1. Einleitung 2
2. Zum Aufbau des Vortrags 3
2.1 Ideensammlung und Zielbestimmung: Inventio
und Dispositio 3
2.2 Rhetorische Ausgestaltung: Elocutio 6
2.3 Aneignung und Vortrag: Memoria und Actio 8
2.4 Abrundung und Auswertung: Evaluation 9
3. Zur Anwendbarkeit des Vortrags 10
3.1 Seine Vorteile 10
3.2 Seine Nachteile 11
4. Fazit 12
5. Literaturangaben 13
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1. Einleitung Jeder Dozent hat sicherlich schon mehr als ein Mal vor der Frage gestanden: Wie kann ich meinen Stoff am besten vermitteln? Im Wirrwarr der Methoden ist ein Überblick zum Teil sehr schwierig und auch die Literatur ist so vielfältig und zum Teil widersprüchlich, dass manch einer wohl frühzeitig das Handtuch wirft und sich auf seine alten Methoden verlässt.
In dieser Hausarbeit möchte ich eine Methode vorstellen, die schon eindeutig zu den älteren Exemplaren ihrer Gattung gehört und wegen ihrer angeblichen Verstaub theit von manch einem Dozenten schon gerne gänzlich über Bord geworfen wäre: Den Vortrag. Hierbei möchte ich in einem ersten Teil auf den idealen Aufbau dieser Lehrtechnik in den einzelnen Arbeitsschritten eingehen und diese dabei näher erläutern und ihre Existenz zum Teil überhaupt zu begründen. Danach werde ich auf die Anwendungsmöglichkeiten des Vortrags zu sprechen kommen und hierbei vor allem seine Vorteile und seine Nachteile näher beleuchten. In einem zusammenfassenden Kapitel führe ich die Hauptargumente aus den vorangegangenen Kapiteln noch einmal kurz zusammen und ziehe ein abschließendes Fazit.
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2. Zum Aufbau des Vortrags Die Kunst der Rede, die Rhetorik, hat ihren Ursprung in der antiken Polis. Sowohl in den Stadtstaaten des alten Griechenlands als auch später in Rom wurden die Wirkungen öffentlicher Vorträge und ihre Methoden und Anwendungsformen untersucht und verschiedene Redetechniken in Lehrbüchern festgehalten. Als bedeutendste Autoren sind hier neben Aristoteles vor allem Cicero und Quintilian zu nennen. Die Unterteilung der Arbeitsschritte zur Vorbereitung und Durchführung einer Rede, wie sie heute gelehrt wird, orientiert sich noch immer größtenteils an den Vorbildern aus der Antike. Danach untergliedert man in 6 Arbeitsschritte: Die fünf klassischen Schritte der Inventio, Dispositio, Elocutio, Memoria und Actio sowie die in den letzten Jahren hinzugekommene Abrundung des Vortrags durch die Nachbereitung (vgl. Motamedi 1993: 23f). Diese Arbeitsschritte werde ich in den folgenden Kapiteln behandeln.
2.1 Ideensammlung und Zielbestimmung: Inventio und Dispositio
Am Anfang jedes Vortrags steht die Frage nach seinem Inhalt:
Welches Thema wähle ich? Welche Punkte möchte ich behandeln? Die antike Methode, sich diesem Problem zu nähern, umfasst verschiedene Fragen, durch die man den Inhalt des Vortrages zuerst bestimmen und dann einkreisen kann. Diese Fragen sind: wer?, was?, wo?, warum?, wie? und wann?. Die hier gewählte Reihenfolge ist dabei völlig willkürlich und kann je nach Präferenz verändert werden (vgl. Knoll 1993: 34 f).
Neuere Formen der Ideensammlung lehnen sich mehr an der Idee des Brainstorming an 1 . Dieses kann entweder in Form einer Zettelsammlung oder mit Hilfe des sogenannten Mind Map angewandt werden. Bei der Zettelsammlug werden die Ideen in Stichwortform auf kleine Zettel oder Karteikarten niedergeschrieben und dann unter verschiedenen Überschriften zusammengefasst. Erst bei diesem zweiten Schritt, dem sogenannten Clustern, findet dabei das Aussortieren der nicht brauchbaren Ideen statt. Die Methode des Mind Mappings unterscheidet
sich von der Zettelsammlung dahingehend, dass die verschiedenen Einfälle und Gedanken auf einem einzigen Blatt Papier festgehalten und durch Pfeile und Verästelungen verbunden werden. Auch hier sollte zuerst der Kreativität freien Lauf gelassen und erst in einem letzten Schritt aussortiert werden (vgl. Motamedi 1993: 44 ff).
Nachdem nun also das Thema näher bestimmt und eingegrenzt wurde, folgt im zweiten Arbeitsschritt, der Dispositio, die nähere Auswahl und Gliederung des Inhaltes. Der wichtigste Punkt hierbei ist die Bestimmung eines Redeziels, die Beantwortung der Frage also, was der Zuhörerin überhaupt vermitteln werden soll. Ist man sich dieses Lernzieles nicht explizit bewusst, wird die Rede an sich schwammig und unklar bleiben, die Teilnehmerin wird den Raum verlassen und sich nach dem eigentlichen Thema des Vortrags fragen (vgl. Motamedi 1993: 48). Nach der Bestimmung des Redeziels folgt die Bestimmung der Zielgruppe des Vortrags. Hier sollte man sich nicht nur fragen, wer zum Vortrag erscheinen wird, sondern vor allem auch, welche Vorerfahrungen die Zuhörerrinnen im Hinblick auf das Thema mitbringen werden. Diese Informationen sind enorm wichtig sowohl für das sprachliche als auch das fachliche Level, auf dem die Rede gehalten werden soll. Kommen die Zuhörerrinnen zudem aus einem gleichen oder ähnlichen Fachgebiet, kann man versuchen, den Vortrag daran anzuknüpfen und mit Beispielen aus diesem Gebiet zu arbeiten (vgl. Motamedi 1993: 48 f).
Ein Vortrag ist immer in fünf Teile untergliedert. Dabei werden der traditionellen und allseits bekannten Gliederung in Einleitung, Hauptteil und Schluss zwei weitere Teile, der Titel und der Überblick, vorangestellt. Als ersten Gliederungspunkt den Titel zu nennen, mag an dieser Stelle möglicherweise banal und zum Teil überflüssig erscheinen. Es findet jedoch in der Tatsache seine Berechtigung, dass der Titel eines Vortrags das Erste ist, mit dem die potentielle Zuhörerin in Kontakt gerät. Im Hinblick auf den Titel entscheidet sie über eine mögliche Teilnahme. Seine Aufgabe ist es also, Interesse zu wecken, ohne dabei jedoch mehr zu versprechen, als gehalten werden kann. Der Titel ist somit das Aushängeschild des gesamten Vortrags und sollte dementsprechend genau bedacht und ausformuliert werden (vgl. Knoll 1993: 51 f).
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Marion Klotz, 2004, Der Vortrag als Lehrmethode: Aufbau, Merkmale und Anwendbarkeit, Munich, GRIN Publishing GmbH
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