Seite 3
Inhalt
Inhalt................................................................................................................................... 3
Abbildungsverzeichnis. 4
Abk ürzungsverzeichnis 5
1 Einleitung und Zielsetzung der Arbeit. 6
2 Begriffsdefinition. 7
2.1 Elektronische Marktplätze 7
2.2 Das ERP II Konzept. 9
2.2.1 ERP Systeme 9
2.2.2 Das ERP II Konzept. 10
2.2.3 Technische Treiber des ERP II Konzepts 13
2.3 Fazit. 15
3 Spannungsverhältnis 16
3.1 Technische Aspekte 19
3.2 Funktionale Aspekte 21
3.2.1 Standardisierungspotential. 21
3.2.2 Komplexität der Geschäftslogik 22
3.2.3 Dynamik der Kommunikationsbeziehungen 23
3.2.4 Sicherheitsanforderungen. 24
3.3 Kostenaspekte 25
3.4 Bewertung 26
4 Ein Beispiel aus der Automobilindustrie 27
4.1 SupplyOn und SAP. 27
4.2 Symbiose - ein Kooperationsansatz. 30
4.2.1 Technisch kompatible Komponenten. 30
4.2.2 Komplementäre Komponenten. 30
4.3 Kostenaspekte 33
Literatur. 34
Eidesstattliche Erklärung 35
Seite 4
Abbildungsverzeichnis
Bild 1: Standardisierungspotential. 22
Bild 2: Komplexität der Geschäftslogik 23
Bild 3: Dynamik der Kommunikationsbeziehungen 24
Bild 4: Sicherheitsanforderungen 25
Bild 5: Struktur des SupplyOn Marktplatzes 29
Bild 6: Integration von SRM und Marktplatz 31
Seite 5
Abkürzungsverzeichnis
AG Aktiengesellschaft B2B Business to Business
bzw. cCommerce CORBA Common Request Broker Architecture CRM Customer Relationship Management
DAB DMS EBP eBusiness EJB Enterprise Java Beans
HTTP ITS KMU kleinere und mittlere Unternehmen
MM PLM RFQ RPC Remote Procedure Call
SAP SCM SD SPLS Siemens Procurement and Logistics Services
Seite 6
1 Einleitung und Zielsetzung der Arbeit
Wie kein anderer Terminus stand der Marktplatzbegriff zur Jahrtausendwende für erfolgskritische Engagements von Unternehmen im eBusiness (electronic business). Der radikale Shakeout-Prozess der letzten 2-3 Jahre hat gezeigt, dass viele Marktplatzgeschäftsmodelle ökonomisch nicht darstellbar sind. Gleichsam ist auch das euphorische Engagement von Unternehmen auf Marktplätzen stark zurückgegangen. Übrig geblieben sind vielerorts relativ orientierungslose eBusiness Strategen und Berater, die auf der Suche nach tragfähigen eBusiness Strategien Marktplätze gegen inhouse Lösungen abzuwägen haben.
Mitten in diese Verunsicherung trifft nun der von Gartner propagierte Begriff des ERP II, quasi die zweite Generation von ERP Systemen. Standen beim ursprünglichen ERP Konzept unternehmensinterne Funktionen und Geschäftsprozesse im Fokus der Betrachtung, betont ERP II kollaborative Aspekte von Geschäftsprozessen. Aspekte, die während des Dot-Com Hypes als integrales Betätigungsfeld für virtuelle Marktplätze galten. Dementsprechend könnte man vermuten, dass das ERP II Konzept die Daseinsberechtigung von Marktplätzen weiter in Frage stellt.
Doch diese Betrachtungsweise ist zu simpel. In den letzten Jahren hat sich einerseits gezeigt, dass B2B (Business-to -Business) Marktplätze durchaus in der Lage sind, kollaborative Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen erfolgreich abzubilden. Andererseits hat sich eine funktionierende Backendintegration mit Kunden ERP Systemen als wichtiger Erfolgsfaktor für virtuelle Marktplätze herauskristallisiert.
Diese Beobachtung deutet mindestens auf ein komplementäres, wenn nicht symbiotisches Verhältnis von Marktplätzen und ERP Systemen hin. Doch wie stellt sich dieses Verhältnis unter Einbeziehung des ERP II Konzepts dar?
