Inhalt
1. Einleitung 3
2. Die Heidelberger Versammlung (3 März 1848) 4
2.1 Ziel der Heidelberger Versammlung 5
2.2 Ergebnisse der Heidelberger Versammlung 6 7
2.3 Fazit 7
3. Das Frankfurter Vorparlament (31 März 3 April 1848) 8
3.1 Verlauf des Frankfurter Vorparlaments 8 11
3.2 Fazit 12
4. Reflexion 13
5. Literaturverzeichnis 14
1. Einleitung
Zwischen 1845 und 1847 wurden West- und Mitteleuropa von einer Wirtschaftskrise heimgesucht. Diese wirtschaftliche Notsituation führte zu einem Anwachsen der Opposition gegen die Regierungen. Natürlich warteten die Politiker nicht lange mit ihrer Antwort auf die Ausbreitung des liberalen Gedankengutes, auf die ersten Arbeiterzusammenschlüsse und auf das Streben nach Freiheit der Nationalitäten in Europa. Es folgten starke Restriktionen. Ganz offensichtlich stand eine politische Umwälzung in Europa bevor. 1 Die Revolution von 1848 hatte ihren Ursprung wieder in Frankreich von wo aus sie sich über weite Teile Europas ausbreitete. Besonders in Deutschland entzündete die Nachricht von der Pariser Februarrevolution eine revolutionäre Bewegung. Sie begann in Baden und setzte sich in anderen Staaten des Deutschen Bundes fort. Hier hatte man eindeutige Ziele der Revolution vor Augen: liberale Verfassungen, nationale Einheit sowie wirtschaftlich-soziale Sicherheit. 2 In der folgenden Ausarbeitung werde ich mich nur mit einem inhaltlich und regional begrenzten Teil dieser Revolution befassen.
Ich werde nicht die sogenannte „ele mentare“ Revolution 3 , wie Müller die Revolution seitens der Bauern, der Handwerker und der Arbeiter nennt, die unter anderem gegen die bestehenden Feudalrechte, gegen die neue Gewerbereform und für bessere wirtschaftliche Arbeitsverhältnisse kämpften, behandeln, sondern die Verfassungs- und Nationalrevolution, die ihre Wurzeln hier bei uns in Baden hat.
Wie der Name bereits vermuten lässt, geht es bei dieser Revolution um die Errichtung eines Nationalstaates und um die damit verbundene Verwirklichung einer gesamtstaatlichen Verfassung.
Die erste Station auf dem Weg dorthin, die Heidelberger Versammlung vom 5. März 1848, werde ich im ersten Kapitel meiner Ausarbeitung behandeln.
Das zweite Kapitel hat das Frankfurter Vorparlament, das vom 31. März 1848 bis zum 3. April 1848 in Frankfurt tagte, zum Thema.
In allen zwei Kapiteln werde ich zunächst den Verlauf und die Resultate der einzelnen Versammlungen darstellen und versuchen, die Problematik herauszuarbeiten, derer sich die Teilnehmer , aufgrund ihrer u nterschiedlichen politischen Einstellungen und Vorstellungen zur Verwirklichung ihrer Ziele, gegenüber gestellt sahen.
1 Hummerl, Karl-Joseph: Die Revolution von 1848/49. In: bsv Geschichte. Hrsg. von Karl-Heinz Zuber und Hans Holzbauer. München: Bayrischer Schulbuchverlag 1986. S. 122 2 Rohlfes, Joachim: Staat und Nation im 19. Jahrhundert. In: Historisch-politische Weltkunde. Hrsg. von Dr. Hans-Jürgen Pandel und Prof. Dr. Joachim Rohlfes.Stuttgart 2003. S. 56 3 Müller, Frank Lorenz: Die Revolution von 1848/49. Hrsg. von Martin Kintzinger u. a. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2002 (= Geschichte kompakt). S. 59
3
2. Die Heidelberger Versammlung (3. März 1848)
Aus heutiger Sicht sieht man die Heidelberger Versammlung vom 3. März 1848 im Gasthof Badischer Hof als eines der wichtigsten Geschehnisse zu Beginn der Revolution in Deutschland an. 4 Auslöser war wohl, wie bereits kurz erwähnt, die Meldung von der Revolution in Paris, denn dort hatte nur wenige Tage zuvor ein Volksaufstand zur Ausrufung der Republik am
24. Februar 1848 geführt. 5
Eingeladen nach Heidelberg hatte Johann Adam von Itzstein, der dann später den Vorsitz in Heidelberg führte, 51 liberale und demokratische Politiker aus Süd- und Mitteldeutschland, genauer gesagt aus Baden, Bayern, Frankfurt, Hessen, Nassau, Württemberg und Rheinpreußen, die ohne direkten Auftrag des Volkes zusammenkamen. Die Begründung für die regionale Begrenztheit der Einladungen zur Heidelberger Versammlung war der Wille, so schnell wie möglich ein Zusammenkommen zu arrangieren. Dieses schnelle Zusammentreffen wäre nicht möglich gewesen, hätte man zum Beispiel Abgeordnete aus Hannover eingeladen. Die Anreise dieser hätte einfach zu viel Zeit in Anspruch genommen. 