1. Einleitung 1
2. Hauptteil 2
2.1. Definition „neue Medien“ 2 2.2. „Neue Medien“ und ihre Bedeutung für die Gesellschaft 3
2.3. Anforderungen an die Medienpädagogik 5 2.4. „Neue Medien“ als Medium/Werkzeug 10
2.4.1. Lerntheorien 10
2.4.2. Einsatzmöglichkeiten 14
2.4.3. Anwendungen im Unterricht 15
2.5. „Neue Medien“ als Unterrichtsgegenstand 18
2.6. Probleme und Befürchtungen 19
3. Schluß 12
Literaturverzeichnis 22
Internetquellen 26
1. Einleitung
Das Thema dieser Hausarbeit lautet „Neue Medien im Unterricht“. Die Fragestellung die dieser Arbeit zugrunde liegt beschäftigt sich zunächst einmal mit der Definition der so genannten „neuen Medien“. Weiterhin soll die Durchdringung des alltäglichen Lebens sowie die Bedeutung dieser „neuen Medien“ in der Berufswelt dargestellt werden. Hierauf aufbauend beschäftigt sich der nächste Abschnitt mit der Frage wie eine entsprechende Medienpädagogik auszusehen hätte. Hier geht es speziell darum welche Anforderungen der Literatur nach insbesondere an die Schulen und Lehrkräfte gestellt werden müssten um die „neuen Medien“ erfolgreich zu integrieren. Danach ist eine Unterteilung der Betrachtungsweise notwendig. Zum einen können die „neuen Medien“ als Medium oder Werkzeug, ähnlich dem Lineal oder Taschenrechner, für Lehrer und Schüler dienen um den Unterricht ansprechender zu gestalten. Zum anderen kann der Umgang mit ihnen gelehrt werden, um somit die vielzitierte „Medienkompetenz“ (vgl. Herzig 2003, 232) erwerben zu können. Im Rahmen dieser nun zweiseitigen Betrachtungsweise wird dann zunächst auf den Einsatz als didaktisches Hilfsmittel bzw. Werkzeug eingegangen. Um zu klären ob „neue Medien“, im besonderen der Computer, bei der Vermittlung und Festigung von Wissen sinnvoll eingesetzt werden können, werden zuerst verschiedene Lerntheorien angesprochen mit Hilfe derer das Lernen mit den „neuen Medien“ erklärt und dargestellt werden kann. Weiterhin wird auf verschiedene Einsatzmöglichkeiten als Unterrichtsmittel und anschließend auf die unterschiedlichen Anwendungen und Programmsparten eingegangen. Im darauf folgenden zweiten Abschnitt werden dann die „neuen Medien“ als Gegenstand des Unterrichts behandelt. Hierbei soll vor allem der Begriff der Medienkompetenz geklärt werden. Darüber hinaus werden in einem letzten Kapitel die grundlegenden Probleme und Befürchtungen erläutert, die mit den „neuen Medien“ und deren Einführung auf die Schulen und den Lehrkörper zukommen könnten. Abschließende und zusammenfassende Worte bilden den Schluss dieser Hausarbeit.
2. Hauptteil
Im Hauptteil soll zuerst geklärt werden, was sich der Literatur nach hinter dem Begriff der „neuen Medien“ verbirgt und inwieweit hier noch eine Eingrenzung bezüglich diese Hausarbeit zu treffen ist. Weiterhin wird auf ihre Bedeutung in der
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heutigen Lebens- und Berufswelt eingegangen. Hierbei soll erläutert werden, ob die „neuen Medien“ bereits einen Bestandteil der elementaren Kulturtechniken darstellen und ob sie dementsprechend in den Schulen zur Anwendung gelangen sollten. Nachfolgend wird zum einen erläutert welche Möglichkeiten, Vorrausetzungen und Grenzen sich den Lehrern bei der Nutzung von „neuen Medien“ bei der Unterrichtsgestaltung bieten. Zum anderen werden die „neuen Medien“ als Unterrichtsinhalt behandelt. Schwerpunktmäßig soll hier der Begriff der Medienkompetenz und seine spezifischen Anforderungen an den Unterricht erläutert werden. Als letztes wird auf grundlegende Probleme eingegangen denen sich Schulen und Lehrkörper bezüglich der „neuen Medien“ gegenübersehen.
