Inhaltsverzeichnis:
I. Einleitung 2
II. Hauptteil
II.1 Theoretische Grundlagen 3
II.2 Vor dem Hintergrund der Theorie durchgeführte Maßnahmen 6
II.3 Ergebnisse der ergriffenen Maßnahmen 10
III. Zusammenfassung 11
Literaturverzeichnis 14
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I. Einleitung Wie werde ich reich?
Diese Frage hat sich vielleicht jeder Mensch in seinem Leben schon einmal gestellt. Und etwas anders formuliert beinhaltet sie auch gleich das Problem, mit dem sich Ökonomen hauptsächlich, Wissenschaftler anderer Disziplinen aber gelegentlich auch beschäftigen, nämlich welche Faktoren bestimmen den Wohlstand der Nationen? Wirtschaftliche Zusammenhänge sind komplex und nicht leicht zu durchscha uen.
Deshalb verwundert es auch nicht, dass es unzählige Ansätze gibt, die unser Problem zu erörtern versuchen. Klassische Vertreter der Ökonomie betrachteten nur einige wenige Variablen, wie Kapital, Boden und Arbeitskraft, um die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft zu erklären. Dass dieser Ansatz zu kurz greift, ist mittle rweile gemeinhin anerkannt und es wurde nach neuen Erklärungsansätzen gesucht. Eine recht junge Theorie ist die Neue Institutionenökonomie (NIÖ). Sie lehnt die klassischen Prämissen der Ökonomie ab, wie etwa das Menschenbild des homo oeconomicus und die vollkommene Rationalität von Individuen. Stattdessen nimmt sie an, dass die Strukturen einer Gesellschaft, die dort gültigen Normen und Wertvorstellungen, sowie deren Verhältnis zur Struktur des Herrschaftssystems und den gültigen Gesetzen - im Sprachgebrauch der NIÖ handelt es sich bei all diesen Dingen um Institut ionen - das Netz bilden, in dem Individuen in Kooperation miteinander treten. Oder auch eben nicht.
Um diese Theorie an einem empirischen Beispiel anzuwenden, bietet es sich an, ein Land auszuwählen, in dem dieses Verhältnis von internen und externen Institutionen innerhalb kürzester Zeit verändert wurde. Ein solches Land ist Chile 1973 nach der Machtübernahme der Militärs unter General Augusto Pinochet gewesen. Die Fragestellung, der ich in dieser Arbeit nachgehen werde, lautet also: „Welchen Einfluss haben Institutionen auf die Wirtschaftsleistung eines Landes? Das Fallbeispiel Chile unter Pinochet.“ Dazu werden zunächst die theoretischen Grundlagen der NIÖ vorgestellt. Danach folgt eine Darstellung der Maßnahmen, die vor dem Hintergrund der Theorie durchgesetzt wurden, um eine höhere Wirtschaftsleistung zu erzielen. Ob diese auch den vorhergesagten Erfolg hatten, wird im Anschluss erörtert. Die Ergebnisse werden dann im letzten Kapitel noch einmal pointierend zusammengefasst.
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II.1 Theoretische Grundlagen
Vertreter der Neuen Institutionenökonomik (NIÖ) lehnen das Menschenbild des homo oeconomicus in seiner klassischen Variante ab. Vollkommene Rationalität als Grundlage für die Entscheidungsfindung wird nicht angenommen. Grund hierfür ist die Annahme, dass einem Individuum weder alle Informationen zur Verfügung stehen und es daraus alle möglichen Weltzustände vorhersehen könnte, geschweige denn, dass es in der Lage ist, dies alles innerhalb eines Augenblicks und ohne die Aufwendung irgend welcher Ressourcen zu tun. Statt also von vollkommener oder perfekter Rationalität auszugehen, wie es in der Ökonomie häufig der Fall ist, reduziert die NIÖ das Verhalten des Akteurs auf beschränkte Rationalität, der seine Entscheidungen unter Unsicherheit trifft, also nicht mehr in der Lage ist, eine n Erwartungsnutzen zu berechnen (Voigt 2002: 26ff).
Eine weitere klassische Annahme der Ökonomie ist, dass Transaktionen im allgemeinen und Märkte im speziellen kostenlos funktionieren. Die so genannten Transaktionskosten werden in diesem Sinne verstanden als die Kosten, die sich aus einer Transaktion ergeben. Dies können beispielsweise Ressourcen sein, die man aufwenden muss, um an Informationen zu gelangen, beispielsweise in Form von Zeit und Geld, oder es können Kosten sein, die entstehen, wenn man eine n Vertrag ausha ndeln und durchsetzen will. Diese werden in der Ökonomie häufig explizit gleich Null gesetzt. (Voigt 2002: 30).
