SS 2000
PH Ludwigsburg
Hauptseminar: „Verhaltensauffälligkeiten im Kindesalter“.
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Hyperaktivität
Vorgelegt von:
Daniel Reichelt, 3. Semester Sonderpädagogik.
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1. Fallbeispiel Seite 1
2. Begriffserklärung Seite 1
3. Erscheinungsbild Seite 2
3.1. Übertriebener Tätigkeitsdrang Seite 2
3.2. Konzentrationsschwierigkeiten Seite 3
3.3. In Anspruch nehmendes Verhalten und Mangel
an Zärtlichkeit Seite 3
3.4. Impulsivität Seite 4
3.5. Wahrnehmungs- und Lernschwierigkeiten Seite 5
3.6. Koordinationsschwierigkeiten Seite 5
3.7. Widerspenstiges und herrschsüchtiges
Verhalten Seite 6
4. Vorkommen Seite 6
5. Diagnose Seite 7
5.1. Klassifikationssysteme Seite 7
5.2. Medizinische Diagnostik Seite 9
5.3. Psychologisch Diagnostik Seite 9
6. Erklärungsmodelle Seite 10
7. Intervention Seite 11
7.1. Medizinische Ansätze Seite 11
7.1.1. Stimulantien Seite 12
7.1.2. Neuroleptika Seite 12
7.1.3. Antidepressivika Seite 12
7.2. Diät Seite 13
7.2.1. Feingolds Hypothese Seite 13
7.2.2. Phosphat-Hypothese Seite 13
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7.2.3. Allergie-Hypothese Seite 13
7.3. Psychologisch Ansätze Seite 14
8. Möglichkeiten der Lehrer Seite 15
9. Schlußgedanke Seite 16
10. Literatur Seite 17
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„Die Lehrerin der dritten Grundschulklasse kommt mit dem acht Jahre alten Philipp überhaupt nicht zurecht. Währen des Unterrichts kann dieser keine Minute still sitzen, wie die anderen zuhören, sich melden, in Ruhe seinen Arbeitsauftrag erledigen. Philipp ist immer in Bewegung. Er wechselt ständig seine Sitzposition, oft kniet er auf dem Stuhl, manchmal fällt er vor lauter zappeln herunter. Sei Tisch ist ein wahres Chaos, weil er es nicht schafft, Ordnung zu halten. Immer wieder läuft er von seinem Platz weg, zur Lehrerin nach vorn, zu anderen Kindern hin, womit Konflikte vorprogrammiert sind. Er kann sich kaum einige Augenblicke auf eine Arbeit konzentrieren, schon wird er wieder durch irgend etwas abgelenkt und in Bewegung versetzt. Besonders im Sportunterricht und in der Pause gibt es immer wieder Zusammenstöße mit anderen Schülern, weil er sich in seinem Bewegungsdrang nicht bremsen lässt und andere übersieht.
Die Mitschüler halten Philipp für verrückt. Die Lehrerin ist deshalb so verzweifelt, weil ihre Erziehungsmittel, die bei anderen Kindern erfolgreich sind, bei Philipp versagen. Er scheint weder durch Ermahnung, Zurechtweisungen, Strafen, noch durch positive Zuwendungen beeinflußbar zu sein. In Gesprächen beteuert er, sich zu bessern, sich zusammenzunehmen; ein Versprechen, das
gerade fünf Minuten durchhält....“ (Rausch/Schlegel S.2)
Ein solches unruhiges, unkonzentriertes Verhalten wird unter dem Begriff der
Hyperaktivität zusammengefasst. Die vielfältigen Variationen der Hyperaktivität
erfordern eine differenzierte Betrachtung. Das Erscheinungsbild wird in dieser Arbeit
differenziert dargestellt, woran sich Diagnose- und Therapiemöglichkeiten
anschließen.
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Für den Begriff Hyperaktivität gibt es eine Vielzahl von anderen Bezeichnungen. Die
Betonung unterschiedlicher Gesichtspunkte der Hyperaktivität hängt von der
wissenschaftlichen Orientierung der damit befaßten Fachleute ab. Durch die
begriffliche Vielfalt ergaben sich auch unterschiedliche Erklärungsansätze.
So ist eine andere Bezeichnung für die Hyperaktivität das Aufmerksamkeits- Defizit-
Syndrom (ADS). Das ADS ist eine Verhaltensdiagnose für einen medizinischen
Zustand, der eine gemischte Gruppe von störenden Verhaltensmustern beschreibt
(vgl. Holowenko, S 19)
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In den letzten Jahrzehnten kam vor allem durch den entwicklungsgeschichtlichen Begriffswechsel das Krankheitsbild der Hyperkinesie ( motorischer Reizzustand des Körpers mit Muskelzuckungen und unkontrollierten Bewegungen) auf (vgl. Rausch/Schlegel. S.3)
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Der übertriebene Tätigkeitsdrang ist das auffallendste Merkmal der Hyperaktivität. Schon von frühester Kindheit an, sind solche Kinder außergewöhnlich aktiv. Sie wirken nie entspannt, sondern es scheint, als seien sie von einer ständigen Unruhe besessen. Es wird berichtet, dass diese Kinder nach einer aktiven Säuglingszeit das Laufen früher erlernen. So können manche Kinder schon mit neun oder zehn Monaten laufen und schon mit 1 ¼ Jahren gut sprechen. Es gibt aber auch langsame Kinder, die erst mit 14 bis 16 Monaten zu laufen beginnen und erst mit zwei bis drei Jahren das Sprechen lernen. Meist besteht eine ausgeprägte Trotzphase. In diesem Alter lässt sich noch keine Diagnose erstellen! In diesem Alter, wenn das hyperaktive Kind laufen lernt, ist nichts im Haus vor ihm sicher. Es räumt Regale aus, klettert waghalsig, oft auf die höchsten Ziele, oder taucht plötzlich unerwartet im Straßenverkehr auf und gefährdet sich dadurch oft selbst. Alles, was es in die Finger bekommt, wird zerlegt und im Vorbeigehen um- oder ausgeschüttet. Mit Dingen wird besonders sinnwidrig verfahren, dass es für die Eltern meist in Arbeit ausartet. Sinnvolles, konstruktives Spiel entwickelt sich kaum, die Spiele sind meist destruktiv, chaotisch, aber auch zerstörerisch.
Vor dem vierten Lebensjahr ist eine Diagnose unsicher und schwierig. Wenn das hyperaktive Kind älter wird, verändern sich die Berichte. Es ist ständig in Bewegung, zappelt und ist wie von einem Motor angetrieben. Wenn es von ihm verlangt wird, kann das Kind diesen „Motor“ nicht für längere Zeit abstellen. In der Schule kann es nicht ruhig auf seinem Platz sitzen bleiben, sondern steht oft einfach während des Unterrichts auf und geht im Klassenzimmer herum, spricht laut, schubst und ärgert Mitschüler. Es trommelt mit seinen Fingern, stampft mit den Füßen und bleibt bei keiner Tätigkeit lang.
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Daniel Reichelt, 2000, Hyperaktivität - Erscheinungsbild und Therapiemöglichkeiten, Munich, GRIN Publishing GmbH
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