6 Im Großen und Ganzen war die komplette Bandbreite der deutschen führenden Opposition, von Gustav Struve und Friedrich Hecker als Radikaldemokraten und Heinrich von Gagern als gemäßigter Liberale, vertreten. 7 Fast alle Teilnehmer verfügten über ein Landtagsmandat. Ausnahmen waren im Grunde nur Gustav Struve, Georg Gottfried Gervinus, Ludwig Häusser, Friedrich Wilhelm Carové, Karl Hagen und Adolph Wiesner. 8 Gründe Heidelberg als Veranstaltungsort zu wählen gab es mehrere. Zum Einen die geografische Lage, die, durch die für damalige Verhältnisse sehr guten Verkehrsanbindungen, für jedermann gleichermaßen gut zu erreichen war. Zum Anderen war Heidelberg der Standort der Redaktion und der Druckerei der Deutschen Zeitung. Dadurch hatte man sofort die Möglichkeit, die Öffentlichkeit über die Ergebnisse der Heidelberger Versammlung zu informieren. 9
4 Engehausen, Frank: Die Heidelberger Versammlung und der Beginn der deutschen Revolution. In: Auf dem Weg zur Paulskirche. Hrsg. von Frank Engehausen und Frieder Hepp. Ubstadt: Regionalkultur 1998. S. 11 5 Rohlfes, Joachim: Staat und Nation im 19. Jahrhundert. In: Historisch-politische Weltkunde. Hrsg. von Dr. Hans-Jürgen Pandel und Prof. Dr. Joachim Rohlfes.Stuttgart 2003. S. 56 6 Engehausen, Frank: Die Heidelberger Versammlung und der Beginn der deutschen Revolution. S. 13 7 Müller, Frank Lorenz: Die Revolution von 1848/49. S. 53 8 Engehausen, Frank: Die Heidelberger Versammlung und der Beginn der deutschen Revolution. S. 14
4
2.1 Ziel der Heidelberger Versammlung
Was die Heidelberger Versammlung zum Beispiel von der Mannheimer Versammlung vom
27. Februar 1848 unterscheidet, ist die Zielsetzung der Teilnehmer. Denn in Heidelberg
strebte man die „grundlegende Änderung der Verfassung des Deutschen Bundes“ 10 an und nicht nur, wie in Mannheim, die Realisierung von Forderungen, die unter anderem die Pressefreiheit, die Glaubensfreiheit und die persönliche Freiheit betrafen. Die „grundlegende Änderung der Verfassung des Deutschen Bundes“ 11 bedeutete unter anderem die Errichtung eines Nationalparlaments Über dieses Ziel waren sich im Grunde alle Anwesenden in Heidelberg einig. Streitigkeit herrschte nur darüber, wie man den Weg der Schaffung dieser neuen Einrichtung beschreiten sollte.
Karl Welcker, eine leitende Figur der liberalen Opposition, sprach sich für eine zweite größere Versammlung aus, die dann den Bundestag zur Einberufung eines Nationalparlaments bewegen sollte. 12 Heinrich von Gagern und Georg Gervinus vertraten eine recht ähnliche Auffassung über die nächsten Schritte. Beide wollten sehr schnell zum Ziel kommen. Von Gagern, indem er die einzelnen Regierungen der Staaten die Nationalversammlung und Gervinus, indem er einen Ausschuss aus den versammelten Heidelberger Teilnehmer wählen lässt, die dann eine Verfassung ausarbeiten. 13 Struve und Hecker dagegen plädierten, ähnlich wie von Gagern und Gervinus für das Zusammenkommen eines zweiten Gremiums, welches dann eine Verfassung erarbeiten sollte. Allerdings wollten die radikalen Demokraten dies nicht, wie die gemäßigten Liberalen, in Zusammenarbeit mit den Fürsten regeln. Dies bedeutete, dass Hecker und Struve für die Schaffung einer Republik plädierten, was sich allerdings für die Heidelberger Versammlung als zu revolutionär herausstellte. 14 Dennoch konnten sich die Beteiligten der Heidelberger Versammlung, trotz ihrer unterschiedlichen politischen Orientierungen auf zwei Wege einigen, um ihre Ziele zu verwirklichen: „zum einen den Weg der Legalität, zum anderen den der direkten Aktion“ 15
9 Engehausen, Frank: Die Heidelberger Versammlung und der Beginn der deutschen Revolution. S. 13 10 Engehausen, Frank: Die Heidelberger Versammlung und der Beginn der deutschen Revolution. S. 15 11 Ebd. S. 15 12 Ebd. S. 15-16 13 Ebd. S. 15-16 14 Ebd. S. 15-16 15 Müller, Carolin: Von der Heidelberger Versammlung zur Paulskirche. In: Auf dem Weg zur Paulskirche. Hrsg. von Frank Engehausen und Frieder Hepp. Ubstadt: Regionalkultur 1998. S. 75
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Nadine Zunker, 2004, Heidelberger Versammlung und Frankfurter Vorparlament, Munich, GRIN Publishing GmbH
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