Dies ist ein Resultat aus der Annahme vollständiger Information und Rationalität, denn wenn alle Informationen sowieso zur Verfügung stehen und man sich zw ischen allen möglichen Alternativen ohne Aufwand diejenige heraussuchen kann, die den höchsten Nutze ngewinn verspricht, entstehen logischerweise auch keine Kosten. Da aber in der NIÖ nur von beschränkter Rationalität und Entsche idung unter Unsicherheit ausgegangen wird, ist es unmittelbar einsichtig, dass Transaktionen nicht kostenfrei sein können. Über diesen Schritt gelangt man zum zentralen Begriff der NIÖ, der Institution.
Was sind Institutionen, wie kommt es zu deren Entstehung und welchen Zweck erfüllen sie? In der Wirtschaft ist es wie auch in anderen Bereichen des Lebens so, dass hohe Kosten die Häufigkeit der Aktion, mit der diese Kosten verbunden sind, mini-
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mieren. Anders ausgedrückt, hohe Transaktionskosten wirken hemmend auf Tauschbeziehungen oder unterbinden sie sogar (Voigt 2002: 66). Die Funktion von Institutionen ist nun, die Transaktionskosten zu senken, indem sie Unsicherheit minimieren, wobei diese jedoch nie Null werden, sondern immer einen positiven Wert aufweisen werden.
Wie bereits erwähnt wurde, handeln Individuen mit beschränkter Rationalität unter Unsicherheit. Betrachtet man nun eine Interaktion zwischen zwei oder mehr Individuen, spricht man auch von strategischer Unsicherheit, da das Ergebnis der Handlung nicht nur von der eigenen, sondern auch von der des Gegenübers abhängt. Wenn je-mand nicht weiß, wie sein Gegenüber sich bei einem Tauschgeschäft verhalten wird, ob man ihn betrügen will und wie er in diesem Fall dennoch zu seinem Recht kommt, wird die Wahrscheinlichkeit, dass er in Interaktion mit seinen Mitmenschen tritt, offensichtlich geringer. Institutionen entstehen also scheinbar aus dem Grund, dass viele Ind ividuen der Meinung sind, sich durch ihre Etablierung besser zu stellen und die strategische Unsicherheit zu minimieren (Voigt 2002: 32f.). Durch die Reduzierung der Unsicherheit wird es für den Einzelnen also möglich, über einen längeren Zeitraum zu planen, sich zu spezialisieren und so die eigene Produktivität zu steigern. Im Rahmen der NIÖ gilt der methodologische Individualismus als Ausgangspunkt für die Erklärung von Wahlhandlungen. Entscheidungen werden auf der Mikroebene eines einzelnen Individuums getroffen, die sich auf der Makroebene eines gesellschaftlichen Systems akkumulieren. Da Institutionen für alle Akteure gleichermaßen gelten, wird somit dieser Anreiz auch für alle gegeben und individuelles Streben nach Reichtum führt schon nach Adam Smith zu einer gesamtgesellschaftlichen Wohlfahrtssteigerung (Heilbroner/Thurow 2002: 33). Im Re gelfall bestehen Institutionen aus zwei Teilen, zum einen der Regelungs- und zum anderen der Sanktionskomponente. Die erste Komponente sagt etwas darüber aus, welche Sache die Institution betrifft, was „geregelt wird“, beispielsweise den Komplex „Sprache“. Die zweite Komponente beinhaltet die Art der Kontrolle und den Durchsetzungsmechanismus. Nach Voigt können Institutionen also definiert werden als:
„Regeln, mit deren Hilfe wiederkehrende Interaktionssituationen strukturiert werden und die mit einem Durchsetzungsmechanismus bewehrt sind, der eine Sanktionierung bzw. Sanktionsdrohung im Falle eines Regelverstoßes bewirkt“ (Voigt 2002: 34).
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Arbeit zitieren:
Pascal Zimmer, 2004, Welchen Einfluss haben Institutionen auf die Wirtschaftsleistung eines Landes? Das Fallbeispiel Chile unter Pinochet, München, GRIN Verlag GmbH
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