Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Hauptteil 2-9
2. 1 Performative und konstative Äußerungen 2
2. 2 Primär performative und explizit performative Äußerungen 4
2. 3 Kriterien für performative Äußerungen 6
2. 4 Das Performative in der Literatur 8
3. Schlussbetrachtung 10
4. Literaturverzeichnis 11
II
1. Einleitung
Der englische Sprachphilosoph John Langshaw Austin entwickelte in zwölf Harvard-Vorlesungen die Theorie der Sprechakte. Sie dient als Beitrag zur Klärung der Frage nach dem Gebrauch einer Äußerung, z.B. inwiefern etwas Gesagtes eine Handlung darstellt. Mit anderen Worten: Inwieweit tut man etwas, indem man etwas sagt bzw. in welcher Weise tut man etwas, dadurch, dass man etwas sagt. Der Einfluss dieser Theorie erstreckt sich auf fast alle Formen analytischer Überlegungen über Sprache. So liefert sie der angelsächsischen Philosophie der normalen Sprache ein neues methodisches Instrumentarium für die Behandlung philosophischer Probleme, der Linguistik eine neue Dimension in der Beschreibung sprachlicher Äußerungen sowie der Kommunikationstheorie Kategorien für die Analyse kommunikativer Interaktionen.
Der Schwerpunkt der A rbeit liegt auf der Untersuchung des Performativen bei Austin, nämlich auf der Verwendung der Sprache in einer konkreten Situation. So befasst sich der Abschnitt Performative und konstative Äußerungen mit den bedeutungstheoretischen Grundlagen der Sprechakttheorie und zeigt die sprachtheoretischen Konsequenzen. In dem Abschnitt Primär performative und explizit performative Äußerungen werden verschiedene performative Äußerungen untersucht, die zum einen mehrdeutig, äquivok und vage bleiben, zum anderen einen Handlungscharakter haben, der aus den sprachlichen Ausdrucksmitteln selbst schon deutlich hervorgeht.
Der Abschnitt Kriterien für performative Äußerungen beschreibt grammatische und lexikographische Unterscheidungsmerkmale für eine präzise Distinktion zwischen performativen und konstativen Äußerungen. Eben diese Unterscheidung zwischen performativen und konstativen Äußerungen ist ein zentrales, insbesondere den Sprachwissenschaftler interessierendes Problem der sprechakttheoretischen Diskussion. Lassen sich einheitliche Kriterien für performative Äußerungen finden, die eine eindeutige Unterscheidung mit konstativen ermöglichen? Die vorliegende Arbeit setzt sich u.a. mit dieser Fragestellung auseinander.
Ferner beschäftigt sich diese Arbeit im Abschnitt Das Performative in der Literatur mit der Frage, inwiefern sich diese für die Alltagssprache und die normale Sprechsituation erstellten Untersuchungstheorien in Bezug auf das Performative auf literarische Texte übertragen lassen. Als literarische s Werk dient das Buch von L. Carroll: „Alice hinter den Spiegeln.“ 1
1 Carroll, Lewis: Alice hinter den Spiegeln. Frankfurt am Main 1998.
1
2. Hauptteil
2. 1 Performative und konstative Äußerungen
Austin beginnt seine Vo rlesung „How to do things with words“ mit folgender Bemerkung: „Die Philosophen haben jetzt lange genug angenommen, das Geschäft von „Feststellungen“ oder „Aussagen“ [statements] sei einzig und allein, einen Sachverhalt zu „beschreiben“ oder „eine Tatsache zu behaupten“, und zwar entweder zutreffend oder unzutreffend.“ 2 Der gewöhnliche Satz wurde als passende oder unpassende Aussage über einen Sachverhalt aufgefasst, und die Sätze, die diesem Modell nicht entsprachen, galten als nebensächlich oder problematisch bzw. wurden einfach als Feststellungen über Tatsachen aufgefasst. Austin hält nun dieser Behauptung entgegen, dass es Äußerungen gibt, die zwar nach der grammatischen Form zu urteilen Ta tsachenfeststellungen sind, jedoch weder etwas beschreiben, berichten oder behaupten, sondern den Vo llzug einer Handlung darstellen, z.B. „Ich taufe dieses Schiff auf den Namen Georg.“, als Äußerung beim Wurf der Flasche gegen den Schiffsrumpf. Genauso verhält es sich mit dem Beispiel „Ich vermache meinen Besitz meinem Sohn.“, als Teil eines Testaments.
