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I. Einleitung
II. Stereotype Judenbilder II. 1 Stereotype Judenbilder in den Medien II. 2 Welches Bild vom Juden könnte der konsumierende Nichtjude überhaupt im
Kopf haben?
III. Der Film III. 1 Zur Entstehung III. 2 Inhaltliche Kurzfassung
IV. Die Darstellung der Juden im Film IV. 1 Der intelligente Jude IV. 2 Die religiösen Juden/Das Aussehen der Juden IV. 3 Die reichen Juden/Die geschäftstüchtigen Juden IV. 4 Heimatlosigkeit/Internationalität IV. 5 Militär und Gewalt/Verstellung und Tarnung IV. 6 Die Grünbaums IV. 7 Der jüdische Humor
V. Abschließende Betrachtungen
VI. Bibliographie
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I. Einleitung
Im Seminar ´Scheunenviertel und Kazimierz´ beschäftigte ich mich im Rahmen eines Referates ausgiebig mit der Thematik ´Judenbilder in den Medien´. Da- bei wurde deutlich, wie umfangreich die Problematik ist. Was ich im Referat nur anreißen konnte, möchte ich anhand dieser Arbeit gern vertiefen. Der Film scheint mir dabei als Medium in letzter Zeit besonders wichtig gewor- den zu sein. Er spricht jeweils eine sehr breite Masse (in vielen Fällen auch in- ternationales Publikum) an und wird in anderen Medien, wie z. B. Fernsehen, Zeitungen, Internet, dokumentiert und kritisiert (zu erwähnen sei hier, dass auch positive Kritik geübt wird). Spätestens seit ´Schindlers Liste´ sind Themen wie Zweiter Weltkrieg und Judentum in den Kinos wieder sehr aktuell. Ich habe mich für den Film ´Comedian Harmonists´ entschieden, weil er als ei- ner der wenigen aktuellen Filme aus deutschem Hause stammt. Joseph Vils- maier produzierte den Film und führte Regie.
Bei meinen Betrachtungen werde ich mich direkt am Film als Medium orientie- ren, unabhängig davon, ob das Leben tatsächlich so war oder nicht. Es geht mir vor allem darum zu zeigen, wie die Juden dargestellt sind, ob man soge- nannte stereotype ´Judenbilder´ finden kann und nicht um Wahrheitsfindung 1 . Zu diesem Zweck kläre ich anfangs den Begriff ´Stereotyp´ und gehe auf Bilder ein, die der Öffentlichkeit in den deutschen Medien vermittelt werden. Dann treffe ich einige Aussagen über mein eigenes Bild von Juden. Über die Entste- hung und den Inhalt des Films komme ich zum Kern der Arbeit, nämlich zu den im Film vermittelten Bildern. In den Abschließenden Betrachtungen fasse ich gewonnene Erkenntnisse zusammen.
II. Stereotype Judenbilder
II. 1 Stereotype Judenbilder in den Medien
Ich verwende den Begriff des Stereotyps in Anlehnung an Dichanz, d. h. es handelt sich um eine Typisierung, die
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”in ungerechtfertigt vereinfachender und generalisierender Weise, mit emotional-wertender Tendenz, einer Klasse von Personen be- stimmte Eigenschaften zu- oder abspricht.” (Dichanz et al., 1997, S. 28)
Dichanz führte eine Studie durch, in der eine Reihe von in Deutschland publi- zierte Zeitungsartikel und Fernsehsendungen und -beiträge analysiert wurden. Man bediente sich verschiedener Themenkreise, um Bezüge zu Judenstereo- typen festzustellen 1 . Da ich diese Methode sehr übersichtlich finde, möchte ich hieraus das für mein Thema Wesentliche ziehen.
Themenkreis ´Geist, Intelligenz´
Hinter diesem Themenkreis verbirgt sich ´der intelligente Jude´. Hervorgeho- ben wird diese Eigenschaft laut Dichanz durch bestimmte Redewendungen, z. B. ist die Rede vom international renommierten jüdischen Professor 2 , vom jüdi- schen Nobelpreisträger, jüdischen Wissenschaftler, von jüdischer Intelligenz u. ä. und durch die Erwähnung kultureller Leistungen oder akademischer Titel.
