Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
1 Begriffsklärung: Online und Multimedia 3
2 Die Entwicklung der Internetauftritte der Verlage und des Rundfunk. 3
3 Gegenwärtige Situation der Online Angebote 5
3.1 Web Auftritte der Printmedien 5
3.2 Web Auftritte der Rundfunkanstalten. 6
4 Strategien der „Alten“ Medien im Netz 6
4.1 Strategien der Printmedien 7
4.2 Ziele der Rundfunkanstalten. 8
5 Wie werden die technischen Möglichkeiten des Internet genutzt ? 9
5.1 Überblick über die Möglichkeiten des Webs. 9
5.2 Beispiele verschiedener Websites 10
5.2.1 Nachrichten Magazine. 10
5.2.2 Fernsehanstalten 12
5.2.3 Tageszeitungen. 13
6 Fazit und Bewertung, Ausblick in die Zukunft 14
Literaturverzeichnis. 16
Anhang 17
1
Einleitung
Seit der Geburtstunde des Internet Mitte der neunziger Jahre ist dessen Nutzung in Deutschland stark angestiegen.2003 ist entgegen den Erwartungen der Experten das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gestiegen. Vor allem für Jugendliche ist das Internet aus dem Alltag kaum noch wegzudenken, aber auch die ältere Generation zeigt sich weiterhin aufgeschlossen 1 . Nicht zuletzt aufgrund sinkender Preise für den Zugang und die Anschaffung der technischen Ausrüstung hat sich das „WWW“ 2 derart stark verbreitet und ist zu einem ernsthaften Massenmedium geworden. Es liegt auf der Hand, dass nicht nur die Nutzung sondern auch das Angebot stark gestiegen ist, was die deutschen Verlage eine neue Konkurrenzsituation bringt, und es diesen unmöglich macht sich der Entwicklung zu verweigern. Die Arbeit soll sich der Frage, inwieweit deutsche Ze itungsverlage und Rundfunkanstalten die technischen Möglichkeiten des Internet nutzen, welche Strategien dabei verfolgt werden und ob dies zu einer erhöhten publizistischen Vielfalt führt. Hierbei muss anfänglich ein Augenmerk auf den Anstieg der zu betrachtenden Internetpräsenzen gelegt werden, sowie auf deren Entwicklung. Was ursprünglich mit der Freigabe des http Protokolls 3 begonnen hat, wurde verständlicherweise nicht von Anfang an von allen Verlagen ausgeschöpft. Gerade zu den Hochzeiten des Interne tboom sind zudem die technischen Möglichkeiten die das Medium anbietet beträchtlich gestiegen. Mittlerweile existieren zahlreiche Multimedia 4 Formate, welche die Darstellung und Strukturierung von Inhalten erleichtern und verbessern. Weiterhin sind zahlreiche interaktiv nutzbare Techniken im entstanden. Für die Medienanstalten geht es daher nicht mehr um die Frage ob, sondern wie ein Internetauftritt realisiert wird. Ein großes Augenmerk dieser Arbeit liegt darauf, wie die neuen Chancen auf den betrachteten Internetseiten umgesetzt werden, oder ob noch Verbesserungen möglich sind. Hierzu werden einige repräsentative Beispiele herangezogen. Nicht nur das Online Produkt selbst soll Gegenstand der Betrachtungen bleiben, sondern auch die Strategien der Verlage, welche durch den Online Auftritt verwirklicht werden. Denn es haben sich verschiedene Funktionen des Webs für Verlage gezeigt. Dies liegt zum einen an den verschieden Muttermedien, und zum anderen an den technischen Vorraussetzungen des Webs, sowie an der bestehenden
1 92,1% der 14-19 Jährigen nutzen das Internet zumindest gelegentlich, bei der Altersgruppe der 50-59
Jährigen immerh in 48,8%.Quelle: ARD/ZDF-Online-Studie2003, in Media Perspektiven 8/2003
2 Abkürzung für World Wide Web, die Graphische Benutzeroberfläche des Internet.
3 Hypertext Transfer Protocol: Das Übertragungsprotokoll des WWW
4 Der Begriff wird im nächsten Abschnitt geklärt
2
Konkurrenz zu nicht kommerziellen WWW Inhalten. Abschließend soll eine Bewertung der aktuellen Online Bemühungen stattfinden, und ein kurzer Ausblick in die zukünftige Entwicklung gegeben werden.
