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Die Public-Space-Theorie von Leonardo Avritzer: Politische Partizipation durch den öffentlichen Raum?

Title: Die Public-Space-Theorie von Leonardo Avritzer: Politische Partizipation durch den öffentlichen Raum?

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jennifer Eggert (Author)

Politics - Region: Middle and South America
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1. Einleitung

Nachdem in Lateinamerika in den 1960er und 70er Jahren mit Ausnahme von Venezuela und Costa Rica fast alle Länder von militärischen, autoritären Regimes regiert wurden, hat in den 1980er Jahren eine Welle der Demokratisierungen um sich gegriffen1. Zivilgesellschaftliche Akteure haben in den politischen Umbruchprozessen eine wichtige Rolle eingenommen, die jedoch nach der vollzogenen Transition im Konsolidierungsprozess nicht den von vielen Seiten erhofften Einfluss auf die politischen Entscheidungsmechanismen beibehalten konnte. Heute herrschen in fast allen lateinamerikanischen Ländern formale demokratische Systeme vor, doch bleiben viele Demokratietheoretiker angesichts der Stabilität und der Qualität der demokratischen Institutionen skeptisch.

Leonardo Avritzer wirft der bisherigen Demokratisierungsdebatte Lateinamerikas eine fehlende Wertschätzung der Bedeutung zivilgesellschaftlicher Akteure vor. Er kritisiert die seiner Meinung nach in den meisten Ansätzen implizit oder explizit vorherrschende Elite-Masse- Dichotomie, die ein vollständiges Verständnis des lateinamerikanischen Demokratisierungsprozesses verhindere. In seinem 2001 veröffentlichten Werk „Democracy and the Public Space in Latin America“ fordert er die komplette Auflösung dieser Masse – Elite – Dichotomie und schlägt stattdessen ein Konzept des öffentlichen Raumes vor. Sein Ansatz soll hier veranschaulicht und im Lichte der aktuellen Demokratisierungsdebatte Lateinamerikas kritisch beleuchtet werden. Dabei steht die Rolle der Zivilgesellschaft im Konsolidierungsprozess und ihre Berücksichtigung in den theoretischen Ansätzen im Vordergrund. Vorerst sollen jedoch in einem kurzen historischen Abriss die verschiedenen politischen Phasen in Lateinamerika seit dem 2. Weltkrieg dargestellt werden, um ein besseres Verständnis der theoretischen Diskussion zu gewährleisten.2 Da sich die einzelnen Länder trotz vorhandener Gleichmäßigkeiten in bestimmten Punkten wiederum stark voneinander unterscheiden, kann hier keine Vollständigkeit der Darstellung angestrebt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Abriss: Politische Phasen in Lateinamerika seit dem 2. Weltkrieg

3. Die (Nicht-) Beachtung der Zivilgesellschaft – Leonardo Avritzers Kritik der Demokratisierungstheorien

3.1. Avritzers Kritik an der elitistischen Theorie

3.2. Avritzers Kritik an den Transitionstheorien

4. Partizipation durch den öffentlichen Raum: Die Public – Space – Theorie nach Avritzer

4.1. Public Space: Der öffentliche Raum

4.2. Das Konzept der partizipatorischen Öffentlichkeiten (participatory publics)

5. Die Zivilgesellschaft in den neuen Demokratien Lateinamerikas – ein empirischer Befund

6. Schlussbemerkungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Public-Space-Theorie von Leonardo Avritzer und hinterfragt die Rolle der Zivilgesellschaft innerhalb der Demokratisierungsprozesse in Lateinamerika. Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit die Vernachlässigung zivilgesellschaftlicher Akteure in klassischen Demokratisierungstheorien ein vollständiges Verständnis des politischen Wandels verhindert und wie Avritzers Ansatz zur Stärkung partizipatorischer Prozesse beitragen kann.

  • Demokratisierung und Konsolidierung in Lateinamerika
  • Kritik an elitistischen Demokratiekonzepten und Transitionstheorien
  • Die Theorie des öffentlichen Raums nach Habermas und Avritzer
  • Das Konzept der partizipatorischen Öffentlichkeiten (participatory publics)
  • Empirische Realisierbarkeit von institutionalisierter Partizipation

Auszug aus dem Buch

Die (Nicht-) Beachtung der Zivilgesellschaft – Leonardo Avritzers Kritik der Demokratisierungstheorien

Seit Beginn der 1990er Jahre erfährt die Zivilgesellschaft im Rahmen der wissenschaftlichen Demokratisierungsdebatte um Lateinamerika eine erhöhte Beachtung. In den verschiedenen theoretischen Ansätzen wird die Zivilgesellschaft in Lateinamerika im Transitionsprozess der 1980er Jahre insbesondere während der Konsolidierungsphase unterschiedlich bewertet. Avritzer zufolge behalten jedoch die meisten Theorien einen Top-down-approach bei, dessen Blickwinkel die Masse – Elite – Dichotomie nicht überwindet, wodurch der Zivilgesellschaft ein zu Unrecht untergeordneter Status im Konsolidierungsprozess der neuen Demokratien zugeordnet wird. Im Folgenden wird die Argumentationslinie Avritzers nachgezeichnet und geprüft, inwieweit sie sich als haltbar erweist.

