1
Inhaltsverzeichnis:
I. Einleitung 2
II. Intertextualität: Historischer Überblick der Begriffsentstehung und Definition 3
II.1 Definition nach Gérard Genette 3
III. Impreso prisionero 6
III.1 Intertextualität: Die autobiographische Ebene 6
III.2 Transtextualität im Intertext 9
III.3 Weitere intertextuelle Bezüge 11
III.4 Der Bezug zum Titel: Paratextualität 13
IV. Schluss 16
V. Literaturverzeichnis 17
VI. Anhang 19
VI.1 Blas de Oteros Impreso prisionero 19
VI.2 Góngoras Suspiros tristes, lágrimas cansadas 20
VI.3 Fray Luis de Leóns Profecía del Tajo 21
VI.4 César Vallejos Salutación Angélica 24
2
I. Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Transtextualität in Blas de Oteros Gedicht Impreso prisionero. Bevor ich jedoch auf die einzelnen Phänomene der Transtextualität in dem Gedicht eingehe, werde ich einen kurzen historischen Überblick über die Begriffsentstehung und ihre Definition geben. Dabei ist es zunächst notwendig, auf den von Julia Kristeva geprägten Begriff Intertextualität zurückzugreifen und ihn zu erläutern. Obwohl es mittlerweile weitaus modernere Ansätze gibt, habe ich mich dazu entschlossen, die Terminologie zu verwenden, die Gérard Genette in seiner 1982 veröffentlichten Abhandlung Palimpseste 1 angeboten hat. Deshalb werde ich ebenfalls Genettes Vorschlag kurz vorstellen. Die eigentliche Analyse des Gedichtes beginnt mit einer zeitlichen Einbettung v on Impreso prisionero. Im weiteren Verlauf werde ich das Kapitel dann in vier Abschnitte unterteilen. Da zunächst am auffälligsten ist, dass Blas de Otero in dem vorliegenden Gedicht seine eigenen Buchtitel verwendet, werde ich hiermit beginnen. Im Anschluss hieran habe ich ein weiteres Kapitel den Titeln gewidmet. Da auch sie bereits teilweise von anderen Autoren entlehnt sind, möchte ich diesen transtextuellen Bezug kurz darstellen. Der dritte Abschnitt wird sich mit weiteren transtextuellen Bezügen, die im Gedicht vorzufinden sind, beschäftigen. Abschließend werde ich dann versuchen, eine Beziehung zwischen der vorgefundenen Transtextualität und dem Titel des Gedichtes herzustellen. Im Anhang dieser Hausarbeit befinden sich sowohl das Gedicht Impreso prisionero als auch drei weitere Gedichte, aus denen explizit Textstellen entnommen worden sind. Dabei handelt es sich um ein Sonett Góngoras, um das Gedicht Profecía del Tajo von Fray Luis de León und um das Gedicht Salutación Angélica von César Vallejo.
1 Genette, Gérard. Palimpseste. La littérature au second degré, Paris: Éditions du Seuil, 1982; dt.: Palimpseste. Die Literatur auf zweiter Stufe, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 1993.
3
II. Intertextualität: Historischer Überblick der Begriffsentstehung und Definition
„Das Phänomen der Intertextualität ist so alt wie die Literatur. [...]. Die Begriffe Dialogizität und Intertextualität, die dieses Phänomen bezeichnen, sind allerdings relativ jung.“ 2
Die Schöpferin des Begriffes „Intertextualität“ ist Julia Kristeva. In ihrem 1967 veröffentlichten Aufsatz Bakhtine, le mot, le dialogue et le roman 3 weitet sie die Dialogizitätstheorie 4 des russischen Literaturwissenschaftlers Michail M. Bachtin aus und führt den Ausdruck „intertexte“ ein 5 . Sie bezeichnet damit zunächst den Bezug von Texten auf andere Texte. Später bekommt der Begriff eine noch spezifischere Bedeutung. Und zwar liegt nach Kristeva Intertextualität dann vor, wenn ein Autor bei der Abfassung eines Textes sich nicht nur der Verwendung anderer Texte bewusst ist, sondern auch vom Leser erwartet, dass er diese Beziehung zwischen seinem Text und anderen Texten als vom Autor angestrebt und als wichtig für das Verständnis seines Textes erkennt.
