Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
Abk ürzungsverzeichnis IV
A. Einführung in die Problemstellung 1
B. Die Theorie der Umweltzertifikate. 2
I. Ökologische Ausgangssituation. 2
II. Einordnung in den Kontext umweltpolitischer Instrumente. 3
III. Instrumentenanalyse. 4
1. Definition 4
2. Erstausgabemechanismen. 5
3. Ökologische Treffsicherheit. 6
4. Ökonomische Effizienz 7
5. Dynamische Anreizwirkung. 8
C. Aspekte der Ausgestaltung eines internationalen Zertifikatesystems. 9
I. Erfahrungen mit dem Handel von Umweltzertifikaten in den USA 9
II. Aktuelle Entwicklungen 10
1. Das Kyoto-Protokoll 10
2. Emissionshandel in der EU 11
III. Probleme. 12
D. Fazit 15
Literaturverzeichnis 16
Abbildungsverzeichnis
Darstellung 1: Die globale ökologische Situation............................. 3 Darstellung 2: Muster einer Emissionslizenz im Gegenwert von 1000 t Kohlendioxid-Äquivalent........................ 5 Darstellung 3: Die Funktionsweise von Umweltzertifikaten............ 8 Darstellung 4: Emissionsziele nach dem Kyoto-Protokoll ............... 11
Abkürzungsverzeichnis
AAUs.......................................................... Assigned Amount Units
CH 4 ............................................................. Methan
CO 2 ............................................................. Kohlendioxid
E ................................................................. Emission
IET.............................................................. Emissions Trading
IPCC ........................................................... Intergovernmental Panal of Climate Change N 2 O............................................................. Distickstoffoxid
P.................................................................. Preis
PFC............................................................. Perfluorierte Kohlenwasserstoffe RECLAIM.................................................. Regional Clean Air Incentives Market
SF 6 .............................................................. Schwefelhexafluorid
SO 2 ............................................................. Schwefeldioxid
ZfU ............................................................. Zeitschrift für Umweltpolitik
A. Einführung in die Problemstellung
Seit den neunziger Jahren gewinnen Umweltprobleme stetig an politischer und ökonomischer Bedeutung. Im Fokus umweltpolitischer Bemühungen steht vor allem der Schutz von Umweltgütern mit einer weltweiten räumlichen Ausdehnung. An diesen Gedanken anlehnend kann der Klimaschutz zur zentralen umweltpolitischen Aufgabe der Gegenwart und Zukunft erklärt werden. 1
Über die ökonomische und ökologische Effizienz der handelbaren Umweltzertifikate wurde, seit J. H. Dales 2 1968 dieses Instrument entdeckte, kontrovers und ausführlich diskutiert. An das Konzept werden große Erwartungen zur Lösbarkeit bzw. zur Linderung globaler Umweltprobleme gestellt. In der Theorie gelten Umweltzertifikate als geeignetes Instrument der Regulierung weiträumig wirkender Schadstoffe. 3 Trotzdem werden Umweltzertifikate in der Praxis bisher kaum angewendet und sind in den vergangenen Jahren ins Kreuzfeuer der öffentlichen Debatte geraten.
Die vorliegende Arbeit soll einerseits einen Überblick über das Konzept und die Anwendung von Umweltzertifikaten ermöglichen. Anderseits soll eine Antwort auf die zentrale Fragestellung gefunden werden, ob international handelbare Umweltzertifikate zur Lösbarkeit globaler Umweltprobleme erfolgreich einsetzbar sind. Dazu werden im theoretischen Teil verschiedene Aspekte dieses umweltpolitischen Instrumentes untersucht und eine definitorische Abgrenzung vorgenommen. Eine Beurteilung findet anhand der Kriterien: ökologische Treffsicherheit, ökonomische Effizienz sowie dynamische Anreizwirkung statt. Im anschließenden Teil der Ausführungen wird die Ausgestaltung eines internationalen Zertifikatesystems diskutiert. Dazu findet eine kurze Darstellung der praktischen Erfahrungen mit Umweltzertifikaten in den USA statt. Durch die Betrachtung der Ergebnisse des Kyoto-Protokolls und der geplanten Etablierung eines europäischen Zertifikatemarktes werden aktuelle Tendenzen und Entwicklungen im Emissions-handel aufgezeigt. Probleme werden erörtert und kritisch gewürdigt.
