Inhaltsverzeichnis
Einleitung 4
1. Die Methode des Empowerments 6
1.1 Die Geschichte des Empowerment-Konzeptes 6
1.2 Einfluß des Empowerment-Konzepts in der
Sozialen Arbeit 8
1.3 Ausgangspunkte von Empowerment-Prozessen 10
1.4 Ebenen von Empowerment-Prozessen 11
1.5 Unterstützungsmanagement 12
1.6 Zielzustände gelingender Empowerment-Prozessen 14
1.6.1 Psychologisches Empowerment 14
1.6.2 Politisches Empowerment 15
2. Motivation der Mitarbeiter 16
2.1 Autorität und Macht 16
2.2 Sich selbst motivieren 21
2.3 Andere motivieren 23
2
2.3.1 Unternehmenskulturen 23
2.3.2 Die Pyramidenstrukturen 26
2.3.3 Das Betriebsklima 28
2.4 Führungsqualitäten 29
2.5 Führung durch Motivation 33
3. Mitarbeitermotivation durch Empowerment 35
3.1 Voraussetzungen für ein Management durch
Empowerment 35
3.2 Schlüsselbedingungen 37
3.2.1 Informationsfluß 37
3.2.2 Autonomie durch Abgrenzung 39
3.2.3 Teams statt Hierarchien 40
3.3 Hindernisse überwinden 42
3.4 Psychologische Barrieren 44
4. Resümee 46
Literaturverzeichnis 48
3
Einleitung
Motivation am Arbeitsplatz ist in der heutigen Zeit eine zentrale Herausforderung für sämtliche Unternehmen. Da jedes Unternehmen, egal aus welcher Branche, durch Unzufriedenheit der Mitarbeiter seine Existenz aufs Spiel setzt, sollte die Motivation eine wichtige Rolle spielen. Durch unzufriedene Mitarbeiter steigen die Fehlzeiten, die Leistung sinkt, das Unternehmen stagniert und noch viele andere negative Punkte werden begünstigt. Da man die Mitarbeiter nicht nur durch z. B. Geld auf Leistung bringen kann, sollte man vielmehr ihre Motivation stärken. Dies ist sogar für beide Seiten, die des Arbeitgebers und die des Arbeitnehmers von Vorteil. Die Mitarbeiter steigen ihre Arbeitsleistung und ihre Arbeitsinteressen, aber auch ihr Wohlsein wenn sie sich dem Unternehmen verpflichtet fühlen und motiviert arbeiten. Es gibt viele Möglichkeiten Menschen zu motivieren. Diese Diplomarbeit geht auf allgemeine Punkte der Mitarbeitermotivation und zusätzlich speziell auf die Methode des Empowerment als Beitrag zur Mitarbeitermotivation ein.
Empowerment, das ist heute eine Sammelkategorie für alle solchen Arbeitsansätzen in der sozialen Praxis, die die Menschen zur Entdeckung eigener Stärken ermutigen und ihnen Hilfestellungen bei der Aneignung von Selbstbestimmung und Lebensautonomie vermitteln. 1 Diese Selbstbestimmung und Autonomie am Arbeitsplatz ist der
Motivationsschub für die Arbeiter.
1 vgl. Herriger, N.: Fachlexikon der sozialen Arbeit. Stuttgart 1997, S. 265
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Die Diplomarbeit gliedert sich in drei Kapitel. Zunächst soll dem Leser die Methode des Empowerments nähergebracht werden. Im 2. Teil steht die Motivation von Mitarbeiter im Mittelpunkt, die anschließend im letzten Kapitel durch die Methode Empowerment am Arbeitsplatz ergänzt wird. Da Mitarbeitermotivation branchenübergreifend ist, wird im Text auf eine spezielle Einrichtung wie z. B. ein Verein im Gesundheitswesen oder ein Industriebetrieb verzichtet und mit dem Begriff Unternehmen gearbeitet. Ferner möchte ich noch mitteilen, daß das im Text verwandte Masculinum die geschlechtsabstrakte Form darstellt.
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1. Die Methode des Empowerments
1.1 Die Geschichte des Empowerment-Konzeptes
Das erste Buch, in dem Empowerment als eine neue Philosophie des Helfens auftaucht, war im Jahre 1976. Das Buch ist von Barbara B. Solomon und trägt den Titel „Black Empowerment: Social work in oppressed communities“. Es enthält einen ganzen Katalog von mutmachenden Beispielen für eine Sozialarbeit, die „im schwarzen Ghetto“ Prozesse der Selbstbemächtigung und der Eroberung von Stolz und Selbstwert anstößt und unterstützt. Auch wenn der Begriff Empowerment erst 1976 das Erste mal erwähnt wurde, war der Geburtsort dieser Philosophie und Praxis die Bürgerrechtsbewegung der schwarzen Minderheitsbevölkerung in den USA.