Die vorliegende Arbeit analysiert entsprechend, ob das Verhältnis zwischen ERP II Systemen und Marktplätzen kompetitiver oder symbiotischer Natur ist. Um das Thema umfassend bearbeiten zu können, fokussiert sich die Analyse auf den
Seite 7
Beschaffungsprozess bzw. damit verbundene Teilprozesse und geht insbesondere auf die marktführende Standardsoftware der SAP AG ein.
Zum einheitlichen Verständnis wird eine Definition des Marktplatz- und ERP II -Begriffs v orangestellt. Anhand technischer, funktionaler und wirtschaftlicher Aspekte bzw. Kriterien wird anschließend untersucht, welche Argumente jeweils für ERP II Systeme bzw. Marktplätze sprechen. Hierbei wird klar, dass weniger technische und kostenmäßige, als eher funktionale Aspekte das Verhältnis beeinflussen. Mit anderen Worten: weder Marktplätze noch ERP II Systeme alleine werden in der Lage sein, alle Anforderungen optimal zu erfüllen.
Basierend auf diesen Erkenntnissen wird im praxisorientierten Teil der Arbeit am Beispiel des Automobilzuliefermarktplatzes SupplyOn AG und des ERP Anbieters SAP AG skizziert, wie diese Erkenntnisse in eine konkrete funktionale, technische und wirtschaftliche Symbiose von Marktplatzbetreiber und ERP Hersteller einfließen können.
2 Begriffsdefinition
Um ein einheitliches Begriffsverständnis der verwendeten Terminologie zugrunde legen zu können, werden die zentralen Begriffe der Arbeit definiert. Dies erscheint notwendig, da zum einen kaum ein Begriff in den letzten Jahren mehr strapaziert wurde, als der des virtuellen bzw. elektronischen Marktplatzes. Zum anderen ist das ERP II ein relativ neuer und bislang wenig verbreiteter Begriff.
2.1 Elektronische Marktplätze
Ein Marktplatz im realen Leben wird gemeinhin verstanden als konkreter und räumlich konzentrierter Ort der Zusammenführung der anwesenden Anbieter und Nachfrager zur Durchführung von Geschäftstransaktionen. Typischerweise wird bis auf die Bereitstellung des Marktplatzes selbst keine Mittlerfunktion ausgeübt. 1
Elektronische Marktplätze sind virtuelle Orte der Zusammenführung von mehreren Anbietern und Nachfragern, die geschäftliche Transaktionen über
1 vgl. [Koll01], S.35
Seite 8
elektronische Datenleitungen anbahnen, schließen und durchführen. Wie auf einem realen Marktplatz wird der Handelsraum von einem Betreiber bereitgestellt. Häufig geht das Engagement des Betreibers über die reine Bereitstellung des virtuellen Transaktionsraums hinaus - er wird zum Intermediär, der Anbieter und Nachfrager aktiv zusammenführt und darüber hinaus Geschäftsabschluss und -abwicklung unterstützen kann. Rüthers / Szegunis gehen sogar so weit, dass sie einen elektronischen Marktplatz mit einem „Online-Intermediär, der fragmentierte Käufer und Verkäufer zusammenführt“ 2 , gleichsetzen.
Marktplätze lassen sich nach verschiedenen Kriterien kategorisieren, z.B. nach den angebotenen Marktplatzdienstleistungen in 3
• Schwarze Bretter (Boards): Unterstützen, ähnlich den konventionellen Kleinanzeigen, nur die Anbahnung eines Geschäfts.
• Kataloge: Angebote werden in Form von konsolidierten Katalogen, die Produkte und Dienstleistungen bestimmter Hersteller enthalten, dargestellt.
• Börsen: Ähnlich wie an einer Wertpapierbörse treffen Angebot und Nachfrage zu einem bestimmten Produkt oder Dienstleistung aufeinander, es werden die Transaktionen ermittelt, die zu einem bestimmten Preis geschlossen werden können.
• Auktionen: Bei Verkaufsauktionen (Einkaufsauktionen) geben potentielle Käufer (Lieferanten) Gebote für ein Angebot (Nachfrage) ab, es gewinnt, abhängig vom jeweiligen Auktionsverfahren, der Bieter mit dem höchsten (niedersten) Gebot.
