Macbeth ist eines der meistgelesenen Dramen Shakespeares und auch eines der kürzesten. Es war die letzte der vier großen Tragödien Shakespeares, die anderen drei sind Hamlet, Othello und King Lear (vgl. Scott 1991: 2). Das Drama wurde 1606 uraufgeführt und erzählt die Geschichte vom Kriegshelden Macbeth, der von drei Hexen eines Tages prophezeit bekommt, dass er einst König von Schottland sein wird. In dieser Hausarbeit möchte ich den Einfluss des Bösen auf Macbeth und sein durch das Böse ausgelöste Scheitern untersuchen und aufzeigen, wie das Böse als Perversion der menschlichen Natur dargestellt wird. Zuerst werde ich einige Hintergrundinformationen, wie einige wichtige Lebensdaten William Shakespeares und die Erläuterung des elisabethanischen Weltbildes, geben. Des Weiteren werde ich eine kurze Einführung in das Drama Macbeth geben und den Leser mit einer Definition des "Bösen" bekannt machen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wichtige Lebensdaten Shakespeares
2.1 Ordnung und Hierarchie – Das elisabethanische Weltbild
2.2 Kurze Einführung in das Drama
2.3 Das Böse: Was genau bedeutet das?
3. Das Böse als Perversion der menschlichen Natur in Macbeth
3.1 Macbeths Scheitern
4. Bibliografie
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Bösen auf die Titelfigur Macbeth und analysiert, inwiefern dieses Böse als eine Perversion der menschlichen Natur dargestellt wird, die schließlich zu Macbeths moralischem und physischem Scheitern führt.
- Das elisabethanische Weltbild und die Konzepte von Ordnung und Hierarchie
- Die literarische und historische Einbettung des Dramas Macbeth
- Die philosophische und religiöse Definition des Begriffs "das Böse"
- Die psychologische Entwicklung und Zerstörung durch das Böse
- Die Spiegelung menschlichen Handelns in der Natur (Makrokosmos)
Auszug aus dem Buch
3. Das Böse als Perversion der menschlichen Natur in Macbeth
Wenn man als Zuschauer im Theater sitzt und mit der Handlung des Stückes nicht vertraut ist, erwartet man zunächst natürlich den Auftritt desjenigen, der dem Stück seinen Namen gibt: Macbeth. Jedoch passiert etwas ganz anderes: Drei Hexen treten auf, inmitten von Sturm und Gewitter, und vereinbaren, wann sie wieder zusammenkommen wollen, um Macbeth zu treffen. Diese düstere Eröffnungsszene ist sehr kurz und doch führt sie den Zuschauer oder Leser bereits in die Stimmung des Dramas ein. Textstellen wie "When the battle's lost and won" (I.i.4), "Fair is foul, and foul is fair" (I.i.12) und "Hover through the fog and filthy air" (I.i.13) zeigen deutlich die "verkehrte Welt", die in Macbeth vorherrscht und machen dem Zuschauer oder Leser klar, auf was er gefasst sein kann. Die Antithesen "lost and won" und "Fair is foul, and foul is fair" sind in diesem Zusammenhang besonders von Bedeutung und zeigen bereits die Grundstimmung des Dramas: Nichts ist wie es scheint und nichts ist so, wie es sein sollte.
In der nächsten Szene wird von Macbeths Heldentaten im Kampfe berichtet. Auf den ersten Blick scheint er wirklich ein tapferer, ehrenvoll kämpfender Soldat zu sein, doch wenn man Zeilen liest wie "[…] with his brandish'd steel, / Which smok'd with bloody execution" (I.ii.17-18), oder "Till he unseam'd him from the nave to th'chops, / And fix'd his head upon our battlements" (I.ii.22-23), erkennt man die Grausamkeit, mit der Macbeth kämpft. Im Hinblick darauf ist es nicht verwunderlich, dass Macbeth später im Drama wieder seinen Hang zur Grausamkeit auslebt und viele unschuldige Menschen tötet oder töten lässt. Man merkt als Leser, dass Macbeth also nicht der zu sein scheint, für den ihn alle halten – nicht der ehrenvolle Führer von Duncans Armee, sondern ein hasserfüllter, skrupelloser Schlächter.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Tragödie Macbeth ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den Einfluss des Bösen auf Macbeth und dessen Scheitern zu untersuchen.