1 Begriffsklärung: Online und Multimedia
Durch technologische Innovationen gibt es in den letzten zwei Jahrzehnten einen Umbruch in der Kommunikationsgeschichte der Menschheit, vor allem in hoch entwickelten Lä ndern. Es kommt zu einer Verschmelzung von bisher unabhängigen Medien wie Ton, Bild, Text und gesprochener Sprache 5 . Für dieses Phänomen hat sich inzwischen der Be griff Multimedia eingebürgert. Der Ausdruck Online wird gerne im Zusammenhang mit Multimedia gebraucht, jedoch darf er nicht mit diesem verwechselt werden, da er nur den Übertragungsweg eines Mediums meint, nämlich den Abruf von einem Computer über das Internet. Multimedia hingegen bezeichnet die Art des Mediums an sich, welches autark ist, also nicht ausschließlich im Internet verfügbar sein muss, sondern auf jedem digitalen Datenträger vorhanden sein kann 6 . Eine wichtige Vorraussetzung für diese Entwicklung ist die Digitalisierung, also die Umwandlung von analogen Signalen in eine für den Computer verständliche, jederzeit verlustfrei wiederzugebende Folge aus Binärze ichen (0 und 1) 7 . Hierdurch entsteht der Vorteil, dass man den Speicher bedarf dieser Art von Daten durch Kompression zu reduzieren vermag, beispielsweise durch das Weglassen unwichtiger Teile, oder die Codierung mittels mathematischer Algorithmen.
2 Die Entwicklung der Internetauftritte der Verlage und des Rundfunk
Schon in den frühen achtziger Jahren gab es Bestrebungen, Zeitungsangebote über den Bildschirm anzubieten, das Medium war der Bildschirmtext, der es ermöglichte eine Bildschirmzeitung, sowie Anzeigenmärkte und Serviceleistungen zu veröffentlichen. Die technischen Vorraussetzungen waren konnten den Bedürfnissen damals jedoch noch nicht gerecht werden, und so kam es nicht zu nennenswerten Auswirkungen auf das Medie nsystem 8 . Es lies sich jedoch bereits erkennen, dass bei entsprechender Verbreitung und einer sinnvollen Nutzung durch die Anbieter Elektronische Medien eine attraktive Kom- 5Vgl. Noelle -Neumann/Schulz/Wilke, S.304
6 z.B.: CD, DVD, Festplatte
7 Vgl. Noelle -Neumann/Schulz/Wilke, S.304
8 Vgl. Neuberger/Tonnemacher/Duck/Andre, Die deutschen Tageszeitungen im Web
3
munikations möglichkeit darstellen können. Mit der Geburt des World Wide Web und dem Aufkommen der ersten großen Internetprovider wie AOL und Compuserve 9 , waren diese Bedingungen endgültig erfüllt und die Zahl der verfügbaren Websites stieg rasch an 10 . Wie bereits gesagt konnten sich die Zeitungen dieser Entwicklung nicht verweigern. So gab es im Jahr 1995 die ersten fünf Webseiten von deutschen Verlagen, die „Schweriner Volk sze itung“ und „Die Welt“ waren zwei der Ersten. Zwischen 1996 und 2000 stieg die Zahl solcher Internetauftritte rasant an 11 . Ein Problem bei dem Rückblick auf die anfänglichen Bemühungen besteht darin, dass sich alte Versionen der Internetseiten schlecht konservie ren ließen 12 , oder vielmehr in zahleichen Online Redaktionen einfach nicht aufbewahrt wurden. Erwähnenswert ist hierzu die Seite „Spiegel Online“, welche 1996 erstmals eingestellt wurde. Der Spiegel begeht in diesem Jahr sein 10 Jähriges Online-Jubiläum und hat daher eine der ersten Versionen noch einmal zur Ansicht ins Netz gestellt 13 , was ein gutes Beispiel über das anfängliche Web-Engagement abgibt. Die Online-Redaktion bestand aus drei Journalisten, die eine Seite mit circa fünf zugehörigen Unterseiten produzierten und nebenbei noch für das Muttermedium schrieben. Es gab keine fortlaufenden Updates sondern es wurde in Ausgaben wie bei einem Printmagazin produziert. Bilder und multimediale Elemente fehlten gänzlich und die Artikel kamen denen der Printausgabe sehr nahe, in der Anfangszeit bestanden Existenzprobleme, wahrscheinlich wegen geringer Ausnutzung und dem spärlichen Angebot. Der gezeigt Fall ist durchaus repräsentativ für die anfänglichen Internet Ambitionen der Zeitungsverleger, hinsichtlich der Tagespresse zeichnete sich ein wesentlich schlechteres Bild ab, was Christoph Neuberger in einer im Jahr 2000 veröffentlichten Studie festzustellen meint. Er kommt zu dem Ergebnis, dass eine „Vielzahl der Angebote nicht mit publizistischer Vielfalt gleic hzusetzen“ 14 ist.
