Inhaltsverzeichnis
1. ERKLÄRUNG DER ABBILDUNG 3
2. EIGENTUMSVORTEILE. 8
3. MARKTUNVOLLKOMMENHEITEN 10
4. MARKTVERSAGEN 11
5. DIE INTERNALISIERUNGSTHEORIE. 13
6. ANHANG. 16
DAS ENDOWMENT/MARKET FAILURE PARADIGM OF INTERNATIONAL PRODUCTION. 16
6.3 QUELLENVERZEICHNIS. 17
6.4 DIE ENTSCHEIDUNGSLOGIK DES EP ALS MATRIX. 18
6.5 GRAFISCHE DARSTELLUNG DER ENTSCHEIDUNGSLOGIK 18
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1. Erklärung der Abbildung
Erklären Sie die Abbildung (OIL-Paradigma, siehe Anhang). Zeigen Sie die Zusammenhänge und Einflussfaktoren zwischen den Modellelementen, so dass die Abbildung tatsächlich verständlich wird.
Das eklektische Paradigma (EP) von J.-H. Dunning ist ein multikausaler Ansatz, der den Versuch einer Verbindung unterschiedlicher Theorieteile darstellt und als Antwort auf die bis dahin vorherrschenden monokausalen Theorien entworfen wurde. Dunning integriert die bisher lediglich partialanalytisch ausgeprägten Theorien zur Internalisierung, indem er folgende drei Erklärungsansätze und ihre Fragestellung zu einer eklektischen Theorie vereint.
Ø Die Theorie des monopolistischen Vorteils, die erklärt, warum sich multinationale Unternehmen auf fremden Märkten durchsetzen zugleich aber die Frage, warum multinationale Unternehmen in einigen Ländern agieren und in anderen nicht, vernachlässigt.
Ø Die Transaktionskostentheorie/Internalisierungstheorie, die sich mit der Frage beschäftigt, mittels welcher institutioneller Regelung eine Unternehmung ihre spezifischen Vorteile im Aus land nutzen kann (Hierarchie vs. Markt) Ø Die Standorttheorie widmet sich spezifischen Fragen des Standortvorteils und untersucht, wa rum multinationale Unternehmen in bestimmten Ländern operieren und in anderen nicht.
Ziel des OLI-Paradigmas ist es, in Abhängigkeit von drei unternehmensspezifischen Vorteilskate gorien -firmenspezifische Eigentumsvorteile (O),
Internalisierungsvorteile (I) und Standortvorteile (L) - zu erklä ren, welche Marktanpassungsformen (Exporte, Lizenzen oder Direktinvestitionen) von den Unternehmen in Auslandsmärkten gewählt werden.
Firmenspezifische Eigentumsvorteile (O), wie z.B. etablierte Markennamen oder überlegene Vertriebstechniken, werden von Dunning als Grundvoraussetzung für jegliche Form der Internationalisierung herangezogen. Sie müssen die zusätzlichen Kosten, die aus der Bearbeitung eines ausländischen und damit fremden Marktes resultieren, kompensieren. Der Eigentumsvorteil ist mobil und kann somit in andere Standorte übertragen werden. 1
1 Näheres zu den Eigentumsvorteilen findet sich in Aufgabe 2a
3
Im Sinne der in Aufgabe 2 d skizzierten Internalisierungstheorie tätigen
Unternehmen gezielte Direktinvestitionen im Ausland nur, sofern sie es als vorteilhaft ansehen, die Eigentumsvorteile selber zu nutzen, d.h. zu internalisieren. Der Internalisierungsvorteil ist der abstrakteste aller drei Vorteile, ist er nicht vorhanden, so wird der Eigentumsvorteil in Form der Lizenzvergabe verkauft. 2 Länderspezifische Standortvorteile (L) determinieren schließlich die Region der Leistungserstellung bzw. den Schlüsselmarkt. Dem Standortvorteil liegt eine ungleichmäßige Verteilung der Ressourcen und Fähigkeiten zugrunde. Der Standortvorteil verlangt, dass es für ein Unternehmen günstiger ist, den Produktionsprozess im Ausland anstatt zu Hause zu errichten. Dabei ist der Vorteil eines Landes abhängig u.a. von internationalen Transport- und Kommunikationskosten, Inputpreisen und Produk tionskosten sowie von Tarifbarrieren oder der psychischen Distanz.