Darüber hinaus können Marktplätze nach Art der aktiven Marktteilne hmer unterteilt werden in
• Consumer-to-Consumer (C2C) Marktplätze, auf denen private Angebote und Nachfragen zusammengeführt werden, wie z.B. Ebay,
• Business-to-Consumer (B2C) Marktplätze, auf denen Unternehmen mit Privatpersonen handeln, wie dies ebenfalls bei Ebay der Fall ist,
2 vgl. [RüSz00], S.
3 vgl. vgl. [BuKö00], S. 111
Seite 9
• oder die uns im Rahmen dieser Arbeit interessierenden Business-to -Business (B2B) Marktplätze, die den professionellen Nutzern, d.h. Unternehmen, vorbehalten sind.
B2B Marktplätze lassen sich weiter nach dem Verhältnis von Anbietern und Nachfragern abgrenzen. Man spricht von
• Buy-Side Marktplätzen wie Covisint oder SupplyOn in der Automobilindustrie, wenn die Marktplatzinitiative von einkaufenden Unternehmen gegründet und in mehr oder minder starkem Maße gesteuert wird.
• Sell-Side Marktplätzen, wenn Initiative und Einflussnahme auf verkaufende Unternehmen zurückzuführen sind, wie bspw. der Marktplatz der Kunststofferzeuger, Omnexus.
• neutralen Marktplätzen, wenn Gründung und Betrieb durch einen neutralen Marktplatzbetreiber geleistet werden, z.B. der Automobilzulieferermarktplatz „Newtron Automotive“ des Softwareherstellers Newtron.
Weitere Einordnungen beziehen sich auf Art der unterstützten Geschäftsprozesse in Anbahnungs- oder Abwicklungsmarktplätze, nach der Branchenfokussierung in horizontale und vertikale Marktplätze, nach der Zugänglichkeit in öffentliche oder private Marktplätze, oder nach der geographische Ausdehnung in regionale und globale Marktplätze.
2.2 Das ERP II Konzept
2.2.1 ERP Systeme
Enterprise Ressource Planning (ERP) ist der Obergebriff für betriebswirtschaftliche Standardsoftware, die Geschäftsprozesse in nahezu allen Funktionsbereichen eines Unternehmens unterstützt. ERP Systeme unterstützen nicht nurwie der ERP Begriff suggerieren mag - die betriebliche Ressourcenplanung, sondern insbesondere operative Aktivitäten, wie die Disposition von Material, Verbuchung von Kundenaufträgen oder Belegen aus dem Finanz- und Rechnungswesen. ERP Systeme der ersten Generation basieren auf einem monolithischen Softwarepaket, mit einheitlicher Benutzeroberfläche und einheitlichem Datenbestand. Heterogene Applikationen mit häufig redundanten und teilweise inkonsistente Daten können so durch eine zentrale Anwendungs- architektur abgelöst werden. Die monolithische Struktur betrieblicher Standard-
Seite 10
softwarelösungen der ersten Generation lässt Unternehmen allerdings wenig Chancen, für bestimmte Geschäftsprozesse oder Funktionsbereiche durch Spezialsoftware anderer Hersteller (Best-of-Breed-Lösungen) zu ersetzen. Software von Drittanbietern muss i.d.R. mit aufwendiger und oft nicht releasefähiger Schnittste llenprogrammierung integriert werden.
ERP Systeme müssen als Standardsoftware auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten („gecustomized“) werden. Im Rahmen von Einführungsprojekten ist neben einer Altdatenmigration häufig eine Neuorganisation der Aufbau und Ablauforganisation notwendig. Das Ausmaß des Customizing wird dabei einerseits durch die Fähigkeit und den Willen des Unternehmens bestimmt, eigene Prozesse und Organisationsstrukturen an die Standards des ERP Systems anzupassen. Andererseits entscheidet natürlich das Softwaredesign und ggf. vorhandene branchenspezifische Modifikationen des ERP Standards über den Aufwand zur Anpassung der Software an die Anforderungen des Kundenunternehmens. Gerade im Rahmen von ERP-Einführungsprojekten werden häufig die hohen Kosten beklagt, die durch notwendige Modifikationen entste hen.
