Überspannung des Psyche- und Nervensystem, zu Stress und Frustration. In solch einem Kontext ist der Mensch gegenüber den wissenschaftlichen und technischen Entdeckungen auf sich selbst gestellt. Wenn die Zivilisation als auch der Mensch selbst durch die Realisierung nicht immer für den Mensch nützlichen Ideen gefährdet ist, soll endlich die Forschung nach den Vorbeugungsmethoden von Nebenwirkungen der wissenschaftlichen und technischen Erfindungen beginnen werden.
Ist die Menschheit im Stande, in diesem so schnellen Fortschritt nicht nur Bequemlichkeiten und Erleichterungen des Lebens zu sehen, sondern auch die damit eng verbundenen Gefahren, die zu dem Zivilisationsverfall führen können, zu bemerken? Im vorliegenden Aufsatz wird anhand der größten Katastrophen und menschlichen Versehen versucht, diese Frage zu beantworten. Die ersten zwei Kapitel stellen die Titanic- und Challengerkatastrophe und ihre Ursachen vor. Im dritten Kapitel werden die Fehler der Menschen und die Beziehung zwischen Menschen und Maschinen beschrieben. Das letzte Kapitel schildert den Einfluss der Technik auf den Menschen, Stress und die Anpassungsnotwendigkeit an die Moderne.
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2. Die Titanic-Katastrophe
2.1 Beschreibung der Katastrophe
Am Anfang vorigen Jahrhunderts geschah eine der bekanntesten und größten Tragödien, die zu einem Symbol einer Strafe für den Hochmut und den sturen Fortschrittsglauben, als auch für die Vergeblichkeit allen menschlichen Strebens wurde. Ein Transatlantikdampfer von sagenhaften Dimensionen "Titanic", der vor allem mit reichen und selbstgefälligen Leuten beladen war, rammte einen Eisberg und ging in einer kalten Aprilnacht unter. Das Schiff hatte 66.000 T. Wasserverdrängung, war fast 270 Meter lang und als Dreischraubendampfer konnte es eine Geschwindigkeit von 24 bis 25 Knoten, also bis zu 50 Km pro Stunde, erreichen. Es konnte über 3.000 Menschen aufnehmen, aber hatte nur einen Bruchteil von Rettungsbooten an Bord, Das schien aber völlig unwichtig zu sein, weil der Dampfer als unsinkbar galt (vgl. Wierzbicka 1997, S.302).
Am April 1912 lief das mächtigste Schiff der Welt zu seiner Jungfernreise von 1 Southampton in England durch den Atlantik nach New York aus. An Deck befanden sich Dampfbäder, Schwimmbad, Squashhalle, Turnsaal und ein eichholzverkleidetes Rauchzimmer. Eine Miete für ein prächtiges Appartement betrug vier Tausend damaligen, ca. 117.000 heutige Dollar.
Nicht alle konnten aber den distinguierten Salon genießen. Unter Deck befanden sich karge Kajüten für die zweite Klasse, und ganz unten waren die für mittelmäßigen Wochenlohn zu kaufende Kabinen für die dritte Klasse.
Dieses riesige, schwimmende Hotel, das siebenstockig war, 762 Kajüten und sieben Kilometer Korridore und Promenaden hatte, jagte über den Atlantik mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit 22 Knoten. In den Kesselräumen arbeiteten die Maschinen mit Volldampf. Die britische Reederei "White Star Line", die Erbauer des Dampfers, nahm Rücksicht sowohl auf eine luxuriöse als auch eine schnelle Fahrt. Aber trotz allen Bequemlichkeiten und modernster Schiffausrüstung bekamen nicht einmal die Ausgucker im Krähennest ein Fernglas. Am Tage der Katastrophe gegen 23.40 Uhr bemerkten die Ausgucker einen Eisberg, die von Sekunde zu Sekunde größer wurde und näher kam. Sofort benachrichtigten sie den Ersten Offizier, der blitzschnell das Rad hart Steuerbord nimmt und volle Kraft achteraus befahl, und die wasserdichte Schotte schloss. Das Schiff segelte zu schnell und das Hindernis war zu nah, um den Aufprall zu vermeiden. Beim Zusammenstoß entstanden im Schiffsrumpf sechs nicht so großen Durchstöße, die Gesamtfläche über ein Meter war. Der Riss reichte aber bis ungefähr einen halben Meter hinter den geschlossenen Schott und das Seewasser ergoss sich unter hohem Druck durch das Leck (vgl. Krecik 1999, S.34).