2.1. Definition „neue Medien“
Ein einheitliches Verständnis des Begriffs „neue Medien“ lässt sich in der Fachliteratur nicht feststellen. Einige Autoren sprechen von weiterentwickelten „alten“ Medien, andere wiederum grenzen sie als absolut neuartig ab. Aufenanger (1992, 100) beispielsweise spricht davon, dass viele der „so genannten Neuen Medien nur eine graduelle, aufgrund bestimmter technischer Entwicklungen machbare Veränderungen schon bestehender elektronischer Medien sind“. Eine besondere Qualität billigt er jedoch der Vernetzung von Medien und der dadurch vereinfachten Kommunikation von Mensch zu Mensch, Mensch zu Maschine und Maschine zu Maschine zu. Auch wird der Begriff „neue Medien“ oft nur als Synonym für Internet und Computer genutzt. Es gehören jedoch nach Barzel (2004, 28) auch Taschenrechner und kleine, tragbare Organizer, so genannte „Handhelds“, dazu, letztendlich also alle digitalen Medien. Filk (2003, 28) führt diese Definition noch ein wenig differenzierter aus, indem er „neue Medien“ für den Bildungsbereich als „Multimedia“, als „die Integration verschiedener Medien in ein digitales System“ bezeichnet (Filk 2003,28, vgl. auch Oberle & Wessner 1998, 90). Wolf & Peuke (2003, 20) wiederum sehen in den neuen Medien eine „Revolutionierung des Informationswesens“ denn die neuen Technologien ermöglichen es nun jedem nicht mehr nur einfach Empfänger von Informationen zu sein, sondern sich „einerseits Informationen aktiv anzueignen […] und andererseits selbst als Sender aufzutreten, die eigene Sicht hemmungslos und kaum gehindert […] in einem weltweit zugänglichen Medium zu verbreiten“ (Wolf & Peuke, 2003, 20).
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Trotz der Unterschiedlichkeit der Sichtweisen der „neuen Medien“ scheinen einige Aspekte in allen Definitionsversuchen enthalten zu sein. So geht es den Autoren meist um digitale Medien sowie digitale Kommunikation, also letztendlich hauptsächlich um Computer, ihre Programme und um die verschiedenen Informationsnetze wie z. B. Internet oder Intranet. Am treffendsten wäre hier wahrscheinlich die Feststellung, dass die „neuen Medien“ einen Hybrid zwischen Neuentwicklungen wie z.B. dem Internet und weiterentwickelten „alten“ Medien darstellen.
Gerade der Bereich des Internet, schnelle Kommunikation per Email sowie Computer mit ansprechenden Darstellungsmöglichkeiten und Lernprogrammen scheinen für Schule und Unterricht sowohl große Potentiale als auch große Notwendigkeiten zu bergen. Daher werde ich mich in den folgenden Ausführungen im Rahmen der „neuen Medien“ hauptsächlich auf Computer,
Computerprogramme und auf das Internet bezüglich seines Informationsgehaltes und seiner Kommunikationsmöglichkeiten beschränken. Zunächst ist jedoch auch notwendig zu klären, welche Bedeutung diese „neuen Medien“ überhaupt in der heutigen Lebens- und Berufswelt einnehmen und ob damit eine breite Einbindung in den Schulalltag notwendig oder sinnvoll ist.
2.2. „Neue Medien“ und ihre Bedeutung für die Gesellschaft
Wir bewegen uns tagtäglich in Medien im weiteren Sinne. Städte, Straßen, Kleidung, Waffen sind Bestandteil dieser Medienwelt. „Sie sind das Fluidum, in dem wir uns bewegen“ (Sacher 2000, 11), der Inbegriff für Kultur und menschlichen Lebens. Medien im engeren Sinne tragen immaterielle Informationen mit einem bestimmten Sinn und Zweck. Bücher z.B. sind nicht einfach nur Papier, in ihnen sind Informationen in Form von Symbolen enthalten (vgl. Sacher 2000, 11). Der Umgang mit diesen Symbolen muss erst erlernt werden. Diese grundlegenden Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) werden in der Schule vermittelt. Ebenso wird hier der Umgang mit den entsprechenden Medien wie z.B. Bücher, Lexika usw. gelehrt. Diese so genannten „alten“ Medien sind ein fester Bestandteil in unserer Lebens- und Arbeitswelt. Ebenso halten aber auch gerade die „neuen Medien“ im Zuge der fortschreitenden Technisierung der Gesellschaft immer mehr Einzug in unseren Alltag. Sei es im Beruf, in der Freizeit, als Kommunikations- und Informationsmittel (vgl. Heine &