Avritzer wirft der elitistischen Demokratietheorie vor, in der politischen Partizipation eine grundsätzliche Gefahr für demokratische politische Systeme zu sehen. Seine Kritik setzt bei Joseph Schumpeters demokratietheoretischen Ansatz an. Die Erfahrungen im zweiten Weltkrieg mit den antidemokratischen Tendenzen der Massenmobilisierungen insbesondere in Deutschland, galten in Sinne der elitistischen Theorie als ein Beweis für die Unabdingbarkeit einer führenden Elite, die für die demokratischen Werte der Gesellschaft stehen und diese gegen die antidemokratischen Tendenzen in der Bevölkerung verteidigen sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Demokratisierung in Lateinamerika und Vorstellung der theoretischen Position von Leonardo Avritzer.

2. Historischer Abriss: Politische Phasen in Lateinamerika seit dem 2. Weltkrieg: Darstellung der historischen Entwicklung lateinamerikanischer politischer Systeme von autoritären Regimen bis zur Redemokratisierung.

3. Die (Nicht-) Beachtung der Zivilgesellschaft – Leonardo Avritzers Kritik der Demokratisierungstheorien: Analyse der Kritik Avritzers an traditionellen Top-down-Modellen sowie an elitistischen und transitionstheoretischen Ansätzen.

4. Partizipation durch den öffentlichen Raum: Die Public – Space – Theorie nach Avritzer: Erläuterung des Public-Space-Konzepts und des Modells der partizipatorischen Öffentlichkeiten zur Einbindung der Zivilgesellschaft.

5. Die Zivilgesellschaft in den neuen Demokratien Lateinamerikas – ein empirischer Befund: Untersuchung der realen Rolle der Zivilgesellschaft in den post-transitionären Demokratien und kritische Einordnung von Avritzers Vision.

6. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Relevanz von Avritzers Theorie als Wegweiser für die zukünftige demokratische Gestaltung.

Schlüsselwörter

Demokratisierung, Lateinamerika, Zivilgesellschaft, Partizipation, öffentlicher Raum, Avritzer, Konsolidierung, Elite-Masse-Dichotomie, Transitionstheorie, soziale Bewegungen, politischer Wandel, partizipatorische Öffentlichkeiten, Politische Theorie, Demokratieforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch Leonardo Avritzers Theorie des öffentlichen Raums und deren Bedeutung für die Rolle der Zivilgesellschaft in lateinamerikanischen Demokratisierungsprozessen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Demokratisierung, die Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure, die Kritik an elitistischen Modellen sowie neue Ansätze für politische Partizipation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist die Überprüfung von Avritzers These, dass eine stärkere Einbindung des öffentlichen Raums die Qualität und Stabilität neuer Demokratien in Lateinamerika verbessern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoriekritische Analyse, die Avritzers Argumentationslinie mit weiteren demokratietheoretischen Beiträgen und empirischen Befunden vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss, die theoretische Kritik an bestehenden Demokratiekonzepten, die Einführung der Public-Space-Theorie und eine empirische Einordnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Partizipation, Zivilgesellschaft, Demokratisierung und der öffentliche Raum (Public Space).

Inwiefern unterscheidet sich Avritzers Ansatz von anderen Theorien?

Avritzer bricht mit der starren Elite-Masse-Dichotomie und plädiert für eine institutionalisierte Schnittstelle zwischen gesellschaftlicher Diskussion und politischer Entscheidung.

Wie realistisch ist Avritzers Vision für Lateinamerika?

Obwohl Avritzers Modell sehr idealistisch erscheint und die politische Realität in Lateinamerika von klientelistischen Praktiken geprägt bleibt, bietet er wichtige Ansätze für eine tiefere Demokratisierung.

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Details

Title
Die Public-Space-Theorie von Leonardo Avritzer: Politische Partizipation durch den öffentlichen Raum?
College
Free University of Berlin  (Politikwissenschaften, Lateinamerikainstitut)
Course
Demokratie in Lateinamerika
Grade
1,3
Author
Jennifer Eggert (Author)
Publication Year
2003
Pages
27
Catalog Number
V33517
ISBN (eBook)
9783638339674
ISBN (Book)
9783638913805
Language
German
Tags
Public-Space-Theorie Leonardo Avritzer Politische Partizipation Raum Demokratie Lateinamerika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Eggert (Author), 2003, Die Public-Space-Theorie von Leonardo Avritzer: Politische Partizipation durch den öffentlichen Raum?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33517
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