1 Vgl. Pätzold, Umweltökonomik, o. J.
2 Vgl. Dales, Pollution, 1968.
3 Vgl. Cansier, Ausgestaltungsformen, 1998, S. 97.
B. Die Theorie der Umweltzertifikate
Der marktwirtschaftliche Anpassungsmechanismus funktioniert für die Problematik der Umweltverschmutzung nicht. Da die Nutzung des öffentlichen und freien Gutes „Umwelt“ keinen Preis hat, signalisiert dieser Sachverhalt, dass die natürlichen Ressourcen im Überfluss vorhanden seien. Folglich gibt es keine Anreize, mit dem Gut "natürliche Umwelt" sparsam umzugehen. Die Marktsignale lenken also die Produzenten und Konsumenten in die falsche Richtung und der marktwirtschaftliche Selbstregulator versagt. 4
Erforderlich ist eine "nachhaltige Entwicklung" (sustainable development), die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Nutzung der Umwelt nicht größer ist als deren natürliche Regenerationsfähigkeit. Hierbei sollte die Freisetzung von Schadstoffen die Aufnahmefähigkeit der Umweltmedien Luft, Gewässer und Boden nicht übersteigen.
Unter Beachtung dieser Forderung werden im Folgenden Umweltzertifikate aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Nach kurzer Darstellung der ökologischen Ausgangssituation und Einordnung in den Kontext umweltpolitischer Instrumenten, erfolgt anhand einer Instrumentenanalyse die Überprüfung, ob Umweltzertifikate als umweltpolitische Instrumente zur Reduzierung bzw. zur Lösung von Umweltschäden tauglich sind.
I. Ökologische Ausgangssituation
Die Gründe für Umweltprobleme sind komplex. So zählen u. a. die Bevölkerungszunahme, das Wirtschaftswachstum oder der zunehmende Energieverbrauch zu den wesentlichen Ursachenfak-toren. Auch die stetig fortschreitende Erderwärmung ist zum größten Teil auf Aktivitäten des Menschen zurückzuführen. Diese Problematik wird als globale Klimaveränderung bezeichnet. In den letzten 250 Jahren ist der Anteil des Kohlendioxids (CO 2 ) weltweit um etwa 31 Prozent angestiegen und beträgt mittlerweile ca. 25 Mrd. Tonnen pro Jahr, wovon über die Hälfte aus den westlichen Industrienationen stammen. Des weiteren wird die Temperaturerhöhung auf der Erde in den nächsten 100 Jahren mindestens 1,4 bis maximal 5,8 Grad Celsius betragen. 5 Die Darst. 1 bildet diesen Sachverhalt grafisch ab.
4 Vgl. Pätzold, Umweltökonomik, o. J.
5 Vgl. Pätzold, Umweltökonomik, o. J. Der Autor stützt sich auf den 3. Bericht Intergovernmental Panel on Cli-
mate Change (IPPC), der von mehr als 500 Wissenschaftlern aus aller Welt verantwortet wird. Dabei stehen
1,4 Grad Celsius stehen für ein Szenario mit verschärften Klimaschutzmaßnahmen, und die 5,8 Grad Celsius
für die Variante ohne jegliche Anstrengungen zum Klimaschutz. Vgl. IPCC, Intergovernmental Panal of
Climate Change, 2001.
Arbeit zitieren:
Anne Bartel, 2003, Lösbarkeit globaler Umweltprobleme durch international handelbare Umweltzertifikate, München, GRIN Verlag GmbH
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