Die Psychologie des Mannes
von: Sonja Mayr-Stockinger
Inhaltsverzeichnis
1. ABSTRACT 4
2. EINLEITUNG 5
3. BIOGRAPHISCHE DATEN ZU DR. GUSTAV HANS GRABER 6
4. DIE LEIB-SEELISCHE MÄNNLICHE ENTWICKLUNG 7
4.1 DIE SAMENZELLE 8
4.2 DER MÄNNLICHE EMBRYO 9
4.3 DER MÄNNLICHE SÄUGLING 13
5. DIE ENTWICKLUNG DES MÄNNLICHEN LIEBESLEBENS 15
5.1 DIE LIEBE ZWISCHEN MUTTER UND SOHN 15
5.1.1 Philosophische Sichtweise der Mutter-Sohn-Bindung 18
5.1.2 Psychoanalytische Objektbeziehungstheorien 18
6. DIE MÄNNLICHE TRIEBENTWICKLUNG 19
6.1 DER SEXUALTRIEB 19
6.2 DER AGGRESSIONSTRIEB 22
7. DIE MÄNNLICHE ICHENTWICKLUNG 26
8. STÖRUNGEN IN DER ENTWICKLUNG DES MÄNNLICHEN LIEBESLEBENS 29
9. DISKUSSION 32
10. LITERATURVERZEICHNIS 34
1. ABSTRACT
Die Psychologie verlernt zunehmend, dass Individuum Mensch als Ganzes zu sehen. Statt in die Tiefen der Seele vorzudringen und das „Verborgene“ zu erkunden, verweilt man an mathematisch eindeutig belegbaren, oft auch sehr oberflächlichen und allgemeinen Forschungserkenntnissen. Der Wahrheitsgehalt der psychoanalytischen Forschung kann durch statistische Methoden nicht belegt werden. Doch öffnen sich durch neue Methoden in der biologischen Psychologie neue Tore, um doch wieder tiefer ins verborgene Seelenleben der Menschen vorzudringen. Heute mehr den je macht es Sinn, die Erkenntnisse der Psychoanalyse einer neuen perspektivischen Betrachtung zuzuführen. Gustav Hans Graber ein Pionier der pränatalen Psychologie, erkannte schon früh, dass es eine Vielfalt der Perspektiven braucht um dem Wunder Mensch nahe zu kommen. In seiner Arbeit über die „Psychologie des Mannes“, bedient er sich der mannigfaltigsten Perspektiven um den Forschungsgegenstand in seiner Ganzheit zu erfassen. Er begleitet die männliche leib-seelische Entwicklung von der Samenzelle bis zum erwachsenen Mann. Besondere Bedeutung kommt in seiner Arbeit der sexuellen und der Entwicklung des männlichen Liebeslebens zu. Hier erkennt Graber die Zusammenhänge zu Aggression, Ich-Verhaftung und Kriegslust des Mannes. In allem hebt er die große Bedeutung der Mutter-Sohn-Beziehung hervor.
Alles Wünschen und Handeln des Mannes zielt auf Regression, er will die ursprüngliche Dual-Einheit mit dem Weiblichen wieder herzustellen. Um diese ursprüngliche Verbindung wieder herzustellen bedient sich der Mann höchst ambivalenter Verhaltensweisen.
Graber erkennt den möglichen Ausweg in der Legierung des Männlichen mit dem Weiblichen.
Der Traum der Männer wäre es, den Frauen in die Arme zu sinken, ohne ihnen gleichzeitig in die Hände fallen zu müssen.
(Jerry Lewis)
2. EINLEITUNG
Das Thema dieser Seminararbeit „Psychologie des Mannes“ soll Antworten auf die Frage nach Eigenart und Selbstverwirklichung des Mannes, aus der Perspektive Gustav Hans Grabers geben. Graber ist ein Pionier der Pränatalen Psychologie, dessen biologisch-genetischen, psychologischen und philosophischen Perspektiven, lange in der Forschung unbeachtet blieben.