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Durrer 2001, 2; vgl. Wolf & Peuke 2003, 21-26). Demzufolge steigt auch die Zahl derjenigen Kinder, die Zugang zu den „neuen Medien“ haben und Erfahrungen mit diesem Medium sammeln. Im Folgenden sollen einige Zahlen und Fakten die starke Verbreitung der „neuen Medien“ besonders im Freizeitbereich aufzeigen. Hatten im Jahr 1985 noch nur 4,7% aller Haushalte einen Personal Computer (PC), so waren es im Jahr 1987 schon 6%. Anfang der neunziger Jahre hatten dann bereits 15-20% aller bundesdeutschen Haushalte einen Computer (Mayer 1992: 23). 1999 waren dann schon mehr als 16 Millionen PCs in deutschen Haushalten vorhanden (Klimmt 2004: 696). Laut Feierabend und Klingler (2001) hat sich die Zahl von Computern in deutschen Haushalten mit Kindern im Grundschulalter von 1990 bis 2000 von 23% auf 57% erhöht. Die Zahlen haben sich also mehr als verdoppelt. Feierabend und Klingler (2001) befinden weiterhin bei einem Vergleich ihrer Studien von 1999 und 2000, dass sich die Zahl der sechs- bis 13-jährigen Kinder, die sich täglich mit dem Computer beschäftigen, von 8% auf 16% verdoppelt hat. Ebenso ging die Zahl derer, die sich gar nicht mit dem Computer beschäftigt hatten, rapide zurück. Die „KIM“-Studien des medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (1999, 2000, 2002, 2003) kommen darüber hinaus zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2003 knapp 74% aller Haushalte einen PC zur Verfügung hatten, wovon 15% in den Besitz der Kinder gehören. 57% aller befragten Haushalte verfügten hierbei über einen Internetanschluss (2002: 47%), wovon aber nur 6% den Kindern zuzuordnen ist. Im Jahr 2003 nutzten 70% aller Kinder den Computer zumindest selten (2002: 63%). Der Internetgebrauch zu Hause oder in der Schule ist zwischen 2000 und 2003 von 31% auf ca. 60% gestiegen und hat sich damit fast verdoppelt. Bei den 12- bis 19-jährigen Jugendlichen ist die Ausstattung mit neuen Medien höher als bei Kindern. Laut „JIM“ (2003) verfügen über 96% der Jugendlichen über einen Zugang zu Computern, wobei 53% einen eigenen besitzen. 34% verfügen sogar schon über einen eigenen Internetanschluss (85% verfügen über Nutzungsmöglichkeit im Haushalt). Von den Jugendlichen sitzen 70% täglich oder mehrmals die Woche vor dem Computer. Im Vergleich zu 71% 1998 nutzen in 2003 93% den Computer mindestens einmal im Monat. Hierbei stehen Internet/Online-Dienste sowie Computerspiele an erster Stelle. Die Internetnutzung ist bei Jugendlichen von nur 18% in 1998 auf 84% in 2003 angewachsen. Dieser enorme Anstieg der Computernutzung vollzog sich in den
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letzten Jahren allerdings nicht nur im Freizeitbereich. Auch in vielen Berufen sind Computerkenntnisse heutzutage erwünscht oder gar Voraussetzung. Kaum ein Büro kommt heutzutage noch ohne Computer und elektronische Buchführung aus (vgl. Sacher 2000, 81; vgl. Twiehaus 1986, 270). Sogar im Kraftfahrzeugbereich ist die Technologisierung sehr hoch. Es ist zu erwarten, dass ein nicht unwesentlicher Teil von Daten und Arbeitszusammenhängen in Zukunft durch weltweit zusammenhängende Netze vermittelt wird (vgl. Kastel 2000, 12). In diesem Teil der Arbeit wurde aufgezeigt, dass die „neuen Medien“ bereits in nahezu allen Bereichen der Gesellschaft eine wichtige Position einnehmen und das ihre Entwicklung wohl noch nicht am Ende angekommen ist. Somit ist eine Auseinandersetzung mit ihnen auch im schulischen Bereich unumgänglich, wenn Schulen weiterhin ihrem allgemein bildenden Auftrag gerecht werden, und nicht in die Weltfremde abdriften wollen.
2.3. Anforderungen an die Medienpädagogik
Betrachtet man das Maß, mit dem neue Medien bereits Einzug in die heutige Lebens- und Arbeitssituation gehalten hat, so kommt man nicht umhin nach dem Auftrag der Schulen zu fragen. Was soll vermittelt werden, bzw. was gehört zur Allgemeinbildung (vgl. Sacher 2000, 77-87)?
Dieser Aspekt soll, bevor auf die Medien und ihre Anwendungsmöglichkeiten an sich eingegangen wird, in diesem Abschnitt geklärt werden. Heymann (H., 2000, 7) bietet als Allgemeinbildungskonzept und somit Auftrag für die Schulen folgende sieben Punkte:
- Lebensvorbereitung;
- Stiftung kultureller Kohärenz;
- Weltorientierung;
- Anleitung zum kritischen Vernunftgebrauch;
- Entfaltung von Verantwortungsbereitschaft;
- Einübung in Verständigung und Kooperation;
- Stärkung des Schüler-Ichs. (Heymann, H. 2000, 7; vgl auch Sacher 2000, 77-79)
Bezogen auf die „neuen Medien“ wird speziell der Punkt der Lebensvorbereitung kritisch gesehen. Keiner der heutigen Computerspezialisten hat seine Computerkenntnisse in der Schule erlernt. Ebenso ist nicht davon auszugehen,
Arbeit zitieren:
Björn von der Wroge, 2004, Neue Medien im Unterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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