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Vergleich der Religionsartikel im Augsburger Reichsabschied und im Westfälischen Frieden

Title: Vergleich der Religionsartikel im Augsburger Reichsabschied und im Westfälischen Frieden

Seminar Paper , 2002 , 13 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Sebastian Kreft (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Der Augsburger Reichsabschied von 1555 gehört mit zu den richtungsweisenden und folgenreichsten Ereignissen des Übergangs vom Mittelalter zur frühen Neuzeit. Zusammen mit dem Westfälischen Frieden von 1648 zählt er zu den Grundereignissen der deutschen Geschichte.

Mit der reichsrechtlichen Anerkennung der evangelischen Kirchen und dem Schutz des Landfriedens für die beiden großen Bekenntnisse im Reich erfolgte zwar durch den Augsburger Religionsfrieden kein Ausgleich im Glaubensstreit, dafür aber die Schaffung einer rein weltliche n Friedensordnung, deren Auswirkungen noch lange auf die politische Ordnung im alten Reich wirken, ja sogar bis in die Gegenwart reichen sollten. Das ist um so erstaunlicher, da der Frieden nicht nur mühsam errungen worden war, sondern auch fragmentarische Kompromisse enthielt, aus denen sehr bald neue, jahrzehntelange Auseinandersetzungen bis hin zum Dreißigjährigen Krieg erwuchsen. Jedoch die Tatsache, dass man auch nach den furchtbaren Erschütterungen des großen Krieges im Westfälischen Frieden von 1648 wieder zu den Grundsätzen des Religionsfriedens zurückfand, zeigt, dass die Ordnung von 1555 doch eine langfristig tragfähige, vielleicht sogar die einzig mögliche Pazifizierung des Glaubensstreits darstellte.

Die vorliegende Arbeit stellt den Versuch dar, auf der Basis der bisherigen Forschung die im Augsburger Reichsabschied von 1555 formulierten Religionsartikel und deren konfliktträchtigen Zweideutigkeiten offen zu legen. In einem zweiten Schritt soll schließlich geprüft werden, inwieweit durch die Formulierungen des Westfälischen Friedens die Streitfragen, die sich aus der Auslegung des Augsburger Religionsfriedens ergeben hatten, gelöst worden sind. Lässt sich bei genauerer Prüfung der beiden Friedenswerke dies bestätigen? Einen Lösungsansatz liefert vor allem M. Heckel. Zudem werden unter anderem das Werk von B. M. Kremer, als Quellen die kritische Ausgabe des Augsburger Religionsfriedens von K. Brandi sowie die Westfälischen Friedenswerke von K. Müller herangezogen. Ein Kompromiss wie der Augsburger Religionsfrieden, kann nur aus der Geschichte seiner Entstehung verstanden werden, so dass sich im folgenden die Arbeit mit der Vorgeschichte auseinandersetzen wird, bevor die Religionsartikel vom Augsburger Reichsabschied und dem Westfälischen Frieden dargestellt und deren Interpretationen gezeigt und verglichen werden. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2. 1. Die Entstehungsgeschichte des Augsburger Religionsfriedens

2. 2. Der Religionsfrieden von Augsburg, 1555

2. 3. Die Religionsartikel des Westfälischen Friedens im Vergleich

3. Schlussbetrachtung

4. Quellen- und Literaturverzeichnis

4. 1. Quellenverzeichnis

4. 2. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Religionsartikel des Augsburger Reichsabschieds von 1555 sowie des Westfälischen Friedens von 1648, um aufzuzeigen, wie Konflikte durch zweideutige Formulierungen geregelt wurden und inwieweit der Westfälische Friede offene Streitfragen des 16. Jahrhunderts adressieren konnte.

  • Entstehungsgeschichte und Kontext des Augsburger Religionsfriedens
  • Analyse der zentralen Bestimmungen des Religionsfriedens von 1555
  • Vergleichende Untersuchung der Religionsartikel im Westfälischen Frieden
  • Bedeutung von Rechtsbegriffen wie "Normaljahr" und "Geistlicher Vorbehalt"
  • Politische Koexistenz vs. konfessioneller Wahrheitsanspruch

Auszug aus dem Buch

2. 1. Die Entstehungsgeschichte des Augsburger Religionsfriedens

Der Augsburger Religionsfrieden, der am 25. September 1555 vom Reichstag verabschiedet wurde, war ein Frieden ohne Kaiser und Papst, geprägt vom innerdeutschen Friedensinteresse der Beteiligten. Er wurde unter der Vollmacht Kaiser Karls V. von König Ferdinand mit den deutschen Reichsständen ausgehandelt, die sich auf Kompromisse einigten, die auf ältere Formulierungen aus den 40er Jahren zurückgriffen. Der Kaiser unterdessen, der sich auf dem Augsburger Reichstag von 1548 nach der Niederlage der Protestanten im Schmalkaldischen Krieg als Reichsoberhaupt noch auf dem Gipfel seiner Macht befunden hatte, sah seine Pläne und seine Reichspolitik durch den Fürstenkrieg und durch den Passauer Vertrag seines Bruders Ferdinand mit den evangelischen Fürsten nach und nach als gescheitert.

