Studienfächer: Englisch Sozialkunde
1. Einleitung 2
2. Der Mensch 3
2.1. Instinktmangel und Unspezialisiertheit 3
2.2. Weltoffenheit 4
2.3. Reizüberflutung 5
3. Die Institutionen 6
3.1. Die Aufgabe der Institutionen 6
3.1.1. Vorhersehbarkeit des Handelns 6
3.1.2. Entlastung von Grundsatzentscheidungen 7
3.2. Der Verfall der Institutionen 8
3.2.1. Das Institutionenverständnis im Wandel 8
3.2.2. Die Folgen des Verfalls 9
4. Zusammenfassung 10
5. Literaturangaben 11
5.1. Primärliteratur 11
5.2. Sekundärliteratur 11
1. Einleitung
„Der Mensch weiß nicht, was er ist, daher kann er sich nicht direkt verwirklichen. Er muß sich mit sich durch die Institutionen vermitteln lassen“ 1 . Diese Aussage Gehlen in seinem Spätwerk Moral und Hypermoral: Eine pluralistische Ethik sagt schon aus sich heraus viel über das Menschenbild und das Institutionenverständnis des Anthropologen aus. Scheint dieses Verständnis vom Menschen und seinem elementaren Bedürfnis nach der Ordnung und dem Schutz der Institutionen auf den ersten Blick überaus konservativ und möglicherweise nicht mehr gänzlich zeitgemäß anmaßen, so ist es doch unbedingt einer näheren Betrachtung und Reflexion wert. Beides versuche ich in der vorliegenden Arbeit zu liefern.
Die Institutionenlehre Gehlens ist tief in seinem Menschenbild verankert und lässt sich nur mit dessen Hilfe verstehen. Ich werde also in dieser Arbeit zunächst über die Hauptpunkte von Gehlens Anthropologie referieren und dabei in der Reihenfolge vorgehen, die er in seinem für dieses Thema relevantesten Werk Der Mensch: Seine Natur und Stellung in der Welt selbst gewählt hat.
In einem zweiten Teil werde ich mich dann konkret mit der Institutionenlehre Gehlen befassen. Dabei werde ich zuerst auf die Aufgaben der Institutionen im Allgemeinen eingehen und dann kurz die Folgen des von Gehlen beklagten Verfalls der Institutionen behandeln.
In einer abschließenden Zusammenfassung werde ich die Hauptargumente aus den beiden ersten Teilen zusammenbringen und eine kritische Schlussfolgerung ziehen.
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2.2.Weltoffenheit
Die Unspezialisiertheit des Menschen bezüglich seiner Umwelt führt dazu, dass er „der tierischen Einpassung in ein Ausschnittsmilieu“ 5 entbehrt und so keine naturgegebene Umwelt hat. Die ihn umgebende Welt steht ihm feindlich gegenüber und es liegt an ihm, sie „allein durch seine Arbeitsfähigkeit oder Handlungsgabe, d.h. durch Hände und Intelligenz“ 6 zu einer lebensfreundlichen Umwelt umzuwandeln. Durch seine fehlenden Instinkten und die durch den Mangel an Reizfiltern hervorgerufene Reizüberflutung ist er somit nicht mit einer „Umwelt instinktiv nahegebrachter Bedeutungsverteilung“ 7 konfrontiert, sondern mit einem „Überraschungsfeld unvorhersehbarer Struktur, das erst in ‚Vorsicht‘ und ‚Vorsehung‘ durchgearbeitet, d.h. erfahrbar gemacht werden muß“ 8 .
Gehlen bezeichnet den Menschen daher als „weltoffen“ 9 : Er hat keine naturgegebene Umwelt, in der er ohne technische Hilfsmittel überleben kann, und muss sich so die Welt umgestalten, bis sie seinen Bedürfnissen entspricht.
Diese Weltoffenheit des Menschen birgt zum Einen Nachteile, da er in keiner natürlichen Umwelt zu Hause ist. Zum Anderen befähigt sie ihn jedoch dazu, nahezu jede Umwelt seinen Bedürfnissen gemäß umzugestalten und sie sich zum Zuhause zu machen. Somit kann er dank seiner Weltoffenheit und Unspezialisiertheit paradoxerweise doch in fast jeder Umwelt überleben. Der Mensch, so Gehlen, kann sein Leben nicht einfach geschehen lassen, er muss es „führen“ 10 .
5 Gehlen, Der Mensch, 35 6 Gehlen, Der Mensch, 34 7 Gehlen, Der Mensch, 36 8 Gehlen, Der Mensch, 36 9 z.B. Gehlen, Der Mensch, 35 10 Gehlen, Der Mensch, 29
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Marion Klotz, 2003, Die Institutionenlehre Arnold Gehlens, Munich, GRIN Publishing GmbH
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