Nach Graber kann die Ganzheit der Seele nur begriffen werden, wenn man die körperliche und psychische Entwicklung von Anhang an kenne. Die Seele entfaltet sich von Ursprung an körperanalog. Dieser Entwicklungsweg ist gleichzeitig der Realisationsrahmen für die Selbstwerdung. Ziel dieser sei es das „vorgeburtliche unbewusste Selbst“ in das „bewusste Selbst“ zu bringen. Nach Graber treibt es den Mann, mehr als die Frau, die eigene und fremde Wesensart zu ergründen und zu erleben. Er will letztlich frei sein von allen Bindungen, die vom Ich ausgehen.
Gustav Hans Graber verfügt wie Freud über ein klares analytisches Denken, aber auch wie C.G. Jung, über eine Tiefschürfende Intuition. In dieser Kombination vermochte er zu wichtigen Themen des Menschseins vorzustoßen. Aus seiner Sicht hat jede Seele Verlangen, nach Erkenntnis und Freiheit in der Liebe, auch wenn ihrem Träger davon nichts bewusst wird, selbst dann, wenn ihr Ich es überheblich abwehrt. Weibliches Lieben zielt mehr auf das Binden, männliches mehr auf das Freisein. Nur in der Glückseligkeit des Erlösungserlebnisses im Selbst erheben die Schwingen der Seele von Mann und Frau sich in die Regionen der inneren Freiheit, des echten Selbsterkennens und der wahren Liebe.
Auch noch in unserer heutigen Sichtweise gilt das erfolgreiche Kämpfen, Streben, Rivalisieren, Erobern als besonders männlich. Graber erkannte schon 1965, dass wir umlernen müssen. Das ewige sich bekriegen sollte ein Ende finden. Der reife Mann wandelt das noch ichhafte Streben nach Eigenart, nach Besitz, nach irgendeiner Überlegenheit und unterstellt es einem höheren, wesenhaft-selbstischen Streben. Bloße Ichstrebung ist Krankheit, ist Sucht. Aber die Ichstrebung wird meist nicht als eine den Menschen hemmende Sucht erkannt, sondern eher als höchst normale und unentbehrliche Lebensfunktion.
3. BIOGRAPHISCHE DATEN ZU DR. GUSTAV HANS GRABER
Gustav Hans Graber ist 1893 im bernischen Seenland geboren und dort aufgewachsen. Sein Vater war Lehrer und starb früh, seine Mutter stammte ursprünglich aus Süddeutschland. Durch den damaligen Direktor des Kantonalbernischen Lehrerseminars, Dr. Ernst Schneider kam Graber als Seminarist des Oberseminars mit der Psychoanalyse in Berührung und machte bei Schneider 1916/17 seine erste Analyse. Jahrelang war Graber als Lehrer tätig. Er erwarb das Sekundarlehrer Diplom und studierte in Berlin Psychologie. 1924 legte er die wahrscheinlich erste Freud’sche Dissertation an einer schweizerischen Universität über „die Ambivalenz des Kindes“ vor, wo er sich mit dem Geburtstrauma als Ursache der Ambivalenz befasst. Sein Konzept stützte sich sehr stark auf die Erfahrungen, die er als Kinderpsychoanalytiker gesammelt hatte.
1929 emigrierte er nach Stuttgart, wo er eine psychoanalytische Praxis aufbaute. 1931 und 1932 setzte er sein Studium am Berliner Institut für Psychoanalyse fort und wurde Mitglied der deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft und damit der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung. Nach seiner Rückkehr nach Stuttgart gründete er die Gruppe der Süddeutschen Psychoanalytiker und wirkte 1941 bis 1943 am Stuttgarter Institut „für psychoanalytische Forschung und Psychotherapie“.