II.2 Definition nach Gérard Genette
„Die Theorie der Intertextualität ist die Theorie der Beziehungen zwischen Texten. Dies ist unumstritten; umstritten jedoch ist, welche Arten von Beziehungen darunter subsumiert werden sollen.“ 6
2 Klinker, Sabine. “Intertextualität”, in: Hispanorama, Nr. 67, Juni 1994, S. 23.
3 Kristeva, Julia. “Bakhtine, le mot, le dialogue et le roman”, in: Critique, Nr.239, 1967, S. 438-465; dt. in: Ihwe, Jens (Hrsg.). Literaturwissenschaft und Linguistik. Ergebnisse und Perspektiven, Band III, Frankfurt am Main: 1972, S. 345-375.
4 Dialogizitätstheorie: Nach Bachtin ist Sprache ein kommunikativer, dynamischer Prozess. D.h. jede sprachliche Äußerung ist als inhärent dialogisch zu verstehen, da sich Wörter immer nur auf andere Wörter beziehen können. Als Folge dieser Feststellung entstand für Bachtin die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Literatur und Gesellschaft. Das Resultat ist die Begriffsentstehung der Monologizität und der Dialogizität. Laut Bachtin wird eine autoritäre und hierarchisch strukturierte Gesellschaft versuchen die Monologizität durchzusetzen, da hier Tradition und Autorität im Vordergrund stehen. Sprache und Rede werden versucht zu vereinheitlichen. Die Dialogizität ist die offene Auseinandersetzung gegensätzlicher Standpunkte, d.h. Politik und Gesellschaft werden herausgefordert und abgewertet.
5 Vgl.: Stocker, Peter. Theorie der intertextuellen Lektüre. Modelle und Fallstudien, Paderborn: Ferdinand Schöningh, 1998, S. 17-18.
6 Pfister, Manfred. “Konzepte der Intertextualität”, in: Broich, Ulrich, Pfister, Manfred. (Hrsg.). Intertextualität. Formen, Funktionen, anglistische Fallstudien, Tübingen: Niemeyer, 1985, S. 11.
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Da der Begriff Intertextualität zum Homonym für zwei verschiedene Sachen wurde, d.h. „ganz bestimmte, Zitat- oder zitatähnliche Beziehungen in einem, Text-Beziehungen in [sic] weitesten Sinn im anderen Fall“ 7 , sah sich Genette veranlasst, neue Bezeichnungen für die einzelnen Phänomene zu schaffen, die bisher alle intertextuell genannt wurden. Als Oberbegriff wählt Genette den Ausdruck „Transtextualität“. Hierunter versteht er alles was einen Text „in eine manifeste oder geheime Beziehung zu anderen Texten bringt.“ 8 Im weiteren Verlauf stellt er fünf verschiedene Typen transtextueller Beziehungen vor.
Intertextualität: Die einfachste und wörtlichste Form der Intertextualität ist das Zitat.
Paratextualität: Paratexte sind „Begleit-, Bei- und Nebentexte und textexterne
7 Stocker, Peter. 1998, S. 23.
8 Genette, Gérard. 1993, S. 9.
9 Genette, Gérard. 1993. S.10.
10 Wilpert, Gero von. Sachwörterbuch der Literatur, Stuttgart: Alfred Kröner Verlag, 2001, S. 591.
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Metatextualität: Ein Metatext ist ein Text, der sich mit einem anderen Text
Hypertextualität: Als Hypertextualität bezeichnet Genette jede Beziehung zwischen
Architextualität: Laut Genette gehört jeder einzelne Text einer bestimmten Kategorie an.
11 Genette, Gérard. 1993. S. 13.
12 Genette, Gérard. 1993. S. 14.
Arbeit zitieren:
Melanie Janet Göbel, 2004, Transtextualität in Blas de Oteros Gedicht Impreso Prisionero, München, GRIN Verlag GmbH
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Zur Intertextualität nach Gérard Genette
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