Die Bürgerrechtsbewegung hat das Grundkapitel einer Praxis des Empowerment in politischer Selbstorganisation geschaffen. Das Raustreten der Menschen aus ihrer Resignation und die aktive Aneignung von Bastionen der Macht. Die politische Mobilisierung der schwarzen Bevölkerung dauert noch bis in die heutige Zeit an. Im laufe der Jahre sind andere „Randgruppen“ ebenfalls mobil geworden. So waren es z. B. in den 90er die hispano-amerikanischen Bürger die auf die Legalisierung illegaler Aufenthalte eintraten. Sie sind ein weiteres Glied in einer Kette von Protestbewegungen, die dem Banner eines durch die Bürgerrechtsbewegung politisch buchstabierten Empowerment Verständnisses folgen.
Die feministische Bewegung ist ein zweiter Motor der Empowerment-Methode. Die feministische Kultur ist kritische Wegbegleiterin eines signifikanten Wandels der weiblichen Normalbiographie, der sich seit den 60er Jahren in beschleunigtem Tempo vollzieht. Die Frauenbewegungen der 70er und 80er traten für die Erweiterung und die Demokratisierung der Bildungschancen ein.
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Die Erhöhte Bildungsqualifikation erreichte die Zunahme weiblicher Arbeitsmarktbeteiligung und die Gewinne zunehmender ökonomischer Unabhängigkeit. 2
Eine weitere prägende Bewegung der Empowerment-Methode waren die Selbsthilfe-Bewegungen der 70er Jahre. Die Selbsthilfe-Bewegung hat im angloamerikanischen Raum und mit einiger Zeitverzögerung dann auch in der Bundesrepublik insbesonders auf drei Schauplätzen eine besondere Bedeutung gewonnen.
1. Gesundheitsselbsthilfe: die Selbstorganisation von chronisch kranken und behinderten Menschen, die neue Ressourcen der
Krankheitsbearbeitung und der Lebensgestaltung bieten. 2. Konsumenten-Kontrolle: eine Verbraucherschutz-Bewegung, die nicht nur materielle Güter, sondern auch soziale Dienstleistungen einer Qualitätskontrolle unterzieht.
3. Selbstbestimmt-Leben-Bewegung von Menschen mit Behinderungen: die sich gegen die entmündigenden Strukturen einer „behinderten Umwelt“ zur Wehr setzt.
Aus diesen Bewegungen kann man sehen, daß die Geschichte des Empowerment-Konzeptes zusammen mit der Geschichte der Sozialen Bewegungen fällt. Selbstbemächtigung und Eigenverfügung über das eigene Leben, so lautet die Botschaft der Sozialen Bewegungen. Die Menschen werden nicht mehr alleine im Fadenkreuz ihrer Lebensunfähigkeit und Hilflosigkeit wahrgenommen. Im Zentrum stehen vielmehr ihre Stärken und Fähigkeiten, im Bündnis mit anderen auch in Lebensetappen der Schwäche und der Demoralisierung eine produktive Lebensregie zu führen und gestaltend die Umstände und Situationen der eigenen Lebenspraxis zu modellieren.
2 vgl. Beck, U.: Risikogesellschaft. Frankfurt 1986, S. 165-168
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1.2 Einfluß des Empowerment-Konzepts in der Sozialen Arbeit
Der Einzug des Empowerment-Konzeptes in die Soziale Arbeit war ein nicht reibungs- und vorbehaltloser Vorgang. Zum Teil gab es eine starke Abgrenzung seitens der sozialen Bewegung gegenüber dem Bereich der Sozialen Arbeit. Sie kritisierten zum Beispiel die voranschreitende Verrechtlichung und Verbürokratisierung. Darüber hinaus sind die Ansätze sehr unterschiedlich. Das Empowerment hat einen deutlichen ressourcenorientierten Ansatz, der in der Sozialen Arbeit bis heute nur zum Teil verwendet wird. Jedoch hat das von den Sozialen Bewegungen ausgearbeitete Konzept von Empowerment in der Sozialen Arbeit deutliche Spuren hinterlassen. Das war aus folgenden zwei Gründen möglich.
Zum einen war ein Teil der in der Sozialen Arbeit Tätigen neben der beruflichen Tätigkeit in diesen sozialen Bewegungen engagiert und bestimmten auf diese Weise das Konzept mit. Zum anderen nahm das Engagement wiederum auch Einfluß auf ihre Profession und somit fanden einzelne Kernpunkte des Empowerment-Konzeptes Einzug in die Soziale Arbeit.