Themenkreis ´Religion und Religiosität´
Das Bild vom religiösen Juden wird vermittelt, indem Wörter wie Synagoge, Rabbiner, koscheres Essen u. a. erwähnt werden. Gefahren liegen hier darin, daß eine Hervorhebung des Andersseins, des Fremden erfolgen kann, oder daß der Konsument, je nach den persönlichen Voraussetzungen 3 , dazu nei- gen kann, dies mit Fanatismus gleichzusetzen.
Themenkreis ´Handel und Geschäft´
”Der Hinweis auf die wirtschaftliche Stellung und Macht äußert sich vor allem in der Nennung entsprechender Berufe und Branchen, wie Wirtschafts- und Finanzfachmann, Kaufmannsfamilie, alles Ge- schäftsleute, Finanzkreise, jüdisches Kaufhaus. Ein weiterer Aspekt dieses Stereotyps ist der Umgang mit Geld, den Juden haben, bei- spielsweise spekuliert an der Börse; Kapital schlagen; zuständig für Geldbeschaffung; jüdische Organisationen haben 35 Millionen Dollar zusammengetragen; kassierte Subventionen.” (Dichanz et al., 1997, S. 29)
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Mit hinein fließt hier außerdem noch das Bild vom ´Reichtum der Juden´, wel- ches oftmals in der Vergangenheit dazu benutzt wurde, Neid und Missgunst, und somit antisemitisches Verhalten bei Nichtjuden, heraufzubeschwören.
Themenkreis ´Das Äußere von Juden´
Hier findet man im Allgemeinen die traditionellen Merkmale wie die Kopfbe- deckung; Schläfenlocken; Gebetsschal; schwarzer, langer Bart; eventuell auch physiognomische Merkmale wie z. B. lange Nase verrät Intelligenz; Adleraugen; schmaler Mund; verschmitztes Lächeln. Desweiteren werden un- terschiedliche Erscheinungsbilder typisiert, so z. B. Ostjuden, KZ-Opfer, ameri- kanische Juden etc.
Themenkreis ´Militär und Gewalt´
Es handelt sich hierbei um einen nachkriegszeitlichen Stereotypen (´Aggressi- vität und Friedensunwilligkeit Israels´ 1 ), der vor allem durch die Berichterstat- tung über Israel 2 gebildet wurde und gleichzeitig eine Reaktivierung alter anti- semitischer Stereotypen, wie z. B. das des Unversöhnlichen, Rachsüchtigen zur Folge hat. Ausdruck findet dieser Stereotyp in Redewendungen wie Politik der nackten Gewalt; israelische Kriegswalze, friedensunwillig, unversöhnlich, kompromisslos; die Israelis wollen nicht verhandeln, unterläuft Friedensabkom- men usw.
Themenkreis ´Internationalismus, Heimatlosigkeit´
Die Vorstellung, daß ein Jude überall auf der Welt Verwandtschaft hat (bedingt durch Vertreibung, Flucht und Emigration), geht mit der Einbildung einher, daß das Judentum auch weltweit einen großen Einfluß auszuüben vermag (was wiederum mit dem Bild des ´reichen Juden´ in engstem Zusammenhang steht).
Themenkreis ´Verstellung und Tarnung´
”Neben Hinweisen, die sich auf die Untergrund-Situation von Juden
im Nationalsozialismus beziehen und die per se keinen Stereotypen-
bezug intendieren (z. B. untergetauchte Juden; Ariernachweis er-
schleichen; Namensänderung), sind Hinweise auf Geheimdienste
(jüdische Geheimarmee; israelischer Geheimdienst) und auf
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Diana Krasnov, 1999, Juden-Bilder in den Medien - Eine Betrachtung am Beispiel des Films Comedian Harmonists, Munich, GRIN Publishing GmbH
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