1943 kehrte er wieder in die Schweiz zurück und praktizierte in Bern. Kurz darauf gründete er zusammen mit Prof. Ernst Blum den Berner Arbeitskreis für Tiefenpsychologie und das Institut für Tiefenpsychologie, die er bis 1970 leitete. Erwähnenswert ist aus dieser Zeit ferner die Zeitschrift „Der Psychologe“, die Graber in den Jahren 1949 – 1964 zusammen mit Ernst Blum herausgab. Und an der sich an die 50 namhafte Fachleute beteiligten. 1971 war Graber maßgeblich an der Gründung der Internationalen Studiengemeinschaft für pränatale Psychologie in Wien beteiligt und wurde deren erster Vorsitzender. Nach 1971 zog er sich in Bern zurück, und konnte, neben seinem Wirken in der Internationalen Studiengemeinschaft für pränatale Psychologie, in einem kleinen Kreis eine vielseitige Tätigkeit als Schriftsteller und Lehrer entfalten und bis in die letzten Lebenswochen vieles von den Erfahrungen und Gedanken seines langen Lebens weitergeben. Er starb in der Osternacht des Jahres 1982 im Alter von 89 Jahren. (vgl. E. Eichenberger, Bern, http://graber-symposium.sbg.ac.at/download/2_biogaphische_daten.doc)
Abbildung 1: Dr. phil. Gustav Hans Graber (Quelle: http://graber-symposium.sbg.ac.at/download/2_biogaphische_daten.doc) [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
4. DIE LEIB-SEELISCHE MÄNNLICHE ENTWICKLUNG
[...]
Arbeit zitieren:
Sonja Mayr-Stockinger, 2004, Die Psychologie des Mannes, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Kritische Lebensereignisse - Die Lebensereignisforschung und das Pro...
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Hauptseminararbeit, 43 Seiten
Psychosoziale Risikofaktoren für die Persönlichkeitsentwicklung körper...
Diplomarbeit, 131 Seiten
Interpretation der Textstelle S.52, Z.14 bis S.58, Z.9 in Flauberts ...
Romanistik - Französisch - Literatur
Hausarbeit, 14 Seiten
Vorurteile und Stereotypen im Fremdsprachenunterricht
Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
Hausarbeit, 24 Seiten
Widerstand, Widerstandsrecht und Ziviler Ungehorsam
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Studienarbeit, 19 Seiten
Nathalie Sarraute: Enfance; Seiten 91-95: Elle est plus belle que mama...
Romanistik - Französisch - Literatur
Seminararbeit, 14 Seiten
Licht- und Farbgestaltung in Tom Tykwers Der Krieger und die Kaiserin
Hausarbeit, 19 Seiten
Der Einfluss einer zu frühen Geburt auf die Schulleistungen
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Lizentiatsarbeit, 99 Seiten
Erzählperspektiven in Günter Kunerts Kurzgeschichte "Die Beerdigu...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 14 Seiten
Virtuelle und fotografische Realität im heutigen Fernsehen. Das Weltbi...
Seminararbeit, 13 Seiten
Vorgeburtliches Bindungsverhalten und die Auswirkung von Frühgeburten ...
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Hausarbeit, 24 Seiten
Der Urmord bei Sigmund Freud und Rene Girard
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Hauptseminararbeit, 38 Seiten
Frühe Kindheit – Einflüsse, Störungen, Entwicklungsrisiken und daraus ...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Magisterarbeit, 94 Seiten
Stereotype - Nutzen und Gefahren bei stereotypem Denken
Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
Hausarbeit, 20 Seiten
Sonja Friedwagner's Text Die Psychologie des Mannes ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sonja Friedwagner hat den Text Die Psychologie des Mannes veröffentlicht
Sonja Friedwagner hat einen neuen Text hochgeladen
Die Geschichte der Psychologie...
Mark Galliker, Margot Klein, Sibylle Rykart
Fighting with the Eighteenth Massachusetts: The Civil War Memoir of Th...
Thomas H. Mann, John J. Hennessy
0 Kommentare