Es gibt noch einen anderen Grund für den Einzug des Konzeptes in die Soziale Arbeit. Die Soziale Arbeit wird von der Gesellschaft und deren Entwicklungen bestimmt und sie ist zugleich ein Teil von ihr. Die Menschen und demzufolge auch die Klienten der sozialen Arbeit verändern sich. Da die Gesellschaft immer mehr durch Individualisierung geprägt ist, werden auch die Menschen aus historisch vorgegebenen Sozialbindungen und Kontrollzusammenhängen gelöst. Das Individuum der Gegenwart, befreit von den Kontroll- und Sicherheitskorsetts traditioneller Bindungen an Familie, Milieu, Glaubenssystem und Moral, wird zunehmend und notwendigerweise zum aktiven Gestaltungs- und Organisationszentrum seiner sozialen Verkehrsform und Lebenspläne. Diese Individualisierung beinhaltet die Möglichkeit, sein Leben frei zu bestimmen. Doch sie beinhaltet auch die Notwendigkeit, mit dieser Freiheit umgehen zu können.
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Menschen müssen zunehmend fähig sein, sich schnell und mit ganzem Einsatz Situationen anzupassen. Mobilität, Flexibilität und Motivation sind Maßstäbe, die mitentscheiden über Lebensgelingen oder -scheitern. Sie müssen lernen, ihr Leben zunehmend selbständig zu planen, zu organisieren und zu verwirklichen. Das sind sehr hohe Anforderungen. Die Möglichkeit dazu wird dadurch bestimmt, daß der alltägliche Kampf um das „Überleben“, bezogen auf Nahrung und Obdach, nicht mehr Priorität hat.
Das Empowerment-Konzept bietet Ansätze, Möglichkeiten und Werkzeuge um diese notwendigen Kompetenzen für eine souveräne und eigenmächtige Lebensführung zu entwickeln.
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1.3 Ausgangspunkt von Empowerment-Prozessen
Ausgangspunkt von Empowerment-Prozessen ist stets das Erleben von Machtlosigkeit und Fremdbestimmung. Die Erfahrung also, ausgeliefert zu sein, mit dem Rücken an der Wand zu stehen, die Fäden der eigenen Lebensgestaltung aus der Hand zu verlieren. Ob nun in der Arbeit mit strafentlassenen Menschen, mit Straßenkindern, mit
langzeithospitalisierten Patienten psychiatrischer Einrichtungen oder mit alleinstehenden wohnungslosen Menschen - stets ist es die schmerzliche Erfahrung des Verlustes von Selbstbestimmung und Autonomie, die den biographischen Nullpunkt dieser Lebensgeschichten markiert und die Ausgangspunkt für die Suche nach Auswegen ist. Diese Hilflosigkeit entsteht oft durch das Eintreten eines belastenden Lebensereignisses. Etwas Unverhofftes, Nichtgeplantes, Unkalkuliertes tritt bedrohlich in den Lebensplan ein. Diese Ereignisse produzieren eine emotionale Betroffenheit und eröffnen eine Phase des relativen Ungleichgewichtes, in der es notwendig wird, Lebenszuschnitte neu zu organisieren. Die Hilflosigkeit setzt dort ein, wo die Bewältigungsversuche ins Leere laufen, fehlschlagen, immer wieder abbrechen und ein Brückenschlag zwischen Umweltforderung und personalem
Bewältigungsmanagement nicht gelingt. Es entstehen dadurch Erfahrungen der Unkontrollierbarkeit eines Ereignisses. Unkontrollierbar ist ein Lebensereignis dann, wenn eine Person was immer sie tut oder tun könnte, unterläßt oder unterlassen könnte, es ohne Wirkung bleibt. Diese Hilflosigkeitserfahrung bestimmt aber nicht nur das Hier und Jetzt, sondern wirkt auch in die Zukunft hinein. Mit dem Fortdauern von Unkontrollierbarkeitserfahrungen kommt es zu einer Generalisierung von Hilflosigkeitserwartungen. Eine Person, die in einer Lebenssituation Unkontrollierbarkeit erlebt hat, läuft ein erhöhtes Risiko, ihre Hilflosigkeitserfahrung zukünftig auch auf andere Lebensbereiche zu übertragen. 3
3 vgl. Herriger, N.: Empowerment. Stuttgart 1997, S. 57
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Arbeit zitieren:
Dipl. Sozialpädagoge Andreas Heift, 2000, Die Methode des Empowerments als Beitrag zur Mitarbeitermotivation, München, GRIN Verlag GmbH
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