2. Wichtige Lebensdaten Shakespeares: Dieser Abschnitt bietet einen tabellarischen Überblick über die biografischen Eckdaten William Shakespeares.
2.1 Ordnung und Hierarchie – Das elisabethanische Weltbild: Hier wird das Konzept der "Kette des Seins" und die Bedeutung der kosmischen Ordnung im elisabethanischen Zeitalter erklärt.
2.2 Kurze Einführung in das Drama: Dieses Kapitel behandelt die Entstehungsgeschichte des Dramas und die Quellen, auf die Shakespeare für seinen Plot zurückgriff.
2.3 Das Böse: Was genau bedeutet das?: Der Abschnitt liefert eine philosophische und theologische Definition des Begriffs "das Böse" im Kontext von Gnosis und Christentum.
3. Das Böse als Perversion der menschlichen Natur in Macbeth: Hier wird analysiert, wie die Einflüsse der Hexen und Macbeths Ehrgeiz zu einem moralischen Abstieg und einer Perversion seines Wesens führen.
3.1 Macbeths Scheitern: Dieser Teil befasst sich mit der endgültigen psychischen Zerstörung der Protagonisten und dem letztendlichen Untergang Macbeths durch sein Vertrauen in die Hexenprophezeiungen.
4. Bibliografie: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Literatur und Quellen.
Schlüsselwörter
Macbeth, William Shakespeare, das Böse, elisabethanisches Weltbild, Kette des Seins, Tragödie, Perversion, menschliche Natur, Machtstreben, moralischer Verfall, Hexen, Schicksal, Schuld, Grausamkeit, Scheitern.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Bösen auf die Hauptfigur des Shakespearschen Dramas Macbeth und analysiert, wie dieses Böse als Verfremdung beziehungsweise Perversion der menschlichen Natur dargestellt wird.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus der Analyse?
Im Zentrum stehen das elisabethanische Weltbild (insbesondere die Ordnung und Hierarchie), die Definition des Begriffs "das Böse" sowie die psychologische Wandlung Macbeths vom Kriegshelden zum skrupellosen Schlächter.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Macbeth durch sein Verlangen nach Macht das Böse in sein Leben und das Land einlädt, was folgerichtig in seinem moralischen und letztendlich physischen Scheitern mündet.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer textnahen literaturwissenschaftlichen Analyse des Dramas, ergänzt durch die Einbeziehung historischer Kontexte und philosophischer Definitionen zum Begriff des Bösen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische und begriffliche Einleitung (Weltbild, Definition des Bösen) sowie eine detaillierte textanalytische Untersuchung des Dramenverlaufs, die Macbeths Entwicklung nach der Prophezeiung der Hexen nachzeichnet.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Kette des Seins", "Perversion", "Ehrgeiz", "tragische Schuld" und "kosmische Ordnung" charakterisiert.
Warum ist das elisabethanische Weltbild für das Verständnis von Macbeth wichtig?
Das elisabethanische Weltbild ist essenziell, da die Zeitgenossen Shakespeares glaubten, dass eine Störung der kosmischen Ordnung (frame of order) unausweichlich zu einem Chaos in der Natur und der menschlichen Psyche führt, was sich im Stück direkt im Handeln Macbeths widerspiegelt.
Welche Rolle spielt Lady Macbeth im Prozess der Perversion?
Lady Macbeth fungiert als treibende Kraft und "Kopf" der Verschwörung, die Macbeth zur Aufgabe seiner Moral drängt, indem sie ihn an seinem Ehrgeiz packt und ihre eigene Weiblichkeit verleugnet, um mit Grausamkeit die Krone zu erlangen.
Wie interpretieren die Protagonisten das "Fair is foul, and foul is fair"-Prinzip?
Die Antithese verdeutlicht die "verkehrte Welt" im Drama, in der das vermeintlich Gute ("fair") in Wahrheit böse ist. Macbeth und Lady Macbeth täuschen nach außen hin Ehre vor, während sie intern bereits ihre mörderischen Absichten verfolgen.
- Arbeit zitieren
- Julia Korthus (Autor:in), 2004, William Shakespeares „Macbeth". Das Böse als Perversion der menschlichen Natur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33336