2.2.2 Das ERP II Konzept
ERP Systeme der ersten Generation unterstützen insbesondere unternehmensinterne Geschäftsprozesse. In den letzten 10 Jahren hat sich jedoch die Erkenntnis durchgesetzt, dass nicht nur unternehmensinterne, sondern eben auch zwischenbetriebliche Geschäftsprozesse ein umfassendes Optimierungspotential bieten. Diese Erkenntnis ging maßgeblich aus dem Bewusstsein hervor, dass in einer vernetzten, hochgradig arbeitsteiligen Wirtschaft nicht mehr einzelne Unternehmen, sondern ganze Wertschöpfungsketten aus Kunden, Zulieferern und Partnern miteinander konkurrieren. Auf die Abbildung kollaborativer G eschäftsprozesse sind ERP Systeme der ersten Generation nicht (ausreichend) ausgelegt. Doch an virtuellen Organisationsformen, die zwangsläufig überbetriebliche Kooperationen erfordern, ist in der heutigen Unternehmenspraxis nicht mehr vorbeizukommen. 4
4 vgl. [Schu98], S. 28
Arbeit zitieren:
Martin Schädler, 2004, ERP II und Marktplätze - Konkurrenz oder Symbiose ?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Rolle der Prozessorientierung in modernen Unternehmen
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit (Hauptseminar), 33 Seiten
Business Process Reengineering - Definition, Konzept und Ablauf des Bu...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 27 Seiten
ERP II - Ein zukunftsfähiges Modell für Unternehmenssoftware?
Informatik - Wirtschaftsinformatik
Seminararbeit, 28 Seiten
Grundlagen und Bedeutung der Arbitrage Pricing Theorie
BWL - Investition und Finanzierung
Hausarbeit, 29 Seiten
Leistungssteigerung mit Prozessmanagement – Planung und Gestaltung der...
Bachelorarbeit, 54 Seiten
Das Konzept des Chief Information Officer (CIO) - Bedeutung aus der Si...
Diplomarbeit, 69 Seiten
Die Portfolio-Theorie von Markowitz im Überblick
BWL - Investition und Finanzierung
Projektarbeit, 15 Seiten
Die Kompetenzverteilung im deutschen Föderalismus
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Entwicklung und Stand der Staatsverschuldung in Deutschland - Wo lieg...
Seminararbeit, 41 Seiten
Zusammenhänge, Wirkungen und Perspektiven von ERP und APS in der Suppl...
Informatik - Wirtschaftsinformatik
Seminararbeit, 30 Seiten
Methoden und Werkzeuge zur Geschäftsprozess-Optimierung
Informatik - Wirtschaftsinformatik
Hausarbeit, 22 Seiten
Staatsverschuldung und Stabilisierungspolitik in der Europäischen Unio...
Seminararbeit, 38 Seiten
Prozessorientierte Unternehmensorganisation
Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen
Diplomarbeit, 99 Seiten
Der deutsche Föderalismus und die Europäische Union
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit, 18 Seiten
Konzepte und IT-Unterstützung für das Supply Chain Management
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Studienarbeit, 58 Seiten
Risiko und Kapitalkosten: Das Capital Asset Pricing Model
BWL - Investition und Finanzierung
Seminararbeit, 51 Seiten
Martin Schädler's Text ERP II und Marktplätze - Konkurrenz oder Symbiose ? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Martin Schädler hat den Text ERP II und Marktplätze - Konkurrenz oder Symbiose ? veröffentlicht
Martin Schädler hat einen neuen Text hochgeladen
Intelligent Information and Database Systems. Part II
Third International Conference...
Ngoc Thanh Nguyen, Chong-Gun Kim, Adam Janiak
Software Engineering and Computer Systems, Part II
Second International Conferenc...
Jasni Mohamad Zain, Wan Maseri Wan Mohd, Eyas El-Qawasmeh
Knowledge-Based and Intelligent Information and Engineering Systems, P...
15th International Conference,...
Andreas König, Andreas Dengel, Knut Hinkelmann, Koichi Kise, Robert J. Howlett, Lakhmi C. Jain
The Netter Collection of Medical Illustrations - Nervous System: Part ...
Frank H. Netter, Netter
The Netter Collection of Medical Illustrations - Musculoskeletal Syste...
Frank H. Netter, Netter Frank
The Netter Collection of Medical Illustrations - Digestive System: Par...
Frank H. Netter, Netter
0 Kommentare