In der Tat gingen lediglich ausgewählte Artikel der Printausgabe online, eine weiterführende redaktionelle Arbeit fand nicht statt. Die Journalistischen Leistungen der Online-Redakteure waren nicht sehr gut, unter anderem deshalb weil es eine ungeliebte Arbeit war, die innerhalb des Verlages einer Strafe gleichzukommen schien. Häufig schlichen sich auf den Webseiten Fehler ein, sowohl inhaltlich als auch was die Rechtschreibung betrifft, denn aufgrund des hohen Zeitdrucks und des Aktualitätsanspruchs den das neue
9 AOL (America Online) 1985, Compuserve 1979
10 Anfänglich ca. 500 nach 10 Jahren über 12 Milliarden, Quelle: ARD/ZDF online Studie 2003
11 von 39 auf 230, siehe auch dazu Abb. 1 im Anhang
12 Damals war der Speicherplatz noch nicht in dem Maße verfügbar wie heute
13 Screenshot siehe Abb. 2 im Anhang
14 Christoph Neuberger, „Massenmedien im Internet“ in Media Perspektiven 3/2000 S.103
4
Medium hatte fand eine Korrektur der Artikel nicht immer statt. Aus demselben Grund landeten zahlreiche Falschmeldungen auf den Webservern, weil seitens der Journalisten nicht auf eine Bestätigung gewartet wurde, beziehungsweise nicht gewartet werden konnte. Rundfunkanstalten sind mit dem Jahr 1999 auch sehr stark im Internet vertreten 15 . Teilweise werden aktuelle Sendungen im Internet angeboten, sowie aktuelle Informationen geliefert. Derartige Onlineangebote sollen im nächsten Teil der Arbeit erstmalig betrachtet werden, wenn es um eine Bestandsaufnahme der verschienen Internetpräsenzen geht.
3 Gegenwärtige Situation der Online Angebote
3.1 Web Auftritte der Printmedien
Bis heute ist die Zahl der Zeitungen, welche im Internet vertreten sind auf 631 angestiegen 16 . Einhergehend mit der hohen Nutzungshäufigkeit ist es unabdingbar geworden einen Online Ableger zu unterhalten. Ab 2002 beginnen die Verlage zunehmend die technischen Vorteile des Internet zu nutzen 17 . Das Internet Engage ment ist innerhalb der großen Verlage stark gestiegen, was sich auch in Zahlen Ausdrücken lässt. So wird Spiegel Online 18 heute von einer ca. 40 köpfigen Voll-Redaktion betreut, die täglich mehrere hundert Aktualisierungen vornimmt. Ein Rekord von 35 Millionen Visits 19 im März 2003 machen die Seite zu einem der führenden Journalisten Angebote im Netz 20 . Im Bereich der Tageszeitungen hat sich weniger verändert, die Redaktionen sind bei einigen Anbietern zwar gewachsen, beim Online-Bruder der Süddeutschen Zeitungen beispielsweise sind ca. zehn Journalisten beschäftigt, die sich sieben verschiedene Ressorts teilen 21 . Jedoch arbeiten zwei fünftel aller Online-Redakteure arbeiten gelegentlich noch für die Printausgabe, was keinen großen Fortschritt darstellt 22 . Durchschnittlich arbeiten in den Onlineredaktionen nur drei Journalisten. Kleinere Zeitungen führen sogar nach Chr. Neuberger immer noch keine eigenständige Online Abteilung und beschränken sich ganz auf Artikel der
15 Vgl. Abb. 3 im Anhang
16 Vgl. Abb. 1im Anhang
17 Weiteres dazu an späterer Stelle
18 www.spiegel.de
19 Anzahl der Aufrufe der Startseite
20 Quelle: www.spiegel.de
21 Politik, Wirtschaft, Kultur, München, Sport, Job&Karriere, Immobilien
22 Quelle: Projekt Journalismus und Internet von Ch. Neuberger an der Universität Eichstätt
5
Arbeit zitieren:
Anton Bühl, 2004, Funktionen des Webs für Presseverlage und Rundfunkanstalten: Nur PR oder Beitrag zur publizistischen Vielfalt?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Deutsche TV-Sender im Internet am Beispiel des Privatsenders RTL und d...
Informationswissenschaften, Informationsmanagement
Hausarbeit (Hauptseminar), 56 Seiten
'TV 2.0' - Neue Anforderungen an ein altes Medium
Zu Auswirkungen von 'Web 2...
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Diplomarbeit, 149 Seiten
Anton Bühl's Text Funktionen des Webs für Presseverlage und Rundfunkanstalten: Nur PR oder Beitrag zur publizistischen Vielfalt? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Anton Bühl hat den Text Funktionen des Webs für Presseverlage und Rundfunkanstalten: Nur PR oder Beitrag zur publizistischen Vielfalt? veröffentlicht
Anton Bühl hat einen neuen Text hochgeladen
Der Kommentar In Antike Und Mittelalter: Beitrage Zu Seiner Erforschun...
Wilhelm Geerlings, Christian Schulze
0 Kommentare