Nur eine Person auf dem Schiff wusste, was das für Titanic bedeutete; der Konstrukteur des Dampfers erklärte alles dem Kapitän mit ruhiger Stimme. "Die Titanic konnte sich über Wasser halten, wenn zwei von ihren 16 wasserdichten Kammern geflutet waren. Sie konnte sich über Wasser halten, wenn drei von den fünf ersten Kammern geflutet waren. Sie konnte sich sogar über das Wasser halten, wenn die ersten vier Kammern ausfielen. Aber wie man es auch drehte und wendete, sie konnte nicht über Wasser bleiben, wenn die fünf ersten Kammern alle g eflutet waren. Die wasserdichte Trennwand zwischen den fünften und sechsten Kammern reichte nur bis zum E-Deck hinauf. Wenn die fünf ersten Kammern voll Wasser waren, musste der Bug so tief sinken, dass das Wasser aus der fünften Kammer in die sechste überlief. Wenn die voll war, würde es überlaufen in die siebte und so weiter. Das Ganze war eine mathematische Tatsache, klar verständlich und simpel. Es gab keinen Ausweg." (Lord: o. J., S.39). Der Kapitän wollte nicht glauben, dass der Unsinkbare sich nur eineinhalb Stunden über Wasser
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halten könne. Ruhig und beherrscht befahl er die Boote klarzumachen und die Passagiere zu sammeln, dann noch der Funkruf um Hilfe zu drahten und die Raketen abzufeuern.
Die Leute kriegten auch keine Panik und waren davon überzeugt, dass sie an Deck eines unsinkbaren Schiffes sicher sind. Manche hatten sogar keine Lust sich in die Rettungsboote zu retten. Nur der Kapitän wusste, dass in Booten zu wenig Platz war und über die Hälfte der Reisenden zum Tode verurteilt war.
Als der Dampfer um 2.20 Uhr sank, zeigte es sich, dass den Schallupen noch 467 freie Plätze waren. Keine aber der Geretteten wollte mit Hilfe zu den Ertrinkenden zurückkehren, weil die die Rettungsboote umkippen könnten. Es kam insgesamt 1635 Menschen ums Leben (vgl. Lord o. J. S.225).
2.2 Vermutungen über Schuld und Ursachen
Wer trägt für den grausamen Tod Verantwortung? Die Forscher und Historiker versuchten jahrelang eine Antwort auf diese Frage zu finden. Leider fanden sie bis heute keinen eindeutigen Satz, der auf eine Lösung hinweisen könnte. Es gibt aber viele Vermutungen und Spekulationen, warum der Dampfer unterging.
Eine von diesen Spekulationen beklagt natürlich den Kapitän Edward J. Smith. Er sollte wissen über die gefährlichen Eisberge; die Funker bekamen schon früher ein Paar Meldungen von verschiedenen Schiffe über die Bedrohung, trotzdem befahl der Kapitän keine Geschwindigkeitsmäßigung oder Kurswechsel. Dazu die Seetemperatur sank in drei Stunden um acht Grad. Der Erfrierungspunkt für Seewasser war noch nie erreicht, aber in solch einer Situation alle andere Schiffe stoppten seine Maschinen (vgl. Krecik, 1999, S.85-86).
Man sagt, Kapitäns Traum war das Blaue Band zu kriegen. Um diese wichtigste Auszeichnung zu bekommen, soll der Leiter in Rekordzeit den Atlantik durchsegeln. Die Führung mit der Titanic war aber die letzte Gelegenheit für den 62- Jährigen Kapitän, weil er nach dieser Fahrt in den Ruhestand treten möchte. Er jagte also den Dampfer über die See und Hess die Gefährdung unter den Tisch fallen (vgl. Krecik 1999, S.86).
Überdies herrschte damals die Regel, dass die Passagierdampferkapitäne trotz aller Gefahren ihre Schiffe vorantrieben. Sie vertrauten nur der Sehschärfe der Ausgucker, jedoch Kapitän Smith sollte auf alle Fälle zusätzliche Seeleute auf den Bug und beiderseits der Brücke gesetzt haben. Zu der Tragödie leistete auch die Natur einen Beitrag. Der Atlantik war ungewöhnlich ruhig und glich einer polierten Glassplatte. Später sagten mehrere Leute, sie hätten ihn noch nie so glatt gesehen. Es war also keine Welle, die an Eisberge branden und eine Gischtschaffen konnten, weshalb die Eisberge kaum zu bemerken waren (vgl. Wierzbicka 1997, S.302-303).
Manche Experten sind davon überzeugt, dass ein unverzeihlicher Fehler der Erste Offizier war, als er während der Annäherung zum Hindernis das Schiff an Steuerbord zu lenken und gleichzeitig dem Maschinenraum voller Kraft achteraus befahl. "Wenn die Titanic den Eisberg rechts umgehen solle, mussten die Schiffschrauben in diesem Ausweichen beistehen. Der Befahl des Ersten Offizier sollte linke Maschine voll achteraus, rechte Maschine voll voraus lauten." (Krecik: 1999, S.115). Es sie denn, der Gigant wäre im Stande am Hindernis vorbeizuhuschen. Die neuesten Expertisen und Computersimulationen beweisen aber, dass die Titanic niemand erretten konnte. Der Dampfer segelte einfach zu rasch und kein Geheiß konnte den Aufprall des Eisenbergs mit dem Eisberg verhindern.
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Arbeit zitieren:
Zon Monika, Monika Zon, 2001, Die größten Katastrophen im 20. Jahrhundert - Studien zur Richtigkeit des Fortschrittsglaubens, München, GRIN Verlag GmbH
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