Der Frieden von 1555 leitete eine neue Epoche des Reiches und eine neue Ordnung des Staatskirchenrechts ein, deren Grundstrukturen und Einzelnormen im Wesentlichen durch die wechselnden Linien der Religionspolitik des Reiches vor 1555 geprägt wurden. Bis 1555 gab es keine einheitliche Beschaffenheit in der Religionsverfassungspolitik. Sämtliche Reichsabschiede, Verträge sowie Edikte waren nicht in der Lage, eine dauerhafte Verfassungsgrundlage zu schaffen. Sie bildeten vielmehr temporäre Kampf- und Waffenstillstandsregelungen, die Ausdrucksformen schwerster Verfassungskrisen waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Augsburger Reichsabschieds und des Westfälischen Friedens als Grundereignisse der deutschen Geschichte ein und legt die Forschungsabsicht dar.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die historische Entstehung des Religionsfriedens von 1555, erläutert dessen Inhalt und führt den direkten Vergleich zu den Regelungen des Westfälischen Friedens von 1648 durch.

2. 1. Die Entstehungsgeschichte des Augsburger Religionsfriedens: Dieses Kapitel beschreibt die politischen Umstände und den langen Weg zu dem Kompromiss von 1555 im Kontext der kaiserlichen Religionspolitik.

2. 2. Der Religionsfrieden von Augsburg, 1555: Hier werden die wesentlichen Bestimmungen, wie der Landfriede und das Recht der Landesherren zur Bestimmung der Konfession, detailliert dargelegt.

2. 3. Die Religionsartikel des Westfälischen Friedens im Vergleich: Dieser Abschnitt vergleicht die neuen Regelungen von 1648, insbesondere das Normaljahr, mit dem Augsburger Religionsfrieden.

3. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass das bewusste Verstecken von Konflikten hinter Doppeldeutigkeiten ein zentrales Merkmal der Friedenswerke zur Konfliktlösung war.

4. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der herangezogenen Primärquellen und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

4. 1. Quellenverzeichnis: Verzeichnis der verwendeten Quelleneditionen.

4. 2. Literaturverzeichnis: Verzeichnis der verwendeten Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Augsburger Religionsfrieden, Westfälischer Friede, Religionsartikel, Konfessionalisierung, Frühe Neuzeit, Heiliges Römisches Reich, Normaljahr, Geistlicher Vorbehalt, ius reformandi, ius emigrandi, Religionspolitik, Verfassungsgeschichte, Reformation, Glaubensspaltung, Koexistenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die rechtliche und politische Bewältigung der konfessionellen Spaltung im Heiligen Römischen Reich durch die zwei bedeutendsten Friedensschlüsse der Frühen Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen der Augsburger Religionsfrieden von 1555 und der Westfälische Friede von 1648, insbesondere deren Religionsartikel und die daraus resultierende Verfassungsordnung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, offenzulegen, wie durch zweideutige Formulierungen Konflikte zwischen den Konfessionen gemanagt wurden und ob die späteren Friedensschlüsse die offenen Streitfragen des 16. Jahrhunderts lösen konnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung relevanter Quelleneditionen und forschungsgeschichtlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Entstehungsgeschichte von 1555, eine Analyse des Augsburger Religionsfriedens und einen detaillierten Vergleich mit den Religionsartikeln des Westfälischen Friedens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Augsburger Religionsfrieden, Westfälischer Friede, Normaljahr, Geistlicher Vorbehalt und ius reformandi.

Welche Bedeutung hatte das "Normaljahr" im Westfälischen Frieden?

Das Normaljahr, festgelegt auf den 1. Januar 1624, diente als entscheidender Stichtag für den Besitzstand von Kirchengütern und die Religionsausübung, um langjährige Streitigkeiten rechtlich zu fixieren.

Warum spricht der Autor von "Doppeldeutigkeiten" als Charakteristikum?

Der Autor argumentiert, dass das gezielte Verstecken von unlösbaren Konflikten hinter bewusst vagen Gesetzestexten eine notwendige Strategie war, um eine politische Koexistenz der verfeindeten Blöcke zu ermöglichen.

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Details

Title
Vergleich der Religionsartikel im Augsburger Reichsabschied und im Westfälischen Frieden
College
Humboldt-University of Berlin
Course
PS:"Einführung in die Geschichte der Frühen Neuzeit: Epochenabgrenzung, Strukturprobleme, methodische Zugriffe
Grade
2,3
Author
Sebastian Kreft (Author)
Publication Year
2002
Pages
13
Catalog Number
V33191
ISBN (eBook)
9783638337274
Language
German
Tags
Vergleich Religionsartikel Augsburger Reichsabschied Westfälischen Frieden Einführung Geschichte Frühen Neuzeit Epochenabgrenzung Strukturprobleme Zugriffe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Kreft (Author), 2002, Vergleich der Religionsartikel im Augsburger Reichsabschied und im Westfälischen Frieden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33191
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