Einleitung
Nahezu jeder Mensch strebt nach einem angenehmen Leben, nach Ansehen, Einfluss und existenzieller Sicherheit. Verfügt man nicht über Einkünfte aus eigenem Vermögen, so kann man sich diese Wünsche in unserer Gesellschaft nur mit einer regelmäßigen Erwerbstätigkeit finanzieren.
Was genau geschieht aber, wenn man zu der Gruppe der Erwerbslosen gehört? Als unumstritten gilt, dass jene Menschen ihren Platz in dieser Gesellschaft verlieren, in die Isolierung und an den Rand gedrängt werden. Arbeitslosigkeit kann den Menschen zerstören - wirtschaftlich, sozial, seelisch und körperlich. Im Folgenden soll der Zusammenhang zwischen dem Thema Arbeitslosigkeit und Gesundheit diskutiert werden. Ziel ist es, herauszufinden, inwieweit Arbeitslosigkeit die Gesundheit von Erwerbslosen tatsächlich verändert. Schwerpunktmäßig soll auf die Veränderung des Gesundheitszustands dieser Personengruppe eingegangen werden, bezugnehmend auf physische, psychosomatische und psychiatrische Störungen. Leben Betroffene gesundheitlich riskanter? Wie schätzen Arbeitslose ihren Gesundheitszu-stand eigentlich selber ein? Welche Möglichkeiten gibt es, dem entgegenzuwirken?
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INHALTSVERZEICHNIS
Inhaltsverzeichnis
1 Zahlen und Fakten 3
1.1 Erwerbslosigkeit in Deutschland 3
2 Erkrankungen als Folge von Arbeitslosigkeit 4
2.1 Arbeitslosigkeit und physische Gesundheit 4
2.1.1 Männer 5
2.1.2 Frauen 6
2.2 Arbeitslosigkeit und psychische, psychosomatische Störungen 8
2.3 Arbeitslosigkeit und psychiatrische Erkrankungen 10
2.3.1 Männer 10
2.3.2 Frauen 10
2.4 Arbeitslosigkeit und Drogenkonsum 11
2.4.1 Alkohol 11
2.4.2 Nikotin 13
3 Arbeitslose und ihr Befinden durch Selbsteinschätzung 14
4 Fazit 16
5 Ausblick 16
Abbildungsverzeichnis 18
Literatur 19
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1 Zahlen und Fakten
1.1 Erwerbslosigkeit in Deutschland
Seit ungefähr zwanzig Jahren scheint der Trend zu mehr Arbeitslosigkeit nach wie vor ungebrochen zu sein. Selbst konjunkturelle Aufwärtsbewegungen brachten kaum Besserung. In den vergangenen Jahren wuchs die Zahl derer, die sich dazu gezwungen sahen, dem Arbeitsmarkt den Rücken zuzukehren, mit steigender Tendenz. Konjunkturbedingt mußten sich auch die-
Abbildung1: Zahl der Erwerbslosen in
1.000; 1992-2002 (Quelle: Bundesanstalt
für Arbeit)
den Beschäftigte aus den verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und Dienstleistungsbranche zu gunsten preiswerterer Technik geopfert. Die Zahl der Konzerne die heute noch in Europa Produktionsstätten betreiben, dürfte sich in den kommenden Jahren sicherlich noch weiter verringern. Für eine Beant-wortung der Frage, nach der ursächlichen Problematik dieses Phänomens, fühlt sich die vorliegende Arbeit allerdings nicht verantwortlich. Aber was bedeutet eigentlich der Begriff „arbeitslos“? Im §16 SGB III findet man dazu:
“(1) Arbeitslose sind Personen, die wie beim Anspruch auf Arbeitslosengeld
1. vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältniss stehen,
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2 ERKRANKUNGEN ALS FOLGE VON ARBEITSLOSIGKEIT
2. eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen und dabei den
3. sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben. item
. . . “
2 Erkrankungen als Folge von Arbeitslosigkeit
„Arbeitslosigkeit verursacht individuell finanzielle und psychosoziale Belastungen. Sie können zur Veränderung gesundheitsrelevanter Verhaltensweisen wie z.B. der Ernährung, regelmäßiger sportlicher Aktivitäten oder des Alkohols- oder Drogenkonsums führen, von denen zumindest mittelfristige Auswirkungen auf Erkrankungsrisiken anzunehmen sind.“ (Grobe, Dörning, Schwartz 1999)
Im folgenden soll näher auf gesundheitswissenschaftliche Befunde u.a. durch Krankenkassenstatistiken in Deutschland, insbesondere auf physische, psychosomatische aber auch psychische Normabweichungen eingegangen werden.
2.1 Arbeitslosigkeit und physische Gesundheit
In der einschlägigen Literatur bis vor 1991 sind Studien zu diesem Typ nur spärlich vorfindbar. Diese älteren Untersuchungsergebnisse berichten von einem höheren Aufreten insbesondere der Krankheitsbilder Bronchitis, Stenokardien und chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen. (vgl. Stößel, 1991) Ein Vergleich mit jüngerem stationären Leistungsgeschehen (Abbildungen 4, 5) und der subjektiven Selbstwahrnehmung Betroffener, fundieren die alten Erkenntnisse.
In diesem Zusammenhang eignet sich das stationäre Leistungsgeschehen insofern als Indikator der gesundheitlichen Situation, als dass bei allen Versicherten (auf den Anteil derjenigen Personen, die überhaupt von keinem Versicherungssystem erfaßt werden, soll hier nicht näher eingegangen werden) von „einer vollständigen Erfassung der Aufenthalte einschließlich Angabe einer Diagnose ausgegangen werden kann.“ (vgl. Grobe, Dörning, Schwartz 1999)
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2 ERKRANKUNGEN ALS FOLGE VON ARBEITSLOSIGKEIT
„Die Häufigkeit von Aufenthalten in Akut-Krankenhäusern lag 1998 unter arbeitslosen Männern im Mittel um 63% und unter arbeitslosen Frauen um 37% über der Häufigkeit bei Berufstätigen insgesamt. Die Differenzen waren im Hinblick auf die Leistungstage mit 103% (arbeitslose Männer) und 55% (arbeitslose Frauen) sogar noch ausgeprägter.“ (Grobe, Dörning, Schwartz, 1999)
Es wird deutlich, dass erhebliche geschlechterspezifische Differenzen hinsichtlich der gesundheitlichen Folgen bedingt durch Erwerbslosigkeit existieren. Fortlaufend wird versucht Männer und Frauen getrennt zu betrachten. In den Abbildungen 2 und 3 finden sich altersstandardisierte Gegenüberstellungen der stationären Leistungstage von Arbeitslosen und Nicht-Arbeitslosen 1998 in einer Aufgliederung nach Diagnoseklassen.
2.1.1 Männer
Abbildung 2: Krankenhaustage nach ausgewählten Diagnoseklassen Männer, Arbeitslose vs.
Nicht-Arbeitslose (Quelle: GEK-Gesundheitsreport 1999)
Es ist unschwer erkennbar, dass sich die höhere Inanspruchnahme von Leistungen bei arbeitslosen Männern grundsätzlich auf alle Diagnoseklassen des
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Andreas Worch, 2004, Erwerbslosigkeit und Gesundheit, München, GRIN Verlag GmbH
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