„Jeder würde sagen, dass ich mit diesen Äußerungen etwas Bestimmtes tue (natürlich nur unter passenden Umständen); dabei ist klar, dass ich mit ihnen nicht beschreibe, was ich tue, oder feststelle, dass ich es tue; den Satz äußern heißt: es tun.“ 3 Austin nennt Äußerungen dieser Art performative Äußerungen, die zudem weder wahr noch falsch sind.
„Das Äußern der Worte ist gewöhnlich durchaus ein entscheidendes oder sogar das entscheidende Ereignis im Vollzuge der Handlung, um die es in der Äußerung geht [...]; aber es ist alles andere als üblich [...], dass nur das Äußern der Worte nötig ist, wenn die Handlung vollzogen sein soll.“, 4 d.h. performative Äußerungen müssen zu den gegebenen Umständen passen. Ferner dürfen sie weder scherzhaft geäußert noch als Verszeile niedergeschrieben werden, sondern müssen stets ernsthaft gemeint sein.
Als Gegenpol zu den performativen Äußerungen setzt Austin die konstativen Äußerungen. Bei diesen geht es um Feststellungen von Tatsachen, die je nachdem, ob sie diesen entsprechen oder nicht, wahr oder falsch sind. So kann z.B. auf die Äußerung „Er verspricht es dir.“, reagiert werden mit „Das stimmt.“, oder „Das ist nicht wahr.“
2 Austin, John Langshaw: Zur Theorie der Sprechakte. (How to do things with words). Dt. v. Eike v. Savigny. 2.
Auflage Stuttgart 1979, S. 25.
3 Ebd., S. 29.
4 Ebd., S. 31.
2
Arbeit zitieren:
Sebastian Kreft, 2003, John L. Austin, Zur Theorie der Sprechakte - Das Performativ, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Aktuelle Anzeigen von Automobi...
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Hausarbeit, 26 Seiten
Möglichkeiten und Grenzen der Oral History als geschichtswissenschaftl...
Studienarbeit, 21 Seiten
Oral History - Theorie und Praxis: Die Kunst, die Erinnerung erzählen ...
Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Seminararbeit, 34 Seiten
Identitätsbildung bei Kindern aus bilingualen Familien
Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
John Stuart Mill: Über die Freiheit
Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
Seminararbeit, 21 Seiten
Kleist und Molière: Zwei Bearbeitungen des Amphitryon-Stoffes
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
It's not over - Rememories of a haunting past in Toni Morrison'...
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
El drama de honor - Das Ehrendrama im Siglo de Oro
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit, 15 Seiten
Grundlagen der mündlichen Kommunikation: Die Gesprächsanalyse
Seminararbeit, 21 Seiten
Fortuna in Los siete libros de la Diana - Göttin oder Teil der göttli...
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Seminararbeit, 21 Seiten
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Seminararbeit, 13 Seiten
T.S. Eliot and Ezra Pound: Examining the basis of their literary frien...
Hausarbeit (Hauptseminar), 37 Seiten
Interferenzen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit - Gibt es einen Her...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 33 Seiten
Sebastian Kreft hat den Text John L. Austin, Zur Theorie der Sprechakte - Das Performativ veröffentlicht
Sebastian Kreft hat einen neuen Text hochgeladen
Utilitarianism and on Liberty: Including Mill's 'Essay on Bentham' and...
John Stuart Mill, Mary Warnock
Utilitarianism and on Liberty: Including 'Essay on Bentham' and Select...
John Stuart Mill, Mary Warnock
Doing Austin Justice: The Reception of John Austin's Philosophy of Law...
Wilfrid E. , Jr. Rumble
0 Kommentare