Diese Vorteilskategorien, die zur Bewertung der Marktanpassungsformen verwendet werden, fügt Dunning in das Endowment/Market Failure Paradigm of International Production als zentrales Element ein. 3
Nicht zu vergessen ist, dass bei gegebenen OLI -Vorteilen die Entscheidung mit der langfristigen Strategie der Unternehmung im Einklang stehen muss. Ferner muss man zwischen der Fähigkeit eines MNU zur Internalisierung von Märkten und seiner Bereitschaft dazu unterscheiden.
Die Hauptaussage des eklektischen Paradigmas lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:
Zur Internationalisierung von Aktivitäten sind Eigentumsvorteile eine zwingende Voraussetzung. Verfügt ein Unternehmen nur über Eigentumsvorteile, so wird es sich innerhalb des Spektrums der Markteintritts- bzw. Marktbearbeitungsformen für Lizenzen entscheiden. Hat es jedoch darüber hinaus auch Internalisierungsvorteile, so kommt es zu Exporten. Nur wenn noch zusätzlich Stand ortvorteile im Ausland existieren werden Direktinvestitionen vorgenommen. Die Abbildung zeigt den Zusammenhang zwischen zwei in Wechselbeziehung stehenden Zweigen der Wirtschaftsanalyse: die neoklassische Theorie der Faktorausstattung und die Theorie des Marktversagens. Die Theorie der Faktorausstattung ist im oberen Teil der Abbildung dargestellt, j edoch wird die Theorie um die Betrachtung von Zwischenprodukten erweitert (Hechscher und Ohlin
2 vgl. Aufgabe 2d
3 siehe Anhang
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hingegen haben ihre Theorie auf Endprodukte bezogen). Des Weiteren wird hier in international immobile und mobile Faktorausstattungen unterschieden. Dies bedeutet, dass bei Existenz von immobilen Faktoraus stattungen und internati onal ungleicher Verteilung von Faktoren, eine internationale Produktion vorteilhaft sein kann. Das Heckscher-Ohlin-Modell hatte unter der Annahme, dass die Faktoren internati onal immobil sind, anhand von unterschiedlichen nationalen Fak-torausstattungen den Handel zwischen Ländern erklärt, nicht aber die Existenz von MNU. Dennoch spielt die Immobilität von Faktoren eine zentrale Rolle, denn sie stellt den Zusammenhang zu den Standortvorteilen des EP her. So stellt die Immobilität der Faktoren sicher, dass es überhaupt zu einer Ausbildung eines Standortvorteils kommen kann. Wären nämlich alle Faktoren mobil, so könnten diese ungehindert in alle Länder verteilt werden und die Ursache eines Standortfaktors, nämlich eine ungleichmäßige Verteilung der Ressourcen und Fähigkeiten, wäre nicht mehr gegeben.
Der zweite Ast ist die Theorie des Marktversagens. Im Modell Dunnings kann das Marktversagen struk turell oder transaktionsspezifisch sein, wobei diese beiden Arten miteinander in Zusammenhang stehen. Auf eine Erläuterung der zwei Arten von Marktversagen wird an dieser Stelle verzichtet und stattdessen auf die
Ausführungen in Aufgabe 2b und 2c verwiesen. Es sei lediglich angemerkt, dass es eine gegenseitige Beeinflussung von Marktversagen und Politik bzw. System gibt, so können z.B. politische Eingriffe zu (strukturellem) Marktversagen führen, oder aber notwendig sein, um die Auswirkungen des Marktversagens zu begrenzen (Gesetzgebung etc.).
Die Existenz von Marktversagen im Modell ist wichtig, um nicht nur den Standort einiger Arten der Geschäftstätigkeiten außerhalb der Landesgrenzen zu erklären, sondern auch die Aufteilung der Akti vitäten zwischen multinationalen und (uni)nationalen Unternehmen. Ferner lässt sich der Abbildung entnehmen, dass die strukturellen und transaktionsspezifischen Marktunvollkommenheiten die Ausbildung der drei Vorteilskategorien beeinflussen. Beispielsweise kann ein Eingriff der Regierung das Entstehen eines Vermögensvorteils (O a ) fördern, indem die Regierung sich Unternehmens zusammenschlüs sen und Konglomeraten gegenüber liberal zeigt, was zu einer Existenz großer Unternehmungen in dem jeweiligen Land führt und die Unternehmen somit die Chance haben, Größenvorteile zu nutzen. Außerdem kann durch transaktions spezifisches Marktversagen (Scale) Transaktionsvorteile entstehen, so haben Tochterunternehmen z.B. Vorteile, weil sie beim gemeinsamen Bezug von Inputs
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Arbeit zitieren:
Sinja Müller, 2003, The Eclectic Paradigm of International Production (Dunning), München, GRIN Verlag GmbH
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